Teamwork mit Adobe Lightroom Kooperation und Datenaustausch zwischen Fotograf und Bildbearbeiter In vielen Fotostudios wird schon in Teams gearbeitet und manche Fotografen geben ihre Bilder zur Bearbeitung an externe Bildbearbeiter ab. Lightroom unterstützt diesen Prozess sehr komfortabel durch Export- und Importfunktionen. Wie das genau geht, möchte ich im Folgenden kurz beschreiben.
1 Teamwork mit Adobe Lightroom Situation In vielen Fotostudios wird schon in Teams gearbeitet und manche Fotografen geben ihre Bilder zur Bearbeitung an externe Bildbearbeiter ab. Lightroom unterstützt diesen Prozess sehr komfortabel durch Export- und Importfunktionen. Wie das genau geht, möchte ich im Folgenden kurz beschreiben. Der Workflow besteht im Wesentlichen aus vier Schritten: 1. Export beim Fotografen inkl. Negativdateien 2. Import beim Bildbearbeiter 3. Export beim Bildbearbeiter ohne Negativdateien (denn die hat der Fotograf ja schon) 4. Import beim Fotografen (diesmal nur die Lightroombearbeitungen) Los geht s: Nehmen wir an, der Fotograf hat die Bilder nach dem Shooting schon in seinen Lightroomkatalog aufgenommen, hat vielleicht sogar schon die Bilder in Lightroom gesichtet, die besten mit Sternen markiert und davon einige schon mit Lightroom bearbeitet. Diesen Arbeitszustand möchte er nun an einen Bildbearbeiter, der ebenfalls mit Lightroom arbeitet, übergeben.
2 Teamwork mit Adobe Lightroom Export beim Fotografen Dazu wählt er in der Bibliotheksansicht das Verzeichnis mit den Bildern aus, klickt auf die rechte Maustaste und wählt im Kontextmenü Diesen Ordner als Katalog exportieren. Im folgenden Pop-up wählt man dann Speicherort und den Dateinamen für den Export aus, z.b. eine mobile Festplatte. Wichtig sind die Optionen im unteren Fensterbereich, wo man wählen kann, dass die Negativdateien mit exportiert werden. Man exportiert damit also die Lightroom-Einstellungen und alle Originalbilder, so dass mit diesen Daten völlig autonom gearbeitet werden kann. Die Vorschaubilder kann sich der Bildbearbeiter theoretisch auf seinem Rechner auch neu erstellen Mit einem Klick auf die rechte Maustaste öffnet sich das Kontextmenü, aus dem die Exportfunktion ausgewählt werden kann. lassen. Das ist dann eher eine Frage der Zeitersparnis, wenn man die Vorschaubilder schon mitliefert. Als Zielort für den Export kann man direkt einen externen Datenträger, also eine Wechselfestplatte oder USB-Stick auswählen. Wichtig ist in diesem Schritt das Häkchen bei "Negativdaten exportieren". Nun wird die Festplatte mit den Daten an den Bildbearbeiter übergeben.
3 Teamwork mit Adobe Lightroom Import beim Bildbearbeiter Der Bildbearbeiter schließt die Festplatte an seinen Rechner an und wählt in Lightroom Datei Aus Katalog importieren Der Import erfolgt über das Hauptmenü. Durch den erstmaligen Import wird ein neuer Ordner auf der Festplatte und in Lightroom erstellt. Der Export auf der Festplatte besteht aus der Bibliotheksdatei und Unterverzeichnissen mit den Negativdateien und den Vorschaubildern, sofern man die mit exportiert hat. Im Dateiauswahl-Fenster wählt man zum Import dann die Lightroomkatalogdatei mit der Endung.lrcat aus. Für den Import wählt man die Lightroomdatei mit der Endung ".lrcat" aus. Den Rest erkennt Lightroom selbstständig. Lightroom prüft nun die zu importierenden Daten und verhindert automatisch, dass man bereits vorhanden Bilder noch einmal importiert. Das ist auch der Grund, warum ich die folgenden Schritte mit Bildern von einer anderen Hochzeit erkläre, die ich noch nicht importiert hatte.
4 Teamwork mit Adobe Lightroom Nun werden die zu importierenden Bildverzeichnisse angezeigt. Unter dem Punkt Dateiverwaltung kann ausgewählt werden, ob die Bilder von der externen Festplatte auf eine andere kopiert werden sollen oder ob sie dort bleiben. In meinem Beispiel kopiere ich die Daten von der externen Festplatte auf eine interne, um die externe Platte wieder anderweitig nutzen zu können. Dazu erstelle ich ein Verzeichnis und wähle das als Zielverzeichnis aus. Die Verzeichnisse mit JPG-Dateien importiere ich nicht, weil ich die für die Bearbeitung der Rohdaten nicht benötige. Lightroom zeigt automatisch die Bilder und Unterverzeichnisse an, die mit importiert werden können. (Bitte nicht davon irritieren lassen, dass Martina und Daniel jetzt Jule und Frank heissen. Erstere hatte ich vor ein paar Minuten schon zum Testen importiert...) Wichtig ist die Option Fotos in einen neuen Ordner kopieren und importieren, um die Bilder auf die eigene Festplatte zu übernehmen. Theoretisch könnte man die Bilder auch auf der externen Festplatte belassen, auf der man sie geliefert bekommt, und dort bearbeiten. Aber dann hat man kein Backup. Und ich schreibe hier über Hochzeiten Dann ist Zeit für eine Kaffeepause, während die Bilder kopiert werden. Und dann kann es ein bisschen dauern. Bei Hochzeiten kommen ja mehrere Gigabyte an Bildern zusammen, die in diesem Schritt auch bewegt werden.
5 Teamwork mit Adobe Lightroom Export beim Bildbearbeiter Hat der Bildbearbeiter seine Arbeit getan, kann er das Verzeichnis wie oben beschrieben wieder exportieren, mit dem Unterschied, dass er sich nun den Export der Negativdateien sparen kann. Denn die hat der Fotograf ja schon bei sich gespeichert. Der Rücktransport geht dadurch unglaublich viel schneller und diesmal reicht auch ein kleiner USB-Stick für den Transport anstelle der Festplatte. (Ich weiß, dass es inzwischen auch sehr große USB-Sticks gibt, aber meine reichen bisher nur bis 16 GB.) Der Export erfolgt fast genau wie oben. Mit dem Unterschied, dass der Haken bei "Negativdateien exportieren" diesmal nicht gesetzt werden muss. Dadurch geht der Export auch sehr schnell und verbraucht nur wenig Speicherplatz. Es empfiehlt sich, beim Export einen neuen Dateinamen zu vergeben, z.b. _bearbeitet, um Verwechslungen beim Import zu vermeiden. Re-Import beim Fotografen Beim Fotografen gibt es beim Import der Katalogdatei nun ein paar interessante Optionen. Denn er wird vielleicht nicht einfach blindlings die bisherigen Daten mit den Daten des Bildbearbeiters überschreiben wollen. Möglicherweise haben auch beide parallel an den Bildern gearbeitet und dabei unterschiedliche Versionen entwickelt. Zum Glück muss einem das dank Lightroom kein Kopfzerbrechen mehr bereiten. Nachdem man den Datenträger des Bildbearbeiters an den Computer angeschlossen hat, klickt man wieder Datei Aus Katalog importieren und wählt die Katalogdatei auf dem externen Datenträger aus. Lightroom stellt nun automatisch fest, dass sich die entsprechenden Bilder bereits im Katalog befinden. Unter dem Punkt Ersetzen kann man nun auswählen, ob man nur die Metadaten und Entwicklungseinstellungen ersetzen möchte oder auch die Negativdateien (oder nichts, aber das wäre hier wenig sinnvoll). Da nur die Entwicklungseinstellungen zurück geliefert wurden, wählt man hier die entsprechende Einstellung.
6 Teamwork mit Adobe Lightroom Wenn der Button Importieren noch grau, d.h. nicht anklickbar ist, kann das daran liegen, dass man oben keinen Ordner in der Auswahl angeklickt hat. Diesmal gibt es nur die Lightroomdatei zu importieren. (Und unser Brautpaar heisst wieder Martina und Daniel ;-) ) Eine sehr praktische Option ist Alte Einstellungen als virtuelle Kopie behalten. Diese sorgt dafür, dass nicht alle neuen Einstellungen anstelle der alten übernommen werden, sondern legt für die alte Einstellung eine virtuelle Kopie an. So kann der Fotograf die eigenen Bearbeitungen mit denen des Bildbearbeiters vergleichen und später in Ruhe entscheiden, welche Version ihm besser gefällt. Noch ein Tipp: Wenn die Bilder nach dem Import in der Raster-Übersicht nicht alle sofort perfekt aussehen, hilft ein bisschen Geduld, bis Lightroom die Vorschaubilder aktualisiert hat. Da die Bilder schon in der Datenbank vorhanden sind, bietet Lightroom an, die alten Einstellungen als cirtuelle Kopie zu behalten - praktisch. So, das war s auch schon. Ich wünsche viel Erfolg bei der Teamarbeit mit Lightroom!