Genossenschaften modern interpretiert



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Transkript:

Genossenschaften modern interpretiert Institut für Genossenschaftswesen Universität Münster 1/17

www.ifg-muenster.de 2/28

Agenda 1 Aktuelle Herausforderungen 2 Modern interpretiert: Geschäftsmodell 3 Modern interpretiert: Werte 4 Modern interpretiert: Erfolgsfaktoren 5 Aktuelle Perspektiven 3/28

Agenda 1 Aktuelle Herausforderungen 2 Modern interpretiert: Geschäftsmodell 3 Modern interpretiert: Werte 4 Modern interpretiert: Erfolgsfaktoren 5 Aktuelle Perspektiven 4/28

Ausgangssituation Wohnungsgenossenschaften müssen sich heute in einem starken Wettbewerb bewähren. Sie unterscheiden sich nicht in den Anforderungen, sondern mit ihren strategischen und organisatorischen Antworten von anderen Wohnungsunternehmen. 5/28

Voraussetzungen für Wettbewerbsfähigkeit Optimierung der Wertschöpfungskette Wirtschaftliche Größe Komplementäres Individualisierte Lösungen Wettbewerbsfähigkeit von Organisationen Dauerbeziehungen Klare Identität 6/28

Agenda 1 Aktuelle Herausforderungen 2 Modern interpretiert: Geschäftsmodell 3 Modern interpretiert: Werte 4 Modern interpretiert: Erfolgsfaktoren 5 Aktuelle Perspektiven 7/28

Genossenschaftliche Antwort Effizienz, Zentralität Größe erreichen Voneinander lernen Innovationen schaffen Risiken senken Vielfalt ermöglichen Verankerung, Dezentralität Individualisierte Lösungen: Erfahrungen Informationsvorteile: Kommunikation Bindungsvorteile: Verlässlichkeit Entscheidungsvorteile: Verantwortung Lokale Verankerung: Nähe, Vertrauen, Kontrolle Wettbewerbsvorteile durch Kombination Netzwerke - Genossenschaften Modernes Geschäftsmodell 8/28

Seine oft nicht bekannten Vorteile Genossenschaften modern interpretiert ermöglichen die Kombination unterschiedlicher Stärken ermöglichen eine Langfriststrategie und Kontinuität ermöglichen gemeinsamen Erfolg im einzelwirtschaftlichen Interesse von Menschen ermöglichen zukunftsorientierte Weichenstellungen trotz vorhandener Konfliktfelder aus eigener Kraft ermöglichen gesellschaftliche Verantwortung durch wirtschaftlichen Erfolg wenn ihre Erfolgsbedingungen berücksichtigt werden. 9/28

Genossenschaftliche Zusammenarbeit erfolgt nicht aus Altruismus erfolgt nicht, um den ökonomischen Gesetzen zu entgehen erfolgt nicht, um wirtschaftlich erfolglos zu bleiben s o n d e r n weil eine Kooperationsrente, ein Kooperationsplus, entsteht wenn einzelwirtschaftliche Ziele besser erreicht werden können als alleine beim Vorliegen von Nettovorteilen 10/28

Agenda 1 Aktuelle Herausforderungen 2 Modern interpretiert: Geschäftsmodell 3 Modern interpretiert: Werte 4 Modern interpretiert: Erfolgsfaktoren 5 Aktuelle Perspektiven 11/28

Erwartungen und Wünsche Menschen erwarten von Unternehmen Kompetenz, Verantwortung Sicherheit, Stabilität Langfristigkeit, Nachhaltigkeit Vertrauen, Verlässlichkeit Nähe, Transparenz, Kontrolle 12/28

Repräsentative IfG-GfK-Umfrage I: Langfristige Orientierung Genossenschaften verfolgen langfristige Strategien. 60,0 50,0 40,0 30,0 20,0 Alle Befragten Genossenschaftsmitglieder 10,0 0,0 finde ich sehr gut finde ich gut egal finde ich schlecht finde ich sehr schlecht Hohe Akzeptanz von Langfristigkeit in der Bevölkerung und insbesondere bei Genossenschaftsmitgliedern Quelle: IfG (2011) 13/28

Repräsentative IfG-GfK-Umfrage II: Mitgliedschaft Genossenschaften heben sich durch das Angebot der Mitgliedschaft von anderen Organisationsformen ab. 50,0 40,0 30,0 20,0 Alle Befragten Genossenschaftsmitglieder 10,0 0,0 finde ich sehr gut finde ich gut egal finde ich schlecht finde ich sehr schlecht Hohe Akzeptanz der Mitgliedschaft in der Bevölkerung und insbesondere bei Genossenschaftsmitgliedern Quelle: IfG (2011) 14/28

Repräsentative IfG-GfK-Umfrage III: Vertrauenswürdigkeit Einschätzung: Genossenschaften sollten vertrauenswürdig sein bzw. sind vertrauenswürdig 60 50 40 30 20 Idealfallvorstellung Reale Einschätzung 10 0 vertrauenswürdig nicht vertrauenswürdig Menschen wünschen vertrauenswürdige Genossenschaften Quelle: IfG (2011) 15/28

Repräsentative IfG-GfK-Umfrage IV: Zuverlässigkeit Einschätzung: Genossenschaften sollten zuverlässig sein bzw. sind zuverlässig 60 50 40 30 20 Idealfallvorstellung Reale Einschätzung 10 0 zuverlässig nicht zuverlässig Menschen wünschen zuverlässige Genossenschaften Quelle: IfG (2011) 16/28

Repräsentative IfG-GfK-Umfrage V: Stabilität Einschätzung: Genossenschaften sollten stabil sein bzw. sind stabil 60 50 40 30 20 Idealfallvorstellung Reale Einschätzung 10 0 stabil nicht stabil Menschen wünschen stabile Genossenschaften Quelle: IfG (2011) 17/28

Agenda 1 Aktuelle Herausforderungen 2 Modern interpretiert: Geschäftsmodell 3 Modern interpretiert: Werte 4 Modern interpretiert: Erfolgsfaktoren 5 Aktuelle Perspektiven 18/28

Erfolgsfaktor 1 Das Ganze sehen! Die Genossenschaft verstehen! 19/28

Erfolgsfaktor 2 Konfliktfelder existieren Lähmung und Vergeudung von Energie und Werten Latente Konfliktfelder Kraftfeld Als Netzwerklogik verstehen und als Wettbewerbsvorteil entwickeln. Als genossenschaftliche Energie nutzen! 20/28

Erfolgsfaktor 3 Mitglieder sind mehr als Mieter Zufriedenheit von Mietern Identifikation von Eigentümern Leistung Unternehmen Unternehmenserfolg Identifikationspotential nutzen! 21/28

Zufriedenheit von Mietern Wie zufrieden sind Sie mit der Wohnung? (Skala 0-10) Quelle: SOEP v26 (2010) 22/28

Managementaufgabe 4 Informieren und kommunizieren Informations- und Kommunikationsstrukturen optimieren Dezentrales Wissen verfügbar machen Informationen über Strategie und Vision verbreiten Geeignet Mandatsträger finden Genossenschaftliche Besonderheiten kommunizieren (Mitarbeiter, Mieter, Mitglieder) Transparenz und Kommunikation wirken positiv auf den wirtschaftlichen Erfolg 23/28

Erfolgsfaktor 5 Wettbewerb legt Kooperationen nahe Wohnungsgenossenschaften als Partner Dienstleister als Partner Öffentliche Organisationen als Partner Die richtigen Partner finden! 24/28

Managementaufgabe 6 Im Wettbewerbsprozess kann Wandel nicht ausbleiben Flexibilität Wirtschaftlicher Erfolg Entwicklung Stabilität Nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit 25/28

Agenda 1 Aktuelle Herausforderungen 2 Modern interpretiert: Geschäftsmodell 3 Modern interpretiert: Werte 4 Modern interpretiert: Erfolgsfaktoren 5 Aktuelle Perspektiven 26/28

Genossenschaften modern interpretiert Werte Lokale Verankerung Selbsthilfe Gesellschaftliche Verantwortung Nachhaltigkeit Keine isolierte Gewinnmaximierung Spezielle Eigentümerkontrolle Strategische Orientierung MemberValue Geschäftsmodell Erfolgsfaktoren Netzwerk mit arbeitsteilig organisierter Struktur zur Nutzung von Größen- und Kompetenzvorteilen Konsistenz Logik Identifikation Transparenz Partner Anpassung 27/28

Perspektiven Erfolgreiche Vergangenheit Gute Weichenstellungen! Wettbewerbsfähigkeit 28/28