Bezeichnung Definition Beispiel Akkumulation Alexandriner Allegorie Alliteration Anapher Antithese Ausruf Bild Blankvers Chiasmus Chiffre Ellipse Emphase Emblem Enjambement Anhäufung von zwei, drei oder mehreren Begriffen (nicht zu verwechseln mit Klimax) Sechshebiger jambischer Vers mit deutlicher Zäsur nach der dritten Hebung. Dieser Vers wird zuerst in der franz. Alexanderepik (ca. 1180) verwendet und ist später der Vers der Tragödien Corneilles und Racines. Martin Opitz bürgert ihn in Deutschland ein. Die Zweigliedrigkeit macht den Alexandriner für Antithesen und Vergleiche (Barocklyrik) besonders geeignet. Im dt. Drama wird er seit Lessings Nathan der Wiese durch den Blankvers abgelöst. Der Begriff entstammt der antiken Rhetorik und bedeutet: anders, d.h. bildlich sprechen. Häufig werden abstrakte Begriffe personifiziert. Gleicher Anlaut in betonten Silben (Stabreim) Wiederholung gleicher Worte oder Satzteile am Satz- oder Versanfang. Stilmittel zur Betonung der Gegensätzlichkeit zweier Tatbestände, die in Wortwahl oder Satzbau besonders aufeinander bezogen werden. Umfassende Bezeichnung für Vergleich, Metapher, Symbol, Chiffre und Emblem. Bildhaftigkeit ist ein wesentliches Merkmal dichterischer Sprache überhaupt. Durch sie werden Anschaulichkeit, Verdichtung und Beseeltheit erreicht. (engl.= reimloser Vers) Fünfhebiger Jambus ohne Reim. In der dt. Tragödie von Lessing bis Hebbel und bei Hauptmann verwendet. (vom griech. Buchstaben X = Chi) Symmetrische Überkreuzstellung von syntaktisch oder bedeutungsmäßig einander entsprechenden Satzgliedern, meist als spiegelbildliche Anordnung. symbolhaftes Zeichen ; im Unterschied zur allgemeineren Bedeutung des Symbols von begrenzter, spezifischer Bedeutung (z.b. innerhalb eines Textes) Auslassung eines Satzgliedes oder eines Wortes, das leicht zu ergänzen ist. Auch: ein unvollständiger Satz. Betonung eines allgemeinen Wortes Dreiteiliges Sinnbild mit klar umrissener Bedeutung: Bestehend aus Überschrift, Sinnbild und einem das Sinnbild deutenden Text. (Zeilensprung) Ein Satz greift (springt) ohne syntaktischen Einschnitt von einer Zeile in die nächste über (auch über Strophengrenzen hinweg). Satzende und Zeilenende fallen also nicht zusammen. Sonne, Meer und Strand warten auf Sie. x x x x x x x x x x x x x Die Ros ist ohn Warum, sie blühet, weil sie blühet. (Angelus Silesius) Alter (als Greis), Liebe (als Amor), Gerechtigkeit (als Jungfrau mit verbundenen Augen, Schwert und Waage). Heute haben wir Herbert gehänselt Das Wasser rauscht, das Wasser schwoll (Goethe). Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang (Schiller). Stirb! Die Kunst ist lang, und kurz ist unser Leben." (Goethe) Je schneller, desto besser. Er ist auch nur ein Mensch! Sei ein Mann! siehe Barock! 1
Enjambement Epipher Euphemismus Hebung Hyperbel Hypotaxe Inversion Ironie Kadenz Klimax Litotes Metapher (Zeilensprung - Verssprung) Ein Satz greift (springt) ohne syntaktischen Einschnitt von einer Zeile / einem Vers in die nächste / den nächsten über (auch über Strophengrenzen hinweg). Satzende und Zeilenende / Versende fallen also nicht zusammen. Wiederholung desselben Wortes (derselben Wörter) am Ende aufeinanderfolgender Sätze oder Verse Beschönigung Betonter Teil des Metrums (Versmaßes). Übertreibung (vergrößernd oder verkleinernd) Unterordnung eines oder mehrerer Sätze unter einen Hauptsatz verschachteltes Satzgefüge. Umkehrung der geläufigen Wortstellung im Satz. Äußerung eines Menschen, der aus innerer Distanz zu seinem Gegenstand unter dem Schein der Ernsthaftigkeit spöttelt über eine Sache, einen Menschen oder auch über sich selbst. Ironie im allgemeinen Sprachgebrauch bedeutet, dass das Gegenteil von dem, was gesagt wird, gemeint ist. Klangliche Gestaltung des Versendes: weibliche oder klingende Kadenz = zwei- oder mehrsilbiges Wort am Versende, trägt die Betonung nicht auf der letzten Silbe. Beispiel: singen klingen männliche oder stumpfe Kadenz = ein- oder mehrsilbiges Wort am Versende, trägt die Betonung auf der letzten Silbe. Beispiel: Rat Tat - Verrat. Reihende Steigerung mindestens dreigliedriger Ausdrücke vom weniger Bedeutenden zum Wichtigen. Verneinung, Verneinung des Gegenteils Dichterischer Begriff für Bildlichkeiten, die für den alltäglichen Ausdruck eintreten. Erliebte die Welt. Sie hasste die Welt. dahinscheiden anstatt sterben Italien hat haushoch verloren! Du redest wie ein Wasserfall. Weil sie ihn besuchen wollte, fuhr sie, als der Zeitpunkt gekommen war, nach Bonn. Der Liebe schneller Pfeil, wird treffen das herrliche Opfer. Deine Hausaufgaben waren ja mal wieder richtig gut! Deine neuen Schuhe sind ja wunderschön! Ich kam, sah, siegte. Das ist nicht schlecht. Kein uninteressantes Angebot. Wüstenschiff (für Kamel), Rabeneltern, Baumkrone,... Neologismus Wortneuschöpfung Handy, Technologiepark Oxymoron Verbindung widersprüchlicher Vorstellungen in einem Ausdruck bittersüß Paradoxon Parallelismus Scheinbar widersinnige Behauptung, die jedoch richtig ist. Stilmittel der Wiederholung von Inhalten in gleicher Wortreihenfolge oder gleichem Satzbau. Geiz ist geil. Das Leben ist der Tod und der Tod ist das Leben. Die Erde bebt, das Wasser zittert. Schön ist der Tag Und hässlich die Nacht. Parataxe Nebenordnung von Sätzen oder Satzteilen. Kurzer, pointierter Satz. Ich kam, sah und siegte. 2
Personifikation Pleonasmus (auch Tautologie) Reim und Reimschema rhetorische Frage Rhythmus Senkung Strophe Symbol Synekdoche Sonderform der Metapher, bei der einem unbelebten Gegenstand menschliche Eigenschaften oder Tätigkeiten zugeschrieben werden. überflüssige Anhäufung von Wörtern gleicher oder ähnlicher Bedeutung Binnenreim: Gleichklang innerhalb eines Verses. (Wer die Wahl hat, hat die Qual.) Endreim: Gleichklang der Endsilben. Möglichkeiten: Paarreim (a a b b) Kreuzreim (a b a b) umgreifender/umarmender Reim (a b b a). Stabreim: verbindet sinnbetonte Wörter, die entweder mit demselben Konsonanten oder einem beliebigen Vokal anlauten Heute haben wir Herbert gehänselt. Unreiner Reim: Die Vokale oder die Schlusskonsonanten stimmen nicht völlig überein. Beispiel: Gemüt Lied; sprang er trank. Scheinfrage, bei der jeder bereits die Antwort kennt. Im Unterschied zum gleich bleibenden Takt (Versmaß) die lebendige, sinngemäß wechselnde Bewegung der Sprache, die durch Betonung und Pausen entsteht. Fallender (bzw. steigender) Rhythmus: eine rhythmische Bewegung, die, zusammen mit der Sprachmelodie, den Eindruck des Fallens (bzw. Steigens) erweckt. Unbetonter Teil des Metrums (Versmaßes). Eine Gruppe von mindestens zwei Versen. Ein sinnlich gegebenes und fassbares bildkräftiges Zeichen, das über sich hinaus auf einen höheren, abstrakten Bereich verweist (allgemeingültig). Ein Teil steht für das Ganze, Singular für Plural oder umgekehrt. Vater Staat, Mutter Natur weißer Schimmel voll und ganz Hast du wirklich geglaubt ich lasse mich darauf ein? Wer ist schon perfekt? Wer glaubt ihm denn noch? Kreuz = Erlösungstat Christi, aber auch Tod; Ring = Vollkommenheit, Ewigkeit. mein Herz kommt zu dir (Morgenstern Synonym sinnverwandtes Wort Samstag = Sonnabend Vergleich Vers Versfuß Verknüpfung zweier Bedeutungsbereiche durch Hervorheben des Gemeinsamen. Zeile eines Gedichts; metrisch gegliederte und durch den Rhythmus zu einer Einheit innerhalb eines Gedichts zusammengefasste Wortreihe. (Metrum) Im Vers regelmäßig wiederkehrende Folge von Hebung(en) und Senkung(en). Achill ist stark wie ein Löwe. Jámbus xx, Trochäus x x, Dáktylus x xx, Anapäst xx x, Spondéus x x 3
TEXTFORMEN/UNTERARTEN DER GATTUNGEN Dunkelgrau hinterlegt bedeutet: absolutes Grundwissen! Anekdote Ereignis aus dem Leben einer historischen Persönlichkeit; besondere Begebenheit steigernde Spannung, Pointe als Lösung Unterhaltung und Belehrung; Aufzeigen des Typischen am Einzelfall Ballade Verbindung von lyrischer Form und Stimmung, epischer Erzählweise und dramatischen Elementen Elegie Epigramm (Dialog) Inhalt: ungewöhnliche Ereignisse aus Mythos und Geschichte Wechsel von Strophenform und Versmaß Vertreter: Schiller, Goethe, Brecht,... häufig in Distichen verfasstes Gedicht Inhalt: Klage über Verlust / Trennung; wehmütig Erinnerung Vertreter: Schiller, Goethe, Hölderlin, Rilke,... Eine Form der Gedankenlyrik; kurzer Sinnspruch, Pointe Episches Theater (DRAMA) Fabel Groteske Komödie (DRAMA) Hymne Kalendergeschichte Form des modernen Dramas; von Berthold Brecht eingeführt. Stichworte: Verfremdung, Montage, Selbsteinführung der Schauspieler, Brechen der illusionierenden Kraft der Bühne Erzählung mit Verweischarakter Tiere als Handlungsträger Aufbau: Situation, Rede und Gegenrede, Ergebnis (Pointe) häufige Gestaltungsmittel: Ironie, Satire Gesellschaftskrititk Schlagworte Grundlage: Verlust einer überschaubaren Welt; Welt als Rätsel, vor dem man nicht aufgeben darf Komödie als einzig mögliche Antwort auf eine widersprüchliche Welt Einbau des Unglaubhaften, Paradoxen: Verfremdung, Erschwerung einer Identifikation, Distanz zur kritischen Urteilsbildung Einbau des Grotesken: Erkennen des Wirklichen durch Überzeichnung. Stilisierung Erfassen des Chaotischen als Chance, die Welt zu bestehen, zu formen Preisgesang feierlich-religiösen Inhalts Vertreter: Klopstock, Hölderlin, Goethe, Novalis,... Ereignis aus dem Leben des kleinen Mannes einfacher, verständlicher Stil Belehrung, Unterhaltung; Verhaltensanweisungen 4
Kurzgeschichte Legende Lied Märchen Novelle Ode Parabel Roman Sage Wirklichkeitsausschnitt mit Symbolgehalt Aufbau: unmittelbarer Einstieg, gedrängte Steigerung. überraschende Wendung, offener Schluss typisierte Durchschnittsfiguren begrenzter äußerer Raum, kurzer Zeitabschnitt Umgangsprache ausgeprägter Leserbezug Erzählung aus dem Leben eines heiligen reale Figur, nicht reale Situation guter Ausgang Ausdruck unmittelbarer lyrischer Empfindung; der Musik nahe stehend; in der Moderne: aktuelle, gesellschaftskritische Töne, aber auch seichte, triviale Unterhaltung Spektrum: religiöses Lied, Volkslied, Marschlied, Chanson, Song, Schlager Höhepunkt: Romantik Kunstmärchen: Werk eines bestimmten Dichters Volksmärchen: alte Tradition, keinem Autor zuzuordnen Aufbau: Eingangsformel, Hauptfigur in der Bewährung, glücklicher Ausgang, Schlussformel typisierte Kontrastfiguren Zeit und Raum enthoben modernes Antimärchen: negativer Held Darstellung es zentralen Konflikts (z.b. Zusammenstoß von Mensch und Schicksal) einlinig konzentrierte Handlungsführung (Exposition, Steigerung, pointierter Wendepunkt, Abfall, Ausklang) Leitmotive, Dingsymbol, Raffung Bemühen um Objektivität Zusammenhang von Schicksal und Charakter Stilisierung eines Themas ins Erhabene strenge strophische Gliederung; antike Versmaße Vertreter: Klopstock, Hölderlin,... Gleichnischarakter: Darstellung des Allgemeinen im Besonderen Bild- und Sachebene typisierte Figuren Erkenntnissuche, Existenzdeutung Der Roman gehört zu den epischen Großformen. Im Barock entsteht der erste bedeutende deutsche Roman: Der abenteuerliche Simplicissimus Teutsch von Grimmelshausen. Romantypen: Bildungsroman, Entwicklungsroman, Erziehungsroman, Familienroman, Gesellschaftsroman, Historischer Roman, Kriminalroman, Künstlerroman, Utopischer Roman, Zeitroman (vgl. Gesellschaftsroman) Erzählung über ein historisches Geschehen mit realem Kern oft tragischer Ausgang 5
Schwank Sonett Tragikkomödie scherzhafte Karikatur von Alltagsnormen einsträngige Handlung; Pointe Mittel: Gegensatz, Übertreibung, Typisierung Vierstrophiges Gedicht mit 14 fünffüßigen oder sechsfüßigen ( Alexandriner) jambischen Versen; es ist in einen Aufgesang von zwei vierzeiligen Strophen (Quartetten) und in einen Abgesang von zwei dreizeiligen Strophen (Terzetten) gegliedert. Für die Quartette ist die Reimfolge a b b a verbindlich; die Terzette können freier gestaltet werden. Häufig dienen die Quartette der Exposition in der Aufzählung von Gleichartigem oder Darstellung der Gegensätze, die in den Terzetten zu reinem Ebenmaß vereinigt, konzentriert und zum mächtig entscheidenden Schlussausklang (Sentenz) geführt werden. Verschmelzen von Tragischem und Komischem. (DRAMA) Volksliedstrophe Schlichte, einfach gereimte, meist vierzeilige Strophe, entweder nur aus Viertaktern oder Dreitaktern, bisweilen auch wechselnd zwischen Drei- und Viertaktern bestehend, mit einer leicht einprägsamen Melodie verbunden. Beispiel: Wem Gott will rechte Gunst erweisen, Den schickt er in die weite Welt, Dem will er seine Wunder weisen In Berg und Wald und Strom und Feld. (J. Frhr. v. Eichendorff) Karg / August 2012 - Diverse Quellen: Blickfeld Deutsch / Seminarunterlagen Mutschler / Die Zeit Medienkunde /Abiturwissen Deutsch / Lyrik, Cornelsen 6