Keine Panik - Alles wird Blut

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Transkript:

theaterboerse.de DER THEATERVERLAG FÜR SCHULTHEATER, LAIENTHEATER UND AUTOREN Peter Reul, 2010 Ein Stück vom Literaturkurs der Stufe 12 des Städt. Meerbusch-Gymnasiums Alle Rechte zur Vervielfältigung, anderweitige Nutzung und die Aufführungsrechte liegen bei der: theaterbörse GmbH, Nussbergstraße 17 a, D-38102 Braunschweig, www.theaterboerse.de THEATERSTÜCKE UND AUTOREN IM VERLAG theaterbörse GmbH, Nussbergstraße 17 a, D-38102 Braunschweig

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Zum Stück Genre: Kriminalkomödie Zielgruppe: Jugendliche und Erwachsene Länge: ca. 90 Minuten Rollen: 29 (9 m, 20 w, z.t. variabel, Doppelbesetzungen möglich) Bühne: Platz mit Häusern, Vorgärten, einem Café Zum Inhalt In einer Kleinstadt geht das Leben seinen idyllischen und friedlichen Gang, bis auf einmal schreckliche Verbrechen die Ruhe stören. Angst und Misstrauen breiten sich aus; die Polizei scheint machtlos. Als immer weitere Morde geschehen, bildet sich eine Bürgerwehr, um die Sicherheit zu garantieren - vergeblich. Die Panik wächst, Gerüchte und haltlose Verdächtigungen kursieren, Reizbarkeit und Aggressivität nehmen immer mehr zu - bis sich am Ende alles in einer überraschenden Wendung auflöst. Personen Bernd Goschen Peggy Goschen Gabi Hermann Babsi Bammel Beate Bergmann Marie Phillips Rebecca Stern Tinka Stern Kitty Cornelsen Flora Cornelsen Julia Rademacher Katja Rademacher Mike Rademacher Frührentner seine Frau Nachbarin Nachbarin Freundin Bekannte Psychotherapeutin ihre Tochter Hundebesitzerin ihre Tochter Verlobte ihre Schwester ihr Vater Rolf Meier Wladimir Uranow Mia Grunwald Dr. Arndt Grunwald Heinz Maurer Verlobter Russe Mutter Rechtsanwalt Meister theaterbörse GmbH www.theaterboerse.de 3

Kevin Schmitt Amélie Papillon Sandra Heine Lehrling Polizistin Polizistin Margarete Beckmann Kommissarin Carla Schmidt Anita Krawinkel Sonja Ludwig Melanie Link Ursula Schröder Gott Teufel Zuschauerin Kellnerin Reporterin Kamerafrau Bürgermeisterin theaterbörse GmbH www.theaterboerse.de 4

1. Teil Das Bühnenlicht blendet langsam auf, man hört Vogelgezwitscher o.ä. Ein Platz im hellen Sonnenschein. Eine Hausecke links, die von zwei Handwerkern gestrichen wird. Davor eine große Regentonne. Rechts ein Baum, dahinter ein Gartenzaun, eine Hecke o.ä. Im Hintergrund eine Laterne. Rechts ein Café (Café Löffel) mit einigen Stühlen und Tischen davor. Peggy schneidet die Hecke, Bernd harkt das Laub zusammen. Akkordeon-Musik ertönt. Die Musik wird leiser und man hört eine LAUTSPRECHERSTIMME Wenn ich an den letzten Sommer zurückdenke Alles war so friedlich und alle waren so glücklich in unserer Stadt. Von hinten kommt Gabi mit einem Korb. Guten Morgen, Frau Goschen. So fleißig bei der Arbeit? Ja, schönen guten Morgen. Bei dem herrlichen Wetter muss man ja einfach raus, was Bernd? grüßt Gabi Na klar. Morgenstund hat Gold im Mund, sag ich immer. Da haben Sie recht. Aber was schneiden Sie denn da? Sie haben doch schon eine so sauber geschnittene Hecke. Ach, wir waren doch gestern auf einer Gartenausstellung in Bochum. Und da haben wir wieder so schöne Anregungen bekommen, nicht wahr, Bernd? Wissen Sie, unser Garten soll so werden wie in Versailles, wie beim Ludwig. Tja, und da muss man schon was für tun. Ach, da bin ich aber gespannt. Ich wollte gerade ein paar Kirschen pflücken, um Marmelade einzumachen. Ja, Ihr Kirschbaum sieht ja auch wieder prächtig aus dieses Jahr. Solche dicken Dinger! Das gibt bestimmt viele Kirschen. Oh ja, ich fürchte viel zu viele für uns. Wollen Sie beide nicht heute Nachmittag zum Kirschkuchenessen zu uns kommen? Dann pflück ich einfach ein paar mehr und backe einen Kirschkuchen. Mein Mann isst den doch so gerne. Na, wir doch auch, was Bernd? Ja, da sag ich nicht nein. Die Kirschen aus Nachbars Garten schmecken doch immer am besten! lacht Na, dann mach ich mich mal ans Kirschenpflücken. Bis heute Nachmittag! geht in den Hintergrund Schau doch mal, Bernd. Die beiden da. Sind die nicht ein hübsches Paar? Von links taucht ein Liebespaar Arm in Arm auf. JULIA ROLF JULIA ROLF JULIA ROLF JULIA Ich bin ja so glücklich! Und ich erst! Ich kann es noch gar nicht fassen, dass du ja gesagt hast. Ich war so aufgeregt. Ja, das hat man gemerkt. Und ich habe die ganze Zeit gehofft, dass du mich fragen wirst. Ach, ist das nicht schön hier? Wunderschön. bleibt stehen und holt ein Taschenmesser heraus Was hast du vor? Willst du geht mit dem Messer zum Baum und beginnt zu schnitzen Ja. Jetzt sind wir doch ein Paar für immer und ewig. Ein Herz! Und wenn der Baum wächst, wird auch unsere Liebe wachsen, nicht wahr? theaterbörse GmbH www.theaterboerse.de 5

ROLF JULIA Für immer und ewig. Und später zeigen wir unseren Kindern das Herz. Oh, hast du Kinder gesagt? umarmt ihn Beide gehen Arm in Arm ab. Dabei schauen sie auf ein Ehepaar mit Kinderwagen, das von rechts kommt. Von links taucht Kitty auf. ARNDT ARNDT Mia! Ist das die Kleine? Lass mich sehen! schaut in den Kinderwagen Oh, wie niedlich! Wie alt ist denn die Kleine jetzt? Genau eine Woche. Eine Woche! Ach nein, ist die putzig! Und ist denn alles? Ja, alles ist einwandfrei gelaufen. Mia war sehr tapfer. Und ich war so nervös! Kein Wunder. Wie heißt sie denn? Liberty-Rose. Süß! Am liebsten würde ich sie auf den Arm nehmen und knuddeln! Sie ist gerade eingeschlafen Keine Angst. Ich weck sie nicht auf. Außerdem muss ich noch einkaufen. Ich war gerade auf dem Weg. Wir sehen uns bestimmt bald wieder. Komm doch heute Nachmittag vorbei! Ja, gerne! Macht s gut. in den Kinderwagen gerichtet Butzi, butzi, butzi! Ehepaar und Kitty gehen zu verschiedenen Seiten ab. Kitty begegnet zwei Frauen, die vom Einkaufen kommen. BEATE BEATE BEATE Hallo, Kitty! Hallo! Stellt euch vor, wen ich eben getroffen habe? - Mia mit ihrer Kleinen! Sie ist ja so niedlich! Ja, wenn ich an die Zeit zurückdenke, als unsere noch so klein waren Wie alt sind denn eure Kinder jetzt? Lasse ist acht und Bosse ist neun. Und beide haben morgen Geburtstag. Du weißt ja, dass beide am gleichen Tag geboren wurden. Ja, stimmt! Und deshalb feiern beide zusammen morgen Kindergeburtstag. Wir kommen gerade vom Einkaufen und haben schon jede Menge Würstchen besorgt. Die beiden sind ganz wild darauf! Ja, das kann ich mir vorstellen. Apropos Einkaufen - Ich bin gerade auf dem Weg. Ich muss auch weiter. Ich habe die Handwerker zu Hause. Macht s gut und viel Spaß morgen beim Kindergeburtstag! Die drei gehen in verschiedene Richtungen ab. Babsi geht zu dem Haus, an dem die Handwerker arbeiten. MEISTER MEISTER Oh, Sie sind ja schon so weit! Tja, junge Frau, wir waren ja auch fleißig. Das sieht ja wunderschön aus! Was so ein neuer Anstrich doch ausmacht! Das will ich meinen. Aber warten Sie erst ab, wenn wir fertig sind theaterbörse GmbH www.theaterboerse.de 6

MEISTER Jetzt machen Sie aber erst mal eine kleine Pause! Ich hab Ihnen belegte Brötchen mitgebracht. Und einen Kaffee hab ich drinnen auch für Sie. Das ist nett von Ihnen. Aber ich möchte doch zuerst die Bahn noch fertigstreichen. zum Lehrling Geh du doch ruhig schon mit rein, Kevin. Du kannst eine Pause sicher gut vertragen. Danke, Meister. Lehrling geht mit Babsi ins Haus. Der Meister streicht weiter, während wieder die Akkordeon-Musik ertönt. LAUTSPRECHERSTIMME Warum konnte es nicht so bleiben? Warum mussten diese schrecklichen Dinge passieren? Dumpfe, grummelnde Geräusche wie ferner Donner sind zu vernehmen. Der Meister steigt auf die Leiter, die am Haus lehnt, bis er nicht mehr sichtbar ist. Von oben ertönt ein Schrei und der Meister (= Puppe) stürzt von oben in die Regentonne. JULIA ROLF ROLF kommt aus dem Haus Meister? Alles in Ordnung? schaut sich um und geht wieder hinein, zu Babsi Es war nichts. Er holt wohl gerade frische Farbe. erscheint mit Rolf suchend Meinst du hier? Hier ist der Baum. Ja, hier muss ich das Messer verloren haben, als ich das Herz in den Baum geschnitzt habe. Beide suchen den Boden ab, Julia entfernt sich dabei nach hinten von der Bühne. Ins Publikum Haben Sie vielleicht ein Messer gesehen? Plötzlich hört man einen lauten Schrei. fährt herum Julia?! Julia erscheint von hinten, sie hat den Mund geöffnet, ohne zu sprechen, taumelt auf Rolf zu und sinkt ihm in die Arme. ROLF ARNDT ARNDT ARNDT ARNDT Julia! Was ist denn los? Jetzt bist du doch bei mir. Jetzt ist doch alles wieder gut. er dreht sich mit ihr um, so dass man das Messer sieht, das im blutigen Rücken der jungen Frau steckt Julia?!! So sag doch etwas! sie sinkt in seinen Armen zu Boden, jetzt erblickt er auch das Messer Julia!!! erscheint mit Ehefrau und Kinderwagen, stürzt zu Rolf, Mia stellt den Kinderwagen im Hintergrund ab und läuft ebenfalls herzu Ist etwas passiert? Kann ich helfen? Oh, mein Gott! Das ist ja Blut! Arndt, so ruf doch einen Arzt! Ich glaube, wir rufen besser die Polizei. Ein Messer!! Wo ist Liberty-Rose? Dort drüben. zeigt auf den Kinderwagen im Hintergrund Ein Wunder, dass sie von dem Lärm nicht aufgewacht ist. Geh mit ihr nach Hause. Ich regel das hier. In diesem Moment setzt sich der Kinderwagen in Bewegung und rollt langsam auf das Paar zu. ARNDT geht langsam auf den Kinderwagen zu Schätzchen? Was Mia! Ist etwas? Mia: schaut in den Kinderwagen, hebt das weiße Oberbett hoch, so dass man einen riesigen Blutfleck darauf erkennt, sieht in den Wagen und stößt einen markerschütternden Schrei aus. Auch Arndt, der hinzugestürzt ist, schreit in panischem Entsetzen auf. theaterbörse GmbH www.theaterboerse.de 7

Von allen Seiten stürzen nach und nach alle bisher aufgetretenen Personen auf die Bühne. Entsetzensschreie, Rufe, hysterisches Hin- und Herrennen. Auf dem Höhepunkt Blackout. Man hört Telefongespräche, die sich zum Schluss überschneiden. STIMME B STIMME B STIMME B STIMME B STIMME B STIMME B STIMME B STIMME C STIMME C STIMME C STIMME C STIMME C STIMME C STIMME D STIMME C STIMME D STIMME C STIMME D STIMME E STIMME D STIMME E STIMME D Schneider. Britta? Hast du schon gehört? Nein, was ist denn los? Ach, ganz schrecklich! Die Julia ist tot! Und Was?!!! und das kleine Baby von Mia! Ach Gott! Was denn? Auch tot? Das kann doch nicht Beide tot! Ach du mein Gott, ist das schrecklich! Nein!! Das ist doch nicht möglich!! Wie ist das denn passiert?? Ach, frag nicht! Du hättest sie sehen sollen! Das ganze Blut! Mein Gott! Ein Unfall? Nein!!! Ermordet! Beide! Was??!!! Das ist doch nicht möglich!! Bei uns? Auch das Baby?? Ja, ich sag s dir! Ich darf gar nicht an den Anblick denken! Ja? Gabi. Weißt du schon Bescheid, was Ja natürlich. Ich war doch dabei! Was? Du warst dabei? Aber ist das nicht schrecklich? Die arme Julia! Ja, du hättest sie sehen sollen. Und das Baby erst! Alles voller Blut! Ja aber, wer kann denn so etwas Schreckliches getan haben? Man traut sich ja gar nicht mehr auf die Straße! Ich bleib jedenfalls heute im Haus! Und die Julia hat doch bei euch auf der Straße gewohnt, oder? Ja natürlich! Fünf Häuser weiter! Ich hab doch heute Morgen noch mit ihr gesprochen. Und sie war doch jetzt gerade mit dem Rolf zusammen Ja, tragisch. Ganz tragisch Hallo? Hier ist Sibylle. Sibylle! Ich hab schon gehört, was passiert ist! Ich wollte es gar nicht glauben! Ja, es ist auch unglaublich. Dass dieses Schwein sogar ein unschuldiges Baby umbringt Ja, aber wer um Gottes willen kann denn so etwas getan haben? Müller hier. Eva. Hallo, Brigitte. Ich Eben hat Holger angerufen. Der hat mir alles erzählt. Ich zitter jetzt noch am ganzen Leibe. Dann weißt du ja schon Bescheid. Ich bin auch ganz aufgelöst theaterbörse GmbH www.theaterboerse.de 8

STIMME F STIMME E STIMME F Ja? Brigitte hier. Ich wollte dir nur sagen Diese schreckliche Geschichte? Ja, ich hab schon gehört. Das ist Die Stimmen überschneiden sich, bis sie von der Akkordeon-Musik übertönt werden. LAUTSPRECHERSTIMME Nun war es vorbei mit unserem harmonischen Leben. Der Mörder war unter uns und man konnte niemandem mehr trauen. Licht blendet wieder auf. Straßenszene vom Anfang. An einem Tisch im Straßencafé sitzen Babsi, Beate und Kitty. Gleichzeitig schütten die drei Zucker in ihre Tassen, rühren um, heben die Tassen zum Mund, schauen zu beiden Seiten, trinken usw. Zwei Frauen kommen und begegnen sich. Ach, Rebecca. Auch einkaufen? Ja, es hilft ja nichts. Man muss ja raus, obwohl ich mich am liebsten zu Hause verkriechen möchte. Ja, das geht mir auch so. Mein Gott, genau hier, wo wir stehen, ist es passiert! Furchtbar. Ich darf gar nicht dran denken. Und du kennst doch Mia gut? Natürlich! Das ist doch meine Nachbarin. Die ist jetzt völlig fertig, das kannst du dir ja denken. Erst eine Woche alt war die kleine Liberty-Rose! Eine Woche! Ja.. Arndt kümmert sich rührend um sie, aber du bist doch Psychologin. Könntest du nicht einmal mit ihr sprechen? Ja, das kann ich gerne machen. Wenn ich ihr helfen kann Aber für die Eltern von Julia muss es auch schrecklich sein. Ja. Und für ihren Freund, den Rolf. Aber jetzt sag doch mal, wer kann denn so etwas tun?! Ich weiß es auch nicht. Die Julia war ja vorher mit dem Wladimir zusammen. Aus der Neubausiedlung drüben. Ich mein, ich will nichts gesagt haben, aber Ach, du meinst? Na ja, erfreut war der nicht, als die Julia was mit dem Rolf anfing, aber wie gesagt, ich will hier keinen Nein, nein, das ist klar, aber du hast recht Nichts gegen diese Russen, aber Hat nicht der Wladimir auch mal Ärger gemacht? Ja sicher, bei der Party vor zwei Wochen. Da hat der doch eine Prügelei mit dem Rolf angefangen. Da musste doch sogar die Polizei kommen. Nein!! Die Polizei? Tatsächlich? Das ist ja Aber wie gesagt, ich will nichts gesagt haben Natürlich nicht. Ich doch auch nicht. Aber ein bisschen unheimlich ist der schon, der Wladimir Ja, das finde ich auch. Immer wenn ich den sehe, denke ich Wladimir kommt mit Kevin, dem Lehrling. UND übertrieben freundlich Hallo, Wladimir! Wladimir und Kevin setzen sich an einen Tisch im Straßencafé. Die beiden Frauen gehen mit ihren Einkaufstaschen weiter. ihnen nachschauend, spricht mit russischem Akzent Verdammte Schluchas! Schluchas? theaterbörse GmbH www.theaterboerse.de 9

BEATE BEATE Schlampen! Hast du nicht gesehen, wie sie über mich geredet haben? Vielleicht haben sie über jemand anders gesprochen Schluchas! Alle Weiber sind Schluchas! Na ja alle Also Julia zum Beispiel war doch Julia war auch nicht besser! Aber wie kannst du das sagen Du warst doch mit ihr zusammen Weil ich geglaubt hab, sie ist anders als die andern, aber dann hat sie was mit dem Rolf angefangen, diese Schlucha! Jetzt ist sie ja tot Geschieht ihr recht! Oh, Wladi, na ja Warum bist du eigentlich nicht auf dem Bau? Ja, komisch. Als ich heute Morgen hin kam, war der Meister nicht da. Ich weiß auch nicht, wo der steckt Na, diese Flasche! Ach, er ist eigentlich ganz in Ordnung. Ich kann ja verstehen, dass du nicht gut auf ihn zu sprechen bist nach dem Vorfall Der kann mich mal! Na ja, aber ich mein, wenn du mit ner Wodkaflasche auf der Arbeit Ach, leck mich doch! Na ja, schon gut ich mein ja nur War die Polizei eigentlich schon bei dir? aufbrausend Warum sollen denn die Bullen zu mir kommen?! Ich dachte nur weil du doch die Julia gekannt hast und springt auf und wirft dabei den Tisch um Sag doch gleich, dass ich sie abgestochen hab! Diese Schlucha! geht wütend ab wendet sich vom Nebentisch Kevin zu Hallo, Kevin! Was war denn los? Ach, nichts Besonderes. Der Wladimir ist halt so ein bisschen aggressiv Ich hatte nur die Julia erwähnt und Ach, setz dich doch zu uns, Kevin! nach hinten Eine Cola! setzt sich an den Tisch Danke. Jetzt sag doch mal, Kevin dieser Wladimir, das ist doch ein komischer Kerl, oder? Ach ja, wie gesagt, er ist ein bisschen aggressiv, aber Ja, aber hat er nicht neulich sogar den Rolf krankenhausreif geschlagen? Nein, so schlimm war es nicht. Er hat halt eine Prügelei angefangen wegen der Julia Na, das wird aber doch die Polizei interessieren, oder was meint ihr? Kellnerin bringt ein Glas Cola. Bei mir war die Polizei schon gestern. Was? Das erzählst du erst jetzt? Was haben sie denn gesagt? Na ja, vor allem haben sie jede Menge gefragt. Das Ganze ist ja fast vor meiner Haustür passiert! Ja eben. Und hast du denn nichts gehört oder gesehen? theaterbörse GmbH www.theaterboerse.de 10

BEATE BEATE Ja, die Schreie von der Julia hab ich gehört! Ich sag dir: Durch Mark und Bein ist mir das gegangen! Ja, schrecklich! Und heute wollten wir doch Kindergeburtstag feiern! Stimmt. Die Feier habt ihr sicher abgesagt? Ja, es ging ja gar nicht anders. Die Eltern trauen sich ja gar nicht mehr, ihre Kinder zu uns zu schicken! Und jetzt haben wir die ganzen Würstchen! Kevin, willst du nicht ein paar Würstchen haben? Du kannst es doch vertragen! Oh, danke aber Ich pack dir ein paar Würstchen ein und wenn du dann nachher kommst Ja, ich weiß noch gar nicht, ob wir heute kommen Der Meister ist gar nicht da Nicht da? Aber heute sollte doch der Anstrich fertiggemacht werden! erhebt sich Ich glaube, ich schau mal nach. Vielleicht ist ja der Meister inzwischen gekommen Vielen Dank für die Cola ab Na, ich hoffe, die werden heute fertig. So langsam wird Oh, seht mal, da kommen die Polizisten, die gestern bei mir waren. Die drei Frauen beobachten im Folgenden voller Neugier, was geschieht Von rechts nähern sich zwei Polizistinnen und die Kommissarin. POLIZISTIN B POLIZISTIN B spricht mit französischem Akzent, im Stil eines Fremdenführers Und hier kommen wir zum Tatort. Sie sehen hier das Café der Baum mit dem eingeritzten Herz und hier die Stelle, wo die Frauenleiche gefunden wurde Hier? Ja, genau hier. Sie lag auf dem Bauch, das Messer steckte in ihrem Rücken Das heißt, der Täter ist von hinten gekommen. anzüglich Auf die französische Art. Oui. Das Messer steckte zu Polizistin B Leg dich mal dahin! beflissen, etwas begriffsstutzig Ich? Hier? legt sich in Opferhaltung auf den Boden Und hier wenn Sie mir bitte folgen wollen hier stand der Kinderwagen mit der Babyleiche. Das Baby war Hier? Genau an dieser Stelle. Das Baby war Setzen Sie sich mal dahin! pikiert Ich?! Hier?! nimmt sich einen Caféstuhl und setzt sich geht nachdenklich zwischen den beiden Leichen hin und her Die Tatorte liegen nah beieinander Das könnte darauf hinweisen, dass der Täter oder die Täterin steckt im Vorübergehen der Polizistin A einen Schnuller in den Mund und geht weiter hin und her Zuerst kam der Mord an der jungen Frau will sich erheben Um 16.35 Uhr. Die Nachbarin hat ausgesagt Die Kommissarin drückt sie im Vorübergehen mit dem Fuß wieder in die Liegeposition Wo befanden sich das Ehepaar und der junge Mann zu diesem Zeitpunkt? theaterbörse GmbH www.theaterboerse.de 11

schmollt. Kommissarin zieht ihr den Schnuller aus dem Mund Der junge Mann stand dort drüben und die beiden Kommissarin: sieht sich suchend um, ihr Blick bleibt an den drei Frauen im Café hängen KELLNERIN KELLNERIN KELLNERIN Kommt. Ich glaube, wir gehen lieber Die drei legen nacheinander ein Geldstück auf den Tisch und gehen ab So. Endlich sind wir die drei Hühner los. geht zum Cafètisch, nimmt die Münzen und steckt sie in die eigene Tasche kommt, auf dem Tisch suchend, zur Kommissarin Entschuldigung, haben Sie die drei Damen gesehen, die hier gesessen haben? Die sind gerade gegangen. Ohne zu bezahlen! Das ist ja unerhört! Wirklich unglaublich! Die Leute heutzutage Ich würde mich gern darum kümmern, aber wir haben einen Mordfall zu untersuchen. Ja natürlich. Ich verstehe. Das hätt ich nicht für möglich gehalten geht kopfschüttelnd ab Ist am Tatort etwas gefunden worden? steht zusammen mit Polizistin B auf und überreicht der Kommissarin einen Lippenstift in einem durchsichtigen Beutel Ein Lippenstift. Chanel. Bordeaux Rouge. Wir fanden ihn dort hinten in der Nähe des Kinderwagens. nimmt den Lippenstift aus dem Beutel, betrachtet die Farbe, geht damit an die Bühnenrampe und blickt forschend ins Publikum. Schließlich zu der Zuschauerin, die im Publikum sitzt Kommen Sie mal her. Ich? Ja, Sie. Zuschauerin: geht selbstbewusst auf die Bühne und stellt sich in Positur. Die drei Polizistinnen umkreisen sie langsam. POLIZISTIN B POLIZISTIN B POLIZISTIN B Welchen Lippenstift benutzen Sie? An meine Lippen lasse ich nur Chanel. Verdächtig! Welchen Farbton? Bordeaux Rouge. Sehr verdächtig! Ich wusste nicht, dass das verboten ist. Während die drei Polizistinnen leise miteinander sprechen, holt sie einen Lippenstift aus der Tasche und zieht sich die Lippen nach. die aufmerksam geworden ist Ach, würden Sie uns bitte den Lippenstift einmal geben? reicht ihr den Lippenstift Bitteschön. Chanel. Bordeaux Rouge. Äußerst verdächtig! zur Kommissarin Der Lippenstift ist ganz neu. Erst zwei- bis dreimal benutzt. zur Zuschauerin Seit wann haben Sie den Lippenstift? Ich habe mir den Stift gestern gekauft. Wann? Gegen 17.00 Uhr, wenn Sie es genau wissen wollen. theaterbörse GmbH www.theaterboerse.de 12

POLIZISTIN B Absolut verd Schnauze! (zur Zuschauerin) Warum haben Sie sich denn gestern gegen 17.00 Uhr einen neuen Lippenstift gekauft? Denken Sie mal scharf nach. Vielleicht weil mein alter aufgebraucht war? Oder vielleicht weil Sie ihn verloren hatten?! Folgen Sie uns bitte aufs Präsidium. Dort werden wir alles Weitere klären. Dürfte ich um meinen Lippenstift bitten? Welchen denn? Zuschauerin wendet sich schnippisch ab und geht mit den drei Polizistinnen von der Bühne. Babsi: kommt mit einer Gießkanne, sieht den Abgehenden neugierig nach, geht dann zur Regentonne und lässt Wasser in die Gießkanne laufen. kommt mit der Heckenschere, Bernd mit einer Harke Tag, Frau Bammel. Alles im grünen Bereich? Ja, muss ja. Was will man machen. Die Blumen brauchen viel Wasser bei dieser Hitze. Ja, da sagen Sie was. Das Leben geht weiter, nicht Bernd? Ja. Sich regen bringt Segen Die Hauswand ist aber wirklich schön geworden, Frau Bammel. Ja, aber die Handwerker sind ja noch gar nicht fertig! Der Meister ist verschwunden, stellen Sie sich das mal vor! Wie Verschwunden! Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen! lacht Das hat mir der Kevin erzählt. Komisch, was? Vorhin war übrigens die Polizei hier. Die haben jemand mitgenommen. Bestimmt verhaftet! Na, das wurde aber auch Zeit. Ich trau mich ja nur noch mit der Heckenschere auf die Straße. So, jetzt muss ich aber meine Blumen gießen Es geht das Gerücht um, Frau Bammel, Sie hätten noch Würstchen übrig? stupst ihn an Aber Bernd! Nun sei doch nicht so gierig! Nein, Ihr Mann hat doch recht. Ich hab dem Kevin schon welche angeboten, aber der ist ja nicht gekommen im Abgehen Ich hol mal eine Schüssel von uns ruft ihm nach Aber nicht die große! zu Babsi. entschuldigend Auf Würstchen ist der Bernd nämlich ganz wild, kann ich Ihnen sagen. Ja Aber jetzt muss ich wirklich mal die Blumen gießen. ergreift die Gießkanne und gießt damit die Blumen vor ihrem Haus. Das Wasser kommt gegen die weiße, neu gestrichene Hauswand: Man sieht, dass das Wasser rot ist. Babsi. schreit laut auf. Was ist l sieht die rote Farbe Um Gottes Willen! von innen Gibt s keine Würstchen mehr? kommt mit einer Schüssel aus dem Haus gerannt, sieht die roten Streifen an der Hauswand Gibt s Blutwurst? Wo kommt das Wasser her? Aus der Regentonne Die Drei nähern sich vorsichtig der Regentonne. Dumpfe, grummelnde Geräusche wie ferner Donner sind zu vernehmen. theaterbörse GmbH www.theaterboerse.de 13

Bernd, nun schau doch mal rein! sieht in die Regentonne) Alles rot! Er stochert mit der Harke vorsichtig in der Regentonne und hebt schließlich einen blutigen Arm heraus. Entsetzensschreie. Der Meister!!! Blackout. Akkordeon-Musik. Das Bühnenlicht blendet langsam wieder auf. Man sieht mehrere Personen von der Spurensicherung, die sich am Tatort zu schaffen machen. LAUTSPRECHERSTIMME Es schien kein Ende mehr zu geben für den Schrecken, der sich in unserem Dorf eingenistet hatte und der überall lauerte: in jeder Regentonne, hinter jeder Hecke, hinter jedem Lächeln Zwei Jugendliche kommen von rechts mit einem Hund an der Leine. TINKA TINKA TINKA TINKA TINKA TINKA TINKA Kuck dir mal die Vollidioten da an! Wie sehen die denn aus! Sind bestimmt von der Spurensicherung. Krass. Aber was suchen die denn da? Ne Visitenkarte vom Mörder? Ja, echt! Aber ist schon heftig mit den ganzen Morden. Endlich mal was los hier in diesem Kaff! Na ja, mir geht das ganz schön auf den Keks. 10 Uhr abends muss ich spätestens zu Hause sein. Ich doch auch. Und jetzt dürfen wir auch nur draußen sein, weil der Köter raus muss! imitiert Mutter Und nur zu zweit und geht nicht in den Park! normal Ätzend! Und was meinst du? Wer war s? Keine Ahnung. Laufen doch genügend Gestörte hier rum. Ja, bestimmt so ne frustrierte Mutti, die kein Kind kriegen kann und aus Rache fremde Babys abmurkst. Genau. Und die Julia? Was weiß ich. Vielleicht bricht ab, zeigt auf Mia, die mit einem Kinderwagen kommt, stehen bleibt und sich am Kissen zu schaffen macht Die ist ja wohl krank im Kopf. Ja. Bildet sich ein, dass ihr Blag noch lebt. Ich hab gehört, die hat jetzt so ne Psycho- Tante, die sich um sie kümmert. Ja, klar. Meine Mutter. verdreht die Augen kommt auf Mia zu, vorsichtig Hallo Mia. fröhlich Ach, hallo Gabi! Wie geht s? unsicher Ach ja, wie soll s so gehen? Ich dachte, bei dem schönen Wetter geh ich noch mal mit der Kleinen raus. Ja bemerkt die Leute von der Spurensicherung Was machen denn die ganzen Leute da? Ja, hast du denn noch nicht gehört? Der Meister ist doch umgebracht worden! Tatsächlich? Dann haben wir ja schon zwei Tote! Na ja, eigentlich drei lacht Tja, in Mathematik warst du schon immer schlecht, Gabi. So, jetzt muss ich aber weiter. Ich wollte noch Milch holen und Windeln Ja, dann mach s mal gut sieht kopfschüttelnd Mia nach und geht dann auch ab Na, die gehört doch echt in die Klapse! theaterbörse GmbH www.theaterboerse.de 14

TINKA Das kannste laut sagen. Aber von der Sorte laufen hier noch einige rum. Da kommt der nächste Gestörte! zeigt auf Rolf, der erscheint, zum Baum geht, mit dem Finger das Herz nachfährt, seufzt usw. Na ja, war ja auch ein krasser Tod von der Julia. theaterbörse GmbH www.theaterboerse.de 15

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