Winkelfehlsichtigkeit Winkelfehlsichtigkeit (WF) betrifft die Stellung der Augen zueinander, das heißt das Zusammenspiel beider Augen (binokulares Sehen). Beim Schielen ist die Sehachsenabweichung dem Gegenüber meist offensichtlich, bei der Winkelfehlsichtigkeit dagegen kompensiert der Betroffene die Abweichung selbst, was aber zu Anstrengungsbeschwerden führen kann. Gemessen wird die WF nach der Mess-und Korrektionsmethode nach Haase (MKH). Dafür ist ein spezielles Meßgerät notwendig (Polatest). Ziel ist es, bei bestehenden Anstrengungs- und Sehbeschwerden das Augensystem mit einer prismatischen Brillenkorrektion zu entlasten (die Fehlsichtigkeit [ Schärfe ] je Auge wird selbstverständlich auch berücksichtigt). Mögliche Anstrengungsbeschwerden können sein: schnelles Ermüden/ Konzentrationsprobleme bei anstrengenden Sehaufgaben Augendruck/ Kopfschmerzen... Mögliche Sehstörungen können sein: schlechtes räumliches Sehen Lichtempfindlichkeit zeitweises Unscharfsehen... weitere Informationen unter www.ivbv.org. Buchtip: Winkelfehlsichtigkeit, Dr.med. Uwe Wulff Neue Reihe für Ergotherapie; Schulz-Kircher Verlag Visualtraining - aktive Beeinflussung der Sehverarbeitung Fehlentwicklungen beim ursprünglichen Sehen-Lernen (oder eingeschlichene falsche Sehgewohnheiten) können durch gezieltes Visualtraining vermindert oder auch ganz behoben werden. Eine dauerhafte Verbesserung ist mit täglichen Übungen von ca. 20 min über einen Zeitraum von 6-12 Monaten zu erreichen. Alle 14 Tage verändern wir den Schwierigkeitsgrad je nach bisherigem Trainingserfolg. Durchschnittlich sind 10 gemeinsame Übungsstunden angezeigt.
Folgende Teilbereiche werden jeweils berücksichtigt: visualmotorische Übungen: z.b. Augenbewegungskontrolle, Blicksprünge oder Auge-Hand- Koordination Zusammenspiel der Augen: z.b. Koordination beider Augen und deren geaue Ausrichtung (Konvergenz- Divergenztraining), Fusionstraining, 3D, räumliche Orientierung Akkommodation: die Nah- und Fernscharfstellung in Qualität und Ausdauer Wahrnehmung: Detail-, Figur-Grund-, periphere Wahrnehmung, visuelles Gedächtnis, visuelle Reaktionsgeschwindigkeit Nur ein auf die vorhandenen Sehfunktionsdefizite individuell abgestimmtes Visualtraining ist erfolgreich. Deshalb müssen nach einiger Zeit Kontrollmessungen durchgeführt werden, um einerseits den Erfolg des Trainings zu dokumentieren, und um andererseits bei noch vorhandenen Defiziten das Trainingsprogramm neu auszurichten. Ganzheitliche Beratung Sehen, Hören, Fühlen...Bewegung, Psyche, Organisches, Ernährung...jeder Bereich ist im Einzelnen und Verbund wichtig. Oft kann ein Erscheinungsbild verschiedene Ursachen haben (Bsp. ADS- Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom). So gibt es auch in der Augenoptik Phänomene, die durchaus auch andere Blickwinkel (Erfahrungen/ Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen) zulassen müssen. In diesem Sinne kann die individuelle Beratung sehr unterschiedlich ausfallen: Empfehlung z.b. optische Korrektion (Brille/ Contactlinse...) Training Brille und Training zu anderer Berufssparte oder einfach Tips für gesundes Sehverhalten z.b. am Arbeitsplatz
Optometrie ops - (griechisch) Auge, metron messen Wissenschaft vom Sehen sowie von den Fehlsichtigkeiten und deren Korrektion... Das Anwendungsziel der Optometrie ist es, das bestmögliche Sehen gesunder Augen mit physikalischoptischen Mitteln zu erreichen. Wörterbuch der Optometrie In der Optometrie werden durch eine Vielzahl international standardisierter Tests die Funktionen des visuellen Wahrnehmungs-Systems gemessen, u.a.: Fehlsichtigkeiten des Einzelauges (z.b. Kurzsichtigkeit) Fehlsichtigkeit des Augenpaares (z.b. Winkelfehlsichtigkeit) ob beide Augen gleichzeitig und optimal miteinander arbeiten Fusionsvermögen, räumliches Sehen Funktional- /Verhaltensoptometrie Dieses Spezialgebiet der Optometrie geht noch mehr auf die Sehverarbeitung ein. Hier kann es zwar auch zu der Versorgung mit einer optisch-physikalischen Lösung also einer Brille oder Kontaktlinse kommen, doch steht auch das AKTIVE, was der /die Betreffende selbst für das eigene komfortable Sehen tun kann, im Vordergrund. Es wird anhand einer weitergehenden Messung (Sehfunktionsanalyse) getestet z.b. wie gut die Augenlinse scharf stellen kann; ebenso, wie ausdauernd die Nahund Ferneinstellung funktioniert, wie koordiniert die Bewegungen der Augen ablaufen, ob die Augen ein Team bilden, oder eines wesentlich dominant ist und das andere gar schläft, ob bei Blicksprüngen das Ziel auf direktem Wege erreicht wird. Für diese Messungen ist ein erheblicher zeitlicher sowie gerätetechnischer Aufwand notwendig. Das Erlernen von besserer differenzierten und aufeinander abgestimmten Sehfunktionen geschieht im Zusammenhang mit einem individuellen Visualtraining, dem jene Sehfunktionsanalyse vorangeht. Wo hat Visualtraining seinen Ursprung Schon seit über 80 Jahren gibt es Bestrebungen, verschiedene Sehfunktionen mit Augenübungen zu verbessern. Auch in Deutschland waren seit den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts Sehschulen nach der Bates-Methodik (genannt
nach dem Begründer) bekannt. Nach dem 2.Weltkrieg verschwanden diese allerdings wieder. Seit ca. 1940 begann man innerhalb der amerikanischen Optometrie wieder dahingehend zu forschen, dass gutes Sehen weit mehr als "ein scharfes Bild in irgendeiner Entfernung zu haben" bedeutet. Also nicht nur Dioptrien und Zylinder... bestimmen die Sehqualität, sondern das optimale Zusammenspiel aller zum visuellen System gehörenden Elemente: 2 organisch gesunde Augen, die Reizweiterleitung und das Gehirn. Gutes Sehen ist die Schnittmenge von 4 Teilaspekten, die ineinander greifen und möglichst gut aufeinander abgestimmt sein sollten, nämlich: Akkomodation Augenmotorik (die Augenlinsenarbeit) Vergenzen (das Zusammenspiel der beiden Augen) Visualisation (die Sehverarbeitung im weiteren Sinnez.B. die Bildvorstellung bei geschlossenen Augen) Da Sehen erlernt ist- (bei Geburt sehen wir unscharf- eher auf die Nähe fixiert und unbunt, die Augenmuskeln müssen erst lernen, miteinander die Augen gut auszurichten...) - können sich hier auch Fehlentwicklungen einschleichen. Der Entwicklungsprozess kann z.b. durch Auslassen der Krabbelphase beeinträchtigt werden. Durch ein gezieltes Visualtraining kann Fehlentwicklungen gegengesteuert werden und effektives Sehen erlernt werden. Voraussetzung sind einerseits 2 organisch gesunde Augen (bitte vorerst beim Augenarzt abklären lassen) und andererseits- wie so oft bei zu Erlernendem- Disziplin. Die Organisation OEP (optometric extension program), kümmert sich um die qualifizierte Anwendung der entstandenen Funktionaloptometrie. Zahlreiche amerikanische wissenschaftliche Studien bewiesen in der Vergangenheit den Erfolg dieser Vorgehensweise. In Deutschland findet die Funktionaloptometrie erst seit einigen Jahren Beachtung, allerdings gibt es in vielen europäischen Ländern schon wesentlich längere Erfahrungswerte. Die Funktionaloptometrie beschäftigt sich also mit Funktionsstörungen, die bei gesunden Augen aufgrund eines gestörten Sehverhaltens oder einer fehlerhaften Sehentwicklung auftreten. Diese Funktionsstörungen führen oft zu Problemen in der visuellen Wahrnehmung wie z.b. unsicheres Räumlichkeitsempfinden, was sich dann oft im Verhalten bemerkbar macht z.b.: unsicheres Einparken schlechtes Augenmass öfteres Anstossen - Ungeschicklichkeit Deshalb werden die Begriffe Funktional- und Verhaltensoptometrie oft synonym verwendet. Ziel vom Visualtraining ist es:
mehr Sehkomfort durch ganzheitliches Training Beschwerden wie sehbedingte Kopfschmerzen, anstrengendes Lesen... zu beseitigen Bewusstsein für gesundes Sehverhalten fördern (z.b. Lichtverhältnisse, Arbeitsabstand..) präventiv, um z.b. so gute Sehfunktionen zu haben, daß die Augen nicht (weiter) oder weniger in die Kurzsichtigkeit adaptieren. (Kurzsichtigkeit kann aber auch andere Ursachen haben!) mehr Leistungskapazität Ziel vom Visualtraining ist es nicht: Fehlsichtigkeiten (z.b. eine Brille) wegzutrainieren. (Kann aber die positive Begleiterscheinung haben, dass sich die Glasstärke zu schwächeren Werten verändert- z.b. bei Kurzsichtigen) Für wen Für Jung und Älter Nicht jeder sieht gleich. (alle Augen sind organisch gesund, jedoch liegen funktionelle Unausgewogenheiten vor) Da wir schlecht mit den Augen eines anderen wahrnehmen können, fehlt uns der Vergleich, ob das wie wir sehen optimal ist. Fehler, die sich beim Sehen-lernen eingeschlichen haben, können den Alltag des Betroffenen beeinträchtigen- nicht nur im Kindesalter, sondern auch später. Die ständig steigende Informationsflut und oft stundenlange Tätigkeit in der Nähe belasten uns heute mit viel höheren Nah-Sehaufgaben als frühere Generationen.
Folgende Beschwerden können hierbei auch bei Erwachsenen von versteckten Sehproblemen herrühren: Augenbrennen, Fremdkörpergefühl trockene und tränende Augen Müdigkeit und Konzentrationsstöru ngen Kopfschmerzen, Migräne Nacken- und Rückenschmerzen verschwimmende Buchstaben... Bei Kindern können Defizite in der Seh- Entwicklung massive Lese- und Lernprobleme erzeugen. Da bei den meisten Reihen-Sehtests nur die Sehschärfe der Einzelaugen bewertet wird, bleiben funktionelle Störungen im Zusammenspiel beider Augen oft unerkannt. Doch nur wenn das Seh-System greift, kann das Kind auch die Welt begreifen. Folgende Auffälligkeiten sollten hellhörig machen: Lese- und Schreibprobleme Schiefhalten des Kopfes oder schiefes Sitzen kurzer Leseabstand Gleichgewichtsprobleme geringe Belastbarkeit häufiger Schwindel und Übelkeit...