Notfallvorsorge und Notfallmangement



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Transkript:

CCEXPO 2015 Notfallvorsorge und Notfallmangement Notfallvorsorge Digitalfunk BOS im Rahmen des G7-Gipfels 2015 Berlin, 07.10.2015 Johann Skwara Leiter AS Bayern

Übersicht 1. Rahmendaten zum Digitalfunk BOS und G7-Gipfel 2015 in Bayern 2. Notfallmanagement während des G7-Gipfels am Beispiel Mittenwald 3. Strategie und Maßnahmen zur Notfallvorsorge für den G7-Gipfel 2

Rahmendaten zum Digitalfunk BOS und G7-Gipfel 2015 in Bayern

Rahmendaten zum G7-Gipfel 2015 Einsatzschwerpunkte: Garmisch-Partenkirchen/Elmau München Einsatzleitung: PP Oberbayern Süd PP München Bundeskriminalamt Bundespolizei Landratsamt Garmisch- Partenkirchen (npol BOS) Einsatzbedingungen: 15.000-20.000 polizeiliche Einsatzkräfte, ca. 2.000 npol BOS (insgesamt ca. 17.000 Endgeräten) 2.000-3.000 Delegierte und Gäste (Schätzung) Ca. 5.000 akkreditierte Journalisten Pfingstferien in Bayern Einsatzräume liegen in Haupttourismuszone Elmau (1.000 m ü. M.) liegt innerhalb eines Naturschutzgebiets in hochalpiner Umgebung 4

Ausgewählte Kennzahlen zum G7-Gipfel (28.05.- bis 09.06.2015) Insgesamt 30.587 Endgeräte im Netz im Einsatzzeitraum Max. 17.791 eingebuchte Endgeräte pro Tag (24h) Bis zu 6.300 registrierte EG, die zeitgleich an einer TBS eingebucht Waren 330.411 Rufgruppengespräche im Einsatzzeitraum 3.453 Stunden Gesamtgesprächsdauer (durchschnittlich 36 Sekunden pro Gespräch) 13 Mio. CDR-Datensätze Fazit: Der Digitalfunk BOS ist das taktische Kommunikationsmittel zur Einsatzunterstützung! 5

Notfallmanagement während des G7-Gipfels am Beispiel Mittenwald

Weißwurstfrühstück in Krün bei Mittenwald am 07.06.2015 7

Blitzeinschlag am Standort Mittenwald (1) Höhenlage ca. 1.200 m Nur teilweise geteerte Zufahrtweg Netzersatzanlage Vor-Ort 24/7 - Bewachung durch die Bundespolizei während des G7-Gipfels Wichtig für die flächendeckende Funknetzversorgung 8

Blitzeinschlag am Standort Mittenwald (2) Ereignisverlauf: Blitzeinschlag erfolgte auf dem Zufahrtsweg zur Basisstation sowie einem benachbarten Baum Zunächst erfolgte kein sofortiger Stromausfall, da das beschädigte Starkstromkabel zunächst schwelte bevor ein Kurzschluss entstand Blitzeinschlag 9

Blitzeinschlag am Standort Mittenwald (3) Ereignisverlauf: Sonntag 07.06.2015, 06.00 Uhr, Auslösung FI-Schutzschalter der Zähleranschlusssäule, dadurch Ausfall der Zeltheizung des Wachschutzes Automatischer Start des Notstromaggregat Alarmierung des Generalunternehmers Generalunternehmer ordert vorsorglich eine zweite Netzersatzanlage (NEA) Ausfall der NEA nach wenigen Stunden TBS Stromversorgung schaltet auf Batteriebetrieb Generalunternehmer fährt ausgefallene NEA wieder an Zweite Back-up NEA trifft ein 10

Blitzeinschlag am Standort Mittenwald (4) Fazit: Ausreichende Reserven (NEA, Batterien), Generalunternehmer in 24/7 Bereitschaft und 24/7 Präsenz Vor-Ort ermöglichten einen frühzeitige Reaktion und Sicherstellung des Betriebs Der Standort Mittenwald war zu keinem Zeitpunkt des G7-Einsatzes vom Digitalfunknetz getrennt, so dass keine Beeinträchtigung im Funkverkehr entstand Durch Blitzeinschlag hervorgerufenen Schwelbrand zerstörtes Starkstromkabel! 11

Weitere Störungen beim G7-Gipfel 2015 (Übersicht) Unerlaubte GPS / SDS / Rufgruppennutzung Störungen durch FRT Störung GPS-Übertragung der Hubschrauberstaffel Ausfall eines TTRX am Standort Wank Fazit: Umfangreiche Notfallvorsorge und geübtes Notfallmanagement sind die Grundvoraussetzungen für einen störungsfreien Ablauf des Einsatzes! 12

Spezielle Maßnahmen zur Notfallvorsorge für den G7-Gipfel

Vorsorgemaßnahmen im Infrastrukturbereich Erkundung von Hubsteigerflächen und Bereitstellung von Hubsteigern Notstromkonzept und Bereitstellung von Notstromaggregaten Verschärfter Erfüllungszeiten mit Generalunternehmer Standortmanagement, Accessnetzprovider, Systemlieferantin, Schliesssystemhersteller 14

Zusätzliche betriebliche Unterstützungsleistungen Netzbetreiber Systemlieferantin Accessnetzprovider Schliesssystemhersteller Beistellung eines mobilen Entsendeteams mit Betriebsmitteln zur 24/7 Mitarbeit in der AS Leitstelle Einrichtung eines Notfallarbeitsplatzes in der DXT Vor-Ort Präsenz von Servicetechnikern einschließlich Technik im G7- Einsatzraum zur Verkürzung der Reaktionszeiten an den Vermittlungsstellen und den Basisstationen Beistellung eines Servicetechnikers zur 24/7 Mitarbeit in der AS Leitstelle Zusätzliches Personal im NMC Erhöhte Servicelevel während des G7-Gipfels Vor-Ort Präsenz von Servicetechnikern einschließlich Technik zur Verkürzung der Reaktionszeiten am Schließsystem der Zugänge zu den Tetra- Basisstationen 15

Beispiel: Aufbau temporärer Tetra-Basisstationen (Elmau) Antennenanlage Antennenmast (Turmdrehkransegmente) Masthöhe variabel 16

Beispiel: Einsatz mobile Tetra-Basisstation Antennenanlage Masthöhe: max. 36m Zugfahrzeug mit Teleskopantenne Anhänger mit Tetra-Basisstation und Stromerzeugeraggregat Ausfahrbarer Antennenmast 17

Johann Skwara Leitender Kriminaldirektor Bayerisches Landeskriminalamt Autorisierte Stelle Bayern Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Orleansstraße 34 81667 München Telefon: 089/1212-0 Mobil: 0173-8523002 CNP: 7-207-1701 E-Mail: persönl.: 18