Abfallwirtschaftsbericht 2012



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Transkript:

Abfallwirtschaftsbericht 2012 der EVA GmbH Erbenschwanger Verwertungs- und Abfallentsorgungs-Gesellschaft mbh für den Landkreis Weilheim Schongau

EVA GmbH An der Kreuzstraße 100 86980 Ingenried Telefon: 08868 / 1801-0 Telefax: 08868 / 1801-50 E-Mail: info@eva-abfallentsorgung.de Internet: www.eva-abfallentsorgung.de

Vorwort 1 1 Das Abfallwirtschaftskonzept des Landkreises 3 1.1 Erfassung der Abfälle... 4 1.2 Restabfallbehandlung in der MBA Erbenschwang... 6 1.3 Abfallgebühren und Kosten in der Abfallwirtschaft... 7 1.4 Abfallberatung und Öffentlichkeitsarbeit... 9 2 Abfallbilanz 2012 9 2.1 Gesamtabfallbilanz 9 2.2 Holsysteme... 11 2.2.1 Restmülltonne: Haus- und Geschäftsmüll... 11 2.2.2 Biomülltonne: Biomüll... 12 2.2.3 Grauer Sack: Papier, Pappe, Kartonagen... 12 2.2.4 Gelber Sack & Iglus: Verpackungen der Dualen Systeme... 14 2.3. Bringsysteme: Wertstoffhöfe, Grüngutsammelstellen, Containerstandplätze... 14 Abbildungs- und Tabellenverzeichnis Abbildung 1: Entwicklung der jährlichen Abfallgebühren... 8 Abbildung 2: Aus den Gebühren gedeckter Finanzbedarf der EVA GmbH 2006-2012... 8 Abbildung 3: Kostenverteilung in der Abfallwirtschaft 2012... 9 Tabelle 1: Abfallaufkommen 2012im Landkreis Weilheim-Schongau... 10 Abbildung 4: Anteile der Abfallarten am Gesamtabfallaufkommen 2012... 11 Abbildung 5: Gesamtabfallaufkommen 1990, 2006-2012... 11 Abbildung 6: Hausmüll 1990, 2006-2012... 12 Abbildung 7: Biomüll 2006-2012... 12 Abbildung 8: Altpapier 2006-2012... 13 Tabelle 2: Ergebnisse der Altpapiersammlungen der Vereine 2012... 13 Abbildung 9: Verpackungen der Dualen Systeme 2008 2012 (Gelber Sack & Iglus)... 14 Abbildung 10: Anliefermengen und Grundkosten der Wertstoffhöfe... 14 Abbildung 11: Gartenabfälle an den Grüngutsammelstellen 2007-2012... 15 Abbildung 12: Anlieferspektrum an den Wertstoffhöfen (Mengenangaben in Tonnen)... 15 Verschiedene statistische Daten des Landkreises... 16

Vorwort Verehrte Leserinnen und Leser, im Juli 2012 begingen wir unser 20jähriges Betriebsjubiläum. Mehr als 2.300 Bürgerinnen und Bürger haben dies mit uns beim Tag der offenen Tür gefeiert. Wir haben uns sehr über die große Wertschätzung gefreut, die die Bürger ihrer Abfallentsorgungsgesellschaft und unserer Arbeit entgegenbringen! Auch im vergangenen Jahr haben wir unser Angebot weiter optimiert. So wurden die Öffnungszeiten an den Wertstoffhöfen, vor allem in Peißenberg, nochmals ausgedehnt. Bis auf Penzberg haben alle Höfe mehr als 30 Wochenstunden geöffnet. Für Grüngut wurde eine weitere Sammelstelle in Huglfing geschaffen. Auch an der Biogasanlage Wessobrunn kann nun Rasenschnitt gesondert angeliefert werden. Für sperrige Gartenabfälle wurde erstmals im Herbst eine kostenpflichtige Abholung angeboten. Für häufig anfallende Kleinelektrogeräte wurden wohnortnahe Sammelbehälter an den Containerstandorten aufgestellt, die sehr gut genutzt werden und für eine Zunahme von fast 60 Tonnen dieser mülltonnengängigen Kleingeräte gesorgt haben. Dieses Sammelsystem hat zwischenzeitlich zahlreiche Nachahmer in unserem Land gefunden. Die Altkleidersammlung wurde durch neue Behälter weiter intensiviert; eine flächendeckendes Angebot wird in 2013 fertiggestellt. Das Gesamtabfallaufkommen hat im vergangenen Jahr deutlich um 3.586 Tonnen zugenommen auf 66.392 Tonnen. Der Anstieg begründet sich auf zusätzliche Gewerbeabfallmengen und auf ein Rekordergebnis bei den Gartenabfällen. Die Verwertungsquote ist geringfügig gesunken und lag bei 89,7 %. Wegen der hohen Grüngutmengen können auch die Wertstoffhöfe mit 15.215 Tonnen das bislang zweitbeste Ergebnis verbuchen. Die dezentralen Grüngutsammelstellen ergänzen das Angebot der Wertstoffhöfe überaus wirkungsvoll: Rund 40 % der Gartenabfälle wurden hier erfasst. Die Vollauslastung unserer MBA in Erbenschwang war durch die Akquisition neuer gewerblicher Kunden gegeben. Die MBA kann einen bemerkenswerten Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten. Nachdem Metalle bekanntlich nicht nachwachsen, streben wir durch ein intelligentes Sammeln, Sortieren und Aufbereiten eine möglichst vollständige Ausschleusung der Metalle aus dem Abfallstrom an. Darüber hinaus ist es unser Ziel, aus den im Haus- und Gewerbemüll enthaltenen Bestandteilen einen möglichst qualitativ hochwertigen Brennstoff für industrielle Feuerungsanlagen herzustellen. Mit dem Bau dieser Aufbereitungsanlage für Brennstoffe aus heizwertreichen Materialien BauhM - haben wir im November 2012 begonnen. Wir möchten dieses Projekt in den nächsten Monaten abschließen. Mit dieser Investition in Höhe von 2,5 Mio. sichern wir auch die moderne, zukunftsweisende Abfallwirtschaft an unserem Betriebsstandort mit 35 Beschäftigten. Auf einem rekultivierten Deponieabschnitt in Erbenschwang haben wir im Mai 2012 eine weitere Photovoltaik-Anlage mit einer installierten Leistung von 557 KWh in Betrieb genommen. Mit dieser Freiflächenanlage werden wir 700.000 KWh Strom jährlich erzeugen. Auf Schulen, Amtsgebäuden und abfallwirtschaftlichen Einrichtungen haben wir bislang Photovoltaik- Anlagen für mehr als 3,0 Mio. und einer installierten Leistung von 1,3 MW erstellt. Diese Solarkraftwerke stabilisieren zwischenzeitlich unsere Kostenstrukturen. Der seit Herbst 2003 vorübergehend stillgelegte vierte Abschnitt der Deponie in Erbenschwang wurde im Herbst 2012 wieder in Betrieb genommen, nachdem auf der zwischenzeitlich gemeinsam genutzten Tölzer Hausmülldeponie die Verfüllung im Sommer beendet wurde. Die durchschnittlichen jährlichen Ablagerungsmengen lassen die Prognose zu, dass die Deponie in Erbenschwang bis etwa 2032 genutzt werden kann. 1

Wir möchten unsere abfallwirtschaftlichen Einrichtungen weiterhin umweltgerecht und ökonomisch betreiben und freuen uns, dass wir dabei auf die breite Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger im Landkreis setzen können. Kostengünstige Abfallgebühren setzen voraus, dass alle werthaltigen Abfälle aus privaten Haushalten möglichst vollständig in unser Sammelsystem gelangen. Hierzu haben wir vielfältige Angebote. Das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz der Bundesregierung, das am 1. Juni in Kraft getreten ist, stärkt in diesem Bereich die öffentlich-rechtliche Abfallwirtschaft. Wir appellieren an die Bürgerinnen und Bürger, ausschließlich unsere Angebote zur Entsorgung ihrer Abfälle zu nutzen, da dadurch ein wertvoller Beitrag zur Schonung unserer Ressourcen geleistet wird, der noch dazu finanzielle Erlöse generiert, die allen Gebührenzahlern zu Gute kommen. Die neunte Senkung der Abfallgebühren seit 1995 trat am 1. Januar 2013 in Kraft! Wir wünschen Ihnen eine informative Lektüre. Für Ihre Kritik, Ihre Anregungen und Fragen stehen Ihnen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und wir selbst gerne Rede und Antwort. Erbenschwang, im März 2013 Ihre EVA GmbH Fritz Raab Geschäftsführer Holger Poczka stellv. Geschäftsführer 2

Abfallwirtschaftsbericht 2012 1 Das Abfallwirtschaftskonzept des Landkreises 2012 hat die EVA Erbenschwanger Verwertungs- und Abfallentsorgungsgesellschaft mbh ihr 20-jähriges Bestehen gefeiert. Als Tochterfirma des Landkreises Weilheim-Schongau sammelt und entsorgt sie seit 20 Jahren die Siedlungsabfälle in ihren Entsorgungseinrichtungen, zu denen das Abfallentsorgungszentrum (AEZ) in Erbenschwang bei Schongau mit mechanisch-biologischer Restmüllbehandlung (MBA) und Deponie sowie vier Wertstoffhöfe und sieben Grüngutsammelstellen gehören. Die EVA GmbH ist Vertragspartnerin der Dualen Systeme in Deutschland für den Verpackungsbereich Papier, Pappe, Kartonagen (PPK) und Subunternehmerin für die Vertragspartner in den Bereichen Leichtverpackungen (LVP) und Altglas. Die hoheitlichen und staatlichen Bereiche der Abfallwirtschaft (z.b. Gebühreneinzug, Satzungsgestaltung) sind nach wie vor im Landratsamt angesiedelt. Abfallentsorgungszentrum Erbenschwang (Aug. 2009): Behandlungsanlage, Verwaltung, Deponie, Wertstoffhof Eine Chronologie wichtiger Entscheidungen und Maßnahmen in der Abfallwirtschaft: 1982: Der Kreistag entscheidet sich gegen eine Müllverbrennung und damit für eine mechanisch-biologische Vorbehandlung des Restmülls 1991-1994: Einführung der getrennten Abfallerfassung 1992: Die Hausmülldeponie Erbenschwang erhält einen vierten Bauabschnitt, dessen Betrieb seit 2002 unbefristet genehmigt ist 1992: Die EVA GmbH nimmt am 1. Juli ihre Tätigkeit auf 1997: Das Abfallentsorgungszentrum (AEZ) Erbenschwang geht mit einer Restmüllbehandlungs- und einer Kompostieranlage in Betrieb 2003: Weilheim-Schongau kooperiert mit Bad Tölz-Wolfratshausen: Behandlungsanlagen und Hausmülldeponien werden im Verbund genutzt 2004/05: Erweiterung der mechanisch-biologischen Restmüllbehandlung (MBA) und Stilllegung der Biomüll-Kompostieranlage; die Bioabfälle werden in der Kompostieranlage in Quarzbichl / TÖL und die Restabfälle beider Landkreise in der MBA Erbenschwang verarbeitet 2006: Die Wertstoffhöfe Weilheim und Peißenberg werden vergrößert 2001/05/08/ Bau eigener Photovoltaikanlagen (insges. 1.311 KW p ) auf Deponie und 09/11: Gebäudedächern im AEZ Erbenschwang 2006/08/09/ Einrichtung dezentraler Grüngutsammelstellen in Peiting, Iffeldorf, 11/12: Bernried, Steingaden, Wielenbach, Huglfing und Wessobrunn 2008/09: Das ehemalige Kompostlager wird zur Nachreifehalle für das Deponat aus der MBA umgebaut 2010: Der Wertstoffhof in Erbenschwang wird erweitert 2011/12: Landkreisweite Aufstellung von Sammelbehältern für Kleinelektrogeräte 2012: Nach 9 Jahren vorübergehender Stilllegung wird die Deponie Erbenschwang im September wieder in Betrieb genommen 2012: Baubeginn für eine Aufbereitungsanlage für Brennstoffe aus heizwertreichen Materialien BauhM - im AEZ Erbenschwang 3

1.1 Erfassung der Abfälle Haus- und Geschäftsmüll, Biomüll, Altpapier und Leichtverpackungen werden mittels eines differenzierten Holsystems getrennt eingesammelt. Für diese Abfälle, die fast 60 % der Gesamtabfallmenge umfassen, stehen Haushalten, öffentlichen Einrichtungen und Betrieben vier Behältnisse zur Verfügung: Die Restmülltonne, die Biomülltonne, der Graue Wertstoffsack für Altpapier und der Gelbe Sack für Leichtverpackungen. Je nach Bedarf können die Restmülltonnen mit 40, 60, 80, 120, 240 und 1.100 Litern Fassungsvermögen genutzt werden. Bei den Biomülltonnen stehen als Volumina 80, 120 und 240 Liter zur Verfügung. Eine freie Auswahl und eine gemeinschaftliche Nutzung der Tonnen ist möglich, da kein Mindestbehältervolumen festgesetzt ist. Die Leerung erfolgt 14-tägig; die 1.100 Liter-Umleerbehälter können wahlweise auch wöchentlich geleert werden. Während für die Restmülltonne eine Anschlusspflicht besteht, kann auf die Biotonne unter Einsparung der separaten Abfallgebühr verzichtet werden, wenn alle organischen Abfälle selbst kompostiert werden. Mit dem Grauen Wertstoffsack wird monatlich oder zweimonatlich das Altpapier inklusive der Verpackungen aus Pappe abgeholt. Mit der Einsammlung sind in allen Gemeinden über 180 Vereine beauftragt. Über 90 % des Altpapiers wird über die Sammlungen erfasst; die restliche Menge wird an den Wertstoffhöfen kostenlos angeliefert. Die Vereine bekommen für die Sammlungen 48,00 je Tonne Altpapier; für getrennt erfasste Zeitungsbündel erhöht sich das Entgelt um bis zu 30,68 je Tonne. Im vergangenen Jahr wurden 640.000 netto an die Vereine ausbezahlt eine wertvolle Unterstützung für ihre gesellschaftlich wichtigen gemeinnützigen Aufgaben. Die bei der Vermarktung des Altpapiers erzielten Erlöse fließen zur Kostenminderung in den allgemeinen Abfallgebührenhaushalt ein und kommen damit allen Gebührenzahlern wieder zu Gute. Leichtverpackungen aus Kunststoff, Verbundmaterialien (z. B. Getränkekartons) und Metall (Dosen) werden in vierwöchentlichem Abstand im Gelben Sack abgeholt. Für Erfassung, Sortierung und Verwertung sind die Dualen Systeme im Rahmen der Verpackungsverordnung verantwortlich. Kunststoffe ohne Verpackungsfunktion gehören nicht in die Gelben Säcke, sondern müssen an den Wertstoffhöfen angeliefert werden. Für Dosen gibt es noch ein zweites Erfassungssystem: Sie können auch in separate Behälter eingeworfen werden, die neben den Altglas-Containern aufgestellt sind. Sperrige Hausratgegenstände (Sperrmüll) können individuell auf Abruf abgeholt werden. Dieses Angebot wird mit dem Auftraggeber direkt abgerechnet und ist nicht Bestandteil der kommunalen Abfallgebühren. Im Herbst 2012 hat die EVA GmbH erstmals eine kostenpflichtige, individuelle Abholung von sperrigen Gartenabfällen auf Abruf angeboten, um Bürgern ohne entsprechende Transportmöglichkeiten eine kostengünstige Entsorgung ihrer sperrigen Gartenabfälle zu ermöglichen. 4

Zu Wertstoffhöfen, Grüngutsammelstellen, Containerstandplätzen und zur mobilen Schadstoffsammlung können weitere Abfälle im Bringsystem gebracht werden. Es gibt vier Wertstoffhöfe in drei größeren Städten (Penzberg, Weilheim, Peißenberg) sowie im Abfallentsorgungszentrum Erbenschwang bei Schongau. Hier können Sperrmüll, Kunststoffe, Altpapier, Metalle, Gartenabfälle, Holz, Altkleider, Bauabfälle oder Elektrogeräte abgegeben werden. Der Wertstoffhof in Weilheim verfügt außerdem über eine Sammelstelle für bestimmte schadstoffhaltige Abfälle. Im Abfallentsorgungszentrum (AEZ) können zusätzlich Hausmüll, Gewerbeabfälle und asbesthaltige Baustoffe entsorgt werden. Metalle, Elektrogeräte, Altpapier, Verpackungen, Altkleider, Schadstoffe aus Haushalten sowie begrenzte Mengen Grüngut können kostenfrei entsorgt werden. Für alle anderen Abfälle muss der Abfallverursacher direkt bezahlen. Aufgrund der gestiegenen Auslastung in den vergangenen Jahren wurden alle Wertstoffhöfe baulich angepasst: Neben den Flächenerweiterungen ermöglichen ebenerdige Betonboxen ein bequemes, schnelleres Abladen und erleichtern die Anlieferbedingungen für Grüngut, Schrott oder für Abfälle zur energetischen Verwertung (Sperrmüll). Außerdem wurden auch die Öffnungszeiten erweitert. Die EVA GmbH hat ergänzend zu den Wertstoffhöfen mittlerweile sieben Grüngutsammelstellen eingerichtet. In Peiting (2006), Iffeldorf (2008), Bernried und Steingaden (beide 2009) werden von Frühjahr bis Herbst kleine Mengen Grüngut angenommen. Seit Mai 2011 ist die fünfte Annahmestelle in Wielenbach in Betrieb, wo in Zusammenarbeit mit einer Biogasanlage aber nur Grasschnitt angenommen wird. Im vergangenen Jahr wurden die Sammelstellen in Huglfing und Wessobrunn eröffnet. In Wessobrunn wird ebenfalls nur Grasschnitt angenommen, der in einer Biogasanlage verarbeitet wird. Mit der Oberland Kommunaldienste AG besteht außerdem eine Vereinbarung über die Anlieferung von Gartenabfällen an ihrem Kompostplatz in Pähl. Die dezentralen Grüngutsammelstellen stellen eine gute Ergänzung zu den Wertstoffhöfen dar: Das verdichtete Netz an Sammelstellen ermöglicht eine ortsnähere und flexible Entsorgung der Gartenabfälle. Altglas, Dosen und Batterien können an 112 Containerstandorten entsorgt werden, die in allen Gemeinden des Landkreises eingerichtet sind. Seit Ende Januar 2012 sind an 45 Standorten zusätzliche Sammelbehälter für Kleinelektrogeräte aufgestellt, um durch das ortsnahe Angebot die Sammelmengen zu steigern. Die kleinen Geräte landen oft noch in der Restmülltonne anstatt in den Wertstoffhöfen. Außerdem wurden seit 2010 die Standorte mit Altkleiderbehältern schrittweise ausgebaut. 2013 wird die Maßnahme abgeschlossen sein. Schadstoffhaltige Abfälle aus privaten Haushalten werden halbjährlich mit der mobilen Schadstoffsammlung ( Giftmobil ) in den Gemeinden erfasst. In Penzberg, Peißenberg und im AEZ Erbenschwang gibt es noch Zusatztermine zwischen den großen Aktionen im Frühjahr und Herbst. In Weilheim nimmt die stationäre Sammelstelle im Wertstoffhof ganzjährig Schadstoffe an. Aufgrund geänderter gesetzlicher Rahmenbedingungen entspricht die über 20 Jahre alte Sammelstelle jedoch nicht mehr den technischen Anforderungen. Daher wurde ab der zweiten Jahreshälfte die Annahme auf bestimmte Schadstoffe begrenzt. Es werden nur noch 5

Farben, Lacke, Batterien, Spraydosen, Altöl und ölhaltige Betriebsmittel angenommen, die mehr als drei Viertel der Schadstoffmenge ausmachen, also von den Bürgern am meisten abgegeben werden. Zum Ausgleich wurde die mobile Schadstoffsammlung durch zusätzliche Termine ausgebaut. 1.2 Restabfallbehandlung in der MBA Erbenschwang Auch die umweltverträgliche Beseitigung der unverwertbaren Abfälle gehört neben der Abfallverwertung zu den Aufgaben der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger. Hier im Landkreis werden die Abfälle zur Beseitigung seit 1997 im Abfallentsorgungszentrum (AEZ) Erbenschwang mechanisch-biologisch vorbehandelt und anschließend deponiert. Die Erbenschwanger MBA, die einzige Anlage dieser Art in Bayern, hat eine Kapazität von 40.000 Jahrestonnen und verarbeitet Hausmüll und hausmüllähnliche Gewerbeabfälle aus den Landkreisen Weilheim- Schongau und Bad Tölz-Wolfratshausen zu einem ablagerungsfähigen Deponat. Die Landkreise arbeiten seit 2005 zusammen: In unserem Landkreis werden die Restabfälle vorbehandelt, während beim Nachbarn der Biomüll kompostiert wird. Außerdem besteht noch ein Deponieverbund. In der MBA werden die angelieferten Abfälle zuerst zerkleinert. 35 bis 40 % des Materials werden anschließend als heizwertreiche Fraktion ausgesiebt, zu Ballen gepresst und energetisch verwertet. Etwa 1,65 % Metalle werden mit zwei Überbandmagneten aus den Abfällen herausgetrennt und verwertet. In der Homogenisierungstrommel wird der restliche Hausmüll, d. h. noch etwa 60 % der eingebrachten Abfälle, durchmischt und mit Wasser angereichert bevor er in der zweistufigen biologischen Behandlung über einen Zeitraum von etwa sieben Wochen verrottet. Aus dem Endprodukt dieser Vorbehandlung, dem Deponat, werden mit einem Sternsieb noch mal heizwertreiche Bestandteile aussortiert. Seit 2009 wird das Deponat im früheren Kompostlager noch vier Wochen gelagert und dabei regelmäßig umgesetzt. Diese Nachreife bewirkt einen weiteren Rotteverlust und verringert die Deponatmenge noch mal deutlich. 2012 wurden knapp 31 % der ursprünglichen Eintragsmenge auf der Tölzer und der eigenen Deponie zu den gesetzlich vorgeschriebenen Ablagerungskriterien abgelagert. Die Struktur des Deponats ist durch die Vorbehandlung sehr homogen, so dass es mit hoher Dichte abgelagert werden kann und der Deponieraum optimal genutzt wird. Der geringe Restgehalt an organischer Substanz verringert die außerdem Emissionen aus dem Deponiekörper. Erbenschwang ist seit 1982 Standort der Landkreisdeponie. Der aktuelle, vierte Deponieabschnitt darf unbefristet mit mechanisch-biologisch vorbehandelten Abfällen verfüllt werden. Seit 2003 war er stillgelegt, da im Rahmen der Kooperation zuerst die Deponie im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen verfüllt wurde. Deren Verfüllende trat im Sommer 2012 ein. Im September 2012 wurde die Deponie Erbenschwang wieder in Betrieb genommen, um das Deponat nun wieder hier abzulagern. Für die Deponie wird noch eine Laufzeit bis etwa 2032 prognostiziert. Sie kann somit 28 Jahre länger verfüllt werden als bei der Fertigstellung in 1992 geplant. Damals wurde für den 13,3 Millionen Euro teuren Abschnitt mit einer Laufzeit von 12 Jahren bis 2004 ge- 6

rechnet. Doch durch die seit Anfang der 90er Jahre umgesetzten Maßnahmen zur Abfalltrennung, verwertung und Abfallvorbehandlung können eine aufwändige Standortsuche und erhebliche Kosten für einen Deponieneubau eingespart werden. Und der größte Teil der Abfälle wird dank der Abfalltrennung von Bürgern und Betrieben einer sinnvolleren Verwertung zugeführt. 1.3 Abfallgebühren und Kosten in der Abfallwirtschaft Abfallgebühren unterliegen zahlreichen Anforderungen. Sie haben eine wichtige Lenkungswirkung, denn sie sollen zu Abfallvermeidung und Abfalltrennung motivieren. Transparenz, Verständlichkeit und Verursachergerechtigkeit sind dafür Voraussetzung. Gleichzeitig müssen sie den Unterhalt und Betrieb der abfallwirtschaftlichen Einrichtungen decken. Eine einfache Abfallgebühr für die Aschentonne kann all diese Anforderungen nicht mehr abdecken, so dass mittlerweile vielerorts regelrechte Gebührensysteme beschlossen wurden. Seit 1994 werden in unserem Landkreis die Kosten in der Abfallwirtschaft über eine Kombination aus Grund- und Leistungsgebühren ge- 15% Grundgebühr Privat 33% Grundgebühr Gewerbe deckt. 44 % des Gebührenaufkommens werden über die Grundgebühren von allen Abfallerzeugern erhoben, die sich so an den Grundkosten Gebühren Restmülltonne 41% 11% Gebühren Biomülltonne des Entsorgungssystems beteiligen. Private Haushalte bezahlen die Grundgebühr je Wohneinheit. Die Gebühr für gewerbliche und öffentliche Einrichtungen ist gestaffelt und orientiert sich nach der Größe der überbauten Nutzfläche. Die leistungsbezogenen und daher vom Abfallverursacher beeinflussbaren Gebühren werden hauptsächlich über die linearen Gebühren für die Mülltonnen eingenommen; sie decken das Gebührenaufkommen zu 56 %. Grundgebühren (monatlich; Auszug aus der Abfallgebührensatzung) Seit 1.1.2011 Ab 1.1.2013 Privater Haushalt bzw. Gewerbebetrieb, ermäßigt 3,70 3,50 Gewerbebetrieb, mindestens 8,40 8,00 Mülltonnengebühren Volumen Restmülltonne (Anschlusspflicht) (monatlich; Auszug aus der Abfallgebührensatzung) Seit 1.1.2011 Ab 1.1.2013 Biomülltonne (nicht verpflichtend) Restmülltonne (Anschlusspflicht) Biomülltonne (nicht verpflichtend) 40 Liter 3,00 ------ 2,80 ------ 60 Liter 4,50 ------ 4,20 ------ 80 Liter 6,00 3,20 5,60 3,00 120 Liter 9,00 4,80 8,40 4,50 240 Liter 18,00 9,60 16,80 9,00 1100 Liter 82,50 ----- 77,00 ----- Seit 1994 konnten die Abfallgebühren mehrfach gesenkt werden, zuletzt am 1. Januar 2011. Ein Privathaushalt, der beispielsweise die kleinsten verfügbaren Mülltonnen nutzt, bezahlt inklusive Grundgebühr jährlich 118,80 und damit nur noch 43 % der Gebühren von 1994. Die nächste Gebührensenkung erfolgt am 1. Januar 2013. Zusätzlich zu den Gebühren können Entsorgungsentgelte anfallen, wenn Wertstoffe in den Wertstoffhöfen entsorgt werden, die vom jeweiligen Abfallverursacher direkt bezahlt werden müssen. Der Gebührenhaushalt wird damit also nicht belastet. Wertstoffe, die finanzielle Erlöse erzielen, werden kostenlos angenommen und entlasten den Gebührenhaushalt. 7

Abbildung 1: Entwicklung der jährlichen Abfallgebühren Die sinkende Tendenz der Müllgebühren ist ein unmittelbares Ergebnis der Kostenentwicklung der EVA GmbH, da ihr Finanzbedarf zwar überwiegend aus den kommunalen Abfallgebühren gedeckt wird, aber ein großer Anteil auch mittlerweile aus Wertstofferlösen gedeckt werden kann. Die Kosten der EVA GmbH liegen seit mehreren Jahren auf einem niedrigen Niveau. Im vergangenen Jahr hat die EVA GmbH rund 7,2 Millionen Euro ihrer Bruttokosten aus dem Gebührenhaushalt gedeckt. Die Differenz zu den Gesamtkosten von über 11,2 Millionen Euro netto wurde durch Erlöse gedeckt. Sie stammen z. B. aus Verwertungserlösen, aus Entgelten der Dualen Systeme oder aus der Mitverarbeitung des Hausmülls aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Abbildung 2: Aus den Gebühren gedeckter Finanzbedarf der EVA GmbH 2006-2012 Abbildung 3 schlüsselt die Kostenbereiche der Abfallwirtschaft und ihre Anteile in Euro je Einwohner auf. Jeder Einwohner hat in 2012 statistisch gesehen 54,57 Euro zur Deckung des Finanzbedarfs bezahlt. Davon wurden über 53 % oder 29,22 Euro für das Abfallentsorgungszentrum (AEZ) und die Deponie bezahlt. Dahinter stecken Betriebskosten, aber auch Rückstellungen für künftige Nachsorgemaßnahmen auf der Deponie und im AEZ. Durch die Wiederinbetriebnahme der Deponie im Herbst ist dieser Kostenbereich gegenüber den Vorjahren massiv angestiegen. Der zweite Ausgabenbereich entfällt mit 15,30 Euro auf die Einsammlung der Abfälle, betrifft also die Ausgaben für die Müllabfuhr, den Betrieb der Wertstoffhöfe, Containerstandorte sowie die Schadstoffsammlung. Die Verwertung der an den Wertstoffhöfen angelieferten Wertstoffe verursachte einen Anteil von knapp 5,51 Euro je Einwohner; die hier entstehenden Aufwendungen werden über die von den Kunden bezahlten Entsorgungsentgelte und die Verwertungserlöse gedeckt. Die Verwaltung beanspruchte im vergangenen Jahr einen Betrag von umgerechnet 4,53 Euro je Einwohner. 8

Abbildung 3: Kostenverteilung in der Abfallwirtschaft 2012 in Euro je Einwohner 1.4 Abfallberatung und Öffentlichkeitsarbeit Herausragendes Ereignis unserer Öffentlichkeitsarbeit war der Tag der offenen Tür am 8. Juli im Abfallentsorgungszentrum Erbenschwang anlässlich des 20-jährigen Bestehens der EVA GmbH. 2.300 Besucher informierten sich an diesem Sonntag über verschiedenste Bereiche der Abfallwirtschaft und verbrachten mit ihren Freunden und Familien unterhaltsame Stunden im AEZ Erbenschwang. In Zusammenhang mit dem Jubiläum erschien auch eine EVAinfo, in der an die spannenden und aufregenden Anfänge sowie an die wichtigsten Ereignisse aus 20 Jahren Abfallwirtschaft erinnert wurde. 2 Abfallbilanz 2012 2.1 Gesamtabfallbilanz Das Gesamtabfallaufkommen verzeichnet 2012 eine deutliche Zunahme: Gegenüber dem Vorjahr ist es um 3.586 Tonnen auf 66.392 Tonnen gestiegen. Das entspricht statistisch einer Menge von 504,26 kg je Landkreisbürger. 9

Der markante Anstieg ist im Wesentlichen bei zwei Abfallarten eingetreten: Die gewerblichen Anlieferungen haben aufgrund erfolgreicher Akquisitionen zugenommen und beim Grüngut wurde ein Rekordergebnis eingefahren. Außerdem haben der Biomüll und die energetischen Abfälle zur Verwertung (Sperrmüll) noch nennenswert zugenommen. Bei den Elektrogeräten ist möglicherweise eine Trendwende in Sicht: Nach einem Gleichstand in 2011 sind die Mengen in vier Gerätegruppen im vergangenen Jahr erstmals seit dem Beginn der kostenlosen Rücknahmepflicht in 2006 zurückgegangen. Mit einer Ausnahme: Dank der neuen flächendeckend aufgestellten Behälter für Kleinelektrogeräte konnte die Menge in dieser Gerätegruppe um fast 60 Tonnen gesteigert werden. Tabelle 1: Abfallaufkommen 2012 im Landkreis Weilheim-Schongau Abbildung 4 zeigt die anteilige Zusammensetzung der einzelnen Abfallarten im Gesamtabfallaufkommen in Kilogramm je Einwohner. Den größten Anteil hat der Hausmüll mit fast 103 kg je Einwohner, gefolgt von Altpapier, Grüngut und Biomüll. 10

Abbildung 4: Anteile der Abfallarten am Gesamtabfallaufkommen 2012 in kg/ew,a Doch der Hausmüll macht gerade noch ca. 20 % vom Gesamtabfallaufkommen aus. Abbildung 5 verdeutlicht, dass das 1990 vor Einführung der Getrenntsammlung und der mechanisch-biologischen Vorbehandlung noch ganz anders war. Das Verhältnis von Beseitigung und Verwertung hat sich komplett umgedreht: Die Verwertungsquote ist von 17 % auf Werte um 90 % in den vergangenen Jahren gestiegen. Abbildung 5: Gesamtabfallaufkommen und Verwertungsquote 1990, 2004-2012 2.2 Holsysteme 2.2.1 Restmülltonne: Haus- und Geschäftsmüll Der Haus- und Geschäftsmüll von privaten Haushalten, Gewerbebetrieben und Geschäften wird im Abfallentsorgungszentrum Erbenschwang mechanisch-biologisch vorbehandelt und anschließend deponiert. Seit Einführung der Abfall-Getrenntsammlung bewegen sich die Mengen auf einem konstant niedrigen Niveau. Die getrennte Sammlung von Wertstoffen hat das Hausmüllaufkommen praktisch halbiert: 1990 erzeugte jeder Einwohner im Landkreis statistisch noch 209 Kg Hausmüll pro Jahr; mit geringen Schwankungen sind es jetzt nur noch 103 Kg Hausmüll jährlich - deutlich unter dem bayerischen Durchschnitt. 11

Abbildung 6: Hausmüll 1990, 2006 2012 2.2.2 Biomülltonne: Biomüll Die organisch abbaubaren Küchen- und Gartenabfälle werden in den braunen Biotonnen abgefahren und seit 2004 in der Kompostieranlage des Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen in Quarzbichl zu Kompost verarbeitet. Abbildung 7: Biomüll 2006-2012 Das Aufkommen war im Lauf der Jahre durchweg stabil mit Mengen um 10.000 Tonnen. Seit drei Jahren bewegt sich die Menge jedoch bei Werten unter 10.000 Tonnen. In 2012 wurden 9.784 Tonnen Biomüll abgefahren. Neben unterschiedlich ergiebigen Vegetationsperioden führen wir diese Entwicklung auch darauf zurück, dass weniger Gartenabfälle über die Biotonne entsorgt werden, sondern vermehrt zu den ortsnahen Sammelstellen gebracht werden. 2.2.3 Grauer Sack: Papier, Pappe, Kartonagen Im Landkreis Weilheim-Schongau wurden im vergangenen Jahr je Einwohner 95,66 Kg bzw. 12.595 Tonnen Altpapier erfasst. Die Altpapiermenge ist stabil. Seit einigen Jahren wird jedoch mehr Altpapier an den Wertstoffhöfen angeliefert und die Mengen im Grauen Sack nehmen ab. Im Altpapier sind mit einem Anteil von 22,5 % auch die Kartonverpackungen enthalten, deren Sammlung und Verwertung die Dualen Systeme erstatten müssen. Die EVA GmbH verwertet das Altpapier in regionalen Betrieben: Aus Zeitungen und Katalogen wird bei der Firma UPM in Schongau neues Tageszeitungspapier hergestellt. Mischpapier und Kartonagen werden in der Pappenfabrik Trauchgau bei Füssen verwertet. 12

Abbildung 8: Altpapier 2006-2012 Das Altpapier in den Grauen Säcken wird landkreisweit von Vereinen eingesammelt; der Anteil an der Gesamtmenge liegt bei 90,5 %. Die Tabelle zeigt die Ergebnisse der Vereinssammlungen in den einzelnen Gemeinden. Die höchsten Altpapiermengen je Einwohner wurden wie gewohnt in Seeshaupt, Iffeldorf, und Bernried eingesammelt. In kleineren Gemeinden, in denen oft nur sechs Sammlungen stattfinden können, werden deutlich geringere Mengen je Einwohner erfasst. In Iffeldorf wurden erstmals zwölf statt elf Sammlungen durchgeführt; Eberfing hat die Anzahl von sechs auf acht Sammlungen erhöht, um einen besseren Service mit kürzeren Zwischenräumen anzubieten. Gleichzeitig konnte dadurch die Sammelmenge gesteigert werden. Tabelle 2: Ergebnisse der Altpapiersammlungen der Vereine 2012 13

2.2.4 Gelber Sack & Iglus: Verpackungen der Dualen Systeme Verkaufsverpackungen werden je nach Material in verschiedenen Sammelbehältnissen (Gelber Sack, Grauer Sack, Iglu-Container) eingesammelt; ihre Erfassung, Sortierung und Verwertung wird von den verschiedenen Dualen Systemen in Deutschland ausgeschrieben und finanziert. Je nach Lizenzierungsanteil der einzelnen Systeme werden die gesammelten Verpackungen aufgeteilt, wodurch jedoch die Daten an Transparenz eingebüßt haben. Für das vergangene Jahr wurden uns 3.317 Tonnen eingesammelte Gelbe Säcke mit Leichtverpackungen gemeldet. 133 Tonnen Weißblech wurden in den separaten Dosencontainern wurden erfasst. Eine weitere Aufschlüsselung nach Verpackungsarten ist nicht mehr möglich. Die Altglasmenge blieb mit 3.540 Tonnen stabil. Abbildung 9: Verpackungen der Dualen Systeme 2008 2012 (ohne Kartonverpackungen) 2.3 Bringsysteme: Wertstoffhöfe, Grüngutsammelstellen, Containerstandplätze Im vergangenen Jahr wurden 15.215 Tonnen Abfälle und Wertstoffe an den vier Wertstoffhöfen angeliefert. Damit wurde der Höchststand von 2006 nur knapp unterschritten. Die Kosten sind wieder auf rund 470.000 gesunken, nachdem sie im Vorjahr aufgrund von baulichen Reparaturmaßnahmen und Waageumbauten höher ausfielen. Bezogen auf die Anliefermenge kostete jede Gewichtstonne 30,89 Euro; das Minimum in 2007 wird knapp verfehlt. Abbildung 10: Anliefermengen und Grundkosten der Wertstoffhöfe Die einzelnen Wertstoffhöfe zeigen in ihrer Auslastung durchaus unterschiedliche Entwicklungen. Weilheim und Peißenberg verzeichneten bislang kontinuierliche Zunahmen. Während in Weilheim die Mengen in 2012 leicht zurückgingen, stiegen sie in den anderen drei Höfen zum Teil deutlich an. Der enorme Anstieg der Gesamtanliefermenge ist eindeutig auf die hohen Grüngutmengen zurückzuführen. Auch an den Grüngutsammelstellen wurde mit 4.581 Tonnen die bislang höchste Menge angeliefert. Insgesamt wurden 11.467 Tonnen Gartenabfälle verwertet. Die dezentralen Sammelstellen haben daran einen Anteil von knapp 40 % und sind damit eine wirkungsvolle Ergänzung zum Entsorgungsangebot an den Wertstoffhöfen. 14

Abbildung 11: Gartenabfälle an den Grüngutsammelstellen 2007-2012 Das Grüngut machte 2012 an den Wertstoffhöfen einen Anteil von 45 % aus. Mit etwa 28 % ist der Sperrmüll die zweitgrößte Fraktion, die angeliefert wird. Sie wird je nach Material als Abfall zur energetischen Verwertung oder als Altholz entsorgt. Abbildung 12: Anlieferspektrum an den Wertstoffhöfen (Mengenangaben in Tonnen) Die in allen Gemeinden eingerichteten Containerstandplätze erfahren seit 2010 eine intensivere Nutzung. So wird die Anzahl der Altkleidersammelbehälter schrittweise erhöht. 2013 sollen sie flächendeckend in allen Gemeinden zur Verfügung stehen. Auch die neuen Behälter für Kleinelektrogeräte, die 2011 und 2012 in jeder Gemeinde aufgestellt wurden, werden sehr gut genutzt: Im vergangenen Jahr wurden über diese Behälter fast 90 Tonnen Kleinelektrogeräte erfasst. 15

Verschiedene statistische Daten des Landkreises Weilheim-Schongau Landkreisfläche WM-SOG: 966,41 km² Einwohner (EW, Stand: 30.6.2012): 131.666 EW Bevölkerungsdichte: 136 EW / km² Die Kommunen im Landkreis Weilheim-Schongau: Kommune EW Fläche Verwaltungsgemeinschaft 1 Gemeinde Altenstadt 3.234 19 km² Altenstadt 2 Gemeinde Antdorf 1.247 22 km² Habach 3 Gemeinde Bernbeuren 2.275 42 km² Bernbeuren 4 Gemeinde Bernried 2.226 14 km² 5 Gemeinde Böbing 1.781 40 km² Rottenbuch 6 Gemeinde Burggen 1.701 24 km² Bernbeuren 7 Gemeinde Eberfing 1.327 26 km² Huglfing 8 Gemeinde Eglfing 1.003 16 km² Huglfing 9 Gemeinde Habach 1.049 12 km² Habach 10 Gemeinde Hohenfurch 1.534 12 km² Altenstadt 11 Gemeinde Hohenpeißenberg 3.772 20 km² 12 Gemeinde Huglfing 2.581 23 km² Huglfing 13 Gemeinde Iffeldorf 2.573 28 km² Seeshaupt 14 Gemeinde Ingenried 920 18 km² Altenstadt 15 Gemeinde Oberhausen 2.091 15 km² Huglfing 16 Gemeinde Obersöchering 1.563 24 km² Habach 17 Gemeinde Pähl 2.406 32 km² 18 Markt Peißenberg 12.538 33 km² 19 Markt Peiting 11.625 75 km² 20 Stadt Penzberg 16.362 26 km² 21 Gemeinde Polling 3.239 29 km² 22 Gemeinde Prem 883 16 km² Steingaden 23 Gemeinde Raisting 2.246 22 km² 24 Gemeinde Rottenbuch 1.758 31 km² Rottenbuch 25 Stadt Schongau 12.212 21 km² 26 Gemeinde Schwabbruck 933 7 km² Altenstadt 27 Gemeinde Schwabsoien 1.300 17 km² Altenstadt 28 Gemeinde Seeshaupt 2.894 30 km² Seeshaupt 29 Gemeinde Sindelsdorf 1.076 18 km² Habach 30 Gemeinde Steingaden 2.766 64 km² Steingaden 31 Stadt Weilheim 21.927 56 km² 32 Gemeinde Wessobrunn 2.163 51 km² 33 Gemeinde Wielenbach 3.173 33 km² 34 Gemeinde Wildsteig 1.278 47 km² Steingaden 131.666 16