MONSTER des Alltags erforscht & illustriert von christian moser
Monster des Alltags Bd. 1 von Christian Moser Leseprobe Auszug Seite 13-21 Carlsen Verlag GmbH, Hamburg 2007 ORIGINALAUSGABE Copyright Carlsen Verlag GmbH und Christian Moser, Hamburg 2007 Diese Leseprobe darf nur im Internet-Auftritt des CARLSEN Verlags verwendet werden.
monster des alltags Bd. 01 MONSTER Mose. Mons N0 001 061
Monster des Alltags (Bd. 01) Monster Mose. Mons. N o 001 fig. 01 Abb.: fig. 01 Tatendrang, der fig. 02 a Kaufrausch, der fig. 02b Hobby, das Seite: 14.
Mose. Mons. N o 002 003 ta-ten-drang, der lat. onus operandi Der Tatendrang fig. 01 ist ein sehr reges und stets euphorisches Monster. Er packt sein Opfer und treibt es in die unmöglichsten Unternehmungen zumindest erst mal aus dem Haus. Da solche Aktivität in den wenigsten Fällen an ein konkretes Ziel gebunden ist, fällt der vom Tatendrang Besessene leicht anderen Monstern in die Hände, wie zum Beispiel dem Übermut (s. S. 76), der Hektik (s. S. 20) oder dem Kaufrausch (s. S. 15). Und wenn man von diesem Haufen dann schon ordentlich auf Trab gehalten wird, kommt mit Sicherheit noch der STRESS (s. S. 16) daher. Leider wird man vom Taten drang im Stich gelassen, sobald er ein anderes interessantes Opfer entdeckt. Kenner bezeichnen ihn deshalb auch als Wankelmut. Anm.: Kooperiert auch mit Sturheit (s. S. 40), Pflichtbewusstsein (s. S. 50) und Ordnungswahn (s. S. 42). Verträgt sich nicht mit Trägheit (s. S. 64) und Unentschlossenheit (s. S. 62). Hat eine heimliche Vorliebe für die Ablenkung (s. S. 22). Führt oft zu Unzufriedenheit (s. S. 58) und Schlechtem Gewissen. Wenn der Tatendrang verschwindet, bleibt meist nur die Innere Leere (s. S. 18). Der große, wahllos gierige Kaufrausch fig. 02a hat das früher sehr verbreitete und recht harmlose Hobby fig. 02b weitgehend verdrängt. fig. 02a fig. 02b
Monster des Alltags (Bd. 01) Monster Mose. Mons. N o 004 STRESS, der lat. labor laboriosissimus fig. 03 Der STRESS fig. 04 ist der Partylöwe unter den Monstern. Sobald irgendwo et was los ist, wann immer mehrere Monster am selben Opfer zerren (s. a. Taten drang, S. 14, Hektik, S. 20, und Übermut, S. 76), gesellt er sich dazu. Er drängt sich in den Mittelpunkt und lässt es so aussehen, als ob sie alle seinetwegen da wären Hauptsache, alles dreht sich um ihn. Der STRESS kann durchaus attraktiv und charmant sein. Viele seiner Opfer sind stolz auf ihn, da er ihnen Erfolg und Wichtigkeit vorgaukelt (vgl. Arroganz, S. 88, und Ehrgeiz, S. 90). Die Leute reden gerne über ihren STRESS und machen so kostenlose Werbung für ihn: Der STRESS ist ein Marketing-Genie. Und das einzige Monster, das sich in Großbuchstaben schreibt. Anm.: Weitere STRESS -Faktoren: Ruhestörung (s. S. 66), Ablenkung (s. S. 22), Besserwisserei (s. S. 86). Ungebetene Gäste: Unzufriedenheit (s. S. 58) und Selbstzweifel (s. S. 74). Mit dem Chaos (s. S. 48) verwandt. Abb.: fig. 03 Monsterparty, die fig. 04 STRESS, der Seite: 16.
Mose. Mons. N o 004 fig. 04 Der STRESS spricht gern in Anglizismen. Seite: 17.
Monster des Alltags (Bd. 01) Monster Mose. Mons. N o 005 in-ne-re lee-re, die lat. vacuum animi Die Innere Leere fig. 07 ist eine penetrante Langweilerin. Sie starrt ihrem Opfer hypnotisch in die Augen und vermittelt ihm das Gefühl, sie sei unglaub lich wichtig, tiefsinnig und geheimnisvoll. In Wahrheit ist sie jedoch vollkommen hohl fig. 06. Dennoch gelingt es ihr, dafür zu sorgen, dass es auch beim Opfer drin nen schön leer bleibt. Anm.: Die Innere Leere kommt, wenn die anderen gehen: z. B. Tatendrang (s. S. 14), STRESS (s. S. 16). Ist eine gute Freundin von Trägheit (s. S. 64) und Schlaflosigkeit (s. S. 68). Oft im Umfeld von Kopfschmerz, Brand & Übelkeit (s. S. 124). Der fesselnde Blick der Inneren Leere. fig. 05 Abb.: fig. 05 07 Innere Leere, die Seite: 18.
Mose. Mons. N o 005 fig. 06 fig. 07 Seite: 19.
Monster des Alltags (Bd. 01) Monster Mose. Mons. N o 006 fig. 08a e Abb.: fig. 08a e Hektiken, die fig. 09 STRESS, der Seite: 20.
Mose. Mons. N o 006 hek-tik, die lat. festinatio praeceps Die Hektik fig. 08a e tritt nur im Rudel auf, und genau das ist das Problem: Für sich genommen wäre die kleine, hyperaktive Hektik eigentlich recht nützlich. Sie sieht sofort, was zu tun ist, und treibt den Menschen konsequent und unerbittlich an, alles umgehend zu erledigen. Sie ist pflichtbewusst (vgl. Pflichtbewusstsein, S. 50), wenn auch etwas engstirnig die Hektik kann sich immer nur auf eine einzige Sache konzentrieren und rückt davon in kei nem Fall ab (vgl. Sturheit, S. 40). Da nun aber immer mehrere Hektiken gemeinsam auftauchen und jede ihr eigenes Ziel durchsetzen will, führt das bei ihrem Opfer unvermeidbar zu Interessenskonflikten. Der Versuch, diese Hektik-Horden zu ko or dinieren, ist zum Scheitern verurteilt: Jede kandidiert für den Posten des Anführers und stimmt nur für sich selbst. Anm.: Oft in der Gesellschaft von Ordnungswahn (s. S. 42), Tatendrang (s. S. 14), Ablenkung (s. S. 22). Ungeklärtes Verhältnis zur Unentschlossenheit (s. S. 62). Hat ein Problem mit der Schlamperei (s. S. 168). Der STRESS (s. S. 16) findet übrigens, dass die Hektiken»verdammt gute Partys«machen. fig. 09
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