IT-Testkoordinator/in Die Ausbildung im Überblick IT-Testkoordinator/in ist eine Weiterbildung in Form eines Selbststudiums, die mit einem Zertifizierungsverfahren abschließt. Im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung initiierten und geförderten Großprojektes zum Aufbau eines modernen IT-Weiterbildungssystems wurde dieses in drei aufeinander aufbauende Ebenen (Karrierestufen) gegliedert: Spezialisten, operative und strategische Professionals. IT-Testkoordinator/in gehört zur unteren Ebene, den Spezialisten. Die Dauer der Weiterbildung ist nicht vorgeschrieben und kann daher unterschiedlich sein. Sie liegt erfahrungsgemäß bei ca. 1 Jahr. Ausbildungsinhalte Während der Weiterbildung zum IT-Testkoordinator/zur IT-Testkoordinatorin erwirbt man beispielsweise folgende Kenntnisse: Profiltypische Arbeitsprozesse Festlegen von Testzielen, -stufen und -methoden Festlegen des Testumfangs und der Vorgehensweise Bereitstellen von Testdaten Durchführen von Tests unter Verwendung von Testszenarien Erstellen von Testberichten Profilprägende Kompetenzfelder fundiert zu beherrschende gruppenspezifische Kompetenzfelder für die Gruppe der Entwicklungsbetreuer/innen, beispielsweise Methoden und Werkzeuge der Softwareentwicklung, Engineering-Prozesse, Qualitätsstandards und Moderation routiniert zu beherrschende profilspezifische Kompetenzfelder, vor allem Designmethoden und -strategien, Systemarchitekturen, Systemintegration und Anpassung, Bussysteme, Protokolle, Schnittstellen, Datenbanken und Betriebssysteme grundlegend zu beherrschende Kompetenzfelder (gemeinsam für alle IT-Spezialisten-Profile), z.b. Unternehmensziele und Kundeninteressen, Problemanalyse und -lösung, Projektorganisation, Zeitmanagement und Lernorganisation Rechtsgrundlage Vereinbarung über die Spezialisten-Profile im Rahmen des Verfahrens zur Ordnung der IT-Weiterbildung vom 14.2.2002 (BAnz. Nr. 105a), geändert am 21.10.2004 (BAnz. Nr. 244a) Lernorte Die Weiterbildung wird in Bildungspartnerschaften zwischen Weiterbildungseinrichtungen und Betrieb durchgeführt. Es handelt sich dabei um Betriebe mit IT-Geschäftsfeldern oder um IT-Unternehmen. Wer Seite 1 von 6
eine Weiterbildung zum IT-Testkoordinator/zur IT-Testkoordinatorin absolviert, arbeitet weiterhin am eigenen Arbeitsplatz - meist im Tätigkeitsbereich Hard- und Softwareentwicklung. Die Teilnehmer/innen werden dabei in ein- und mehrtägigen Workshops durch Lernprozessbegleiter und fachliche Berater unterstützt. Ausbildungsbedingungen Worauf man sich einstellen sollte Die Weiterbildung zum IT-Testkoordinator/zur IT-Testkoordinatorin ist als ganzheitliches, arbeitsprozessorientiertes Konzept entwickelt. Die Weiterbildung beinhaltet die Arbeit an einem Projekt und findet im eigenen Unternehmen zu den betriebsüblichen Arbeitszeiten statt. Somit arbeitet man bereits unter den Bedingungen, die nach Abschluss der Weiterbildung üblich sind. Berufliche Handlungskompetenzen (Fach-, Methoden-, Sozial- und personale Kompetenz) werden unmittelbar im Arbeitsprozess erworben. In die Auswahl des Projekts sowie in die Planung der Projektbearbeitung im Rahmen einer Qualifizierungsvereinbarung sind die Teilnehmer/innen wesentlich mit einbezogen. Dabei werden sie bei der Bearbeitung, der Reflexion und Dokumentation der Projektabschnitte durch Prozess- und Fachberater/innen begleitet und unterstützt. Für die Dokumentation des Projekts sowie das Nachbereiten der Lerninhalte muss mit einem zusätzlichen Zeitaufwand über die reguläre Arbeitszeit hinaus gerechnet werden. Ausbildungsvergütung Die Weiterbildung wird nicht vergütet. Ausbildungskosten Die Teilnehmer/innen müssen damit rechnen, dass Gebühren für das Abschlusszertifikat anfallen. Diese werden ggf. vom Arbeitgeber übernommen. Außerdem können während der Weiterbildung Kosten z.b. für Arbeitsmaterialien und Fachliteratur entstehen. Ausbildungsdauer Die Dauer der Weiterbildung ist nicht vorgegeben und kann daher unterschiedlich sein. Sie beträgt in der Regel ca. 1 Jahr. Verkürzungen/Verlängerungen Die einzelnen zur arbeitsplatzorientierten Weiterbildung (APO) gehörigen Projektabschnitte werden je nach Kenntnisstand der Teilnehmer/innen selbstverantwortlich vorbereitet. Das notwendige Fachwissen wird dabei in der Regel im Selbststudium erarbeitet. Daher hängt die Dauer der Weiterbildung insgesamt auch von der Vorbildung ab. Die Lerninhalte, die zur Bewältigung der einzelnen Arbeitsschritte notwendig sind, ergeben sich aus den Anforderungen des Projekts. Der für das Erreichen der Lernziele (Kompetenz) erforderliche Zeitaufwand und Seite 2 von 6
damit die Dauer der Weiterbildung hängen auch vom Leistungsvermögen der Teilnehmer/innen ab. Konkrete Angaben sind daher nicht möglich. Ausbildungsform Die Weiterbildung zum IT-Testkoordinator/zur IT-Testkoordinatorin ist als sogenannte arbeitsprozessorientierte Weiterbildung (APO) konzipiert. Die Teilnehmer/innen werden in ihrem Selbststudium am eigenen Arbeitsplatz von Lernprozessbegleitern und fachlichen Beratern der Weiterbildungseinrichtungen im Rahmen von Workshops und Fachgesprächen unterstützt. Ausbildungsabschluss, Nachweise und Prüfungen Weiterbildungsabschluss Die Weiterbildung schließt mit einem Personenzertifizierungsverfahren gemäß den geltenden EN- und ISO-Normen ab. Das Verfahren wird auf folgender Grundlage durchgeführt: Vereinbarung über die Spezialisten-Profile im Rahmen des Verfahrens zur Ordnung der IT-Weiterbildung vom 14.2.2002 (BAnz. Nr. 105a), geändert am 21.10.2004 (BAnz. Nr. 244a) Die Zertifizierung besitzt eine Gültigkeitsdauer von 3-5 Jahren, nach deren Ablauf sie erneuert werden muss. Prüfungsinhalte In der vorliegenden arbeitsplatzorientierten Weiterbildung in der IT-Branche (APO) ersetzt die Dokumentation einer selbstständigen und erfolgreichen Projektbearbeitung eine Prüfung. Nachzuweisen ist unter anderem die Beherrschung der nachstehenden profiltypischen Arbeitsprozesse und profilprägenden Kompetenzfelder. In der Regel erfolgt dieser Nachweis durch das Anfertigen einer schriftlichen Dokumentation über die Projektarbeit sowie ein darauf bezogenes Fachgespräch. Profiltypische Arbeitsprozesse Testziele, geplante Teststufen und einen groben Terminplan festlegen, unter Berücksichtigung der Vorgaben aus dem QM-Handbuch und der Projektdefinition (strategische Testplanung) und in enger Zusammenarbeit mit Kunden und den Spezialisten aus den Bereichen Systemanalyse, Systementwicklung und Produktion Umfang der Tests und Testendekriterien, Vorgehensweise für den Test, Testobjekte (die eigentlichen Testgegenstände) festlegen; die zu testenden Qualitätseigenschaften identifizieren; Ressourcenplanung, konkrete Terminplanung zur Durchführung der Testaktivitäten durchführen (operative Testplanung) durchzuführende Tests instanziieren und spezifizieren (Modultest als White-Box-Test, Black-Box-Test, Integrationstest, Systemtest), dabei die Testfälle identifizieren, die Testanforderungen und Testabbruchbedingungen sowie die Testobjekte und -daten festlegen sowie auf Testautomationsmöglichkeiten prüfen Bereitstellen von Testdaten Testumgebung aufbauen, Testtreiber und -skripte implementieren Durchführen der Tests unter Verwendung der Testfälle und Testszenarien Beobachten und Protokollieren des Verhaltens des Testgegenstands Festhalten vermuteter Fehler im Testprotokoll Erstellen von Fehlerlisten und Kategorisieren der Fehler nach dem Grad der Auswirkung auf die Funktionsfähigkeit des Testgegenstandes Erstellen eines Testberichts (beinhaltet das Testprotokoll) Seite 3 von 6
Profilprägende Kompetenzfelder: Grundlegend zu beherrschende, gemeinsame Kompetenzfelder: Unternehmensziele und Kundeninteressen Problemanalyse, -lösung Kommunikation, Präsentation Konflikterkennung, -lösung fremdsprachige Kommunikation (englisch) Projektorganisation, -kooperation Zeitmanagement, Aufgabenplanung und -priorisierung wirtschaftliches Handeln Selbstlernen, Lernorganisation Innovationspotenziale Datenschutz, -sicherheit Dokumentation, Dokumentationsstandards Qualitätssicherung Fundiert zu beherrschende, gruppenspezifische Kompetenzfelder: Methoden und Werkzeuge der Softwareentwicklung Engineering-Prozesse Entwicklungsstandards (Leistungsfähigkeit, Sicherheit, Verfügbarkeit, Innovation) Projektplanung und -management Qualitätsstandards Moderation Konfliktbewältigung Routiniert zu beherrschende, profilspezifische Kompetenzfelder: Designmethoden, -strategien Systemarchitekturen Systemintegration und -anpassung Bussysteme, Protokolle und Schnittstellen Datenbanken, Betriebssysteme Teststrategien, -design, -planung Testmanagement, Testautomatisierung, Testumgebungen Fehlermanagement statistische Verfahren Programmier- und Skriptsprachen Branchenüberblick Prüfende Stelle Das Zertifikat wird von einer Zertifizierungsstelle ausgestellt, die von der Trägergemeinschaft für Akkreditierung (TGA) akkreditiert ist. Abschluss-/Berufsbezeichnungen Abschlussbezeichnung IT Test Coordinator (IT-Testkoordinator/IT-Testkoordinatorin) Seite 4 von 6
Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung Vorausgesetzt wird ein hinreichendes Qualifikationsniveau auf der Basis einschlägiger Berufsausbildung in der Informations- und Telekommunikationstechnik oder einschlägige Berufserfahrung. Berufliche Vorbildung Eine bestimmte berufliche Vorbildung ist rechtlich nicht vorgeschrieben. In der Regel richtet sich die Weiterbildung an: Absolventen und Absolventinnen der IT-Ausbildungsberufe Quereinsteiger/innen in den IT-Sektor Studienabbrecher/innen Liegen beim beabsichtigten Quereinstieg in das IT-Weiterbildungssystem die Fähigkeiten der Teilnehmer/innen unterhalb des Niveaus der IT-Ausbildungsberufe, ist zunächst eine Anpassungsqualifizierung notwendig, die mit einer Prüfung in einem der IT-Ausbildungsberufe abgeschlossen werden kann. Wichtige Schulfächer Gute Voraussetzungen für das erfolgreiche Bestehen der Weiterbildung bilden vertiefte Kenntnisse und Erfahrungen in den Bereichen Informatik Voraussetzung für die Zulassung zur Weiterbildung sind u.a. Kenntnisse der Informatik auf dem Niveau der IT-Ausbildungsberufe. Wenn IT-Testkoordinatoren und -koordinatorinnen z.b. Testziele oder Testmethoden für Hard- und Softwareprodukte festlegen, greifen sie auf Kenntnisse aus diesem Bereich zurück. Fremdsprachen, insbesondere Englisch Fachliteratur im Bereich IT liegt häufig auf Englisch vor. Auch der Umgang mit ausländischen Geschäftspartnern erfordert gute Kenntnisse der englischen Sprache. Perspektiven nach der Ausbildung Ein Beruf - viele Möglichkeiten Beschäftigung finden IT-Testkoordinatoren und -koordinatorinnen in Betrieben der IT-Branche, z.b. in der Hardund Softwareentwicklung. Nach ihrer Weiterbildung müssen sich die IT-Testkoordinatoren und -koordinatorinnen meist entscheiden, welche Einsatzgebiete für sie infrage kommen und worauf sie sich spezialisieren möchten. Das Spektrum reicht von Tests für bestimmte Designmethoden und -strategien bis hin zu Tests für Programmier- und Skriptsprachen. Am Ball bleiben durch lebenslanges Lernen Um den Anforderungen des Arbeitsalltags gerecht zu werden, müssen IT-Testkoordinatoren und -koordinatorinnen ihr Fachwissen stets aktuell halten und ihre Fachkenntnisse erweitern. Seite 5 von 6
Informationen zu möglichen Anpassungsweiterbildungen bietet die Datenbank BERUFENET in der Rubrik "Weiterbildung" unter dem Navigationspunkt "Tätigkeit". Auf der Karriereleiter nach oben? Wer beruflich vorankommen will und eine leitende Position anstrebt, kann eine Aufstiegsweiterbildung ins Auge fassen. Dies wird in der Regel eine Weiterbildung als operativer Professional sein, z.b. IT-Projektleiter/in. Darüber hinaus haben Personen mit einer Hochschulzugangsberechtigung die Möglichkeit, ein Studium in Betracht zu ziehen. Informationen zu konkreten Aufstiegsweiterbildungen bietet die Datenbank BERUFENET in der Rubrik "Weiterbildung" unter dem Navigationspunkt "Tätigkeit". Selbstständigkeit Auch der Schritt in die Selbstständigkeit ist möglich: IT-Testkoordinatoren und -koordinatorinnen können z.b. einen eigenen Betrieb im IT-Bereich gründen oder übernehmen oder als informationstechnische/r Berater/in tätig werden. Ausbildungsalternativen Zu diesem Weiterbildungsberuf gibt es folgende Alternativen: Entwicklung / Informationstechnik IT-Qualitätssicherungskoordinator/IT-Qualitätssicherungskoordinatorin IT-Konfigurationskoordinator/IT-Konfigurationskoordinatorin IT-Projektkoordinator/IT-Projektkoordinatorin Dokumentationsentwickler/Dokumentationsentwicklerin Vergleichbare Weiterbildungs- bzw. Tätigkeitsinhalte: Methoden und Werkzeuge der Softwareentwicklung, Engineering-Prozesse, Entwicklungsstandards und Qualitätsstandards anwenden; Querschnittaufgaben im Entwicklungsprozess von IT-Produkten und -Systemen übernehmen. Seite 6 von 6