Seite 0 von 7 I. Dokumenteninformationen U-Werte eneiter Verlasunen Autoren Headline Subline Stichwörter 9815 Zeichen (esamt inkl. Leerzeichen), 3 Bilder Bilder Zeichen Titel/Rubrik Ausabe
Seite 1 von 7 ift Rosenheim U-Werte eneiter Verlasunen Derzeit wird das Thema der U -Werte von eneiten Verlasunen in der Branche diskutiert. Wirklich neu ist dieses Thema jedoch nicht. Der Grund für die derzeitie Diskussion sind aktuelle Rechtsstreitikeiten und Gutachten, welche die bisherie Praxis in der Branche, die U-Werte prinzipiell nur für den senkrechten Fall anzueben, in Frae stellt. Dieser Beitra fasst die wesentlichen Reelunen der Normen für die Anabe des U-Wertes zusammen und ibt Empfehlunen für die Anabe des U-Wertes bei eneiten Verlasunen. 1 Bauphysikalische Grundlaen Tatsache ist: Bei eneiten Verlasunen, wie z. B. bei Dachflächenfenstern, erhöht sich der U -Wert des Mehrscheiben-Isolierlases aus physikalischen Gründen. Die Veränderun ist derart roß, dass sie für bauphysikalische Betrachtunen und Berechnunen zum Wärmeschutz von Gebäuden nicht vernachlässit werden kann. Die rößten Effekte treten beim 2-fach Isolierlas auf. Bild 1a und b zeit die Veränderun des U -Wertes nach DIN EN 673 in Abhänikeit vom Neiunswinkel für ein Isolierlas mit einem U -Wert von 1,1 W/(m²K) und für ein Standard 3-fach Isolierlas mit einem U - Wert von 0,7 W/(m²K). Bild 1a und b U -Wert für 2-fach- und 3-fach-Isolierlas in Abhänikeit von der Neiun, Glasaufbau: 4/16/4 und 4/12/4/12/4 mit 90 % Ar und Emissionsrad 0,03 mit Beschichtun auf Position 3 bzw. Position 2 und 5.
Seite 2 von 7 Ursache für die Zunahme des U -Wertes ist die Konvektion im Scheibenzwischenraum, die sich mit der Neiun des Glases verändert und zu einem erhöhten Wärmetransport über den Scheibenzwischenraum führt. Bei freier Konvektion wie dies im Scheibenzwischenraum der Fall ist wird die Wärmeübertraun durch die soenannte Nusselt-Zahl beschrieben. Formel (1) Nu A ( Gr Pr) n (Erläuterun: Nu = Nusselt-Zahl, Gr = Grashof-Zahl, Pr = Prandtl-Zahl) Bild 2 Konvektion, waaerechter Einbau Bild 3 Konvektion, senkrechter Einbau Für den senkrechten Einbaufall sind die Parameter A = 0,035 und n = 0,38 als Referenzparameter in DIN EN 673 festelet. Für eneite Isolierläser nehmen die Faktoren A und n andere Werte an.
Seite 3 von 7 Der Wärmetransport über das Gas im Scheibenzwischenraum erfolt nicht nur durch Konvektion, sondern auch durch die Wärmeleitun über das Füllas. Der Wärmetransport wird durch die folende Formel beschrieben: Formel (2) h Nu s Hierbei ist h der Wärmedurchlasskoeffizient des Gases, die Wärmeleitfähikeit des Füllases und s der Scheibenzwischenraum. Zusätzlich ist noch der Transport von Wärme über Strahlun zu beachten, der sich bei eneiten Verlasunen unter den voreebenen Randbedinunen emäß EN 673 nicht verändert. Aus Gleichun 2 ist sofort ersichtlich, dass im Fall Nu = 1 der Wärmetransport ausschließlich über die Wärmeleitun über das Füllas erfolt. Erst wenn die Nusselt-Zahl > 1 ist, wird Wärme zusätzlich über Konvektion transportiert. Eribt sich in der Berechnun eine Nusselt-Zahl < 1, so ist diese in der Berechnun leich 1 zu setzen. Wird die Verlasun eneit, verändern sich die Koeffizienten A und n in Formel 1 und die Nusselt Zahl wird rößer. Konkret bedeutet dies, dass bei leichem Zwischenraum die Nusselt-Zahl bei eneiten Verlasunen rößer wird und damit auch der Wärmedurchlasskoeffizient h. Als Fole nimmt der U -Wert der Verlasun zu. Bei einem Zweischeiben-Isolierlas beträt die U -Wert-Differenz zwischen senkrechter und waaerechter Einbaulae etwa 0,6 W/(m²K). Bei 3-fach-Verlasunen fällt die Differenz mit ca. 0,3 W/(m²K) eriner aus. Soviel zur physikalische Theorie. Wie ist nun vom Glashersteller die Deklaration der Leistunseienschaft U-Wert in der Praxis vorzunehmen? Für das Isolierlas verweist die Produktnorm EN 1279-5 für Mehrscheiben-Isolierlas auf das Rechenverfahren nach EN 673 zur Berechnun des U -Wertes. In allen Fällen, in denen der U -Wert zu Werbezwecken aneeben wird, sind die in Abschnitt 8 der DIN EN 673 aneebenen Referenzwerte zu verwenden. Gleiches ilt für die CE-Kennzeichnun des Isolierlases. Merke: Die Deklaration des U -Wertes erfolt daher für den senkrechten Fall. Das Messverfahren für den U -Wert mit dem Plattenmesserät nach DIN EN 674 schreibt ebenfalls für die Messun zwinend die senkrechte Einbaulae vor.
Seite 4 von 7 Für die Bemessun von Gebäuden zum Wärmeschutz sind die mit den Referenzwerten nach EN 673 und EN 674 ermittelten U -Werte meist nicht hinreichend enau enu. In diesen Fällen ist nach EN 673 ein Wert unter Anabe der Lae (Neiun) der Verlasun und der enauen Randbedinunen nach EN 673 zu bestimmen. Für die Berechnun ist zu beachten ist, dass sich auch der innere Wärmeüberanskoeffizient bei eneitem Einbau verändert. Ein Verweis auf die zu verwendenden Überanskoeffizienten findet sich ebenfalls in der DIN EN 673. Der Effekt auf den U -Wert ist jedoch erin und macht sich typischerweise meist nur in der zweiten Nachkommastelle bemerkbar. Welche Empfehlun kann daraus abeleitet werden? Grundsätzlich sollten Glashersteller ihre Kunden darauf hinweisen, dass der deklarierte U -Wert für den senkrechten Fall bemessen wurde und sich in eneiter Einbaulae erhöht. Unterlässt der Hersteller dies, läuft er Gefahr, dass der deklarierte U -Wert als Beschaffenheitsanabe und die Abweichun von diesem Wert als Manel seines Produktes bewertet wird. Merke: Die Anabe im CE-Zeichen erfolt ausschließlich für die senkrechte Einbaulae. 2 Fenster, Dachflächenfenster und Fassaden Wie ist der Wärmedurchanskoeffizient bei Fenstern, Dachflächenfenstern und Fassaden anzueben? Der Wärmedurchanskoeffizient U w von Fenstern ist nach EN ISO 10077 Tabelle F.1 oder durch Berechnun nach EN ISO 10077-1 und f. nach EN ISO 10077-2 zu bestimmen. Bei eneiten Konstruktionen ist hier nur der Fall des Dachflächenfensters relevant. Als Referenzverfahren für die Messun des U w -Wertes ist das Heizkastenverfahren nach EN ISO 12567-1 für Fenster und Türen und EN ISO 12567-2 für Dachflächenfenster anzuwenden. Das Referenzverfahren für die Ermittlun des U w -Wertes schreibt die senkrechte Einbaulae bei Fenster und auch bei Dachflächenfenster vor. Merke: Der U w -Wert als Anabe zu Werbezwecken und im CE-Zeichen muss daher für die senkrechte Einbaulae erfolen. Wird ein objektbezoen ein U-Wert für die tatsächliche Einbaulae efordert, kann auch der U w -Wert für die eneite Einbaulae rechnerisch nach EN ISO 10077-1 ermittelt werden. Hierzu ist der ermittelte U-Wert für die Profile U f und der -Wert für den senkrechten Fall zu verwenden und der U -Wert (in der Formel mit U ( ) bezeichnet) für den Winkel der Fensterneiun. Wie diese Berechnun erfolt, zeit das folende Beispiel:
Seite 5 von 7 Rechenbeispiel: U W U ( ) A U A l A f W Fensterabmessun A W : 1,23 m x 1,48 m lichtes Glasmaß A : 1,27 m² Rahmenfläche A f : 0,55 m² sichtbare Umfansläne der Verlasun l : 4,54 m U f = 1,5 W/(m²k) - unabhäni von der Einbaulae, 90 = 0,08 W/(mK) - unabhäni von der Einbaulae, 90 U ( =90 ) = 1,1 W/(m²K) - senkrechter Fall U ( =30 ) = 1,6 W/(m²k) Neiunswinkel 30, berechnet nach EN 673 Für die Berechnun wurde ein 2-fach-Isolierlas mit 16 mm Scheibenzwischenraum und 90 % Aron-Gasfüllun mit einem Emissionsrad von 0,03 verwendet. Im senkrechten Fall eribt sich ein U w -Wert von 1,4 W/(m²K) für das Fenster. Für die Einbaulae 30 eribt sich ein U w -Wert von 1.8 W/(m²K). Alternativ besteht auch die Mölichkeit mit dem U -Wert der Verlasun für den eneiten Fall über Tabelle F.1 der EN ISO 10077-1:2006 den U w -Wert zu ermitteln. Fassaden sind bis zu einem Winkel von 15 in der Produktnorm EN 13830 ereelt. In diesen Fällen ist die Auswirkun auf den U -Wert noch erin. Fassaden mit rößeren Winkeln sind nicht über die Produktnorm Fassaden ereelt. Sie benötien national eine Zustimmun im Einzelfall oder eine allemein bauaufsichtliche Zulassun. Die Reelunen zu Berechnun des Wärmedurchans sind in EN 13947 festelet. Hierzu let die Norm fest, dass die zu Verleichszwecken deklarierten Werte für den senkrechten Einbaufall ermittelt werden. Merke: Daraus folt wie beim Fenster dass der im CE-Zeichen aneebene U cw - Wert für den senkrechten Einbaufall anzueben ist. Werden objektbezoene U cw - Werte für eneite Fassaden benötit, so fordert die Norm: U cw - Werte für die eneite Fassade sind derart zu ermitteln, dass die Wärmedurchanskoeffizienten U m, U l, U f (U-Werte für Pfosten, Rahmen, Rieel) und der -Wert unabhäni von der konkreten Einbausituation für den senkrechten Fall bemessen werden. Für den U -Wert des Mehrscheiben-Isolierlases wird die tatsächliche Einbaulae berücksichtit. Merke: Auch bei Fassaden wird nur der Einfluss auf den U -Wert der Verlasun berücksichtit.
Seite 6 von 7 Auch hier ist den Fenster und Fassadenherstellern zu empfehlen, ihre Kunden f. darauf hinzuweisen, dass sich im eneiten Fall der U-Wert verändern kann. An der bisherien Praxis für die Anabe im CE-Zeichen ändert sich hierdurch jedoch absolut nichts! 3 Kennt die EnEV eneite Verlasunen? Derzeit ist für die Bestimmun der wärmetechnischen Eienschaften im Rahmen der EnEV 2009 die Verwendun soenannter nationaler Bemessunswerte efordert. Diese sind in DIN V 4108-4:2007 festelet. Aus der Festleun U W,BW = U W U,BW =U U CW,BW = U CW folt derzeit, dass im Rahmen der EnEV die U-Werte für den senkrechten Einbaufall heranzuziehen sind. Merke: Die EnEV fordert U-Werte für den senkrechten Einbaufall. Eine Reelun, die anesichts immer höherer Anforderunen an den Wärmeschutz mit immer enaueren Berechnunen und Berücksichtiun kleinster Effekte, wie zum Beispiel dem -Wert beim Fenster, sicherlich bei der nächsten Überarbeitun der EnEV 2012 diskutiert wird. Ein vereinfachtes Verfahren mit Korrekturfaktoren für den U-Wert in Abhänikeit von der Neiun, die national in DIN V 4108-4 festelet werden könnten, wäre auch in der Praxis handhabbar und würde aufwendie Berechnunen überflüssi machen.