Pädagogik bei Krankheit Hans-Lebrecht-Schule Schule für Kranke am Universitätsklinikum Ulm D. Blaumer, Schulleiterin Basisvorlesung 12.11.2015
Auszüge aus der Verwaltungsvorschrift zum Förderschwerpunkt Unterricht kranker SchülerInnen KMK Empfehlungen 1998 Schülerinnen und Schüler erhalten Unterricht, wenn sie sich auf Grund einer Erkrankung in stationärer/teilstationärer Behandlung befinden oder die Schule nicht besuchen können Für Kinder und Jugendliche, die lange krank sind, ist Unterricht eine wichtige Voraussetzung für die Teilhabe am Leben der Gemeinschaft SchülerInnen aller Schularten sind so zu unterrichten und zu fördern, dass die Voraussetzungen für eine erfolgreiche leistungs-mäßige und soziale Eingliederung in die bisher besuchte Klasse oder einen, den individuellen Möglichkeiten entsprechenden Lernort geschaffen werden
Grundsätze der Pädagogik bei Krankheit Schule bedeutet Halt durch Normalität Schule bedeutet Zukunftsaussicht Schule hat Anteil am Gesundungsprozess
SchülerInnen mit chronischer Erkrankung etwa 10-15% aller Schülerinnen und Schüler sind von einem chronischen gesundheitlichen Problem betroffen chronische Erkrankungen werden in somatische und psychische Erkrankungen unterteilt Belastungen, die sich auch auf die Schule auswirken körperlich (Schmerzen / Unwohlsein) Einschränkungen der Lebensqualität Strukturierung des Tagesablaufs nach Krankheitserfordernissen erschwerte soziale Kontakte hohe Belastung der Familie altersuntypische Lebensplanung Auswirkung auf die Bewältigung von Entwicklungsaufgaben erschwerte Selbständigkeitsentwicklung
Strukturen der Hans-Lebrecht-Schule staatliche Sonderschule des Landes Baden-Württemberg Schulträger ist die Stadt Ulm eigenes Schulhaus auf dem Gelände Unterricht in der Abteilung Kinder- und Jugendpsychiatrie/-psychotherapie somatische Abteilung mit Einzelunterricht am Krankenbett
Lehrkräfte an der Hans-Lebrecht-Schule 5 SonderschullehrerInnen 4 Grund- und HauptschullehrerInnen 8 RealschullehrerInnen 8 GymnasiallehrerInnen arbeiten im Schuljahr 2015/2016 in beiden Abteilungen der Hans-Lebrecht-Schule mit Lehraufträgen zwischen 26 und 2 Stunden
Schülerzahlen 2014/2015 im Schuljahr 2014/2015 wurden 385 SchülerInnen in der Hans-Lebrecht-Schule unterrichtet 130 SchülerInnenin in der somatischen Abteilung 255 SchülerInnein in der Abteilung KJPP
Schularten Abteilung KJPP 2014 / 2015 Basisvorlesung 12.11.2015
Schularten Abteilung Somatik 2014 / 2015 ohne Schule Vorschule GMS BVJ,Bfss,BK,.. Sonderschule Werkrealschule Gymnasium Realschule Grundschule 1 3 3 23 10 22 25 25 37
Aufnahme mögliche Kontakte erste Kontakte in der Ambulanz erste Kontakte mit niedergelassenen Praxen Einbeziehung der Klinikschule in das Vorgespräch für den Aufenthalt in der KJPP Vorgespräche mit der Heimatschule
Aufenthalt Netzwerke der Schule für Kranke multiprofessionelles Team der Kliniken Heimatschulen / Kooperationsschulen Jugendamt / Schulsozialarbeit Staatliches Schulamt / ASKO
Multiprofessionelles Team Therapeuten Ärzte Eltern Co- Therapeuten Sozialarbeit Jugendamt Schüler Pflege und Erziehungsdienst therapeutische Einrichtungen Klinikschule Heimatschule
Unterricht / Bezugslehrersystem Unter-, Mittel und Oberstufe Schulleistungsdiagnostik / Schulanamnese Schullaufbahnberatung Schule, wenn nicht Therapie unterstützen / begleiten / fördern / fordern Hauptfächerunterricht / Projekte / Präsentationen Klassenarbeiten / Prüfungen
Spezielle Förderangebote computergestütztes Training kognitiver Funktionen bei psychotischen SchülerInnen LRS-Training / Dyskalkulie-Training SAVE Module bei ADS / ADHS Motivationstraining / Methodentraining Bewerbungstraining
Entlassung Übergabegespräche mit KlassenlehrerIn, BezugslehrerIn, SchülerIn, Eltern und TherapeutIn auf Station oder in der Heimatschule Schulbericht für die Heimatschule / die Eltern / die Patientenakte / die niedergelassenen BehandlerInnen
Nachbetreuung wenn sinnvoll und notwendig Zielvereinbarungen mit Heimatschule für eine zeitlich begrenzte Nachbetreuung Unterrichtsbesuche in der Heimatschule und Gespräche Telefonregelung bei Schulabsentismus telefonisches Kontaktangebot bei Krisen in den Heimatschulen