Konzeption eines Weblogs als Knowledge Blog Modul 1, Aufgabe 4 Ve Alexandra Gerdes Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung... 2 2 Weblog Definition und Einsatz... 2 3 Ein Weblog als Knowledge Blog... 3 4 Planung... 3 4.1 Bedarfsanalyse Funktion und Motive des Weblogs... 4 4.2 Konzeption... 4 4.2.1 Zielsetzung und Zielgruppe... 4 4.2.2 Inhalte... 6 4.2.3 Struktur und Aufbau... 6 Literaturverzeichnis... 7 1
1 Einleitung Durch einen beruflichen Wechsel bin ich seit kurzem als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich E-Learning-Didaktik an einer Hochschule tätig. In dieser Hochschule soll eine E-Learning-Support-Einheit eingerichtet und eine E-Learning-Strategie aufgebaut werden. Von der Wahl des LMS bis zu den Einsatzmöglichkeiten von E-Learning ist alles offen. Umgesetzt werden soll Bottom-up. Daher ist eine umfassende Kommunikation in alle Richtungen erforderlich. Aus diesem Grund fiel die Wahl eines Weblogkonzeptes, im Rahmen des Modules 1, auf ein Knowledge Blog, das die Informationssammlung, Diskussion, Ideen-Entwicklung und gemeinschaftliche Wissensarbeit fördern soll. 2 Weblog Definition und Einsatz Durch die in den letzten Jahren entstandene Bandbreite an verschiedenen Weblog-Arten finden sich verschiedene Definitionsversuche für den Begriff Weblog. Durch die bestehende Vielfalt der Blogs enthält die Definition von Przepiorka neben der ursprünglichen Bestimmung von Weblogs als Sammlung von Webadressen, keine Festlegung auf die Blog-Inhalte und entsprechend breite Einsatzmöglichkeiten der Blogs sowie die Nennung interaktiver Elemente wie Kommentarfunktion oder Links (2006, S. 14). Weblogs sind danach häufig aktualisierte Webseiten mit Inhalt jeglicher Art, die rückwärts chronologisch sortierte Beiträge enthalten. Weblogs werden unterschiedlich eingesetzt, z. B. als persönliches Tagebuch, als Content-Management-System, für Publikationen, als Linksammlung usw. Autor kann eine einzelne Person oder auch eine Gruppe von Autoren sein. Die Inhalte sind überwiegend mit anderen Webseiten verlinkt, dem Leser wird in der Regel die Kommentierung der Inhalte ermöglicht. Die Webseiten werden mit Weblog-Software (CMS-Software) erstellt, damit beschränkt sich die Arbeit des Anwenders weitgehend auf das Verfassen der Beiträge. Die Software erzeugt beim Publizieren den neuen Beitrag als HTML auf der Webseite, die bisherigen Artikel rücken nach unten (Röll, 2005). Der Begriff Weblog ist abgeleitet von Web und Logbuch. Als erster Verwender dieser Bezeichnung gilt Jorn Barger 1997, der damit eine Webseite betitelte, auf der ein User einen Blog betreibt, in dem er für sich interessante Internet- Seiten aufnimmt (Blood, 2004, S. 54). Da die Einträge in den Weblogs größtenteils kommentierbar sind und Verlinkungen gesetzt werden, beispielsweise zu anderen Weblogs, wird ein Kommunikationsnetz der Blogger geschaffen (Pullich, 2007, S. 7). Daher können Weblogs auch in die Kategorie Social Software eingeordnet werden 2
(Przepiorka, 2006, S. 15). Das charakteristische an Weblogs ist die Bindung der Inhalte an die Persönlichkeit des Bloggers, d. h. subjektive Ansichten werden publiziert und reflektiert, die persönliche Entwicklung des Autors wird sichtbar, interpersonale Kommunikation wird gefördert. Schmidt (2006, S. 172) deutet Weblogs entsprechend als Instrument des Identitäts-, Informations- und Beziehungsmanagements, das in unterschiedlichen Situationen eingesetzt werden kann. Abgesehen von persönlichen Online-Journalen werden Weblogs auch in Organisationen eingesetzt, beispielsweise als Produkt-Blog oder Kampagnen-Blog oder in journalistischen Bereichen (Schmidt, 2006). Pullich (2007, S. 8) stellt die Nutzung von Weblogs im Kontext von Wissensarbeit, formellen und informellen Lernsituationen als vierten Bereich gesondert heraus, dieser wurde von Schmidt (2006) unter Organisationskommunikation eingeordnete. Hierunter fällt auch das nachfolgend näher beschriebene Knowledge Blog, einem persönlichen, von Wissensarbeitern geführten Weblog (Röll, 2006). 3 Ein Weblog als Knowledge Blog Knowledge Blogs sind persönliche Weblogs, die von einem oder mehreren Wissensarbeitern geführt werden, z. B. in einem Intranet einer Organisation oder auch für die Öffentlichkeit zugänglich im Internet (Röll, 2006, S. 98). Knowledge Blogs unterstützen bei der Informationsaufnahme, -speicherung und weitergabe, ermöglichen die Publikation informeller, persönlicher Erfahrungen, erleichtern das Auffinden verschiedener Wissensträger und deren Kooperation und fördern dementsprechend auch die Netzwerkbildung (S. 109). Die Stärke des Werkzeuges Knowledge Blog liegt in seinen vielfältigen Möglichkeiten bei einfacher Anwendung. Beispielsweise als elektronischer Zettelkasten, in dem Informationen aus unterschiedlichsten Quellen aufgenommen, gestaltet und mit Annotationen versehen werden können, als Reflexions- und Kommunikationsmedium oder zur Bildung von Netzwerken (S. 98-100). Genau diese Blogform bietet sich für das einleitend beschriebene Vorhaben an, welches im folgenden Abschnitt Planung vertieft dargestellt wird. 4 Planung Die Planung folgt den Verfahrensschritten des Instructional Design, hier werden einleitend die Bedarfsanalyse und die Konzeption dargestellt: 3
4.1 Bedarfsanalyse Funktion und Motive des Weblogs Der erste Schritt, zur Gestaltung einer Lernumgebung, ist die Bedarfsanalyse. Diese soll klären, welcher Lernbedarf erfüllt werden soll. Die genaue Beschreibung ist die Basis für die Bestimmung der Lehr-/Lernziele (Reinmann, 2010, S. 39). Die Zielsetzung, die mit dem Einsatz des Weblogs als Knowledge Blog verfolgt werden soll, ist das Lösen von komplexen Problemen im Kontext der Einrichtung einer E-Learning-Service-Stelle an einer Hochschule. Konkret soll der Knowledge Blog mich als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich E-Learning dabei unterstützen adäquate Informationen zu suchen, zu sammeln, zu sortieren und diese mit anderen Interessierten zu diskutieren, daraus Konzepte und Strategien zu entwickeln, diese umzusetzen, zu evaluieren und wieder zu diskutieren. Der Blog soll die Vernetzung mit Wissensarbeitern aus ähnlichen Bereichen ermöglichen, meine Arbeit für die Hochschule transparent machen und ggf. zur späteren Evaluation meiner Vorgehensweise herangezogen werden können. 4.2 Konzeption Im Rahmen der Konzeption müssen die Lehr-/Lernziele möglichst so beschrieben werden, dass diese überprüft werden können (Reinmann, 2010, S. 39). Da die Lehrziele bzw. Lernergebnisse durch die Komplexität der Aufgabe nicht direkt überprüft werden können, werden die notwendigen Tätigkeiten von Wissensarbeitern mit den Möglichkeiten des Werkzeuges Knowledge Blog im Folgenden in Zusammenhang gesetzt. 4.2.1 Zielsetzung und Zielgruppe Die in der Bedarfsanalyse festgestellte Funktion des geplanten Blogs, nämlich die Unterstützung bei der Wissensarbeit im Kontext des Aufbaues einer E-Learning-Service- Stelle, führte zur Benennung konkreter Tätigkeiten, wie beispielsweise Informationen zu suchen und zu finden. Die folgende Tabelle gibt einen Gesamtüberblick über die Aktivitäten von Wissensarbeitern. Tabelle 1: Aktivitäten von Wissensarbeitern nach Röll (2006, S. 97) auf Grundlage von Efimova (2004) Aktivitäten von Wissensarbeitern (Kodifizierte) Informationen suchen und finden Persönliche Informationen organisieren (PIM) Information verstehen und einordnen Bedeutungen aushandeln 4
Ideen entwickeln Ein persönliches Netzwerk aufbauen und pflegen In Gemeinschaften zusammenarbeiten Durch den Knowledge Blog soll ein Pool an Informationen geschaffen werden, welcher die Mitglieder der Hochschule, als auch externe Interessierte, schnell und übersichtlich über den erarbeiteten Informationsstand informiert. Die Ausgabe von Informationen soll auch den Eingang von Informationen generieren, dadurch dass die Leser des Blogs den genauen Informationsstand des Autors kennen und so zielgerichtet Informationen liefern können (Röll, 2006, S. 101). Der Blog soll genutzt werden, um Informationen zu speichern und zu annotieren, die aus dem World Wide Web, aus dem Intranet, aus E-Mails usw. stammen. Verlinkungen mit anderen Informationsartefakten des Themenbereiches, wie Webseiten oder Dokumente, sollen den schnellen Anschluss an neue Themen ermöglichen. Kommentare oder Zitate sollen so zu persönlichen Informationsartefakten werden, auf die sich in der weiteren Arbeit bezogen werden kann (S. 98-99). Durch das Aufschreiben der Informationen und Erfahrungen sollen diese interpretiert und reflektiert werden, eine persönliche Wissenssammlung soll entstehen. Das Knowledge Blog ist entsprechend Reflexionsmedium für den/die Autoren, wie auch für die an den Diskussionen Beteiligten. Leser sollen die Möglichkeit haben durch Kommentare oder per Mail neue Informationen zu liefern, Fehler aufzudecken, ihre eigenen Erfahrungen mitzuteilen, Fragen zu beantworten oder zu stellen (S. 99). Der Blog soll den Diskurs ermöglichen, um Begriffe und ihre Bedeutung zu klären oder die Wichtigkeit von Themen und Informationen zu diskutieren. Ebenso sollen Ideen entwickelt werden, die diskutiert, gemeinsam ausgebaut oder ggf. auch verworfen werden können (S. 102). Durch die Archivfunktion sollen die Aushandlungsprozesse auch später verfügbar bleiben. Mit Hilfe des Blogs soll ein persönliches Netzwerk von Kollegen und anderen Interessierten aufgebaut und gepflegt werden, die Möglichkeit des Anschlusses an eine Community soll gegeben sein. Die Zielgruppe umfasst entsprechend dieser Ausführungen die Mitarbeiter der Hochschule und alle am Themenbereich E-Learning Interessierten. Das Motiv für den Knowledge Blog ist die persönliche und gemeinschaftliche Generierung von Wissen zum Aufbau der E- Learning-Servicestelle. Der Blog hat neben der beruflichen auch persönliche Funktionsweisen, durch die Publikation der eigenen Meinung, die Verarbeitung der eigenen Erfahrungen, die Entwicklung von Ideen und Gedanken beim Schreiben. 5
4.2.2 Inhalte Die Inhalte des geplanten Blogs sollen so vielfältig werden, wie die Aufgaben innerhalb der Einrichtung einer E-Learning-Servicestelle sind. Dazu gehören Diskussionen über ein geeignetes LMS, eigene Erfahrungsberichte im Kontext der Aufgabe, Informationen über neue Tools, über Methoden oder über Gedanken zu in der Entwicklung befindlichen Konzepten. Dabei sollen zu textlastige Publikationen vermieden werden. Die Leser sollen über interessante oder amüsante Artikel-Überschriften zum Lesen motiviert werden. Insbesondere Informationen zu Methoden oder Tools sollen einen anregenden Charakter haben, jedoch nicht bis ins Detail erörtert werden. Die Leser sollen durch den persönlichen Charakter des Blogs, die Publikationen persönlicher Erfahrungen und kurzer Tipps in kurzweiligem Schreibstil als dauerhafte Leser und Kommunikationpartner gewonnen werden. 4.2.3 Struktur und Aufbau Das Layout des Weblogs soll eher minimalistisch sein. Es sollen möglichst nur zwei Spalten eingerichtet werden. Eine mittig und breit, für die umgekehrt chronologischen Beiträge. Die Beitragsstruktur soll immer gleich sein: Ein Artikel-Symbol, die Überschrift fett gedruckt, drei Zeilen des Textes, eine Leerzeile, darunter der Weiterlesen-Link. Datum und Name des Autors wird angegeben. Eine schmale Spalte für Kalender, Posts, Skype Online Status, Schlagwörter, Kategorien, Blogroll und eine Suchfunktion. Zusätzlich zur Kommentarfunktion soll durch Trackbacks die wechselseitige Verlinkung mit Weblogs ähnlicher Themen ermöglicht werden, um die Interaktion zwischen Autor und Lesern zu fördern (Bastiaens et al., 2010, S. 47). Außerdem soll RSS-Feed angeboten werden. Obgleich Wert auf eine ruhige Oberfläche gelegt wird, sollen keine Medien ausgeschlossen werden: Insofern Grafiken, Animationen, Audio oder Videos für einen fachlichen oder persönlichen Informationstransport notwendig sind, sollen diese genutzt werden. Die Nutzerfreundlichkeit soll durch eine klare und sehr einfache Struktur gewährleistet werden, damit auch weniger versierte User sich in der Struktur zurechtfinden und die Gestaltung der Beiträge als lesefreundlich empfinden. Es sollen keine weiteren Untergliederungen der Weblogthemen eingerichtet werden. Im Groben ist der Blog Simons Systemische Kehrwoche Vorbild. 6
Literaturverzeichnis Bastiaens, T. J., Schrader, C., & Deimann, M. (2010). Lehren und Lernen in der Wissensgesellschaft (Hochschulskript 33080). FernUniversität in Hagen, Hagen. Blood, R. How blogging software reshapes the online community. In Communikations of the ACM (pp. 53 55). Efimova, L. (2004). Discovering the iceberg of knowledge work: A weblog case. Retrieved from https://doc.telin.nl/dsweb/get/document-34786/ Hohenstein, A., & Wilbers, K. (Eds.). (2002). Handbuch E-Learning: Expertenwissen aus Wissenschaft und Praxis - Strategien, Instrumente, Fallstudien. Köln: Dt. Wirtschaftsdienst. Picot, A. (Ed.). (2006). Weblogs professionell: Grundlagen, Konzepte und Praxis im unternehmerischen Umfeld (1st ed.). Heidelberg: Dpunkt. Verl. Przepiorka, S. (2006). Weblogs, Wikis und die dritte Dimension. In A. Picot (Ed.), Weblogs professionell. Grundlagen, Konzepte und Praxis im unternehmerischen Umfeld (1st ed., pp. 13 27). Heidelberg: Dpunkt. Verl. Pullich, L. (2007). Weblogs als Lernjournale. Kommunikation und Reflexion mit Weblogs im Rahmen akademischer Abschlussarbeiten: In: IfBM.Impuls Schriftenreihe des Instituts für Bildungswissenschaft und Medienforschung. Retrieved from http://ifbm.fernuni-hagen.de/ifbmimpuls/beitraege/2007-03-weblogs-als-lernjournale/ Reinmann, G. (2010). Instructional Design (Hochschulskript 33082). FernUniversität in Hagen, Hagen. Röll, M. (2005). Corporate E-Learning mit Weblogs und RSS. In A. Hohenstein & K. Wilbers (Eds.), Handbuch E-Learning. Expertenwissen aus Wissenschaft und Praxis - Strategien, Instrumente, Fallstudien (pp. 1 20). Köln: Dt. Wirtschaftsdienst. Röll, M. (2006). Knowledge Blogs: Persönliche Weblogs im Intranet als Werkzeuge im Wissensmanagement. In A. Picot (Ed.), Weblogs professionell. Grundlagen, Konzepte und Praxis im unternehmerischen Umfeld (1st ed., pp. 95 110). Heidelberg: Dpunkt. Verl. Schmidt, J. (2006). Weblogs: Eine kommunikationssoziologische Studie. Konstanz: UVK 7