Präventionsleitlinie des Sachgebietes Hautschutz im Fachausschuss Persönliche Schutzausrüstungen bei der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung Präventionsleitlinie Systematische Kennzeichnung von Hautschutzmitteln/Verpackungen; Standardexpositionen, Standardsubstanzen, Symbole März 2008 Fachausschuss Persönliche Schutzausrüstungen der DGUV www.dguv.de/psa
Impressum: Herausgeber, Layout und Gestaltung: Fachausschuss Persönliche Schutzausrüstungen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) Albrechtstraße 10 c 10117 Berlin www.dguv.de/psa Fachausschuss Persönliche Schutzausrüstungen der DGUV 03/2008
Inhaltsverzeichnis 1. Anwendungsbereich und Zielrichtungen 2. Erläuterungen zur Kennzeichnung gemäß der Allgemeinen Präventionsleitlinie Hautschutz 3. Piktogramm für Hautschutzmittel 4. Bedeutung der Kennziffern 5. Kennzeichnungsbeispiel
1. Anwendungsbereich und Zielrichtungen Diese Präventionsleitlinie ergänzt die Ausführungen zur Kennzeichnung in der Allgemeinen Präventionsleitlinie Hautschutz. Sie stellt den Stand des Wissens des Sachgebietes Hautschutz im Fachausschuss Persönliche Schutzausrüstungen dar und richtet sich an Unternehmer, Versicherte und alle mit betrieblichem Hautschutz befasste Personen. 2. Erläuterungen zur Kennzeichnung in der Allgemeinen Präventionsleitlinie Hautschutz Hinsichtlich der Kennzeichnung von Hautschutzmitteln sagt die Allgemeine Präventionsleitlinie Hautschutz im Abschnitt 4.2 Kennzeichnung folgendes aus: Kennzeichnung Für die bestimmungsgemäße Verwendung ist es erforderlich, dass Hautschutzmittel als solche eindeutig gekennzeichnet sind, Hautschutzmittel müssen eindeutig und leicht erkennbar von Hautreinigungsmitteln oder Hautpflegemitteln zu unterscheiden sein. Eine Kennzeichnung von Hautschutzmitteln mit einem Piktogramm, das diesen Zweck erfüllt, ist in der Präventionsleitlinie Systematische Kennzeichnung von Hautschutzmitteln/- verpackungen; Standardexpositionen, Standardsubstanzen, Symbole aufgeführt. Hautschutzmittel für unterschiedliche Einsatzgebiete so gekennzeichnet sind, dass sie leicht unterschieden werden können. Unterscheidungsprobleme können z. B. an benachbarten Arbeitsplätzen mit unterschiedlichen Expositionen oder an Ausgabestellen auftreten. Die Ziffern mit der Zuordnung zu den Einsatzgebieten sind hierbei eine Hilfestellung. Sie erleichtern darüber hinaus eine Kontrolle. (siehe Präventionsleitlinie Systematische Kennzeichnung von Hautschutzmitteln/- verpackungen; Standardexpositionen, Standardsubstanzen, Symbole )
3. Piktogramm für Hautschutzmittel Das in Abbildung 1 dargestellte Piktogramm für Hautschutzmittel ist entsprechend den Regelungen für Gebotszeichen gestaltet und soll u.a. dazu dienen, Arbeitsplätze zu kennzeichnen, an denen die Notwendigkeit besteht, geeignete Hautschutzmittel zu benutzen. Geeignet sind nur Hautschutzmittel, die als solche ausgelobt sind und für die ein Wirksamkeitsnachweis nach einem dafür etablierten Testverfahren erbracht wurde. Verpackungen von Hautschutzmitteln sollten deshalb zusätzlich zu diesem Piktogramm mit einer oder ggf. mehreren Kennziffern beschriftet sein (siehe Abbildung 2), wodurch die Eignung für den konkreten Arbeitsplatz ersichtlich ist. Bei Tuben sollte diese Kennzeichnung am oberen Tubenrand /- Schulter erfolgen, um eine Erkennbarkeit möglichst lange zu erhalten. Abbildung 1: Piktogramm für Hautschutzmittel
4 Bedeutung der Kennziffern Kennziffer Exposition Prüfung mit Kennzeichnung des Hautschutzmittels Piktogramm/Kennziffer *6) Physikalische Einwirkungen 01 Inkohärente opt. Strahlung UVB, UVA Hautschutzpiktogramm / 01 02 Schmutz Standardschmutz *5) Hautschutzpiktogramm / 02 03 Nässe / Okklusion Okklusion Hautschutzpiktogramm / 03 04-10 nicht belegt Chemische Einwirkungen 11 Verdünnte wässrige Lösung einer Säure Essigsäure Hautschutzpiktogramm / 11 (ohne spez. Wirkung wie Flusssäure) 12 Verdünnte wässrige Lösung einer Lauge NaOH Hautschutzpiktogramm / 12 13 Verdünnte wässrige Lösung eines Tensids Natriumlaurylsulfat Hautschutzpiktogramm / 13 14-15 nicht belegt 16 Wenig polare org. Verbindung Hautschutzpiktogramm / 16 17 Lipophiler Stoff I (aliphat.) Oktan Hautschutzpiktogramm / 17 18 Lipophiler Stoff II (aromat.) Cumol Hautschutzpiktogramm / 18 19-20 nicht belegt Wichtige Produktgruppen 21 Kühlschmierstoffgruppe 1 Testrezeptur 1 *1) Hautschutzpiktogramm / 21 22 Kühlschmierstoffgruppe 2 Testrezeptur 2 *2) Hautschutzpiktogramm / 22 23 Kühlschmierstoffgruppe 3 Testrezeptur 3 *3) Hautschutzpiktogramm / 23 24 Kühlschmierstoffgruppe 4 Testrezeptur 4 *4) Hautschutzpiktogramm / 24 25 ff nicht belegt Erläuterungen *1) Kühlschmierstofftestrezeptur 1: nichtwassermischbarer KSS auf Mineralölbasis *2) Kühlschmierstofftestrezeptur 2: nichtwassermischbarer KSS auf Esterölbasis *3) Kühlschmierstofftestrezeptur 3: wassermischbarer KSS auf Mineralölbasis *4) Kühlschmierstofftestrezeptur 4 wassermischbarer KSS vollsynthetisch, mineralölfrei *5) Rezeptur Standardschmutz: Paraffinum liquidum 54,00 % Vaseline 18,10 % Graphit 3,60 % Adeps cera (Bienenwachs) 18,10 % Flammruß 5,40 % Eisen(III)oxid 0,80 % *6) Hautschutzpiktogramm siehe Abschnitt 3, Abb.1
5 Kennzeichnungsbeispiel Abbildung 2: Beispiel für ein gekennzeichnetes Hautschutzmittel (Piktogramm/Kennziffer) Die Kennziffer 02 bedeutet, dass vom Hersteller oder dem Inverkehrbringer die Wirksamkeit bei Einwirkung durch Schmutz bestätigt wird.