Arbeitsmarktprogramm

Ähnliche Dokumente
II. Förderleistungen nach Artikel 2 der Richtlinie Initiative Inklusion für betriebliche Berufsausbildung durch die Schaffung neuer Ausbildungsplätze

Neuauflage der Förderrichtlinie des Bund-Länder-Programmes Initiative Inklusion Handlungsfelder Ausbildung und Arbeit

des Integrationsamtes beim Landesamt für Soziales und Versorgung

1. Zweck der Förderung, Rechtsgrundlage. Die Freie und Hansestadt Hamburg hat auf der Grundlage der Richtlinie des

FRL Innovationsprozesse Kitas. Richtlinie

Schwerbehinderten Menschen Chancen eröffnen. Neues Arbeitsmarktprogramm. Finanzielle Unterstützung

Menschen mit Behinderungen. Förderung von Fachkräften für Unternehmen

Verwaltungsvorschrift des Ministeriums für Soziales und Gesundheit

Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst zur Förderung studentischer Veranstaltungen Vom 14.

Richtlinie Initiative Inklusion Verbesserung der Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt

Richtlinie zur Förderung der Bildung, Erziehung und Betreuung von Asylbewerber- und Flüchtlingskindern in Kindertageseinrichtungen und Großtagespflege

2231-A. Richtlinie zur Förderung der Bildung, Erziehung und Betreuung von Asylbewerber- und Flüchtlingskindern in Kindertageseinrichtungen

Richtlinie über die Förderung von kommunalen Schwimmsportstätten in Schleswig-Holstein. (Schwimmsportstättenförderrichtlinie)

Förderung der Beschäftigung von langzeitarbeitslosen Personen

2.1 Ziel der Förderung ist es, für schwerbehinderte Menschen im Sinne der Ziffer 1 durch die Gewährung von Inklusionsprämien

Richtlinie des Landkreises Saalekreis über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung der Kultur und Heimatpflege

Verwaltungsvorschrift

Richtlinie für die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Migrationssozialberatung und Projekten zum Aktionsplan Integration (Förderrichtlinie

Verordnung der Sächsischen Staatsregierung zur Anerkennung und Förderung von Betreuungsangeboten 1

Ministerialblatt (MBl. NRW.) Ausgabe 2015 Nr. 33 vom Seite 719 bis 732

Richtlinie für die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Migrationsberatung Schleswig-Holstein (Förderrichtlinie Migrationsberatung)

R i c h t l i n i e. Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW) vom. (GA-Sonderprogramm Hochwasser ) vom

I. Vorbemerkung. II. Richtlinie

Richtlinie Integrative Maßnahmen

Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz / Geschäftsbereich

Richtlinie zur Förderung von Landesjugendverbänden (LJP - 5)

Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Maßnahmen der assistierten Reproduktion

Kriterien für die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von investiven Projekten soziokultureller Einrichtungen in Niedersachsen

Quelle: Gliederungs-Nr: Fundstelle: MBl. LSA. 2013, 222

2170 Geltende Erlasse (SMBl. NRW.) mit Stand vom

(LJP- 6) Erlass des Sozialministeriums. Vom 25. März 2003

Richtlinie für Zuwendungen für Familienentlastende Dienste für Behinderte (Titel ) Erlass des Sozialministeriums

Richtlinie. des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr über die Gewährung von Fördermitteln für Schmalspurbahnen (RL-SSB)

A. Förderung von Selbsthilfegruppen für Inklusion und Teilhabe von Menschen mit Behinderung oder chronischer Krankheit

Richtlinien über die Gewährung von Zuwendungen für Maßnahmen des Aktionsprogramm zur naturnahen Entwicklung der Gewässer 2.

Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Maßnahmen der assistierten Reproduktion

Grundsätze der Förderung nach dem Programm Hamburger Budget für Arbeit aus Mitteln der Ausgleichsabgabe gemäß Sozialgesetzbuch Neuntes Buch (SGB IX)

Richtlinien. unterstützte Kinderbetreuung. für das Förderprogramm Betrieblich. aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF)

gemäß 16 Schwerbehinderten-Ausgleichsabgabeverordnung (SchwbAV) in Verbindung mit 104 Abs. 3 Sozialgesetzbuch Neuntes Buch (SGB IX) I.

Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Projekten oder Maßnahmen zur Stärkung der ambulanten Pflege im ländlichen Raum

Richtlinien der Stiftung für das sorbische Volk zur Förderung

Fachliche Weisungen. Neuntes Buch Sozialgesetzbuch SGB IX. 159 SGB IX Mehrfachanrechnung

216 Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zu Fortbildungsmaßnahmen für pädagogische Kräfte des Elementarbereiches

Information. Förderrichtlinien. zum Programm Betrieblich unterstützte Kinderbetreuung aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) Familie

2231-A. Richtlinie zur Förderung von Investitionen im Rahmen des Investitionsprogramms Kinderbetreuungsfinanzierung 2017 bis 2020

Richtlinien zur Förderung der Einstellung und Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen in der Landesverwaltung Förderrichtlinien

1. Zuwendungszweck, Rechtsgrundlagen

Bekanntmachung über die Bestimmung einer örtlichen Fürsorgestelle und deren

2231-A. Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration. vom 14. März 2018, Az.

Richtlinie zur Förderung der Niederlassung von Ärztinnen und Ärzten im ländlichen Raum

7075-A. Förderrichtlinie für die Gewährung von Mobilitätshilfen an Auszubildende 2012 (Mobilitätshilferichtlinie 2012)

Richtlinie des Bezirk Unterfranken zur Förderung und zum Erhalt von Arbeitsplätzen in Integrationsprojekten für Menschen mit Behinderung

Richtlinien über die Gewährung von Zuwendungen für Freiwillige Ganztagsschulen 2011 im Saarland. Vom

52 Mitteilungsblatt des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern Nr. 1/2013

Richtlinie der Großen Kreisstadt Torgau zur Förderung der Kinder- und Jugendarbeit der Sportvereine (Sport-Jugend-FRL)

2160-A. Förderung des ehrenamtlichen Engagements in der Erziehungshilfe

Bekanntmachung des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz zur Allgemeinen Leistungssatzung der Sächsischen Tierseuchenkasse

Richtlinien zur Förderung der Einstellung und Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen in der Landesverwaltung Förderrichtlinien

VORIS Zuwendungsempfänger Zuwendungsempfänger sind. 3.1 Landkreise und Gemeinden,

Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung der Sportarbeit der Vereine des Landessportbundes Sachsen-Anhalt e.v.

21281 Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Maßnahmen der assistierten Reproduktion durch das Land Sachsen-Anhalt

Förderrichtlinie. über die Gewährung von Zuwendungen aus dem Initiativfonds Gemeinwesenarbeit. Inhalt: 1. Zuwendungszweck, Rechtsgrundlagen

Richtlinie zur Förderung von Kultur und Kunst

Richtlinie des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt zur Förderung von Kulturprojekten in freier Trägerschaft vom 15. November 2006

Vom 11. Februar 2016 (AmtsBl. M-V S. 82)

Richtlinie zur Gewährung von Zuwendungen für die Glasfaseranbindung der öffentlichen Schulen und der genehmigten Ersatzschulen

Richtlinie zur Förderung der Weiterentwicklung der Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit und des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes (LJP - 1)

Ministerialblatt (MBl. NRW.) Ausgabe 2015 Nr. 17vom Seite 391 bis 410

Richtlinie des Studentenwerkes Freiberg zur Förderung studentischer Veranstaltungen

Investitionen Teilhabe

Förderrichtlinie. der Stadt Leipzig

Richtlinie zur Förderung der Niederlassung von Hausärztinnen und Hausärzten im ländlichen Raum

Förderrichtlinie des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt zur Förderung des Ehrenamtes durch Mittel der Thüringer Ehrenamtsstiftung vom 1.

Der ergänzende Lohnkostenzuschuss nach diesem Programm wird auf Grundlage des 53 Abs. 3 SGB XII als freiwillige Leistung gewährt.

Richtlinie. des Wartburgkreises. zur Förderung von investiven Maßnahmen der Städte und Gemeinden als Eigentümer von Jugendeinrichtungen

Richtlinie der StädteRegion Aachen

Richtlinie über die Förderung von kommunalen Schwimmsportstätten in Schleswig-Holstein. (Schwimmsportstättenförderrichtlinie)

b) in Ausnahmefällen auch große kreisangehörige Städte und

2. Richtlinie. zur Förderung eines Programmes der Stärkung einer familiennahen und selbsthilfeorientierten Jugendhilfe in Mecklenburg-Vorpommern

Richtlinie der Landeshauptstadt Dresden zur Förderung von kulturellen Kleinprojekten (Kleinprojektefonds) Vom.01.Juni 2017

Richtlinie der Stadt Chemnitz zur Förderung der freien Träger im Rahmen der Fachkräftesicherung im Bereich der Sozialarbeit

Transkript:

Arbeitsmarktprogramm des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz "Wir machen das! Menschen mit Behinderungen in Ausbildung und Beschäftigung" Richtlinie zur Förderung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderungen Vom 26. April 2016 Der Freistaat Sachsen gewährt nach Maßgabe dieses Arbeitsmarktprogramms und der allgemeinen haushaltsrechtlichen Bestimmungen, insbesondere der 23 und 44 der Haushaltsordnung des Freistaates Sachsen (Sächsische Haushaltsordnung SäHO) in der Fassung der Bekanntmachung vom 10. April 2001 (SächsGVBl. S. 153), die zuletzt durch Artikel 1 des Gesetzes vom 29. April 2015 (SächsGVBl. S. 349) geändert worden ist, sowie der Verwaltungsvorschriften des Sächsischen Staatsministeriums der Finanzen zur Sächsischen Haushaltsordnung (VwV-SäHO) vom 27. Juni 2005 (SächsABl. SDr. S. S 225), die zuletzt durch Verwaltungsvorschrift vom 9. Dezember 2015 (SächsABl. SDr. S. S 374) geändert worden ist, in einem Arbeitsmarktprogramm Zuwendungen für die Schaffung von Ausbildungs- und Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen. Ein Anspruch auf Gewährung einer Zuwendung besteht nicht. Die Förderung erfolgt im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel. Die Bewilligungsbehörde entscheidet aufgrund ihres pflichtgemäßen Ermessens im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel. Die Förderung ist zweckgebunden und dient ausschließlich der Beschäftigungsförderung schwerbehinderter und diesen gleichgestellte Menschen nach 68 SGB IX. 1. Zuwendungszweck, Rechtsgrundlagen 1.1 Ein gleichberechtigter Zugang zu betrieblicher Ausbildung und Arbeit ist für Menschen mit Behinderungen noch nicht umfänglich gegeben. Das Arbeitsmarktprogramm "Wir machen das! - Menschen mit Behinderungen in Ausbildung und Beschäftigung" greift die Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention auf und trägt durch positive Anreize dazu bei, für die Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen zu sensibilisieren und Arbeitgeber bei der Ausbildung und Beschäftigung finanziell zu unterstützen. Zuwendungszweck des Arbeitsmarktprogramms ist die Schaffung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderungen, die besondere Schwierigkeiten haben, auch unter Inanspruchnahme von Regelleistungen inklusiv am Arbeitsmarkt teilzuhaben sowie die Schaffung neuer Ausbildungsund Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen. Neu ist ein Ausbildungsoder Arbeitsplatz, wenn er erstmals mit einem schwerbehinderten Menschen besetzt wird. Mit dem Arbeitsmarktprogramm "Wir machen das! - Menschen mit Behinderungen in Ausbildung und Beschäftigung" sollen zudem im Rahmen von Projekten Agenturen für Arbeit, Jobcenter der gemeinsamen Einrichtungen und zugelassenen kommunalen Trägern in Sachsen die Möglichkeit erhalten, neue Wege bei der Erschließung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderungen zu erproben. Seite 1 von 7

1.2 Die Förderung erfolgt auf der Grundlage von Artikel 24 Abs. 5 und Artikel 27 Abs. 1 der UN-Behindertenrechtskonvention sowie 9 des Gesetzes über die Gewährung eines Landesblindengeldes und anderer Nachteilsausgleiche (Landesblindengeldgesetz LBlindG) vom 14. Dezember 2001 (SächsGVBl. S. 714), das zuletzt durch Artikel 7 des Gesetzes vom 15. Dezember 2010 (SächsGVBl. S. 387, 394) geändert worden ist. Die UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet die Vertragsstaaten sicherzustellen, dass Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt und ohne Diskriminierung Zugang zu Berufsausbildung erhalten. In Artikel 27 wird das gleiche Recht von Menschen mit Behinderungen auf Arbeit festgeschrieben. Dies beinhaltet das Recht auf die Möglichkeit, den Lebensunterhalt durch Arbeit zu verdienen, die in einem offenen, integrativen und für Menschen mit Behinderungen zugänglichen Arbeitsmarkt und Arbeitsumfeld frei gewählt oder angenommen wird. Um dieses Recht zu verwirklichen, sieht die UN- Behindertenrechtskonvention vor, speziell im privatwirtschaftlichen Sektor die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen durch geeignete Strategien und Maßnahmen zu fördern. 1.3 Die Durchführung des Arbeitsmarktprogramms "Wir machen das! - Menschen mit Behinderungen in Ausbildung und Beschäftigung" - zur Förderung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderungen übernimmt die Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit durch Verwaltungsvereinbarung gemäß 368 Abs. 4 Dritten Buches Sozialgesetzbuch (SGB III) Arbeitsförderung Artikel 1 des Gesetzes vom 24. März 1997, BGBl. I S. 594, 595), das zuletzt durch Artikel 2 des Gesetzes vom 21. Dezember 2015 (BGBl. I S. 2557) geändert worden ist. 2. Gegenstand der Förderung 2.1 Förderung von Ausbildungsplätzen für junge Menschen mit Behinderungen Mit dem Arbeitsmarktprogramm "Wir machen das! - Menschen mit Behinderungen in Ausbildung und Beschäftigung" werden Arbeitgeber gefördert, die für schwerbehinderte und diesen gleichgestellte behinderte junge Menschen ( 2 in Verbindung mit 68 Absatz 1, 2 und 4 Neuntes Buch Sozialgesetzbuch (SGB IX) Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen Artikel 1 des Gesetzes vom 19. Juni 2001, BGBl. I S. 1046, 1047, das zuletzt durch Artikel 452 der Verordnung vom 31. August 2015 (BGBl. I S. 1474) geändert worden ist) Ausbildungsplätze in Betrieben schaffen. Schwerpunkt der Förderung sind Ausbildungsplätze für junge Menschen mit Behinderungen, die besondere Schwierigkeiten haben, auch unter Inanspruchnahme von Regelleistungen inklusiv am Arbeitsmarkt teilzuhaben. Hierunter fallen insbesondere a) junge Menschen, die eine Fachpraktikerausbildung nach 66 des Berufsbildungsgesetzes vom 23. März 2005 (BGBl. I S. 931), das zuletzt durch Artikel 436 der Verordnung vom 31. August 2015 (BGBl. I S. 1474) geändert worden ist, und 42m des Gesetzes zur Ordnung des Handwerks in der Fassung der Bekanntmachung vom 24. September 1998 (BGBl. I S. 3074; 2006 I S. 2095), das zuletzt durch Artikel 283 der Verordnung vom 31. August 2015 (BGBl. I S. 1474) geändert worden ist, absolvieren, Seite 2 von 7

b) junge Menschen mit Mehrfachbehinderungen, c) junge Menschen mit Behinderungen mit Migrationshintergrund sowie d) junge Menschen mit Behinderungen, die auf einem neuen Ausbildungsplatz ausgebildet werden. Neu ist ein Ausbildungsplatz, wenn er erstmals mit einem schwerbehinderten jungen Menschen besetzt wird. Die Förderung soll zur Übernahme in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis nach Beendigung der Ausbildung beitragen. 2.2 Förderung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderungen Mit dem Arbeitsmarktprogramm "Wir machen das! - Menschen mit Behinderungen in Ausbildung und Beschäftigung" werden Arbeitgeber gefördert, die schwerbehinderte oder diesen gleichgestellte arbeitslose oder arbeitsuchende Menschen ( 2 in Verbindung mit 68 Absatz 1 und 2 SGB IX), die besondere Schwierigkeiten haben auch unter Inanspruchnahme von Regelleistungen inklusiv am Arbeitsmarkt teilzuhaben, einstellen. Hierunter fallen insbesondere a) Menschen mit besonderen Vermittlungsproblemen (Langzeitarbeitslose), b) Menschen mit Mehrfachbehinderungen, c) ältere schwerbehinderte Menschen, die das 50. Lebensjahr vollendet haben, d) Menschen mit Behinderungen mit Migrationshintergrund sowie e) Menschen mit Behinderungen, die auf einem neuen Arbeitsplatz beschäftigt werden. Neu ist ein Arbeitsplatz, wenn er erstmals mit einem schwerbehinderten Menschen besetzt wird. Arbeitslose schwerbehinderte Frauen und schwerbehinderte Empfängerinnen und Empfänger von Leistungen der Grundsicherung sollen besonders berücksichtigt werden. 2.3 Förderung von Modellprojekten zur Erschließung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderungen Mit dem Arbeitsmarktprogramm "Wir machen das! - Menschen mit Behinderungen in Ausbildung und Beschäftigung" können Modellprojekte in Sachsen gefördert werden, um neue Wege bei der Erschließung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderungen zu entwickeln und zu erproben. Gefördert werden Projekte, die bereits bestehende Förderinstrumente und -maßnahmen ergänzen und die berufliche Integration von Menschen mit Behinderungen verbessern. Die Projekte sollen in Kooperation von mehreren Trägern der Arbeitsverwaltung durchgeführt werden und rechtskreisübergreifend ausgerichtet sein. 3. Zuwendungsempfänger 3.1 Zuwendungsempfänger der Förderungen nach Nummer 2.1 und 2.2 sind natürliche und juristische Personen des privaten Rechts mit Betriebssitz im Freistaat Sachsen, die Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigen. Der Sitz des einstellenden Betriebes richtet sich nach dem Betriebsverfassungsgesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 25. September 2001 (BGBl. Seite 3 von 7

I S. 2518), das zuletzt durch Artikel 3 Absatz 4 des Gesetzes vom 20. April 2013 (BGBl. I S. 868) geändert worden ist. 3.2 Zuwendungsempfänger der Förderungen nach Nummer 2.3 ist der jeweils federführende Projektträger (Agentur für Arbeit oder Jobcenter der gemeinsamen Einrichtungen und zugelassenen kommunalen Träger) in Sachsen. Der Zuwendungsempfänger kann Zuwendungen im Rahmen der Projektdurchführung weiterleiten. 4. Zuwendungsvoraussetzungen 4.1 Mit diesem Arbeitsmarktprogramm können nur Ausbildungs- und Arbeitsverhältnisse nach Nummer 2.1 und 2.2 gefördert werden, die nach Inkrafttreten bis zum 31. Dezember 2016 beginnen. Eine Projektförderung nach Nummer 2.3 kann nur mit Antragstellung bis zum 30. Juni 2016 zu erfolgen. 4.2 Es werden nur sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse gefördert. Arbeits- oder Ausbildungsplätze, die mit Beziehern von Renten wegen voller Erwerbsminderung besetzt werden, werden nicht gefördert. 4.3 Die Leistungsempfänger wirken bei der Evaluation der Förderung mit und erklären sich mit der Erhebung statistischer Daten zum Unternehmen und zum geförderten Ausbildungs- und Arbeitsverhältnis einverstanden. 4.4 Mittel des Arbeitsmarktprogramms "Wir machen das! - Menschen mit Behinderungen in Ausbildung und Beschäftigung" dürfen andere Förderungen der Träger der Arbeitsförderung und der Grundsicherung für Arbeitsuchende (Träger der Arbeitsvermittlung) nicht ersetzen. Sie dürfen nicht auf Leistungen der Bundesagentur für Arbeit, eines anderen Rehabilitationsträgers oder des Integrationsamtes angerechnet werden. 4.5 Die Förderung eines Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnisses mit Mitteln der Initiative Inklusion schließt eine Förderung nach diesem Arbeitsmarktprogramm aus. 5. Art und Umfang, Höhe der Zuwendung 5.1 Die Zuwendung nach Nummer 2.1 und Nummer 2.2 erfolgt im Rahmen einer Projektförderung als Festbetragsfinanzierung in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses. Die Zuwendungen nach Nummer 2.3 werden im Rahmen einer Projektförderung als Festbetragsfinanzierung in Form von nicht rückzahlbaren Zuschüssen gewährt. Zuwendungsfähig sind Sach- und Personalkosten. 5.2 Für jeden Ausbildungsplatz nach Nummer 2.1 können insgesamt bis zu 5 000 EUR gewährt werden. Die Zuwendung wird für die ersten beiden Ausbildungsjahre auf Antrag gewährt. Für das erste Ausbildungsjahr werden Seite 4 von 7

nach Ablauf von sechs Monaten drei Fünftel und für das zweite Ausbildungsjahr drei Monate vor Ablauf des zweiten Ausbildungsjahres zwei Fünftel fällig. 5.3 Für jeden Arbeitsplatz nach Nummer 2.2 können insgesamt bis zu 5 000 EUR gewährt werden. Bei unbefristeten Arbeitsverhältnissen werden für das erste Beschäftigungsjahr nach Ablauf von sechs Monaten und für das zweite Beschäftigungsjahr drei Monate vor Ablauf des zweiten Beschäftigungsjahres jeweils ein Halb der Zuwendung fällig. Für befristete Arbeitsverhältnisse mit einer Mindestdauer von einem Jahr kann für das erste Beschäftigungsjahr eine Zuwendung in Höhe von maximal 2 000 EUR gewährt werden. Die Zuwendung wird sechs Monate nach Bestehen des Arbeitsverhältnisses fällig. Wird das befristete Arbeitsverhältnis für ein zweites Jahr fortgesetzt, wird für das zweite Jahr des Arbeitsverhältnisses eine zweite Zuwendung in Höhe von maximal 2 000 EUR gewährt. Diese wird drei Monate vor Ablauf des zweiten Beschäftigungsjahres fällig. Wird das befristete Arbeitsverhältnis auf unbestimmte Zeit fortgeführt, erhöht sich die zweite Zuwendung auf maximal 2 500 EUR. 5.4 Für Modellprojekte zur Erschließung neuer Ausbildungs- und Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt können bis zu fünf Projekte bis zu je 90 000 Euro bewilligt werden. Sach- und Personalkosten sind bis zu 15 000 Euro je Projektentwicklung zuwendungsfähig. Im Rahmen der Projektdurchführung sind dabei 15 Arbeits- und/oder Ausbildungsplätze mit Personen nach den Nummer 2.1 und 2.2 zu besetzen. 6. Sonstige Zuwendungsbestimmungen 6.1 Die Leistungsempfänger haben den Wegfall der Fördervoraussetzungen den Agenturen für Arbeit unverzüglich anzuzeigen. Bei Beendigung des Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnisses innerhalb der ersten sechs Monate wird die bewilligte Förderung aufgehoben und zurückgefordert, es sei denn, der Arbeitgeber hat die Gründe für die Beendigung nicht zu vertreten. Dies gilt entsprechend für Förderleistungen für das zweite Ausbildungs- und Beschäftigungsjahr. Zu viel gezahlte Leistungen sind zurückzuzahlen. 6.2 Für die Fördergegenstände nach Nummer 2.1 und 2.2 wird die zweckweckentsprechende Mittelverwendung durch den Arbeitsvertrag nachgewiesen. Für Fördergenstände nach Nummer 2.3 wird die zweckentsprechende Mittelverwendung mit Projektbericht und Nachweis der besetzten Arbeitsplätze nachgewiesen. Auf Anfordern der Bewilligungsbehörde ist die zweckentsprechende Mittelverwendung zahlenmäßig (z. B. durch Lohnzahlungsbelege) nachzuweisen. 6.3 Der Landesrechnungshof ist berechtigt, die zweckentsprechende Verwendung der Mittel bei der Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Sachsen und den Agenturen für Arbeit im Bereich der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit zu prüfen. Seite 5 von 7

7. Verfahren 7.1 Für die Bewilligung, Auszahlung und Abrechnung der Zuwendung sowie für den Nachweis und die Prüfung der Verwendung und die gegebenenfalls erforderliche Aufhebung des Zuwendungsbescheides und die Rückforderung der gewährten Zuwendung gilt die Verwaltungsvorschrift zu 44 SäHO, soweit nicht in diesen Förderrichtlinien Abweichungen zugelassen worden sind. 7.2 Die für die Durchführung des Arbeitsmarktprogrammes erforderlichen und verfügbaren Mittel werden durch Verwaltungsvereinbarung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit zugewiesen. Zuständig für die Bewilligung der Förderungen nach Nummer 2.1. und 2.2 sind die Agenturen für Arbeit im Bereich der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit. Dies gilt auch, wenn Förderungen für arbeitsuchende schwerbehinderte Menschen beantragt werden, für die die Agentur für Arbeit in ihrer Funktion als Teil der gemeinsamen Einrichtungen gemäß 44b des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch Grundsicherung für Arbeitsuchende in der Fassung der Bekanntmachung vom 13. Mai 2011 (BGBl. I S. 850, 2094), das durch Artikel 5 des Gesetzes vom 24. Juni 2015 (BGBl. I S. 974) geändert worden ist, zuständig ist. Für arbeitsuchende schwerbehinderte Menschen, deren örtlich zuständiger SGB II-Träger ein zugelassener kommunaler Träger im Sinne des 6a Zweites Buch Sozialgesetzbuch Grundsicherung für Arbeitsuchende in der Fassung der Bekanntmachung vom 13. Mai 2011 (BGBl. I S. 850, 2094), das durch Artikel 5 des Gesetzes vom 24. Juni 2015 (BGBl. I S. 974) geändert worden ist, ist, wird die Antragsbearbeitung von den örtlich zuständigen Agenturen für Arbeit übernommen. 7.3 Die örtliche Zuständigkeit für Bewilligungen und Auszahlungen der Leistungen der Agenturen für Arbeit im Bezirk der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit richtet sich nach dem Sitz des einstellenden Betriebes. Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen kann im Einzelfall oder für Gruppen von Einzelfällen eine andere Agentur für Arbeit o- der eine andere Dienststelle für zuständig erklären. 7.4 Förderleistungen werden auf Antrag gewährt. Der Antrag ist vom Arbeitgeber vor Abschluss des Ausbildungs- oder Arbeitsvertrages und bei befristeten Arbeitsverträgen vor Abschluss des Änderungsvertrages bis zum 30.11.2016 zu stellen. Mit Antragstellung kann der vorzeitige Maßnahmebeginn beantragt werden. Für die Vorhaben nach Nummer 2.1 und 2.2 gilt der vorzeitige Maßnahmebeginn mit Antragstellung als bewilligt. 7.5 Über Widersprüche entscheidet der Widerspruchsausschuss bei der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit, 118 Absatz 2 SGB IX. 7.6 Für die Förderung von Projekten zur Erschließung neuer Ausbildungs- und Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nach Nummer 2.3 werden das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz und die Regionaldirektion Sachsen der Bunde- Seite 6 von 7

sagentur für Arbeit die Arbeitsagenturen und die Jobcenter der gemeinsamen Einrichtungen und zugelassenen kommunalen Träger in Sachsen aufrufen, Projektvorschläge einzureichen. Die Projekte sollen in Kooperation von mehreren Trägern durchgeführt werden und rechtskreisübergreifend ausgerichtet sein. Die Entscheidung über die Projektvergabe treffen das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz und die Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit gemeinsam. Die Durchführung der Projektförderung erfolgt durch die Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit. 8. Inkrafttreten und Außerkrafttreten Dieses Arbeitsmarktprogramm tritt am 15. April 2016 in Kraft. Dresden, den 26. April 2016 Barbara Klepsch Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz Seite 7 von 7