Frank Huss, Eberhard Ludwig



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Transkript:

Frank Huss Eberhard Ludwig Der schwäbische Sonnenkönig 2008, 288 Seiten, gebunden, Farb- und SW-Abbildungen 24,80 ; 43,50 sfr ISBN: 978-3-938047-35-4 Inhalt: Heilbronner Stimme, 23.9.2008 Ludwigsburger Kreiszeitung, 27.5.2008 Stuttgarter Nachrichten Marbacher Zeitung, 12.6.2008 Stuttgarter Nachrichten, 12.11.2008 Schwäbische Heimat, 2009/1 Der Sonntag, 19.4.2009 Heilbronner Stimme, 23.9.2008 Schwäbischer Sonnenkönig Die Jagd, das Militär und der höfische Prunk waren die liebsten Steckenpferde von Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg (1676-1733). Der lupenreine absolutistische Herrscher, der mit Schloss Ludwigsburg eine der bedeutendsten Schlossanlagen Deutschlands bauen ließ, gehört in der Genealogie der Württemberger nicht unbedingt zu den beliebtesten, aber zu den spannendsten Fürsten. Frank Huss stellt ihn in seiner Biographie Eberhard Ludwig in einen kulturgeschichtlichen Zusammenhang, in dem entsprechend das höfische Leben in Stuttgart eine zentrale Rolle spielt. Und Huss scheut sich zu Recht nicht, ihn in seiner Bedeutung auf eine Stufe mit Carl Eugen zu stellen. gro Casimir Katz Verlag Gernsbach 1

Ludwigsburger Kreiszeitung, 27.5.2008 Von den Marotten eines barocken Herrschers Frank Huss' neues Buch erzählt von Herzog Eberhard Ludwig Von Dominic Possoch Eigentlich ist Frank Huss Lehrer. Er selbst sieht sich jedoch in erster Linie als Historiker. Seit Kindertagen interessiert ihn das Treiben an barocken Fürstenhöfen. Jetzt ist seine Biografie vom württembergischen Herzog Eberhard Ludwig erschienen. "Mein Vater hat mir als Kind Immer Geschichten von Grafen und Rittern erzählt", erinnert sich der Historiker Frank Huss an seine Jugendzeit in Großbottwar. Da sei es kein Wunder, dass er schon damals ein Faible für Geschichte hatte. Schließlich sei das Bottwartal auch ein historischer Ort; allein mit seinen drei Burgen. Jugendzeit in Großbottwar Der 1971 in Marbach geborene Frank Huss lebte bis 1981 in Großbottwar und zog dann mit seinen Eltern nach Kärnten. Später studierte er in Wien am Konservatorium Schlagzeug, an der Hochschule für Musik Musikpädagogik und an der Universität Wien Musikwissenschaft, Germanistik und Geschichte. Heute lebt er in Wien und unterrichtet an einem Gymnasium. Seine Familie aber lebt im Kreis Ludwigsburg. Drei- oder viermal im Jahr besucht er sie. In diesem Jahr ist sein Buch "Eberhard Ludwig - der schwäbische Sonnenkönig" erschienen. Von allen Herzögen Württembergs fasziniert Huss besonders Eberhard Ludwig. Er sei ein "Mann mit Visionen und Tatkraft gewesen, weit entfernt von der Engstirnigkeit seiner Zeit. Ähnlich wie der französische Sonnenkönig Ludwig XIV. wollte er das Land erneuern. So brachte Eberhard Ludwig den Absolutismus nach Württemberg und ließ das Residenzschloss Ludwigsburg bauen als Zeichen des Prunk und Pomp. Die Idee einer Biografîe über den württembergischen Herzog hatte Huss schon lange gehabt und mit dem Casimir-Katz-Verlag hat er jemanden gefunden, der ihm diesen Traum ermöglichte. Und es ist nicht das erste Buch. Huss hat bereits fünf Bücher veröffentlich. Veröffentlichen könnte er jedoch erheblich mehr. "In meiner Schublade liegen noch viele Manuskripte." Bei seinem Werk interessiert Huss weniger der politische Aspekt, sondern das kulturgeschichtliche Geschehen, das Treiben am barocken Hof, die Marotten des absolutistischen Herrschers. In seinem Buch finden sich zahlreiche Anekdoten des jagdliebenden Herzogs Eberhard Ludwig. Die Affäre Grävenitz wird dabei ebenso wenig ausgelassen wie die Einzelheiten von höfischen Karnevalsfesten. Mit viel Liebe zum Detail erzählt Huss diese Geschichten. Akribisch genau hat er schließlich dafür recherchiert. "Immer wenn ich bei meiner Familie war, habe ich mich ins Stuttgarter Staatsarchiv gesetzt und gelesen", sagt Huss. Schreiben als Entlastung Die literarische Tätigkeit ist für Huss ein Ausgleich, den er als Gegenstück zum stressigen Lehrerberuf braucht. Es sei etwas Herrliches nach einem harten Tag in die Welt des barocken Alltags einzutauchen. Dennoch ist das Schreiben für Huss eine ernst zu nehmende Tätigkeit und kein reiner Zeitvertreib. Huss möchte durch seine Bücher andere Menschen an Details teilhaben lassen, die seiner Meinung nach sonst "in alten Bücher im Regal verstauben" würden. Auch in Zukunft will Huss schreiben und veröffentlichen. Dabei bleibt er der Geschichtsforschung treu. So werden 2009 Bücher über den Komponisten Joseph Haydn und über Herzog Carl Eugen erscheinen. Geschrieben hat er die beiden Bücher natürlich schon. Casimir Katz Verlag Gernsbach 2

Marbacher Zeitung, 12.6.2008 Den schwäbischen Sonnenkönig ins rechte Licht gesetzt Von Iris Voltmann Marbach/Wien. Der übertriebene Prunk der Barockzeit begeistert den Lehrer und Autor Frank Huss schon immer. Kürzlich hat der gebürtige Marbacher ein Buch über den schwäbischen Sonnenkönig Eberhard Ludwig geschrieben. Es ist die erste Biografie über den Herrscher. Herzog Eberhard Ludwig ist der Bauherr und Gründer des Schlosses und der Stadt Ludwigsburg. Jahr für Jahr pilgern Touristen aus aller Welt in die absolutistisch anmutende Residenz, um den barocken Prunk zu bestaunen. Umso weniger kann Frank Huss verstehen, dass es bis vor kurzem noch keine Biografie über diesen im Jahr 1676 geborenen schwäbischen Sonnenkönig gegeben hat. Der 36-jährige Huss unterrichtet an einem Wiener Gymnasium unter anderem Geschichte, Nebenbei schreibt er Bücher. Die meisten beschäftigen sich mit der Barockzeit, erzählt er. Bereits erschienen unter anderem eine Biografie über Prinz Josef Friedrich zu Sachsen- Hildburghausen und ein Buch über den Wiener Kaiserhof. Seine Wurzeln hat Frank Huss in Marbach und im Bottwartal. In der Schillerstadt wurde ich geboren, die ersten Lebensjahre habe ich in der Großbottwar verbracht, sagt er. Später zog es ihn nach Österreich, die Heimat seiner Mutter. Der Kontakt ins Schwabenland ist nie abgebrochen. Auch weil meine Eltern in Großbottwar leben, sagt er. Bei einem seiner Besuche macht er sich auf dem Weg ins Ludwigsburger Schloss. Ich wollte mir unbedingt eine Biografie über Eberhard Ludwig kaufen, erzählt Huss. Umso größer war sein Erstaunen, als man dort nur bedauernd den Kopf schüttelte. Es gibt keine, lautete der negative Bescheid. Das konnte Huss zuerst nicht so recht glauben. Eberhard Ludwig sei schließlich eine der schillerndsten Personen seiner Zeit gewesen. Das lutherische Württemberg habe er gewaltig umgekrempelt. Auf Reisen nach Frankreich oder in die Niederlande fand er Geschmack am Prunk der Brockzeit, erzählte der 36-Jährige. Huss machte sich schon kurz darauf an die Recherche. Im Hauptstaatsarchiv in Stuttgart stieß er auf eine Fülle von zeitgenössischen Dokumenten. Merkwürdig, dass sich dafür bisher niemand interessiert hat, wundert er sich. Ein Jahr brauchte er, bis er das fertige Skript in Händen hielt. Auf 262 Seiten hat er das Leben am Hofe des schwäbischen Sonnenkönigs beschrieben. An Stoff fehlte es ihm zu keiner Zeit. Die Reisen, Fest, großen Jagdgesellschaft waren im puritanisch geprägten Württemberg eine absolute Neuheit, erklärt Huss. Daher habe es genügend Untertanen gegeben, die die Ausschweifungen ihres Herrschers dokumentierten. Mit dem Ergebnis seiner Arbeit ist Huss zufrieden. Es war an der Zeit für so ein Buch. Stuttgarter Nachrichten, 12.11. 2008 Der Herzog tut, was ihm gefällt Eberhard Ludwig (1676 bis 1733) ist ein gutes Beispiel dafür, dass Uneinigkeit in Erziehungsfragen selten gut tut. Die Mutter wünscht sich einen frommen Sohn. Der Onkel stiftet den Halbwaisen zu einem lustvollen Leben an, wie es in Versailles üblich war. Eberhard spielt beide gegeneinander aus und tut was ihm gefällt. Über die Jugend des Erbauers des Ludwigsburger Schlosses, über seine herbe Gattin und die hübsche Mätresse informiert Frank Huss ebenso wie über die Herrschaftsweise und Kriege, in die der Herzog zog. Für Fans sachkundiger Adelsgeschichten. Casimir Katz Verlag Gernsbach 3

Schwäbische Heimat, 2009/1 Von Michaela Weber Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg (1676-1733) wird zumeist mit Mätressenwirtschaft, Jagdleidenschaft und der Gründung Ludwigsburgs in Verbindung gebracht. Rechtzeitig zum 300. Geburtstag der ehemaligen Residenzstadt im Jahr 2009 ist nun eine Biografie über den Monarchen erschienen. Im Mittelpunkt steht die kulturhistorische Seite seiner Regierungszeit, also barocke Prachtentfaltung und Verschwendung - was die Wahrnehmung Eberhard Ludwigs in der Öffentlichkeit zu bestätigen scheint. Frank Huss beschreibt ihn, in Anlehnung an König Ludwig XIV. von Frankreich, ais «schwäbischen Sonnenkönig», der «nur drei wirkliche Freuden in seinem Leben kannte, womit er übrigens ganz im Trend der Zeit lag, die Frauen, das Militär und die Jagd» (S. 155). Das Buch gliedert sich in drei Teile. Der erste, vergleichsweise kurz gehaltene ist überschrieben mit «Die Sonne geht auf». Er befasst sich mit der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Situation Württembergs nach dem Dreißigjährigen Krieg. Des Weiteren wird auf die Herkunft des jungen Herzogs und seine Erziehung nach dem frühen Tod des Vaters bis zur Mündigsprechung 1693 eingegangen. Im zweiten Teil, «Am Zenit», hebt der Autor charakteristische Züge der Herrscherpersönlichkeit Eberhard Ludwigs hervor. Zur Sprache kommen die ersten Regierungsjahre, in denen er sich zum Autokraten entwickelte, seine Heirat mit der ungeliebten Prinzessin Johanna Elisabeth von Baden-Durlach und die Geburt des Sohnes, Erbprinz Friedrich Ludwig, sowie die Bekanntschaft mit der aus Mecklenburg stammenden Christina Wilhelmina von Grävenitz. Nachdem die Zweitehe des Herzogs mit ihr für ungültig erklärt worden war, machte er sie zur «Landhofmeisterin», was sie bis zum Bruch 1731 blieb. Besonders breiten Raum nimmt die Stellung des Monarchen als kaiserlicher Feldmarschall ein. Ebenso die Ausgestaltung seiner luxuriösen Hofhaltung und seine Vorliebe für die Jagd, die in der Gründung des Hubertus-Jagdordens Ausdruck fand. Nicht zu vergessen der Bau von Schloss und Stadt Ludwigsburg. Er ermöglichte es Eberhard Ludwig, dem Alten Schloss in Stuttgart den Rücken zu kehren und so zu leben, wie es ihm als absolutistischem Herrscher beliebte. Der dritte Teil der Darstellung, «Sonnenuntergang», behandelt die Niederlagen, die der Herzog in seiner Regierungszeit immer wieder einstecken musste. So das Scheitern seines Traums von der Kur-, ja sogar Königswürde und der Tod seines einzigen Sohnes im Jahr 1731. Letzterer veranlasste ihn, sich von seiner Mätresse, der Grävenitz, zu trennen und die Versöhnung mit seiner Gemahlin zu suchen. Nur wenig später jedoch starb er ohne leiblichen Erben. In einer abschließenden Würdigung nennt der Autor die Leistungen Eberhard Ludwigs, etwa die Schaffung eines stehenden Heeres, die Einführung des absolutistischen Regierungssystems und die Steigerung seiner Autorität durch eine entspre chende Hofhaltung. Herausragende Fähigkeiten hätte er aber auf keinem Gebiet gezeigt. Über seinem ganzen Leben und Handeln sieht Huss eine besondere Tragik: «Aus der Rolle des umsorgten Kindherzogs, dem aufgrund der Streitereien zwischen dem Administrator Friedrich Carl und seiner Mutter kaum Grenzen gesetzt wurden, kam er nie wirklich heraus» (S. 261 f.). Wer, vielleicht nach dem Besuch einer Führung im Ludwigsburger Schloss, Hintergrundinformationen über den kulturhistorischen Aspekt der Ära Eberhard Ludwig sucht, für den ist dieses Buch gut geeignet. Durch das Vorhandensein von Anmerkungen sowie einem Quellen- und Literaturverzeichnis genügt zudem wissenschaftlichen Ansprüchen. Um ein noch runderes Bild von diesem Monarchen zu bekommen, wäre ein stärkeres Eingehen auf die politische Seite seiner Herrschaft wünschenswert gewesen. Casimir Katz Verlag Gernsbach 4

Der Sonntag, 19.4.2009 Der Mann, der den Prunk liebte Von Annette Borchardt-Wenzel Eberhard Ludwig liebte den Prunk, die Jagd, das Militär und die Frauen, wenn auch nicht die eigene. Frank Huss, 1971 in Marbach geboren und heute Lehrer in Wien, stellt einen Fürsten vor, dessen Leben exemplarisch für den Absolutismus und das Barockzeitalter steht, der in lutherisch geprägten Württemberg jedoch wie ein Exot anmutet. Die Biografie ist sehr empfehlenswert für Leute, die es schätzen, wenn Sachkunde und gute Lesbarkeit zueinander finden. Casimir Katz Verlag Gernsbach 5