Anleitung zur Varroabekämpfung 2012 Behandlungsrückblick 2011 Nur wer zeitig mit der Bekämpfung der Varroa in seinen Bienenvölker im vergangenen Jahr begonnen hat, konnte für ausreichend gesunde Winterbienen sorgen. Wer erst Mitte August mit der Behandlung begann, musste bereits Anfang September einen starken Bienenschwund in den besten Völkern feststellen, der sehr starke Varroa - Befall im letzten Jahr war doppelt so groß, als in den vorher gegangenen Jahren. Bei den Völkern mit zwei Einheiten hat die Api life VAR Behandlung nicht ausreichend gewirkt. Die zweite Streifengabe erfolgt erst nach der Auffütterung der Völker, der große Abfall an Varroa '5 hat nun erst so richtig eingesetzt. Wer keine zweite Behandlung mit den AS Verdunstern durchführte, erlebte ebenfalls einen starken Bienenflug mit vielen Varroa im Gepäck, September und Oktober 2011. Auswirkungen auf die Bienenvölker; Die Sommerbienen gingen ab und daher blieben nur wenige Winterbienen bei der Königin zurück, die Völker waren voll aufgefüttert und bei einer Kontrolle Ende September sind noch Restbrutflächen vorgefunden worden. Durch die schwach besetzten Völker trat vermehrte Räuberei auf den Bienenständen auf, was wiederum eine Verschleppung der Varroa in andere Völker förderte. Resümee: Exakte Informationen an die Imkerinnen und Imker und eine Schulung der Vereinsbienen= warte soll den richtigen Einsatz der erprobten Behandlungsmittel vermitteln. Die Einrichtung von einem Varroa - Frühwarnsystem soll den Befallsgrad in den Völkern Regional schneller erkennen helfen und so den gezielten Bekämpfungsmaßnahmen als Grundlage dienen. Empfohlene Behandlungsapplikatoren die mit dem Behandlungsmittel AS 85% verwendet werden sollen; Der Apideaverdunster benötigt nur geringen Platzbedarf, der in den Völkern von oben in einem mit Einer oder Zweieinheiten verwendet werden kann. Auf dem Verdunster ist die Bedienungsanleitung aufgedruckt, mit einer Ansaugspritze für 50 oder 100ml wird die AS 85% in den Verdunster eingefüllt. Achtung nur mit Handschuhen und Schutzbrille arbeiten!
Der Universalverdunster rund kann sowohl von oben als auch von unten angewendet werden, hier sollte jedoch vermehrt auf die Temperatur geachtet werden. Bei einer Tagestemperatur von unter 25 Grad C sollte der Verdunster nur oben eingelegt werden, bei höherer Temperatur über 25 Grad C kann er auch im hohen Unterboden Platz finden. Die Einstellung der Öffnungen bei den Verdunstern variieren mit der Temperatur und mit der Anzahl der Einheiten eines Volkes. Bei zwei Einheiten und einer Außentemperatur bis 25 C, sollen die Öffnungen ganz offen sein, bis zur Temperatur von 28 C die Öffnungen um 2 Teilstriche schließen und bei Tem= peraturen über 30 C soll um weitere 2 Teilstriche = ~ geöffnet, die Öffnungen geschlossen werden. Beide Verdunster sind für eine Langzeitbehandlung ausgelegt, sie sollten mindestens 14 Tage in den Völkern verbleiben und die Verdunstungsmenge sollte mehr als 10ml pro Tag betragen. Alternativ zu dieser Behandlung wird ein Produkt mit Thymol und Eukalyptus empfohlen; Der Api life VAR Streifen wird bei den Bienenvölkern auf die Bruteinheit mit einem Gitter geschützt aufgelegt. In einer Packung befinden sich 2 Streifen, davon wird ein Streifen halbiert und die zwei Teile auf einer Bruteinheit eingelegt. Die Völker sollten jedoch vor der Behandlung mit mindestens der Hälfte des Winterfutters versorgt sein. Hier soll auch bis zu 14 Tage früher mit der Behandlung, als mit der AS 85% Behandlung, begonnen werden. Mitte August sollten die Völker fertig aufgefüttert werden und Anfang September der zweite Streifen aus der Packung zusätzlich auf die Bruteinheit gelegt werden. Diese verbleiben bis Ende Oktober in den Völkern und verhindern eine Reinvasion von Varroa Milben. Varroa Befallskontrolle; Der natürliche Varroaabfall kann erst 3 Wochen nach einer Behandlung festgestellt werden, dazu wird eine weiße eingefettet Windel unter einem Varroagitterboden eingeschoben. Diese verbleibt 3 bis 5 Tage im Volk und soll die abfallenden Varroa aufnehmen, die Auszählung wird durch die Anzahl der Tage geteilt und ergibt den tatsächlichen Varroabefall im Bienenvolk. Die Schadensschwelle im Sommer wird erreicht, wenn 10 und mehr Varroa pro Tag auf der Windel liegen, Anfang September nach der Sommerbehandlung soll der Abfall 2 Varroa pro Tag nicht übersteigen. Nach der Restentmilbung im November/ Dezember sollen es sogar unter 0,5 Varroa pro Tag sein. Was ist Reinvasion? Wenn von anderen Völkern im Umkreis von 1 Kilometer durch zugeflogene Bienen vermehrt Varroa in die behandelten Völker gelangen, das können pro Tag 60 bis 80 Varroa sein.
Wenn ein Volk zusammenbricht, wird dieses von Nachbarvölkern gerne ausgeraubt, so gelangen wieder viele Varroa zum raubenden Volk. Übersteigt der Varroabefall die Schadensschwelle in einem Volk, so sind sehr bald mehr Varroa im Volk als offenen Brutzellen, es gehen 2 und mehr Varroa in eine Zelle, die Made wird so stark geschädigt in ihrer Entwicklung, daß sie nur mit verkümmerten Flügel und Beinen, sehr kleinem Hinterleib und fast nicht lebensfähig, gerade noch aus der Zelle schlüpft. Aus so einer Zelle kommen 6 bis 9 vermehrungsfähige Varroa auf einmal. Nimmt der Druck an Varroa so stark zu, so flüchten die flugfähigen Bienen und ziehen bei Nachbarvölkern mit ihrem Anhang an Varroa ein. Innerhalb kürzester Zeit löst sich ein Bienenstand vollkommen auf, wenn der Imker die Anzeichen nicht richtig erkennt. Was machen wenn die Schadensschwelle schon vor der Tracht im Juni erreicht wird? Bei allen betroffenen Völkern die noch die Tracht nutzen sollen, sämtliche verdeckelte Brutwaben entnehmen und einem anderen Volk das nicht für die Trachtnutzung vorgesehen ist, über dem Absperrgitter aufsetzen. Wenn die Tracht eingesetzt hat, können die entnommen Waben durch Mittelwände ersetzt werden, ansonsten sind diese durch leerwaben zu ergänzen. Diesem Volk können von 2 bis 3 Völkern die verdeckelte Brut gegeben werden, es sollte jedoch 3 bis 4 Km vom Heimstand entfernt aufgestellt und mit AS 85% von oben behandelt werden. Hier sollte keine Honigernte mehr erfolgen, das Volk braucht Honig oder Futter zur Weiterpflege der Brut. Die gesunden Jungbienen können zur Bildung von Kunstschwärmen verwendet werden. Schwärme, Kunstschwärme und Brutlosevölker behandeln! Die Schwärme und Kunstschwärme können bereits nach 5 Tagen nach dem Einschlagen in die Beuten mit Apilac (Milchsäure 15%) besprüht oder mit Bienenwohl geträufelt, behandelt werden. Müssen die Schwärme gefüttert werden, so sind diese unbedingt auf einem Ablegerstand außerhalb vom Flugkreis aufzustellen. Bei brutlosen Völkern kann ebenfalls im Herbst eine einmalige Bienenwohl Träufelung erfolgen. Varroa Sommerbehandlung: Die Trachtnutzung sollte bis 20. Juli beendet werden, die Honigwaben entnehmen und dem Volk einen Futterstoß verabreichen. Die Behandlung mit den langzeitverdunstern bis zum 1. August beginnen und mindestens 14 Tage im Volk belassen. Keine Fütterung während einer Behandlung durchführen. 27.06.12 3 WL Helmut Graf
Alle Völker eines Standortes mit dem gleichen Behandlungsmittel und gleichzeitig behandeln, wenn in unmittelbarer Nähe mehrere Imker sind, so sollten auch diese in dieser Zeit ihre Völker behandeln. Nach den 14 Tagen kann die Fütterung der Völker fortgesetzt werden und bis ca. 10 September sollte diese abgeschlossen werden. Wann ist eine zweite Behandlung erforderlich? Wenn bei der Befallskontrolle Anfang September mehr als zwei Varroa pro Tag gezählt wurden. Wenn in nächster Umgebung schlecht betreute Völker vermutet werden oder wenn aus einer späten Waldtracht zurück gewandert wird. Womit soll bei der Sommerbehandlung nicht behandelt werden! Es soll nicht mit Oxalsäure flüßig geträufelt oder in Tablettenform begast werden, keine Bavarolstreifen mehr einsetzen, bei Schwärmen keine Folbex VA neu verwenden. Amitraz ist in Österreich nicht zugelassen, darf nur mit Genehmigung des Amtstierarztes eingesetzt werden, das Perizin sollte nicht in Völkern mit Waben bau verwendet werden, da das Mittel fettlöslich ist und sich im Wachs vermehrt anreichert. Wann wird eine Restentmilbung durchgeführt? Die Restentmilbung soll die letzte in einem Jahr sein und die Völker sollten keine Brut mehr haben, dies ist erst, wenn der erste Frost vor 21 Tagen war. Die Restentmilbung kann mit Bienenwohl, Oxalsäure flüssig oder mit Oxalsäure Tabletten erfolgen. Empfohlene Mittel für die Sommerbehandlung 2012 Die Ameisensäure AS 85% für die Langzeitverdunster Apidea oder Universal oder Api life VAR Streifen zum Auflegen auf die Brutwaben, einem Propolisgitter geschützt werden. diese müssen vor dem Austragen mit Empfohlene Mittel für die Restentmilbung 2012 Die Restentmilbung kann ab dem 20. Oktober bis Ende Jänner des Folgejahres erfolgen: Das Bienenwohl wird geträufelt, Handwarm und bei 5 Grad plus verabreicht, die Oxalsäure flüßig 3,3% wird auch in die Wabengassen geträufelt, pro Zarge 40 rnl,
Für die Verdampfung der Oxalsäure Tabletten reicht eine 1 Gramm Tablette für ein, ein und zwei Zargenvolk. Das Ziel muss sein, daß alle Imker flächendeckend die Behandlung durchführen. Wo notwendig sollten die Vereinsbienenwarte behilflich sein, das Land Vorarlberg unterstützt auch hier, mit einer Abgeltung der erbrachten Stunden. Der Erfolg steht und fällt mit dem schwächsten Glied in der Kette! Viele Ableger und gesunde Bienenvölker wünscht euch, Gesundheitsreferent Helmut Graf