INTERFLUX Electronics N.V.

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Transkript:

INTERFLUX Electronics N.V. Zuverlässigkeit von Lötchemie

Lötchemie - allgemein Was bedeutet Zuverlässigkeit von Lötchemie? Die Rückstände und Reaktionsprodukte des Lötprozesses, die auf der LP zurückbleiben, dürfen keinen Einfluss auf die Funktion der elektronischen Baugruppe haben. Was kann schief gehen? Senkung des Oberflächenwiderstandes (SIR) Kriechströme Korrosion/Pickling (Entfernung von Metall an der Oberfläche) Elektromigration (Metall wird gelöst, wandert und wird abgesetzt) Mögliche Ursachen außerhalb der Lötchemie Chemie aus der Leiterplattenfertigung Chemie von Bauteilen Rückstände aus einer verschmutzten Atmosphäre Leitfähige oder metallische Rückstände von schlechten Prozesseinstellungen, Handhabung oder Umgebung Kondenswasser

Lötchemie - allgemein Warum braucht man Lötchemie? Die Hauptaufgabe ist die zu lötenden Oberflächen zu reinigen (desoxidieren). Flüssiges Metall Festes Metall Beim Reinigen, beeinflusst man die Oberflächenspannungen, so dass eine Benetzung stattfinden kann vom flüssigen Metall auf dem festen Metall.

Lötchemie - allgemein Wie ist Lötchemie aufgebaut? Die Lötchemie ist in einem Flussmittel enthalten. flüssiges Flussmittel: Wellenlötflussmittel, Flussmittel für das Selektivlöten, Flussmittel für die Nacharbeit, Flussmittel zum Verzinnen, gelartiges Flussmittel: Lotpastenflussmittel, Lötdrahtflussmittel, Flussmittelgels für die Nacharbeit,... Wichtige Bestandteile sind Aktivatoren Kolophonium oder Kunstharz Lösemittel Thixotropische Bestandteile (gelartiges Flussmittel) Bestandteile, die die Oberflächenspannung beeinflussen

Lötchemie wichtige Bestandteile Die Bestandteile, die die Zuverlässigkeit am meisten beeinflussen sind: Aktivatoren : Reinigen die Oberflächen der Metallen Können Reaktionsprodukte bilden, die die Zuverlässigkeit beeinträchtigen können Können die Zuverlässigkeit beeinträchtigen in unverbrauchter Form Kolophonium / Kunstharz : Bestimmen viele Eigenschaften des Flussmittels die wichtig sind im Fertigungsprozess : Klebrigkeit, Stabilität, Dispensfähigkeit, IC-Testbarkeit, Reinigbarkeit,. Schutzschicht: können die Reaktionsprodukte von der Atmosphäre abschirmen, diese Eigenschaft ist aber zeitbegrenzt. Oft nicht kompatibel mit Schutzlack(thermische Zyklen)

Lötchemie - Aktivatoren Es gibt zwei Hauptgruppen von Aktivatoren Organische Säuren - Es gibt eine große Vielfalt an organischen Säuren - Nicht jede Säure ist für die Elektronik geeignet : Löslichkeit im Flussmittel Aktivität Zuverlässigkeit - Reaktionsprodukte können niedrige Wasserlöslichkeit und Hygroskopizität haben und können sehr sicher sein CH3COOH Beispiel : Acetic acid ist eine organische Säure

Lötchemie - Aktivatoren Halogene/ halogenisierte Aktivatoren - enthalten entweder Cl, Br, F (I) - sehr aktiv - haben eine Ätzfähigkeit (reagieren mit Metallen) - Reaktionsprodukte können hohe Wasserlöslichkeit und Hygroskopizität haben und können gefährlich sein für die Zuverlässigkeit H He Li Be B C N O F Ne Na Mg Al Si P S Cl Ar K Ca Sc Ti V Cr Mn Fe Co Ni Cu Zn Ga Ge As Se Br Kr Rb Sr Y Zr Nb Mo Tc Ru R.F. Pd Ag Cd In Sn Sb Te I Xe Cs Ba * Hf Ta W Re Os Ir Pt Au Hg Tl Pb Bi Po At Rn Fr Ra ** Rf Db Sg Bh Hs Mt Ds Rg Uub Uut Uuq Uup Uuh Uus Uuo

Lötchemie Wasserlöslichkeit und Hygroskopizität Wasserlöslichkeit und Hygroskopizität gehen oft zusammen. Die Wasserlöslichkeit und Hygroskopizität der Reaktionsprodukte oder der Lötchemie können einen großen Einfluss haben auf die Zuverlässigkeit. Reaktionsprodukte mit organischen Säuren, wenn gut entwickelt, haben meistens sehr geringe oder keine Wasserlöslichkeit und Hygroskopizität. Reaktionsprodukte mit Halogenen haben meistens sehr hohe Wasserlöslichkeit und Hygroskopizität. Das Reaktionsprodukt löst sich in einer wässrigen Umgebung auf als Ionen Bei elektrischer Spannung werden die Ionen Elektronen transportieren: elektrischer Fehlstrom, Reduzierung des Oberflächenwiderstands Beispiel: NaCl (Kochsalz) +H2O Na + (aq) + Cl - (aq) - + Es ist möglich, dass Elektromigration stattfindet: Atome werden abgelöst und irgendwo anders abgesetzt. Na + Cl -

Lötchemie Wasserlöslichkeit und Hygroskopizität Solubility in Metal salt Chemical designation cold water (g/100cc) Lead chloride PbCl 2 0,99 Copper chloride CuCl 2 70,6 Silver chloride AgCl 89x10-6 Tin chloride SnCl 2 83,9 Wasserlöslichkeit von manchen halogenisierten Metallsalzen Metallsalz mit Sn hat die höchste Wasserlöslichkeit Bleifreie Legierungen können bis zu 99,3% Sn enthalten (SnCu0,7), 96,5% für SnAg3Cu0,5 SnCl2 und CuCl2 sind stark hygroskopisch, PbCl2 und AgCl weniger.

Lötchemie - Elektromigration H 2 O-Dampf: Atmosphäre SnCl 2 Sn + (aq) Cl - (aq) Lötstelle Lötstelle Cl - Sn + + - SnCl 2 : Sn wird abgelöst + - Sn wird abgesetzt Elektrische Spannung Metallwachstum / Migration

Lötchemie - Harze Kolophonium - Naturprodukt - beschränkter Widerstand gegen Wärme: Verfärbung-Verspröden - gute Klebekraft - viele Rückstände : ICT-Kontaktprobleme - Rauch kann schädlich sein (Handlöten) - Chemisches Modifizieren kann die meisten Eigenschaften beeinflussen Synthetisches Harz - synthetisches Produkt - besserer Widerstand gegen Wärme: - weniger Verfärbung - generell weniger Klebekraft - generell weniger Rückstände - Rauch ist weniger schädlich - große Vielfalt an verschiedenen Sorten Notiz: bei thermischen Zyklen sind Harze oft nicht kompatibel mit der Nachlackierung

Lötchemie - Geschichte Leiterplattentechnologie in der Vergangenheit Basismaterialien mit niedrigem Isolationswiderstand und hohe Empfindlichkeit für Feuchte Einseitige Leiterplatten für das Wellenlöten Große Abstände zwischen den Leiterbahnen und Bauteilen Beschränkte Lötbarkeit von Leiterplatten und Bauteilen Wellenlöttechnologie war nicht weit fortgeschritten. Technologie von flüssigen Flussmitteln war stark aktiviert mit Halogenen Aus Zuverlässigkeitsgründen enthielten die Flussmittel viel Kolophonium (>30%)

Lötchemie Geschichte Probleme wegen des hohen Kolophoniumgehaltes ICT-Kontaktprobleme : bottleneck im Produktionsprozess Hohe Kosten durch reinigen/beschädigen der Testpins

Lötchemie - Geschichte Probleme wegen des hohen Kolophoniumgehaltes Kontaktprobleme bei Tastaturen (z.b. Fernbedienung) Kontaktprobleme in Steckverbindungen

Lötchemie - Geschichte Probleme wegen des hohen Kolophoniumgehaltes Verstopfen von Sprühfluxerdüsen : Prozessunstabilität Hoher Maschinenreinigungsaufwand Hohe Verschmutzung von Lötrahmen

Lötchemie - Geschichte Entwicklungen in der Leiterplattentechnologie Basismaterialien mit höherem Isolationswiderstand und niedrigerer Empfindlichkeit für Feuchte Doppelseitige Leiterplatten / Multilayer Kleinere Abstände zwischen den Leiterbahnen und den Bauteilen SMD-Technologie (Mischung von verschiedenen Arten Lötchemie auf der LP) bessere Lötbarkeit von LP und Bauteilen bessere Maschinentechnologie Flussmitteltechnologie hat die Aktivierung reduziert - Reduzierung vom Halogengehalt - Einführung von organischen Säuren - Einführung von absolut halogenfreier Lötchemie Auch der Kolophoniumgehalt wurde reduziert - Einführung von Kunstharzen - Einführung von No-residue TM Technologie (Interflux Patent)

Lötchemie - Geschichte Einführung von neuen Löttechnologien Selektivlöten - turbulente Wellen waschen das Flussmittel schneller ab - höhere Temperaturen werden eingesetzt - die Oberfläche die gesprüht wird, ist größer als die Oberfläche die gelötet wird Selektivlötrahmen - Decken Teilen ab die nicht gelötet werden sollen (z.b. Reflow gelötete Bauteile) - Flussmittel kriecht zwischen Leiterplatte und Bauteilen, und wird nicht in Kontakt kommen mit der Welle - Der Rahmen behindert den Wärmeübertrag zur LP und man muss mehr Wärme zuführen, nicht geschützte Teile bekommen dann aber mehr Wärme. Tendenz um höher aktivierte Flussmittel einzusetzen Theoretisch kontradiktorisch mit unverbrauchter Flussmittelchemie in diesen Prozessen

Lötchemie - Geschichte Juni 2006 RoHS RoHS geeignete Basismaterialien haben höhere Feuchteempfindlichkeit höhere Prozesstemperaturen derzeitige bleifreie Legierungen haben: höhere Oxidation schlechteres Ausfließverhalten höhere Schmelzpunkte Tendenz um die Aktivierung des Flussmittels zu erhöhen IPC erlaubt 500ppm Halogene für die niedrigste Aktivierungsklasse "L0" halogenisierte bleifreie Metallsalze, die hauptsächlich aus Sn bestehen, haben höhere Wasserlöslichkeit Kontradiktorisch

Lötchemie - Fazit Wichtige Parameter in Zuverlässigkeit von Lötchemie sind: Wasserlöslichkeit und Hygroskopizität der Reaktionsprodukte Verhalten der Lötchemie in unverbrauchtem Zustand Schutzfähigkeit vom Körper (Kolophonium/ Kunstharz, ) Ermüdungseigenschaften des Körpers (thermische Zyklen, An/Aus Schalthäufigkeit) Kompatibilität mit Nachlakierung (Haftung und Ermudungseigenschaften) Die meisten dieser Parameter können in der Entwicklung der Lötchemie beeinflusst werden: Atmosphärische Bedingungen: Temperatur, Feuchte Dieser Parameter wird in Zuverlässigkeitstests simuliert.

Zuverlässigkeitstests - allgemein Hauptziel ist die Zuverlässigkeit der Lötchemie nach dem Lötprozess zu testen. Das Ergebnis des Tests kann indizieren, ob die Rückstände der Lötchemie auf der LP verbleiben dürfen: No-clean Flussmittel (Lotpaste, Lötdraht) Es gibt eine Vielfalt an verschiedenen Zuverlässigkeitstests Die meisten Hersteller beziehen sich auf IPC: eine Standardisierungsorganisation aus USA Sonstige: Europäischer Standard: EN Japanischer Standard: Deutscher Standard: Telecom Standard: JIS DIN Bellcore Viele OEMs haben eigene Zuverlässigkeitstests : Automotive, Siemens, Schneider, HP, Derzeitiges Thema : Simulieren die Zuverlässigkeitstests die korrekten Bedingungen der Fertigungsprozesse und der Umgebung, wo die Elektronik eingesetzt wird? Mehr und mehr Berichte von Fehlern verursacht von Lötchemie, die die Zuverlässigkeitstests besteht

Zuverlässigkeitstests Oberflächenwiderstandstest (SIR) SIR-Test: IPC J-STD-OO4B Eine spezielle Kammstruktur (0,4mm Breite, 0,5mm Abstand) wird mit Flussmittel benetzt und mit vorgegebenen Parametern gelötet. Der Oberflächenwiderstand der Struktur wird während 7 Tagen bei 40 C, 90%RF und 5VDC, minimal 1 Mal jeder 20Min gemessen. Der Oberflächenwiderstand darf nicht unter 100 MOhm fallen. Visuelle Inspektion auf Dendriten, Korrosion, Auffälligkeiten, IPC-B-24

Zuverlässigkeitstests - Migrationstest Migrationstest: IPC J-STD-004B Eine spezielle Kammstruktur (0,318mm Breite und 0,318mm Abstand) wird mit Flussmittel benetzt und mit vorgegebenen Parametern gelötet. Der Oberflächenwiderstand wird nach 96 Std. Stabilisierung und nach 596 Std. gemessen mit 45 VDC bis 100 VDC. Die Testspannung ist 10 VDC bei 40 C und 93%RF oder bei 65 C und 88,5%RF oder bei 85 C und 88,5%RF 5VDC Der Oberflächenwiderstand darf nicht mehr als eine Dekade fallen. Visuelle Inspektion auf Migration und Auffälligkeiten mit 10X Vergrößerung

Zuverlässigkeitstests andere Beispiele Standard Temperatur/ Feuchte SIEMENS SIR 40 C/ 93%R.F. SIEMENS ECM 40 C/ 93%R.F. IPC-J-STD 004B SIR 40 C/ 90%R.F. IPC-J-STD 004A SIR 85 C/ 85%R.F. Testdauer 168Std. 168Std. 168 Std. 168Std. Messfrequenz Messpannung Testspannung 16Std. 168Std. 5V 5V 168Std 5V 5V kontinuierlich messen 5V 5V 24Std 96Std. 168Std. 100V -50V Teststruktur IPC-B-24 IPC-B-24 Bellcore SIR 35 C/ 85%R.F. Bellcore ECM 65 C/ 85%R.F. 96 Std. 500 Std. 24 Std. 96 Std. 100V -50 V IPC-B-25A 500 Std. 100V 10 V IPC-B-25A Abstand Breite 0.2mm 0.4mm 0.2mm 0.4mm 0.5mm 0.4mm 0.5mm 0.4mm 0.32mm 0.32mm 0.32mm 0.32mm Bedingungen 100 C / 5min. keine Lötwelle 100 C / 5min. keine Lötwelle Struktur oben/unten Lötwelle Struktur oben/unten Lötwelle Struktur oben/unten Lötwelle Struktur oben/unten Lötwelle Minimale Widerstand nicht gereinigt 1.5x100MΩ keine Dendriten nicht gereinigt 100MΩ nicht gereinigt 100MΩ 2x10 4 MΩ nicht gereinigt < 1 Dekade Fall

Zuverlässigkeitstests - Bemerkungen Die meisten Tests rechnen nicht mit unverbrauchter Flussmittelchemie - Selektivlöten - Selektivlötrahmen Lösung: Flussmittel auftragen, LP nicht im Lötprozess geben, aber trotzdem im Test mitlaufen lassen. Die meisten Tests rechnen nicht mit Alterung der Harze - Sie können ihre Schutzfähigkeit verlieren durch thermische Zyklen. Wegen aufwärmen und abkühlen (ein- und ausschalten, oder Umgebung), expandieren und ziehen die Rückstände zurück zusammen. Demzufolge können Risse im Harz gebildet werden und ist die Schutzfähigkeit weg Lösung: Thermische Zyklen bevor dem SIR-Test Problem: Risiko auf Kondenswasserbildung

Zuverlässigkeitstests - Bemerkungen 50 VDC Spannung ist relativ hoch, Elektromigration kann theoretisch stattfinden, ohne dass man es sieht. Wenn die Elektromigration schnell wächst, kann einen Kurzschluss die Migration wegbrennen 5 VDC ist besser geeignet Messen bei 24,96 und 168 Std gibt das Risiko auf Fallen und Erholung des SIRs, ohne dass es gemessen wird. "kontinuierlich" messen ist besser

Zuverlässigkeitstests Test Bono Ziel des Testes ist eine sehr sensible Lage zu schaffen, wo der Einfluss der einzelnen Flussmittel deutlich messbar ist. Der Test verwendet eine sehr feine Cu-Struktur eines Aufbauprozesses. Der Test ist so entwickelt worden, dass falls er immer weiterläuft, alle Flussmittel durchfallen würden.

Zuverlässigkeitstests Test Bono Zwischen zwei breiten Kathoden gibt es eine sehr feine Anode von 9µm bei 75µm. Der Widerstand der Bahn ist etwa 3 Ohm. - Lotpaste wird auf die Kathoden gedruckt - Reflowprofil - Rückstände der Lotpaste müssen die Anode bedecken Flüssiges Flussmittel - dünne Schicht Flussmittel - Lötwelle Struktur oben Eine unbehandelte Kontrolle-LP läuft mit dem Test mit Nach 2 Std. bei 25 C und 50% R.F. wird die Atmosphäre geändert auf 85 C und 85% R.F. Nach 16Std. Stabilisation werden die Anfangswiderstände (Ro) gemessen Eine Spannung von 20VDC wird für 15 Tage angelegt Der widerstand der Anoden (Rj) werden mit 11V DC gemessen bei 24, 96, 168, 288 und 360 Std. Ein Korrosionsfaktor wird berechnet : F c : (Rj-Ro)/Rox100 Der Korrosionsfaktor darf nicht mehr als 8% sein

Zuverlässigkeitstests Test Bono

Zuverlässigkeitstests - Schlussfolgerung Wenn eine Baugruppe gelötet wird mit einer Lötchemie, die einen Zuverlässigkeitstest besteht, ist das keine Garantie, dass die Baugruppe im Praxis auch keine Zuverlässigkeitsprobleme haben kann. Es kommen viele Parameter zusammen und ein Zuverlässigkeitstest deckt meistens nicht alle Parameter ab. Es gibt Elektronik, die viel empfindlicher ist für Kriechströme als andere (Hochohmige Schaltungen, Hochfrequenzschaltungen,...). Die Bedingungen, woran eine Baugruppe ausgesetzt wird im Praxis, können sehr stark variieren: Verschmutzte Atmosphäre, Temperaturwechselungen, Betauen,... Es kann sinnvoll sein einen eigenen Zuverlässigkeitstest zu tun auf einer kritischen Baugruppe. Der Test wird am besten gemacht auf der Baugruppe selber und die Bedingungen, woran die Baugruppe im Praxis ausgesetzt wird, sollen so gut wie möglich simuliert und beschleunigt werden.

Lötchemie und Nachlackierung (Schutzlack) Die meisten Hersteller reinigen nicht bevor eine Nachlackierung aufgetragen wird. In den meisten Fällen ist eine generelle Benetzung/Haftung gewährleistet. Wie gut die Haftung ist, kann z.b. gemäß des IPC-Tests CC 830 überprüft werden. Entnetzung Scratch tool Scratch test

Lötchemie und Nachlackierung Die Haftung nach thermischen Zyklen ist oft problematisch, wird aber wenig getestet. Massive Risse im Lack nach 1000 Zyklen -40 C/+125 C Lösen der Lack Zwischen den Anschlüssen nach 250 Zyklen -40 C/+125 C Die benützte Lötchemie und die Kompatibilität mit der Nachlackierung spielt hier eine große Rolle. No-residue TM Chemie hat sehr hohe Kompatibilität mit allen Lacken

Lötchemie und Nachlackierung Es gibt Hersteller die erst nach thermischen Zyklen einen Elektromigrationstest tun. Diese Vorgangsweise gibt ein besseres Bild über die Kompatibilität zwischen Lack und Lötchemie. Beispiel : - 1000 Zyklen -55 C / +125 C - 1000 Std bei 85 C 85% R.H. Bei 50VDC

Praxis Beispiele von Zuverlässigkeitsproblemen Automobilbereich, Probleme mit Korrosion nach dem Umstieg auf bleifrei mit gleicher Lötchemie Automobil Klasse 1 ( IPC Klasse 3 = höchste Klasse) Cu selektivgelötet mit SnCuNi Anwendung sehr sensibel für Cu-Korrosion 5 VDC 2000 Zyklen 0-150 C (1 Std./ Zyklus) Elektronenmikroskop für optische Analyse von Korrosion

Praxis Beispiele von Zuverlässigkeitsproblemen Flussmittel eingesetzt für bleihaltige Legierungen aber korrosiv beim Umstieg auf bleifrei

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S.E.M. Analyse Elektronenmikroskop (Scanning electron microscope) Hoch energetischer Elektronenstrahl wird auf eine Oberfläche gezielt. Die Reaktionssignale (elektromagnetische Strahlung, backscattered electrons, ) werden analysiert Elementanalyse ist möglich Analyse auf sehr kleiner Oberfläche ist möglich Sehr gute Indikation für Zuverlässigkeitsproblemanalyse Sensibel für Maschinenkalibration Unterschiede in Maschinengenauigkeit

Praxis Beispiele von Zuverlässigkeitsproblemen Anwesenheit von Cl und Br Lötchemie

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Elektronenmikroskopanalyse von Zuverlässigkeitsproblemen: Beispiele Weiße Rückstände auf der Lötstoppmaske nach dem Wellenlöten Sn : - Sn haftet an schlecht ausgehärteter oder schlechter Lötstoppmaske? - schlechte Welleneinstellungen, schlechter Fluss der Lötwelle nach hinten - stark oxidiertes Lot im Löttiegel? Si : - Typisches Element der Lötstoppmaske

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