Packaging Color Management PaC.Space Tutorial Version: 1.0 Lothar Roth Janoschka GmbH David Radtke GMG GmbH & Co. KG Inhalt 1 PaC.Space - Packaging Color Management.................................... 2 1.1 Einleitung............................................................. 2 1.2 PaC.Space Farbraum..................................................... 3 2 PaC.Space.Workflows.................................................... 4 2.1 2.1 Von der Konzeption zum fertigen Proof................................... 4 2.2 PaC.Space als Arbeitsfarbraum............................................. 5 2.3 Erstellung eines Profils auf Basis eines Fingerprints.............................. 6 3 PaC.Space - Colormanagement in Adobe PhotoShop CS / CS2..................... 8 3.1 Vorkonfiguriertes Farbmanagement Set....................................... 8 3.2 Installation der ICC Profile auf dem PC unter Windows........................... 8 3.3 Installation der ICC Profile auf dem Mac unter MacOSX.......................... 8 3.4 Farbmanagement Einstellungen in PhotoShop CS / CS2.......................... 8 4 Arbeiten mit den PaC.Space Farbeinstellungen in PhotoShop..................... 10 4.1 Öffnen und Konvertieren von RGB Bilddaten mit aktivem PaC.Space.csf-Setup........ 10 4.2 Durchführung einer RGB zu CMYK Konvertierung............................. 10 4.3 Öffnen und Konvertieren von CMYK Bilddaten mit aktivem PaC.Space.csf Setup...... 11 4.4 CMYK zu CMYK Konvertierung........................................... 12 4.5 Speichern von Bildern................................................... 13 4.6 Softproof-Einstellungen in PhotoShop....................................... 14 5 Vorteile von Device Link Profilen........................................... 15 5.1 ICC Konvertierung...................................................... 15 5.2 Device Link Profile...................................................... 15 5.3 Konvertierung von Bilddaten oder PDF Dateien................................ 16 5.4 Software zum Erstellung und Verarbeitung von Device Link Profilen................ 17 5.5 Standard Device Link Profile von GMG...................................... 17 1
1 PaC.Space - Packaging Color Management Ein Projekt der ERA PRO Tiefdruck Arbeitsgruppe 1.1 Einleitung Aufgabe der ERA Pro Tiefdruck Arbeitsgruppe war es, einen einheitlichen Farbstandard für den Verpackungstiefdruck zu erarbeiten. Tatsächlich sind Markenartikler, beziehungsweise Design- oder Reproagenturen oft nicht tief genug mit dem Druckprozess, der Druckformherstellung oder anderen Pre-Press Eigenschaften wie beispielsweise Druckfarben, Substrate, Druckmaschinen, Farbräumen etc. vertraut. In den meisten Fällen wird die Repro zu einem Zeitpunkt erstellt, an dem noch nicht feststeht, wo und wie der Job gedruckt wird. Somit müssen die Reprodaten erneut zur Anpassung für die entsprechenden individuellen Druckbedingungen überarbeitet werden. Der dadurch zusätzlich entstehende Zeitund Kostenaufwand ist jedoch nicht nur unnötig, sondern erhöht die Kosten. Anders als beim Offset-Druck gibt es beim Tiefdruck keine Standards im Verpackungsdruck. Der Magazintiefdruck ist weitaus weniger komplex als der Verpackungsdruck, und somit sind dessen Standards nicht übertragbar. Die Zulieferkette in der Verpackungsbranche charakterisiert sich durch eine Vielschichtigkeit an Bedruckstoffen, Farbsystemen, Veredelungsverfahren und eben auch Pre-Press Daten. Damit das Ergebnis im Fortdruck dem des freigegebenen digitalen Proofs entspricht, ist ein sogenannter Fingerprinting Prozess notwendig. Hinter PaC.Space steht die Idee eines allgemeinen Farbraumes für den Verpackungstiefdruck, der eine Schnittstelle von gelieferten Pre-Press Daten zu prozess- oder druckspezifischen Anpassungen ermöglicht. PaC.Space unterstützt CMYK Prozessfarben. PaC.Space stellt sowohl die kolorimetrische Beschreibung dieses Farbraumes als auch Farbprofile zur Farbraumkonvertierung zur Verfügung. Farbprofile stehen sowohl im ICC- als auch im GMG- Standard zur Verfügung. Anhand der vorgegebenen Farbraumcharakterisierung können eigene Lösungen wie z.b. Profile, Device Link Profile etc. geschaffen werden. Alle Konvertierungen sind mit Standardprogrammen möglich. Die Konvertierung von PaC.Space in den druckerspezifischen Farbraum liegt in der Verantwortung des Druckers, Druckformherstellers und der Repro-Agentur. Auch dies ist mit den gleichen Hilfsmitteln wie die Konvertierung der gelieferten Repro-Daten möglich. PaC.Space unterstützt einen Farbraum und Workflow mit Hilfe dessen bereits sehr früh im Design oder Produktionsprozess ein Proof erstellt werden kann, das dem endgültigen Ergebnis sehr nahe kommt. Enttäuschungen auf Kundenseite und Überarbeitung der Repro-Daten gehören somit der Vergangenheit an. Die Bearbeitung der Daten kann ausschließlich in PaC.Space erfolgen, wodurch Kosten und natürlich auch Durchlaufzeiten reduziert werden. Die Qualität und das Vertrauen in die Zulieferkette werden drastisch erhöht. 2
Informationen zu PaC.Space sowie alle kostenfreien Daten, Profile etc. können unter www.cm-pacspace.net sowie www.era.eu.org heruntergeladen werden. Dieses Dokument zeigt in den nächsten Kapiteln wie ein Workflow unter Verwendung des PaC.Space Farbraums ausshen kann. Das PhotoShop Tutorial in Kapitel 3 und 4 zeigt auf, wie die Adobe Photoshop Grundeinstellungen zur Arbeit mit dem PaC.Space Farbraum vorgenommen werden sollten und wie ein Softproof mit dem PaC.Space ICC Profil eingerichtet wird. Kapitel 5 zeigt auf, welche Vorteile Device Link Profile gegenüber normalen ICC Profilen besitzen, wie Device Link Profile hergestellt werden können und welche Standardprofile verfügbar sind. 1.2 PaC.Space Farbraum Der PaC.Space Farbraum charakterisiert einen standardisierten Verpackungstiefdruck CMYK auf weißen gestrichenen Papieren. Der PaC.Space Farbraum ist größer als typische Offset und Publikationstiefdruck Farbräume. Aus diesem Grund sollte die Reproduktion von Bilddaten und Layouts für den CMYK Verpackungstiefdruck im PaC.Space Farbraum durchgeführt werden. Die nachfolgende Grafik zeigt eine zweidimensionale Darstellung des PaC.Space Farbraums verglichen mit ISOcoated v2 (FOGRA39), einem typischen Bogenoffset Farbraum. PaC.Space ISOcoated v2 (Offset) Grafik 1: PaC.Space Farbraum und ISOcoated v2 (FOGRA39) Farbraum 3
Packaging Color Management - PaC.Space Tutorial 2 PaC.Space Workflows 2.1 Von der Konzeption zum fertigen Proof Agentur Produkt Bilddaten (RGB) Repro Konvertierung nach Pac.Space Farbraum mit DeviceLinkProfil oder Photoshop Konzeption Bilddaten en mit eingebundenem PaC.Space Profil (CMYK) Produktaufnahme Materialspezifikation bekannt! Materialspezifikation nicht bekannt! Prozessspezifisches oder generisches Profil wird benutzt um Proof zu erstellen (z.b. Folie mit Weiß, Papier ) Pac.Space Profil wird benutzt um Proof zu erstellen CMYK oder Sonderfarbaufbau Bilddaten ten (CMYK (CMYK) Job (C,P485,Y,K) Job (C,M,Y,K) Ist kein Targetproof vorhanden, kann mit Hilfe von Pac.Space eine Referenz erzeugt werden. Materialspezifikation und Druckerei ist bekannt! Farbliches Ziel ist das Targetproof. Pac.Space Profil wird benutzt um Proof zu erstellen Spezifisches Profil Druckerei A wird benutzt um Proof zu erstellen Spezielles Sonderfarbprofil wird benutzt um das Endproof zu erstellen Endproof Skala Endproof Sonderfarbe Durch den Sonderfarbaufbau wird ein spezielles Profil benötigt. Bilddaten mit eingebundenem Kamera Profil (RGB) A! Prooff = annäherndes Ziel Targetproof! Targetproof Grafik 2: Von der Konzeption zum fertigen Proof Am Anfang einer digitalen Reproduktion von Produkten steht meist eine Aufnahme des Produkts mit einer Kamera. Die daraus enstehenden digitalen Daten werden typischerweise im verlustfreien Format Tiff gesichert. Optimaler Weise sollten diese Daten (RGB) das Profil der Kamera enthalten. Das Kameraprofil beschreibt den Farbraum der genutzten Kamera und hilft bei der späteren Konvertierung in CMYK. Es ist nötig für eine exakte Farbübertragung. Die Konvertierung vom Kamera RGB Farbraum in den PaC.Space CMYK Farbraum findet meist bereits in der Grafikagentur statt, die das Design der Verpackung erstellt. Für die Konvertierung wird häufig Adobe PhotoShop genutzt. Es können jedoch auch sogenannte Device Link Profile verwendet werden. Mit diesen Device Link Profilen lässt sich die Erzeugung der Schwarzseparation häufig umfassender beeinflussen und die Separation führt somit zu einem besseren Ergebnis. Die fertig konvertierten Daten werden für die Freigabe des Designs geprooft. Zum proofen wird das PaC.Space Profil benutzt, da in den meisten Fällen die späteren Materialspezifikationen des Produktionsdrucks nicht bekannt sind. Das Digitalproof nennt sich aus diesem Grund auch "Targetproof" weil das Proof das absolute Ziel und nicht den individuellen Farbraum der Druckerei zeigt. Je nach Druckbedingung wird das absolute Ziel aber eingeschränkt. Aus diesem Grund sind weitere PaC.Space Profile geplant, die zusätzliche grundlegende Druckbedingungen wie z.b. verschiedene Substrate beschreiben. 4
Digitalproofs, die mit dem PaC.Space Profil erzeugt wurden, entsprechen dem Ergebnis des späteren Produktionsdrucks typischerweise dennoch stärker als bei Verwendung von Offset- und Publikations-Tiefdruckprofilen. Der Kunde hat somit bereits während der Designphase die Möglichkeit ein relativ farbverbindliches Proof zu sehen. Der Vorteil des Einsatzes von PaC.Space Profilen schon in der Agentur liegt auf der Hand. Da in der Repro bekannt ist, dass die Bilddaten auf Basis von PaC.Space erstellt wurden, können auch hier die gleichen Profile eingesetzt werden. Somit ist ein nachträgliches Erstellen von fehlenden Targetproofs kein Problem mehr. Auch die Konvertierung in den Farbraum der späteren Druckbedingungen wird einfacher. Das Proof was durch die Simulation der spezifischen Druckbedingungen entsteht, nennt sich Endproof. Das Endproof kann nun farblich optimal an das Targetproof abgestimmt werden. 2.2 PaC.Space als Arbeitsfarbraum Agentur Repro Fertigung Bilddaten mit eingebundenem Der momentane Farbraum ist bekannt und es kann in den Arbeitsfarbraum Pac.Space konvertiert werden. z.b. mit DeviceLink Profilen oder Photoshop Während der Bearbeitungsphase können die spezifischen Profile zum Softproof am Monitor oder Hardproof am Proofer eigesetzt werden. Druckerei A Profil X (CMYK/RGB) Proofing A Spezifisches Profil Druckerei A B Spezifisches Profil Druckerei B... Spezifisches Profil Druckerei... Bilddaten mit eingebundenem Bildbearbeitung Daten Druckerei B PaC.Space Profil A Spezifisches Profil Druckerei A B Spezifisches Profil Druckerei B... Spezifisches Profil Druckerei... Bilddaten ohne angehängtes Profil Da der Ursprung bzw. momentane Farbraum unbekannt ist, wird der Arbeitsfarbraum Pac.Space zugewiesen. Da die Bilddaten auf Basis des PaC.Space Arbeitsfarbraums bearbeitet wurden, können sie einfach mit Hilfe von Farbkonvertierungen in den Farbraum der finalen Druckbedingungen konvertiert werden. Zu empfehlen sind hier sogenannte ColorServer oder DeviceLinkProfile. Druckerei... Grafik 3: Von der Konzeption zum fertigen Proof am Beispiel der Druckerei A Werden von der Agentur Bilddaten, die in einem fremden Farbraum erstellt wurden, geliefert, so wird mit Hilfe von Device Link Profilen oder Photoshop in den PaC.Space Arbeitsfarbraum konvertiert. Hierbei werden die Farbwerte vom Ursprungsfarbraum in den Zielfarbraum umgerechnet. Bei Bilddaten, die ohne Profil geliefert werden, ist nicht bekannt wie diese Daten erstellt wurden. Das Farbraum beschreibende Profil fehlt. Aus diesem Grund wird das PaC.Space Profil zugewiesen. 5
Packaging Color Management - PaC.Space Tutorial Somit werden die Farbwerte in den Bilddaten nicht verändert jedoch wird die Farbigkeit des allgemeinen PaC.Space Farbraums simuliert. In PhotoShop kann während der Bearbeitung ein Softproof eingestellt werden. Da die Bilddaten auf Basis des PaC.Space Arbeitsfarbraums bearbeitet wurden, können sie einfach mit Hilfe von Farbkonvertierungen in den Farbraum der finalen Druckbedingungen konvertiert werden. Zu empfehlen sind hier sogenannte Device Link Profile, die eine Konvertierung ohne Veränderung der Separationscharakteristik erlauben. Am Ende der Bearbeitungsphase werden die spezifischen Profile der entsprechenden Druckerei verwendet um das fertige Produktionsergebnis zu simulieren. Die Simulation kann einerseits durch Softproof am Monitor oder Hardproof am Proofer geschehen. 2.3 Erstellung eines Profils auf Basis eines Fingerprints Repro + Referenzbilder Druckerei A Profilerstellung + Testcharts Kontrollelemente Alle diese Elemente sind für einen Fingerprint zwingend notwendig! Referenzbilder Testcharts Kontrollelemente Beim Druckvorgang ist darauf zu achten, dass alle Einstellungen auf Standartwerte bassieren und dem späteren Produktionsbedingungen entsprechen. Die Testcharts werden eingemessen und ergeben die Charakterisierungsdaten für das Profil. Dichte Farben Druckgeschwindigkeit usw. Die Referenzbilder und Kontrollelemente dienen zur visuellen Kontrolle und manueller Korrektur des Profils. Wichtig sind ebenfalls: korrektes Substrat korrekte Farbreihenfolge usw. A Spezifisches Profil Druckerei A Komplette Fingerprint Testform (CMYK) Die Testform wird je nach Druckverfahren auf Platten oder Zylinder übertragen Fin Fingerprint Contract Proof Grafik 4: Erstellung eines Profils auf Basis eines Fingerprints Der Fingerprint ist der Grundbaustein eines Profils. Unter Fingerprint versteht man die Momentanaufnahme einer bestimmten Druckbedingung. Ein Fingerprint ist Beispielsweise nötig um eine Konvertierung von PaC.Space in den spezifischen Farbraum der Druckerei zu ermöglichen. Bevor jedoch ein Fingerprint zu stande kommt muss eine geeignete Testform erarbeitet werden. Eine Fingerprinttestform sollte immer verschiedenen Referenzbilder, geeignete Testcharts und diverse Kontrollelemente enthalten. Das Erstellen dieser Testform geschieht typischerweise in der 6
Repro. Je nach Druckverfahren wird diese Testform auf entsprechende Tiefdruckzylinder oder Offset-, Flexoplatten übertragen. Die fertigen Druckform wird in der Druckerei, für die der Fingerprint und das spätere Profil erstellt wird, gedruckt. Hierbei ist zu beachten, dass die Druckmaschine entsprechend der späteren Druckbedingungen eingestellt wird, da bei unterschiedlichen Bedingungen andere Druckergebnisse entstehen. Wichtig hierbei sind ebenfalls korrektes Substrat, korrekte Farbreihenfolge und das eventuelle Finishing. Der resultierende Druck der Testform ist der Fingerprint. Die gedruckten Testcharts werden zur messtechnischen Ermittlung der sogenannten Charakterisierungsdaten genutzt. Charakterisierungsdaten beschreiben den Farbraum einer Druckbedingung und sind die Basis für die digitale Erstellung des Profils. Die Referenzbilder und Kontrollelemente dienen des weiteren zur visuellen Kontrolle der Unterschiede zwischen Fingerprint und Digitalproof. Die visuelle Kontrolle ist notwendig um eventuelle Unterschiede mit Hilfe von selektiven Korrekturen im Profil zu verringern oder zu beheben. Durch diese Korrekturen wird ein Digitalproof, welches mit dem Profil geprooft wurde, erst zum Contract Proof. 7
3 PaC.Space - Colormanagement in Adobe PhotoShop CS / CS2 3.1 Vorkonfiguriertes Farbmanagement Set Die ERA stellt ein vordefiniertes PaC.Space Farbmanagement Set für PhotoShop CS / CS2 zur Verfügung. Dieses Set mit dem Namen PaC.Space.csf kann kostenlos von der Homepage der ERA (www.era.org) oder unter www.cm-pacspace.net herunter geladen werden. Dieses Set basiert auf den folgenden ICC Profilen, die ebenfalls kostenlos erhältlich sind: RGB ICC-Profil: ecirgb_v2.icc (www.eci.org) CMYK ICC-Profil: PaC.Space_CMYK_gravure_V1.icc (www.era.org, www.cm-pacspace.net) Anmerkung: Das ecirgb_v2.icc Profil wurde ausgewählt, da es vom Farbraum alle gängigen Druckverfahren harmonisch umfasst. Somit bietet es einen Vorteil gegenüber den gängigen Farbprofilen srgb und AdobeRGB, die nicht für die Bilddatenaufbereitung für Druckprozesse optimiert wurden. Details zum Umgang mit ecirgb_v2.icc können von der Hompepage der ECI (www.eci.org) herunter geladen werden. 3.2 Installation der ICC Profile auf dem PC unter Windows Klicken Sie im Windows Explorer mit der rechten Maustaste auf das gewünschte ICC Profil. Wählen Sie den Menüpunkt Profil installieren. Das ICC Profil kann nun in allen gängigen Applikationen verwendet werden. 3.3 Installation der ICC Profile auf dem Mac unter MacOSX Kopieren Sie die beiden ICC Profile in das Verzeichnis: Macintosh HD -> Library -> ColorSync -> Profiles. Ein Neustart vom Macintosh ist im Anschluß nicht notwendig. 3.4 Farbmanagement Einstellungen in PhotoShop CS / CS2 Starten Sie PhotoShop und öffnen Sie im Menü Bearbeiten die Farbeinstellungen. Klicken Sie auf Laden und wählen Sie das vorkonfigurierte Farbmanagement Einstellungsset PaC.Space.csf. 8
Die Einstellungen sollten nun aussehen wie im nachfogenden Screenshot. Wenn das Einstellungsset PaC.Space.csf nicht zur Verfügung stehen sollte, so können Sie die Einstellungen des Screenshots auch manuell vornehmen. Abbildung 1: Farbeinstellungen in Adobe PhotoShop Diese Farbmanagement-Einstellungen sorgen dafür, dass RGB und CMYK Bilder - auch Bilder mit eingebetteten ICC Profilen - nicht ungefragt in einen anderen Farbraum konvertiert werden. 9
4 Arbeiten mit den PaC.Space Farbeinstellungen in PhotoShop 4.1 Öffnen und Konvertieren von RGB Bilddaten mit aktivem PaC. Space.csf-Setup Öffnen Sie ein RGB Bild. Wenn nun diese RGB Datei ein ICC Profil verwendet, das sich zu dem in den Farbmagement Settings hinterlegten Arbeitsfarbraum unterscheidet, so wählen Sie Eingebettes Profil verwenden. Siehe dazu Abbildung 2. Sollte das Bild keine Profile nutzen, wählen Sie Beibehalten - kein Farbmanagement aus. Abbildung 2: Abweichung vom eingebetteten Profil 4.2 Durchführung einer RGB zu CMYK Konvertierung Im Anschluß - sofern die elektronische Bildverarbeitung in RGB durchgeführt wird - erfolgt die Konvertierung in CMYK PaC.Space. Wählen Sie in PhotoShop-Menü: Bild -> Modus -> In Profil konvertieren... -> Als Konvertierungsoption empfehlen wir die perzeptive Konvertierung mit der Adobe-CMM (Modul). Wählen Sie die Dither verwenden Option ab. In einigen Fällen kann es vorkommen, dass die Priorität Relativ mit Tiefenkompensierung bessere Ergebnisse als die Option Perzeptiv liefert. Dies ist bildabhängig und somit sollte für jedes Bild geprüft werden, welche der beiden Optionen die bessere Farbumsetzung erzeugen kann. 10
Abbildung 3: In CMYK konvertieren 4.3 Öffnen und Konvertieren von CMYK Bilddaten mit aktivem PaC.Space.csf Setup Beim Öffnen von gelieferten Bilddaten aus anderen CMYK Farbräumen wird PhotoShop bei einem Profilkonflikt anfragen, wie konvertiert werden soll. Wählen Sie in diesem Fall die Option Eingebettes Profil verwenden. Siehe dazu Abbildung 4. Abbildung 4: Öffnen-Dialog. Führen Sie im Anschluß an das Öffnen im eingebetteten Farbraum die im Punkt 4.4 vorgeschlagene Konvertierung in PaC.Space durch. Wählen Sie auf keinen Fall eine der beiden anderen Optionen aus. 11
4.4 CMYK zu CMYK Konvertierung Sollten Sie Bilddaten verwenden, die sich bereits in einem CMYK Farbraum befinden und für ein abweichendes Druckverfahren optimiert wurden, empfehlen wir ebenfalls eine Konvertierung. Die Konvertierung kann in PhotoShop mit Hilfe von ICC Profilen durchgeführt werden. Hierbei geht jedoch die in den Bilddaten verwendete (UCR/GCR) Separation verloren und Bildbereiche aus reinem Schwarz werden anschließend farbig aufgebaut. Diese Problematik lässt sich umgehen, indem Bilddaten nicht in PhotoShop sondern in speziellen Colorservern konvertiert werden, die über die Möglichkeit der Verarbeitung von Device Link Profilen verfügen. Eine kurze Zusammenfassung zu diesem Thema ist dem Abschnitt 5 zu entnehmen. Falls in PhotoShop konvertiert werden soll, so wählen Sie im PhotoShop-Menü: Bild -> Modus -> In Profil konvertieren... -> Abbildung 5: Exemplarische CMYK-CMYK-Konvertierung ISOcoated nach PaC.Space Als Konvertierungsoption empfehlen wir die Priorität Relativ mit Tiefenkompensierung mit der Adobe-CMM (Modul). Wählen Sie die Dither verwenden Option ab. 12
4.5 Speichern von Bildern Speichern Sie Ihre Bilddaten wie gewohnt ab. Achten Sie darauf, dass Sie die Option Farbprofil einbetten aktiviert haben. Siehe dazu Abbildung 6. Abbildung 6: Speichern von Bilddaten mit eingebettetem ICC Profil 13
4.6 Softproof-Einstellungen in PhotoShop Für eine optimal simulierte Bildschirmdarstellung vom PaC.Space-Farbraum (Softproof) in Adobe PhotoShop ist die unten aufgeführte Konfiguration notwendig. Bitte führen Sie im Vorfeld eine Monitorkalibrierung und Profilierung entsprechend der Vorgaben des Hardware-Herstellers durch. Wählen Sie anschließend im PhotoShop-Menü: Ansicht -> Proof einrichten -> Eigene... Orientieren Sie sich für die Konfiguration an dem Inhalt der Abbildung 7. Abbildung 7: Softproof einrichten mit Simulation vom Papierton 14
5 Vorteile von Device Link Profilen 5.1 ICC Konvertierung Ein ICC Farbprofil enthält Operationen, die die Beziehung zwischen einem Gerät und einem unabhängigen Farbraum, dem Profile Connection Space (PCS), beschreiben. Ein Farbrechner, Colormanagement Module (CMM) genannt, sorgt für die Umrechnung vom Quell- in den Zielfarbraum mit Hilfe der Farbprofile. Bei einer ICC Konvertierung geschieht also immer folgende Transformation: Gerätefarbraum A wird in den PCS und anschließend in Gerätefarbraum B gewandelt. Abbildung 8: Struktur einer ICC Konvertierung Der Einsatz von ICC Profilen führt bei CMYK zu CMYK Farbraumtransformationen häufig nicht zum gewünschten Ergebnis, da die CMYK Daten des Zielfarbraums über den Konvertierungsfarbraum PCS berechnet werden. Hierbei gehen die Eigenschaften des Schwarzaufbaus - langes bzw. kurzes Schwarz und erster druckender Ton - verloren. Schwarze Texte und Grausstufenbilder werden in CMYK aufgebaut. Vierfarbig aufgebaute Texte und Graustufenbilder würden im Druck schon bei minimalem Passerversatz farbig schillern. Abbildung 9: Passerprobleme nach ICC Konvertierung 5.2 Device Link Profile Device Link Profile sind ein spezielles Profilformat, das im Gegensatz zu ICC, zwei Farbräume direkt miteinander verbindet, ohne den Umweg über den PCS zu gehen. Mit geeigneter Software lassen sich Farbtransformationen als Device Link Profil berechnen und bei Bedarf auch optimieren. Abbildung 10: Struktur einer Device Link Konvertierung Wie vorher aufgezeigt geht der Schwarzkanal bei ICC Konvertierungen verloren und reines Schwarz wird mit Hilfe von CMYK aufgebaut. Dieses Problem lässt sich durch den Einsatz von Device Link Profilen verhindern. Device Link Profile können bei Farbkonvertierungen verschiedene Funktionen haben: 15
Separationserhaltende Farbkonvertierung, zum Beispiel von einem Branchenstandard in einen Hausstandard Separationserhaltende Farbkonvertierung mit Reduktion des Gesamtfarbauftrags Reseparierende Farbkonvertierung mit Erhalt von reinem Schwarz, zum Beispiel zum Harmonisieren verschiedener Separationen in den Daten Reseparierende Farbkonvertierung ohne Schwarzerhalt Abbildung 11: Auf der linken Seite befindet sich die Originaldatei im Farbraum ISOcoated. Rechts neben der Originaldatei ist der zugehörige Schwarzkanal abgebildet. Das dritte Bild von links zeigt den Schwarzkanal nach einer Konvertierung von ISOcoated zu ISOwebcoated mit einem Device Link Profil. Der ursprüngliche Schwarzkanal bleibt erhalten, in den Tiefen wird Schwarz hinzugerechnet um den Gesamtfarbauftrag zu reduzieren. Das rechte Bild zeigt den Schwarzkanal nach der gleichen Konvertierung mit ICC Profilen. 5.3 Konvertierung von Bilddaten oder PDF Dateien Optimalerweise werden zunächst die Bilddaten mit Device Link Profilen konvertiert und anschließend das Layout zusammengestellt. Somit können Bilddaten zunächst resepariert und farbkonvertiert und anschließend im Layout genutzt werden. Alternativ kann auch ein komplettes Layout inklusive der Bilddaten mit Device Link Profilen konvertiert werden, sofern das Layout als PDF Datei vorliegt. Schriften sollten als separate Vektorebene enthalten sein. Grund hierfür ist, dass einige Colorserver Vektor- und Pixeldaten getrennt voneinander konvertieren können. Somit kann zum Beispiel ein Bild im Layout optimal für den Tiefdruckprozess resepariert werden während farbige Schrift auch nach der Konvertierung noch einfarbig ist und nicht resepariert wird. Liegt ein komplettes Layout als Bilddatei vor und dennoch muss eine reseparierende Konvertierung durchgeführt werden, so bleibt lediglich der Einsatz von Device Link Profilen, die teil-reseparierend arbeiten und dennoch den Schwarzkanal erhalten. Diese Profile sind jedoch nur ein Kompromiss aus der Anforderung zu reseparieren und gleichzeitig den Schwarzkanal zu erhalten. Die Stärke der Reseparation ist somit in der Regel geringer als bei der Reseparation auf reiner Bild- bzw. PDF Ebene. 16
5.4 Software zum Erstellung und Verarbeitung von Device Link Profilen Auf dem Markt gibt es mehrere Applikationen zur Erstellung und Verwendung von Device Link Profilen. Diese unterscheiden sich zum Teil deutlich in der resultierenden Qualität und im Automatisierungsgrad. Die folgende Liste zeigt eine Auswahl der verfügbaren Programme. Callas Heidelberg Chromix Xrite Heidelberg GMG ORIS Alwan ColorLogic PDF ColorConvert (nur Anwendung von Device Link Profilen) Prinect Color Editor (nur Anwendung von Device Link Profilen) ColorThink (nur Erstellung von Device Link Profilen) ProfileMaker (nur Erstellung von Device Link Profilen) PrintOpen (nur Erstellungvon von Device Link Profilen) ColorServer (Erstellung und Anwendung von Device Link Profilen) PressMatcher (Erstellung und Anwendung von Device Link Profilen) CMYK Optimizer (Erstellung und Anwendung von Device Link Profilen) CoLiPri (Erstellung und Anwendung von Device Link Profilen) 5.5 Standard Device Link Profile von GMG Die Firma GMG (www.gmgcolor.com) bietet vorgefertigte Device Link Profile zur Konvertierung zum und vom PaC.Space Farbraum an. Diese Profile können im GMG ColorServer zur Farbraumkonvertierung angewendet werden. 5.5.1 Separation von RGB zu CMYK Separation von den Farbräumen AdobeRGB, EciRGB, EciRGBv2, srgb und LstarRGB zum PaC.Space Farbraum. Aufgrund des GMG Gamut Mappings und der in den Profilen hinterlegten Separationen, sollte die weitere Verarbeitung im Vergleich zu einer ICC Konvertierung erleichtert sein. CS_sep_AdobeRGB_PaC.Space_TAC380_V2.mx4 CS_sep_EciRGB_PaC.Space_TAC380_V2.mx4 CS_sep_EciRGBv2_PaC.Space_TAC380_V2.mx4 CS_sep_sRGB_PaC.Space_TAC380_V2.mx4 CS_sep_Lstar_PaC.Space_TAC380_V1.mx4 5.5.2 Konvertierung von ISOcoated (FOGRA27) / ISOcoated v2 (FOGRA39) zu PaC.Space Konvertierung von ISOcoated bzw. ISOcoated v2 Daten zu PaC.Space Standard. Die ISOcoated / ISOcoated v2 Daten werden hierdurch farblich in den Gamut von PaC.Space konvertiert und die Separation wird für den Tiefdruck optimiert (resepariert), der ursprüngliche Schwarzkanal geht verloren. Mit Hilfe dieser Profile können ISOcoated / ISOcoated v2 Offset Daten einfach in PaC.Space konvertiert werden. Die manuelle Optimierung für den Tiefdruck-Druckprozess sollte somit minimiert werden. CS_con_ISO27_Pac.Space_TAC380_ReSep_images_V1.mx4 CS_con_ISO39_Pac.Space_TAC380_ReSep_images_V1.mx4 17
Konvertierung von ISOcoated / ISOcoated v2 Daten zu PaC.Space Standard. Die ISOcoated / ISOcoated v2 Daten werden hierdurch farblich in den Gamut von PaC.Space konvertiert und die Separation wird für den Tiefdruck optimiert, ein Teil der ursprünglichen Separationscharakteristik sowie reines Schwarz bleiben jedoch erhalten. Mit Hilfe dieses Profile können ISOcoated Offset Daten teil-reseparierend in PaC.Space konvertiert werden, ohne dass reines Schwarz (z.b. schwarzer Text) bunt aufgebaut wird. CS_con_ISO27_PaC.Space_TAC380_keepK_images+lineworks_V1.mx4 CS_con_ISO39_PaC.Space_TAC380_keepK_images+lineworks_V1.mx4 Konvertierung von ISOcoated / ISOcoated v2 Daten zu PaC.Space Standard. Die ISOcoated / ISOcoated v2 Daten werden farblich in den Gamut von PaC.Space konvertiert, die ursprüngliche Separationscharakteristik und damit auch der Schwarzkanal bleiben vollständig erhalten. Diese Profile sollte eingesetzt werden, wenn die Separationen in den Daten für den Tiefdruck aufbereitet wurden und im ISOcoated / ISOcoated v2 Farbraum vorliegen. CS_con_ISO27_PaC.Space_keepSep_V1.mx4 CS_con_ISO39_PaC.Space_keepSep_V1.mx4 5.5.3 Konvertierung von PaC.Space zu ISOcoated (FOGRA 27) / ISOcoated v2 (FOGRA39) Konvertierung von PaC.Space in ISOcoated / ISOcoated v2 Daten. Die PaC.Space Daten werden hierdurch farblich in den Gamut von ISOcoated / ISOcoated v2 konvertiert und die Separation wird für den Bogenoffsetdruck optimiert (resepariert), der ursprüngliche Schwarzkanal geht verloren. Mit Hilfe dieser Profile können PaC.Space Tiefdruck Daten einfach in ISOcoated / ISOcoated v2 Offset Daten konvertiert werden. Die manuelle Optimierung für den Offsetdruckprozess sollte somit minimiert werden. CS_con_PaC.Space_ISO27_TAC340_ReSep_images_V1.mx4 CS_con_PaC.Space_ISO39_TAC340_ReSep_images_V1.mx4 Konvertierung von PaC.Space Tiefdruck Daten in ISOcoated / ISOcoated v2 Daten. Die PaC.Space Daten werden hierdurch farblich in den Farbraum von ISOcoated / ISOcoated v2 konvertiert und die Separation wird für den Bogenoffsetdruck optimiert. Ein Teil der ursprünglichen Separationscharakteristik sowie reines Schwarz bleiben jedoch erhalten. Mit Hilfe dieses Profile können PaC.Space Tiefdruckdaten teil-reseparierend in ISOcoated / ISOcoated v2 konvertiert werden, ohne dass reines Schwarz (z.b. schwarzer Text) bunt aufgebaut wird. CS_con_PaC.Space_ISO27_TAC340_keepK_images+lineworks_V1.mx4 CS_con_PaC.Space_ISO39_TAC340_keepK_images+lineworks_V1.mx4 18