Erfahrungsbericht über ein Auslandsemester an der Universitá di Bologna in Italien



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Transkript:

Gastuniversität: Universitá di Bologna Facoltá di Scienze Politiche Palazzo Hercolani - Strada Maggiore, 45-40125 Bologna Italien Homepage: www.spbo.unibo.it Erfahrungsbericht über ein Auslandsemester an der Universitá di Bologna in Italien Meine Erfahrung als Erasmus-Studentin an der Universität di Bologna in Italien kann ich als sehr positiv bezeichnen. Hiermit möchte ich durch verschiedene Gesichtspunkte, meine Erfahrung in Bologna beschreiben: 1. Vor Abreise: Die Koordination vor der Abreise war in meinem Fall leicht chaotisch weil ich die erste Studentin meiner Fakultät war, die an einem akademischen Austausch dieser Art mit der Universitá di Bologna (kurz Unibo) teilgenommen hat. Aus diesem Grund lagen keine früheren Erfahrungen seitens der Uni Hamburg zugrunde, die der Beratung effizienter gemacht hätten. Zwar hat mich mein Tutor bei den allgemeinen Angelegenheiten des Erasmus Programms sehr gut beraten können und war als Anschprechpartner immer verfügbar, allerdings verfügte er verständlicherweise noch wenig Information über die interne Koordination der Unibo wie Sprachkurse bzw. Semesteranfangtermine. Darüber müsste ich mich also alleine informieren und das tat ich über Email Kontakt mit dem Auslandsbüro der Unibo (Ufficio Relazioni Internationali) und über ihre Internetseite: www.unibo.it, oder speziell für ausländische Studenten: http://www.unibo.it/portale/relazioni+internazionali/studenti+stranieri+ all+unibo/stranieri.htm. Dort fand ich eine sehr gut aufgebaute Infobroschüre wodurch ich mehr über den Semesteraufbau und die Anschprechpartnern erfahren konnte (International Exchange Student Guide). Bevor man sich durch ein Online-Formular an der Unibo anschreiben kann, muss diese eine Bestätigung der Heimhochschule bekommen, dass man als Erasmus-Student von der jeweiligen Universität als Teilnehmer dieses Programms ausgewählt würde. In meinem Fall reichte es, dass mein Tutor in Hamburg eine Email an dem Erasmusbüro der Unibo geschrieben hat. Danach bekommt man seine Matrikelnummer und kann sich dann auch für die Sprachkurse anmelden. Ein weiteres Problem lag daran, dass die Unibo mich in Forlí, ein anderer Campus der Uni der aber in einer anderen Stadt liegt

eingeschrieben hatte (Die Unibo ist eine so genannte Multicampus- Universität und verfügt über verschiedene Fakultäten verteilt auf verschiedene Städte: Cesena, Forlí, Ravenna und Rimini). Da ich mich eigentlich für Bologna beworben hatte, habe ich nachgefragt ob es möglich wäre mich in Bologna einschreiben zu lassen. Das war glücklicherweise der Fall und ich bekam einen neuen Tutor von der Unibo zugeteilt. Allerdings, diente dieser Tutor nicht, wie ich es mir vorgestellt habe, zur Aufklärung über das Hochschulsystem und andere Fragen. In meinem Fall hatte er als einzige Aufgabe das Learning Agreement zu unterschreiben. Wenn man schon vor Abreise mit der Uni Hamburg klären möchte welche italienische Scheine mit hoher Wahrscheinlichkeit bei der Rückkehr anerkannt werden, kann man beim Prüfungsamt eine Datei anfordern in der verschiedene von Studenten aus Hamburg an italienischen Universitäten belegte Scheine aufgelistet sind. Nach der Bezeichnung der Vorlesungen kann man sich dann bei der Auswahl der Kurse an der Unibo besser orientieren. 2. Unterkunft: Die Suche nach der passenden Unterkunft war in meinem Fall einfach. Ich hatte bereits vor meiner Ankunft übers Internet ein Zimmer organisiert. Ich habe mich durch die Erfahrungsberichte anderer Universitäten darüber informiert, wie man am besten in Bologna ein Zimmer sucht und brauchte die Hilfe der BUSSOLA, also das Büro für Unterkunftsahngelegenheiten der Unibo, die mich bereits vor Abreise kontaktiert und ihre Dienstleistungen angeboten hatten, nicht. Die wichtigste Internetseite für Zimmersuche ist postoletto.com, allerdings sind alle Annoncen auf Italienisch und deswegen sollte man kein Zimmer Mieten wenn man nicht sicher sein kann, alles verstanden zu haben. Im Nachhinein denke ich aber, es wäre besser gewesen nach Ankunft, vor Ort nach einer Wohnung zu suchen. Meine Unterkunft hatte ich zwar sehr schnell gefunden und damit Zeit und Energie am Anfang gespart aber nach einem Monat in der Wohnung müsste ich mich auf der Suche nach einer neuen machen, weil ich mich dort nicht mehr so gut fühlte. In diesem Fall nahm ich doch die Hilfe der BUSSOLA in Anschpruch, die obwohl nur von freiwilligen Studenten geführt wird, Alle sich sehr hilfsbereit und professionell um mich gekümmert haben. Wenn man darum bittet, übernehmen die Mitarbeiter auch die Telefonate mit den Vermietern und verabreden Besichtigungstermine. Sie waren alle sehr engagiert und deswegen solltet man nicht zögern sich an ihnen zu wenden wenn man seine Unterkunft nicht mehr so toll findet oder einfach etwas neue finden möchte. So habe ich dann eine neue Wohnung gefunden wo ich mich sehr wohl fühlte vor allem weil ich die Möglichkeit hatte mit zwei italienischen Mitbewohnerinnen zusammen zu wohnen, wodurch ich viel mehr Kulturaustausch erleben konnte. Am einfachsten ist im August-September eine Wohnung bzw. ein Zimmer zu finden, weil die meisten Studenten noch in den Semesterferien sind und Bologna ziemlich leer bleibt und entschprechend ist das Angebot größer, aber danach geht es sicherlich

auch. In diesem Fall muss man vielleicht auf die Unterkünfte im Zentrum verzichten weil sie eine hohe Nachfrage haben. Für die ersten Tage kann man einen Ostello (Jugendherberge) buchen. Bei der Zimmersuche sollte man sich darauf einstellen, dass die meisten Angebote sich um Doppias (Doppelzimmer) handeln. Die Preise dafür gehen um die EUR 250-350 plus die Spesen (Nebenkosten). Es gibt auch Singolas (Einzelzimmer) die aber mehr kosten, d.h zwischen EUR 350-480. Eine andere Möglichkeit besteht darin, eine WG mit anderen Erasmus-Studenten zu gründen. Dies kann aber der Nachteil mit sich bringen, dass der Anreiz Italienisch zu sprechen niedriger sein kann als wenn man mit anderen italienisch sprechenden Studenten wohnt. 3. Die Sprachkurse: Die Unibo bietet am Anfang jedes Semesters (Anfang Februar und Anfang September) einen 5-wöchigen kostenlosen Sprachkurs für Erasmus- und Overseas-Studenten an. Dieser Kurs umfasst 50 Unterrichtstunden und findet am Sitz der CILTA statt, dazu: www.cilta.unibo.it Um an den Sprachkurse teilnehmen zu dürfen, müsste man vor Ankunft einen Onlinetest belegen, wodurch das entschprechende Sprachniveau festgestellt werden sollte. Als im September in Bologna ankam, wusste ich bereits welcher Gruppe ich zugeteilt war und die Termine lagen auch fest. Der Sprachkurs war eine große Hilfe, um meine Italienisch Kenntnisse zu verbessern und erste Bekanntschaften zu machen. Deswegen würde ich jedem empfehlen seine Termine so zu legen, dass man den Sprachkurs auf keinen Fall verpasst. Außerdem wenn man mindestens 70% des Kurses besucht hat und die Abschlussprüfung besteht, bekommt man 5 Kreditpoints und nach Wunsch auch ein Teilnahmezertifikat. 4. Die Beratung an der Unibo Die Unibo hat ein sehr gut organisiertes Orientierungsprogramm für Erasmus-Studenten, sodass ich schon im Laufe der Semesterferien die ersten Emails bekam, mit Informationen über Sprachkurse und das Kulturangebot. In den ersten Tagen, hatte die Unibo eine Informationsveranstaltung organisiert in der wie alles über die Vorlesungen, Anmeldetermine usw. erfahren haben. Außerdem bekamen wir einen Welcome Package also ein Informationsheft, mit u.a. Informationen über die Universität, Studentenorganisationen und Freizeitaktivitäten in Bologna. Dieses Heft war sehr hilfreich und hat mir auf jeden Fall viele nützliche Informationen geliefert, die ich sonst nicht erfahren hätte. Wie ich schon erwähnt habe, der Tutor den mir die Unibo zugeteilt hatte war leider keine große Hilfe aber hauptsächlich deswegen, weil er einer anderen Fakultät angehörte und nicht mal darüber informiert war, dass er für mich Zuständig sein sollte. Dafür hatte ich aber Verständnis weil ein Buddy-System, also ein italienischer Student, der den ausländischen Studenten als Tutor zur Seite gestellt wird, von der studentischen Organisation ESN (Erasmus Network) angeboten wird. ESN stellt sich

normalerweise bei den Informationsveranstaltungen am Anfang des Semesters vor und dort hat man die Möglichkeit bei ihnen Mitglied zu werden und an ihren Projekten und Aktivitäten teilzunehmen. Dies kann natürlich sehr vorteilhaft sein weil man erste Kontakte zu italienischen Studenten knüpfen und praktische Fragen zur Uni Ablauf mit ihnen klären kann. Sonst kann man sich immer an das Auslandsbüro (Ufficio relazioni internationali, Via Zamboni 33) wenden um formelle Fragen wie Verlängerung des Austausches usw. zu klären. Trotzdem, hätte ich mir mehr Aufklärung in Bezug auf die Vorlesungen gewünscht da ich erst einige Zeit brauchte um die für mich richtige Lehrveranstaltungen zu finden. Dadurch habe ich dann den Einstieg in andere Vorlesungen verpasst, die mir später viel interessanter und verständlicher erschienen. 5. Die Universität: Die Universitá di Bologna ist die älteste Universität Europas und dies lässt sich durch das umfangreiche Lehrangebot beweisen. Die Organisation an der Unibo ähnelt sehr an die der Uni Hamburg. Man muss sich die Vorlesungen im Vorlesungsverzeichnis aussuchen und man kann sie ohne vorherige Anmeldung besuchen. Als Erasmus- Student kann man an allen Kursen aller verschiedenen Fakultäten ohne Begrenzung teilnehmen. Die Kurse sind in Corsi di Laurea, also Kurse die in einem Semester mit der entschprechenden Prüfung abgeschlossen werden und Corsi di Laurea specialistica aufgeteilt. Diese letzten beziehen sich auf eine Spezialisierung der gewählten Fachrichtung und für die Erasmus- Studenten gelten nur die Vorlesungen der Corsi di Laurea da diese Studenten i.d.r nur 1 bis 2 Semestern an der Gastuniversität verbringen. Die Semestertermine sind für jede Fakultät unterschiedlich aber i.a lässt sich sagen, dass die meisten Vorlesungen für das Wintersemester von Ende September bis Mitte Dezember und für das Sommersemester von Ende Februar bis Ende Juni laufen. Die Prüfungen finden in der vorlesungsfreien Zeit statt und zwar meistens im Juni-Juli und im September. Es gibt verschiedene Prüfungstermine (meistens 3) und bei vielen Fächern besteht die Prüfung aus einer schriftlichen und einer Mündlichen Prüfung (diese letzte dient sehr oft zur Verbesserung der erhaltenen Note bei der schriftlichen Prüfung). Für die Studenten der Wirtschaftswissenschaften kann sehr nützlich sein im Voraus zu wissen, dass man die wirtschaftswissenschaftlichen Vorlesungen an zwei Fakultäten besuchen kann: die facoltà di economia (Via Zamboni) bietet vor allem BWL-Vorlesungen an während die facoltà di scienze politiche (Strada Maggiore) für VWL zuständig ist. Uns würde empfohlen die Professoren anzusprechen um ihnen bekanntlich zu machen, dass wir ihre Vorlesungen als Erasmus- Studenten besuchen würden. Bei der Auswahl der Kurse habe ich mich mit anderen Erasmus- Studenten meiner Fakultät ausgetauscht und mich für einige Vorlesungen entschieden, die meiner Meinung nach meinem sprachlichen Niveau entsprachen. Dies war meistens nicht zutreffend da

die Vorlesungen sehr theoretisch sind und wenn man die Sprache am Anfang nicht so gut beherrscht kann sich als sehr schwierig erweisen, den Stoff zu folgen. Diese erste Schwierigkeiten (vor allem wenn man den Sprachkurs besucht hat) legen sich aber bald. Das universitäre Leben spielt sich hauptsächlich an der Via Zamboni ab. Dort findet man außer den verschiedenen Fakultäten, viele Läden, Cafés und auch das Teatro Communale. Viele Vorlesungen finden nicht am Sitz der eigenen Fakultät statt sondern an anderen Gebäuden, die aber im nahen Campus liegen. Darüber kann man sich über die Internetseite der jeweiligen Fakultät informieren. Dort findet man auch die Stundenpläne und die Adressen der verschiedene Vorlesungssaale. 6. Stadt Freizeit: Bologna ist die Hauptstadt des Emilia-Romagna Bundeslandes und liegt sehr Zentral, sodass weitere wichtige Städte wie Rimini, Florenz, Venedig, Ravenna, oder Parma sehr schnell und einfach mit dem Zug erreichbar sind. Von diesem Vorteil sollte man auf jeden Fall profitieren und auch die nahen gelegenen Städte nach Möglichkeit kennen lernen. Die ganze Stadt wird durch die Busverbindungen sehr gut bedient (www.atc.bo.it).außerdem kann man sich auch ein Fahrrad besorgen denn die Stadt ist nicht so groß und wenn man in nahen Zentrum wohnt, kann man alles mit dem Fahrrad problemlos erreichen. Insgesamt ist die Stadt sehr studentenfreundlich und entsprechend ist das Freizeitangebot gestaltet. Es gibt ein großes Kulturangebot und es finden regelmäßig viele Vorträge, Filmreihen und Ausstellungen statt, die für Studenten umsonst oder reduziert sind. Die größte Bibliothek, Sala Borsa, hat ein großes Kontingent an Bücher und Filme aller wissenschaftlichen Richtungen und als Student kann man dieses Angebot umsonst nutzen. Außerdem gibt es viele Cafes, Restaurants, Pubs, Teathern, Kinos usw. die Studentenrabatt anbieten.die Wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Bologna sind: Piazza Verdi: im Herzen der Via Zamboni. Im Sommer treffen sich dort die Studenten um die vielen Konzerte und Festivals zu genießen. Parco Margarita Le due Torri: Das Symbol der Stadt. Befinden sich am ende der Via Rizzoli und sind das Treffpunkt der Bolognesen schlechthin. Via Rizzoli, Via della Independenza,Via Ugo Bassi: die wichtigsten Einkaufstraßen. Piazza Maggiore: hier befindet sich die Größte Kirche Bolognas und das Rathaus. Madonna di San Luca: befindet sich im Norden Bolognas und von dort aus, hat man einen wunderschönen Ausblick auf die ganze Stadt. Mercato Montagnola: Straßenmarkt der jeden Fr-Sa statt findet. Dort findet man Kleidung, Schuhe und Antiquitäten zu studentenfreundlichen Preisen. ESN und AEGEE sind die zwei größten Studentenorganisationen in Bologna und organisieren regelmäßig verschiedene Aktivitäten für Erasmus-Studenten wie Ausflüge, Koch- und Tanzkurse und viele

Partys. Außerdem hat die Unibo ein recht interessantes Angebot für Erasmus-Studenten. Das Erasmusbüro bietet regelmäßig verschiedene kulturelle Aktivitäten an, die durch das Programm der Percorsi Culturali angekündigt werden. Dieses Programm enthält Museums- und Stadtführungen sowie verschiedene Ausflüge und man muss sich im Voraus anmelden um daran teilnehmen zu können. 7. Endfazit: Der 6-monatiger Aufenthalt in Bologna war für mich eine große Erfahrung und ich empfand als sehr positiv die Tatsache, dass man fast alle Angelegenheiten alleine regeln muss denn dadurch hat man die Hauptverantwortung über den Austausch, kann aber auch diesen mit großer Freiheit selbst koordinieren und gestalten. Schließlich kann ich sagen, dass ich sehr froh darüber bin, an dem Erasmus-Austausch teilgenommen zu haben und bin mir sicher, dass die Erfahrungen die ich dadurch gesammelt habe mir in meiner persönlichen, akademischen und beruflichen Zukunft vom großen Nutzen sein werden..