Fassaden- und Dämmtechnik Anschlüsse WDV-Systeme / Fenster Welche Anforderungen sind bei der Fenstermontage gegeben? Wie müssen WDVS- Anschlüsse beschaffen sein? Folie 1
Der Fensteranschluß stellt eine Schnittstelle verschiedener Gewerke dar Rohbau... : Maurer / Zimmermann Fenster... : Fensterbauer / Schreiner / Glaser Sonnenschutz... : Rolladen- / Sonnenschutz-Montage Innenputz... : Stuckateur / Trockenbauer Fassade... : WDVS-Fachhandwerker / Stuckateur / Maler / Fassadenbauer Dies macht eine ordentliche Planung und Koordination der Arbeiten erforderlich. Wenn sich einer auf den anderen verläßt, geht es meistens schief! Folie 2
Für die notwendige Koordination der Gewerke wurde vom Fachverband der Stuckateure Baden-Württemberg Fachverband Glas-Fenster-Fassade Baden-Würtemberg Bundesverband Rolladen- und Sonnenschutz gemeinsam eine Richtlinie erarbeitet, Diese regelt die jeweiligen Zuständigkeiten und zeigt Einbau-Beispiele. Folie 3
Die Funktionsfähigkeit des Anschlusses Fenster-/ WDVS ist auch abhängig vom fachgerechten Fenstereinbau. Der RAL-Leitfaden zur Montage der Fenster sagt hierzu: Die Erhöhung der Anforderungen an den Wärmeschutz und die Dichtigkeit der Gebäudehülle sowie eine Analyse der Bauschäden im Bereich der Gebäudehülle, erfordern die Einhaltung der geltenden Normen und die Berücksichtigung der bauphysikalischen Grundsätze beim Einbau von Fenstern und Fassaden. Folie 4
Um Schäden im Anschlußbereich zu vermeiden, muß die Einbindung von Fenstern und Fassaden in die Gebäudehülle geplant werden. Die fachgerechte Abdichtung der Anschlußfuge von Fenstern zum Baukörper sichert die Gebrauchstauglichkeit. Eine mangelhafte Abdichtung ist meist die Ursache von Bauschäden. Folie 5
Der Fensteranschluß besteht aus 3 Ebenen 1. Trennung von Raum- und Außenklima 2. Funktionsbereich - Schallschutz - Wärmeschutz - Bauwerksbewegungen - Toleranzen 3. Wetterschutz - Windsperre - Regensperre - Mauerwerk - - Dämmplatte - 1 2 - Fensterrahmen - 3 Folie 6
1. Trennung von Raum- und Außenklima - Mauerwerk - 2 1 - Fensterrahmen - Bei Planung und Ausführung muß unbedingt beachtet werden, daß die Trennung von Raum- und Außenklima umlaufend und dauerhaft dampfdiffusionsdichter ist als der Wetterschutz. - Dämmplatte - 3 Das Eintreten von Raumfeuchte in die Fuge muß verhindert werden bzw. eintretende Feuchte muß kontrolliert nach außen entweichen können. Die Abdichtung gegen Raumluftfeuchtigkeit ist grundsätzlich auf der Raumseite anzuordnen... Die Ebene 1 hat diese Anforderungen sicherzustellen. Folie 7
2. Funktionsbereich 1 - Mauerwerk - - Dämmplatte - 2 - Fensterrahmen - 3 In diesem Bereich muß der Wärmeund Schallschutz sichergestellt werden. Untergrundtoleranzen müssen ausgeglichen und Bauwerksbewegungen aufgenommen werden. Der Funktionsbereich muß trocken bleiben und vom Raumklima getrennt sein. So nicht! Folie 8
Befestigung Für die Befestigung und Lastabtragung der Fensterelemente enthält der RAL-Leitfaden klare Vorgaben - Eigenlast - Windlast - Verkehrslast - bewegliche Teile (Flügel) Die Befestigung (Rahmendübel, Konsolen, Winkel o.ä.) muß eine stabile Konstruktion sicherstellen. Folie 9
Der WDVS-Fachhandwerker sollte sich vergewissern, ob der Fenstereinbau fachgerecht erfolgt ist - innen diffusionsdicht - Wärme- / Schallschutz zum Wandbaustoff - stabile Befestigung um einer nachteiligen Beeinflußung seines Gewerkes vorzubeugen. Folie 10
3. Wetterschutz - Mauerwerk - - Dämmplatte - 1 2 - Fensterrahmen - 3 Die Ebene des Wetterschutzes muß den Eintritt von Regenwasser (Schlagregen) verhindern. Die Schlagregendichtigkeit wird bei WDVS im Allgemeinen vom WDVS- Fachhandwerker hergestellt. Folie 11
3. Wetterschutz ( 2 ) Maßnahmen zur Herstellung der Winddichtigkeit (Folien) sind ggf. bei vorgehängten, hinterlüfteten Fassadenbekleidung erforderlich, nicht bei WDVS. Mit WDVS verputze Flächen können grundsätzlich als luftdicht angesehen werden. Außen angebrachte Winddichtfolien können eine Behinderung für die ordnungsgemäße WDVS-Befestigung darstellen, wenn sie nicht diffusionsoffen und überputzbar sind. (Siehe Merkblatt: Verputzen von Fensteranschlußfolien ) Folie 12
Für den schlagregendichten Anschluss von WDVS zum Fenster stehen verschiedene Ausführungsvarianten zur Verfügung Folie 13
Schlagregendichte WDVS - Anschlüsse Selbständig expandierendes Fugendichtband in verschiedenen Dimensionen, je nach Fugenbreite Capatect- Fugendichtband, Typ 2D Für Fugenbreite: - 2-6 mm 054/00-5 -12 mm 054/01 - Fensterrahmen - - Mauerwerk - - Dämmung - Fugendichtband Folie 14
Schlagregendichte WDVS - Anschlüsse ( 2 ) Anschlußprofile mit Gewebeanschluß, Dichtungsstreifen und Schutzfolie für den Fensterrahmen Je nach Bauart können die Profile größere oder kleinere Bewegungen aufnehmen Die Profile dienen gleichzeitig als Putzlehre und ermöglichen einen geraden Anschluß Der Nachweis der Schlagregendichtigkeit liegt vor Capatect- Gewebeanschlußleiste Plus 654/00 Capatect- Anputzprofil 694/10 Capatect- Gewebeanschlußleiste Mini 694/01 Folie 15
Schlagregendichte WDVS - Anschlüsse ( 3 ) Bei der Verwendung von spritzbaren Dichtstoffen sind die materialspezifischen Vorgaben zu beachten Der Funktionsnachweis liegt im Verantwortungsbereich des Fachhandwerkers b t = Tiefe des Dichtstoffes in der Fuge b = Breite des Dichtstoffes in der Fuge t Dichtstoff Rundschnur t = 0,5 x b 6 mm Folie 16
Riß am Fensterrahmen Trennschnitt? geeignetes Profil? richtige Befestigung der Fensterelemente (Vibration) Folie 17
Die Richtlinie enthält eine Reihe von Standarddetails für die verschiedenen Einbausituationen von Fenster und Rollläden. Im Einzelnen: Folie 18
Einbaurolladenkasten mit Revision außen Folie 19
Einbaurolladenkasten mit Revision innen Folie 20
Einbaurolladenkasten als Linksroller mit Revision außen Folie 21
Aufsetzkasten Folie 22
Vorsatzkasten, überputzt Folie 23
Vorsatzkasten, nicht vorstehend Folie 24
Vorsatzkasten, vorstehend Folie 25
Vorsatzkasten, auf der Fassade Folie 26
Jalousieblende Sehr häufig besteht aus rein gestalterischer Sicht der Wunsch, mit dem WDVS eine Jalousieblende auszubilden. Leider werden die notwendigen, konstruktiven Zwänge häufig nicht berücksichtigt. Folie 27
Jalousieblende Derartige Schürzen unterliegen besonderen Belastungen - Winddruck, Windsog = flattern, vibrieren, je nach Länge und Höhe - unterschiedliche thermische Längenänderung gegenüber dem Wandbereich = beidseitiges Außenklima - Vibrationen = betätigen des Sonnenschutzes, öffnen und schließen der Fensterflügel / Türen Folie 28
Jalousieblende Typische Rissformen Beispiel: Einbindung von Jalousienblenden Folie 29
Jalousieblende Typische Rissformen Beispiel: Einbindung von Jalousienblenden ( planerische Vorgaben ) Dämmung 12 cm Dämmung 4 cm Verzinkter Blechkasten Labile Befestigung des Blechkastens Folie 30
Jalousieblende Deshalb: - Für die Schürze muß eine verwindungsstabile Unterkonstruktion geschaffen werden (z.b. Metallbügel) Verankerung am Sturz Metallbügel Folie 31
Jalousieblende Deshalb: - Für die Schürze muß eine verwindungsstabile Unterkonstruktion geschaffen werden (z.b. Metallbügel) Putzträgerplatte, am Sturz befestigt Dämmung Kleber - Die Schürze muß mit einer stabilen Putzträgerplatte ausgebildet werden Sockelschiene, angenietet Folie 32
Jalousieblende Deshalb: - Für die Schürze muß eine verwindungsstabile Unterkonstruktion geschaffen werden (z.b. Metallbügel) - Die Schürze muß mit einer stabilen Putzträgerplatte ausgebildet werden - Die Dämmung auf der Schürze muß mindestens 4 cm dick sein Dämmung, vollflächig geklebt Folie 33
Jalousieblende Eine Vermischung der Gewerke Fenster / Sonnenschutz / Unterkonstruktion / WDVS ist stets recht aufwendig Die Jalousie ist zu Wartungszwecken nur schwer zugänglich Folie 34
Jalousieblende Sinnvoller ist ein separater Jalousiekasten, der zu Wartungszwecken zugänglich ist. Folie 35
Zusammenfassung Fensteranschlüsse müssen geplant werden Die RAL-Vorschriften für den Fenstereinbau sind einzuhalten (Kontrolle) Der WDVS-Anschluß muß schlagregendicht sein (= Auswahl des geeigneten Profils) Folie 36
Brandverhalten von WDVS Übersicht Folie 37