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Transkript:

Patienteninformation Darmkrebs Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie Kompetenzzentrum für minimal-invasive Chirurgie (CAMIC) Eine Einrichtung der

Ihr ärztliches Team: Dr. med. Jan H. Herrfurth Chefarzt Facharzt für Chirurgie und Viszeralchirurgie Spezielle Viszeralchirurgie Ernährungsmedizin Sportmedizin Matthias Weiß Oberarzt Facharzt für Chirurgie Frederike Löhr Oberärztin Fachärztin für Viszeralchirurgie Spezielle Viszeralchirurgie

Liebe Patientinnen und Patienten, bei Ihnen wurde eine Geschwulst im Dick- oder Mastdarm festgestellt, die operativ entfernt werden muss. Sie haben nun viele Fragen, wie es weitergeht. Wenn die Diagnose im Frühstadium gestellt wird, ist eine Heilung möglich. Aber auch bei Tumoren im späten Stadium sind in den letzten Jahren durch moderne Therapieverfahren enorme Fortschritte erzielt worden. Neben der Operation nach dem aktuellen Stand des wissenschaftlichen Fortschritts durch erfahrene Operateure mit neuen und effektiven OP-Techniken, wie die Minimalinvasive Chirurgie (MIC), erhalten Sie bei uns eine an den geltenden Leitlinien orientierte optimale Therapie durch verschiedene Spezialisten der Tumorbehandlung. Bei der Aufnahme im Krankenhaus wird der Chirurg mit Ihnen ausführlich über die Krankheit, die Operationstechnik und den Verlauf nach der Operation sprechen. Sie sind mit großer Hoffnung und viel Vertrauen in das Krankenhaus St. Bernhard gekommen. Das Ärzteteam und das Pflegepersonal der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie werden Sie in den nächsten Tagen nach bestem Wissen und Gewissen behandeln und betreuen. Wir werden alles dafür tun, dass Sie geheilt und zufrieden unser Krankenhaus verlassen können. Wir hoffen, dass Sie sich bei uns wohlfühlen und wünschen Ihnen einen angenehmen Aufenthalt. Wir danken Ihnen für das uns entgegengebrachte Vertrauen. Eine Einrichtung der

Der Dickdarm (Colon) Magen Dickdarm Dünndarm Appendix Mastdarm

Der Dickdarm ist etwa 1,5 m lang und schließt sich an den Dünndarm an. Er beginnt im rechten Unterbauch (Blinddarm mit dem Wurmfortsatz) geht nach oben (aufsteigender Dickdarm) dann quer (querer Dickdarm), steigt dann auf der linken Seite ab (absteigender Dickdarm) und geht nach einer s-förmigen Schleife (Sigma) in den 16 cm langen Mastdarm über. Der Dickdarm resorbiert das Wasser und Spurenelemente aus dem Dünndarmsaft und dickt so den Stuhl ein und transportiert diesen nach außen. Darmkrebs Die Dickdarmgeschwulst In den meisten Fällen entsteht der Darmkrebs aus gutartigen Wucherungen der Darmschleimhaut (Polypen). Ist in der Familie Darmkrebs bereits aufgetreten, so verdoppelt sich das Erkrankungsrisiko. Entzündliche Darmerkrankungen, fettreiche, ballaststoffarme Ernährung gelten als Risikofaktoren. 90 % der bösartigen Geschwülste im Dick- und Mastdarm treten nach dem 50. Lebensjahr auf. Etwa 6 % der Deutschen erkranken an Darmkrebs. Eine Einrichtung der

Die Untersuchungen Als erste Diagnostikmaßnahme wird ein Finger sanft in den Mastdarm einführt. So kann in ca. 35 % eine Mastdarmgeschwulst diagnostiziert werden. Als weiterführende Untersuchung wird mit oder ohne Narkose ein ca. 20 cm langes Metallrohr mit Licht in den Mastdarm eingeführt. Da am häufigsten die Tumore in diesem Bereich auftreten, ist bereits mit dieser Untersuchung in den meisten Fällen eine Diagnosestellung möglich. Durch eine Coloskopie kann der gesamte Dickdarm und ein Teil des Dünndarmes beleuchtet und eine komplette Diagnose gestellt werden. Dabei entfernen wir im St. Bernhard-Hospital während der Untersuchung gutartige Polypen schonend mit speziellen OP-Instrumenten. Die Krankenkassen in Deutschland übernehmen ab dem 55. Lebensjahr die Kosten für eine Vorsorge- darmspiegelung.

Häufigkeit und Lokalisation des Dickdarmkrebses Querliegender Dickdarm (6%) Aufsteigender Dickdarm (5%) Absteigender Dickdarm (20%) Blinddarm (4%) Rektum und Anus (65%) Krebserkrankungen des Dickdarmes treten am häufigsten im unteren Dickdarmabschnitt auf. Die Symptome Typische Symptome beim Darmkrebs sind Blut oder Schleim im Stuhl, Bauchkrämpfe, Wechsel zwischen Durchfall oder Verstopfung, Bleistiftstühle. Durch Blutverlust kann es zu Müdigkeit und Leistungsabfall kommen. Fortgeschrittene Krebse führen zum Darmverschluss (Ileus) oder Darmdurchbruch (Perforation). Das wichtigste Frühsymptom ist die unsichtbare Blutung, die mit speziellen und einfachen Tests (Hämoccult) nachgewiesen werden kann. Die jährliche Durchführung dieses Tests ist ab dem 50. Lebensjahr zu empfehlen. Ausbreitung des Dickdarmkrebses Der Dickdarmkrebs wächst von der Schleimhaut im Darmlumen nach außen. In späten Stadien kommt es zur Streuung in die Lymphknoten oder in andere Organe wie Leber und Lunge (Metastasen). Eine Einrichtung der

OP Methoden Die Behandlung Die chirurgische Operation ist beim Darmkrebs auch im fortgeschrittenen Stadium die Therapie der 1. Wahl. In speziellen Fällen muss vor der Operation eine alleinige Chemotherapie oder kombiniert mit einer Bestrahlung (neoadjuvante Therapie) erfolgen. In enger interdisziplinärer Kooperation arbeiten wir im St. Bernhard-Hospital mit unseren internistischen und radiologischen Kollegen zusammen, um das beste Behandlungsergebnis für die uns anvertrauten Patienten zu erzielen. Die Operation richtet sich nach der Lokalisation des Tumors. Dabei wird der Tumor mit dem dazugehörigen Darmabschnitt und Lymphabflussgebiet vollständig entfernt. Die Operation erfolgt zumeist in der herkömmlichen offenen Technik. Bei entsprechender Indikation, günstiger Lokalisation des Tumors und in frühen Stadien ist die Operation auch minimalinvasiv in der sog. Schlüssellochtechnik durchführbar. Die Operation Karzinom am Dickdarm rechts Bei Tumoren des rechten Colons muss der gesamte rechte Dickdarm mit einem Teil vom Querdarm und vom letzten Dünndarm entfernt werden (Hemikolektomie rechts).

Bei Tumoren des rechten Colons am Übergang zum Querdarm müssen der gesamte rechte Dickdarm mit Querdarm und ein Teil des linken Karzinom am Übergang vom absteigenden rechten Dickdarm zum Querdarm Dickdarmes und des letzten Dünn- darmes als erweiterter Eingriff entfernt werden (erweiterte Hemikolektomie rechts). Karzinom am linken Dickdarm Bei Tumoren des linken Colons muss der gesamte linke Dickdarm mit einem Teil vom Querdarm entfernt werden (Hemikolektomie links). Bei Tumoren des linken Colons am Übergang zum Querdarm muss der gesamte linke Dickdarm mit einem großen Teil des Querdarms als erweiterter Eingriff entfernt werden (erweiterte Hemikolektomie links). Eine Einrichtung der

Mastdarmkrebs Künstlicher Darmausgang nach Entfernung des Mastdarmes inkl. Anus Beim Mastdarmkrebs (Rektumkarzinom) kann in über 85% der Fälle unter Erhaltung des natürlichen Darmausganges operiert werden. Es kann dabei zur Entlastung der neuen Darmverbindung (Anastomose) vorübergehend die Anlage eines künstlichen Darmausganges (Kolostoma, Ileostoma) erforderlich werden, welcher nach einer kurzen Zeitspanne in einem kleinen Eingriff problemlos zurückverlegt werden kann. In manchen Fällen muss der gesamte Mastdarm mit dem Anus entfernt und ein dauerhafter Kunstafter (Anus praeter) angelegt werden. Durch moderne technische Geräte und Operationsverfahren ist die Zahl der Operationen mit endgültigem Kunstafter in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen.

Lokale Tumoroperationen Bei sehr günstig sitzenden Mastdarmtumoren in frühen Stadien kann der Tumor unter Einsatz von speziellem Instrumentarium in der TEM- Technik (Transanale Endoskopische Mikrochirurgie) ohne Bauchschnitt sehr schonend örtlich abgetragen werden. Die TEM ist eine minimal -invasive Operationsmethode mit geringer Patientenbelastung und niedriger Komplikationsrate. Nach der Operation ist der Patient nahezu völlig schmerzfrei. Er kann am Operationstag aufstehen. Die Nahrungsaufnahme ist je nach Resektionstiefe ab dem 1. oder 3. postoperativen Tag möglich. Nachsorge Nach der Operation wegen Dick-/Mastdarmkrebs sind regelmäßige Nachsorge-Kontrolluntersuchungen notwendig, um das Wiederauftreten der Krankheit rechtzeitig zu erkennen. Die standardisierte Nachsorge erfolgt in Zusammenarbeit mit den Hausärzten. Dazu gehören neben der körperlichen Untersuchung u. a. halbjährliche und nach 2 Jahren jährliche Kontrolle von Tumormarkern, Koloskopie, CT. Unser Sozialdienst vermittelt den Kontakt zu den Selbsthilfegruppen und unterstützt bei der häuslichen Pflege. Stomatherapeuten und Ernährungsberater stehen als Ansprechpartner zur Verfügung. Eine Einrichtung der

Hinweise und Verhaltensregeln nach der Dickdarmkrebsoperation Wie geht es nach der Operation weiter? Bei problemlosem Verlauf können Sie das Krankenhaus in der Regel am 8. Tag nach der Operation verlassen. Sie können ab dem 2. Tag wieder Leichtverdauliches essen. Grundsätzlich sollten Sie das Rauchen abstellen, denn das Rauchen kann die Wundheilung negativ beeinflussen und Hustenreiz auslösen. Kurzfristige Beschwerden Unmittelbar nach der Operation können Bewegung, Lagewechsel, Husten oder Pressen Schmerzen in der Narbengegend verursachen. Umschriebene Schwellungen, Blutergüsse, Verfärbungen können auftreten. Diese Beschwerden bilden sich in der Regel in den folgenden Tagen zurück. Sie sollten in diesem Fall zumindest in der ersten Woche nach der OP die operierte Körperpartie kühlen. Bei Rötungen, starken Schmerzen im OP-Gebiet und Fieber bitte sofort den Arzt aufsuchen! Körperliche Belastung In den ersten 2 Wochen sind in der Regel leichte Belastungen, Heben und Tragen bis max. 10 kg erlaubt. Nach 8 Wochen ist eine Belastbarkeit ohne Einschränkung möglich. Spätere Beschwerden Es können Verwachsungen im Bauchraum und bei Operationen mit Bauchschnitt können in 10 bis 15 % der Fälle Narbenhernien entstehen. Je nach der Länge des entfernten Dickdarmes können sich kurz- oder langfristig Verdauungsstörungen und Stuhlgangsunregelmäßigkeiten einstellen. Nahtmaterialien Die Fäden oder Metallklammern können 12-14 Tage nach der offenen Operation entfernt werden.

Duschen/Baden Nach Entfernung der Wundmaterialien. Mit wasserabweisendem Wundpflaster schon eher. Heparinspritzen Im Regelfall können sie etwa 10 Tage nach der OP abgesetzt werden, wenn Sie nach der OP sehr mobil und ohne Thromboserisiko sind. Blutverdünnungsmedikamente, z. B. ASS oder Marcumar ASS können Sie sofort wieder einnehmen, oder ASS wird heutzutage vor der OP kaum noch abgesetzt. Für Marcumar-Patienten gibt es besondere Empfehlungen. Essen In der Regel können Sie wieder alles ausprobieren. Als Faustregel gilt langsam wieder rantasten. Ratsam wäre, im Rahmen einer gesunden Ernährung auf üppig fette Mahlzeiten zu verzichten und ballaststoffreiche Kost einzunehmen. Arbeitsausfall Insgesamt bis 4 Wochen. Wenn im Anschluss an die Operation eine Chemotherapie oder Bestrahlung erforderlich ist, muss mit längerer Arbeitsunfähigkeit gerechnet werden. Das Gespräch zwischen Arzt und Patient ist für alle Beteiligten wichtig. Bitte fragen Sie das ärztliche Team nach allen Unklarheiten. Ihr Hausarzt erhält einen Brief über Ihre Operation, den Verlauf Ihres Krankenhausaufenthaltes und Hinweise für die Nachsorge. Eine Einrichtung der

Lange Straße So finden Sie uns St. Willehad-Hospital ggmbh St. Bernhard-Hospital ggmbh Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie Claußenstr. 3 26919 Brake Telefon: 0 44 01 / 105 154 Telefax: 0 44 01 / 105 178 www.krankenhaus-brake.de info@krankenhaus-brake.de Anfahrt: Schulstraße Georgstraße K213 P Willy-Brandt-Straße Kirchenstraße K213 Ulmenstraße P Claußenstraße Haasenstraße Hinrichs-Schnitger-Straße Rosenstraße

Eine Einrichtung der

Ihr ärztliches Team: Dr. Jan H. Herrfurth Chefarzt Facharzt für Chirurgie und Viszeralchirurgie Spez. Viszeralchirurgie Ernährungsmedizin Sportmedizin Matthias Weiß Oberarzt Facharzt für Chirurgie Frederike Löhr Oberärztin Fachärztin für Viszeralchirurgie Spez. Viszeralchirurgie St. Bernhard-Hospital gemeinnützige GmbH Allgemein- und Viszeralchirurgie Claußenstraße 3 26919 Brake Chefarzt: dr.jan.herrfurth@krankenhaus-brake.de Telefon: 0 44 01 / 105 154 (Mo. Fr. 07.30 16.00 Uhr) Telefax: 0 44 01 / 105 178 Sekretariat Frau Beha, Frau Stenull oder Frau Wiechmann Sprechstunden Mo. 13.00 bis 15.30 Uhr Mi. 10.00 bis 12.00 Uhr und nach Vereinbarung Notfallambulanz Unsere chirurgische Notfallambulanz ist für Notfälle 24 Stunden geöffnet. Fotos: fotolia, Dr. K. Raab, W. Grotelüschen