Freizeit in Freiburg - wo verbringen wir unsere Freizeit und wie beeinflusst dies unsere Mitmenschen? Beitrag der Geo-AG des Freiburg-Seminars zum ESRI-Sommercamp-Wettbewerb 2014
Forschungsbereich: Freiburg im Breisgau Freiburg liegt im Südwesten Deutschlands und hat 229.144 Einwohner (Stand 2012), die in 28 Stadtteilen leben. Um mit dem GIS auf Stadtteilebene arbeiten zu können, haben wir diese als Polygone digitalisiert.
Zielsetzung Unser Ziel war es, die Zusammenhänge zwischen dem Freizeitverhalten und der Altersstruktur in den Stadtteilen Freiburgs zu untersuchen. Zusätzlich wollten wir die Zufriedenheit der Bewohner im jeweiligen Stadtteil damit in Verbindung bringen, um möglichen Nutzungskonflikten zwischen der Wohnbevölkerung und denjenigen, die dort ihre Freizeit verbringen, auf die Spur zu kommen.
Der Weg zum Ziel Umsetzung Wir haben den ESRI-Feature-Service zum Thema Freizeit genutzt, um eigene Daten zu erheben. Die Befragung fand mithilfe von Tablets im Bekanntenkreis statt. So kamen 160 Einträge zusammen. Wir fragten nach der Art der Freizeitaktivität, wo sie ausgeübt wird, dem Wohnort der Person und ihrem Alter. Aus den Angaben über den Wohnort berechneten wir die dafür zurückgelegte Strecke. Die erhobenen Daten wurden in ArcGIS-Online und ArcGIS Desktop zusammengeführt. Zusätzlich integrierten wir demographische Daten der Stadt Freiburg aus ihrem statistischen Online-Portal: http://wiki.stadt.freiburg.de/webkatalog/
Die Ergebnisse unserer Kartierung in der Übersicht: Die Karte zeigt: Zwei Aktivitätszentren (Mooswald; Innenstadt / Wiehre) Eine doch recht unübersichtliche Art der Kartendarstellung! Wie kann man die Ergebnisse besser strukturieren?
Wie weit fahren wir für unsere Freizeitaktivitäten? Wir haben unsere Berechnungen der Fahrtzeiten in die zuvor digitalisierten Polygone der Stadtteile integriert und die Anzahl der Aktivitäten pro Stadtteil mit ArcGis-online berechnet. So wird eine kombinierte Darstellung möglich: Brühl dagegen bietet auch einige Die rosa Kreise zeigen, wie viel Freizeitaktivitäten pro In die zwei Betzenhausener Stadtteile fahren Stadtteil vorhanden sind. Je größer der Kreis, desto mehr viele Aktivitäten, Menschen. fanden dort aber Sie legen statt. die dafür werden auch mehrere nur Die Kilometer Färbung ins zurück. Blaue Das zeigt, lässt wie darauf weit die schließen, Leute im Mittelwert dass von Betzenhausen Bewohnern gereist sind, ein des um attraktives Stadtteils dort Freizeit Freizeitziel zu genießen. ist. Je dunkler, genutzt. desto größer ist die Strecke.
Wo treiben wir Sport? Die häufigste Freizeitaktivität unserer Umfrage ist sportlicher Natur. In den zuvor erwähnten Betzenhausener Stadtteilen liegt das Seepark-Gelände. Die Icons zeigen, wo wir Sport treiben. Man sieht, dass es zwei Ballungszentren gibt. Jedoch konzentrieren wir uns auf den oberen und größeren Ballungsbereich, den Seepark.
Der Seepark ein Sportzentrum Der Seepark ist ein sehr naturnahes Sportzentrum. Es gibt dort sehr gute Laufstrecken um den See, Kunstrasenplätze und ein Schwimmbad. Auch gibt es die große Sporthalle des Wentzinger Gymnasiums.
Gibt es Altersunterschiede bei sportlichen Freizeitaktivitäten? Um zu einer genaueren Analyse zu kommen, haben wir die Altersstruktur der sportlichen Aktivitäten untersucht. Dazu berechneten wir in ArcGIS-Online die Anzahl der Sportaktivitäten und das Durchschnittsalter der Sporttreibenden pro Stadtteil. In Man Stadtteilen sieht die mit Sportaktivitäten mehr sportlichen in Aktivitäten unterschiedlich ist das großen Durchschnittsalter Kreisen (je der größer Befragten der Kreis gering: ist, desto Auch mehr am Seepark treiben Sportaktivitäten vor allem gibt Jüngere es). Sport.
Zwischenergebnis: Auf diese Art und Weise ließen sich auch die anderen Freizeitaktivitäten auswerten. Um zu aussagekräftigen Ergebnissen zu kommen, müsste allerdings die Datenbasis erheblich ausgeweitet und eine repräsentative Umfrage durchgeführt werden. Wir wollen uns aber auf den Zusammenhang zwischen Freizeitverhalten und Alter konzentrieren. Dazu ist es erst einmal notwendig, die Altersstruktur unseres Untersuchungsgebietes zu analysieren.
Freiburg besitzt in Baden- Württemberg von allen größeren Städten das geringste Durchschnittsalter. Durch die große Zahl an Studenten in der Universitätsstadt wird das durch die vielen Senioren in den Randbezirken eher hohe Durchschnittsalter mehr als ausgeglichen.
Wie hat sich die Bevölkerung hier entwickelt? Freiburg besitzt ebenso wie Heidelberg nicht nur einen hohen Wanderungssaldo, sondern auch einen relativ hohen Geburtenüberschuss. Das führt dazu, dass Freiburg nach Stuttgart die am stärksten wachsende Stadt in Baden- Württemberg ist.
Wie sieht die Altersstruktur der Freiburger Stadtteile aus? Wir haben demographische Daten der Stadt Freiburg, die auf dem statistischen Online-Portal (http://wiki.stadt.freiburg.de/webkatalog/) veröffentlicht werden, in unsere Stadtteil-Polygone integriert. Rot steht hier für viele ältere auf wenige junge Menschen. Hellrosa für das Gegenteil: Viele Junge auf wenige Alte. Während in den Randgebieten eine ausgewogene Situation vorliegt, gibt es in der Innenstadt und im Freiburger Süden starke Kontraste, so steht z. B. ein junges St. Georgen einem überalterten St. Georgen-Süd gegenüber. Auch in der Innenstadt leben viele alte Menschen. -> Wie kann man diese Befunde mit den bisherigen Ergebnissen kombinieren?
Das Freizeitverhalten und die Altersstruktur der Freiburger Stadtteile Diese Darstellung zeigt, dass es in Stadtteilen aller Altersstrukturen möglich ist, Freizeit aktiv zu erleben; auch und besonders in der Innenstadt, in der vor allem alte Menschen wohnen.
Wie sieht die Altersstruktur unserer Erhebung aus? Die Karte zeigt das Alter der befragten Personen zu jeder Freizeitaktivität in Verbindung mit der Altersstruktur der Bewohner der Stadtteile. Man kann erkennen, dass junge und alte Menschen sich in ihrem Freizeitverhalten nicht direkt von der Altersstruktur der Wohnbevölkerung beeinflussen lassen. Dies wollen wir auf der nächsten Folie auch noch im Detail zeigen:
Freizeit in der Freiburger Innenstadt Viele unserer Befragten sind Jugendliche. Sie verbringen ihre Freizeit in innenstadtnahen Stadtteilen, in denen die Wohnbevölkerung ein hohes Durchschnittsalter hat.
Zwischenergebnis Unsere Befragung hat ergeben, dass viele Befragte bereit sind, für die Gestaltung ihrer Freizeit mehrere Kilometer zurückzulegen. Dadurch verbringen viele Jugendliche ihre Freizeit dort, wo es entweder attraktive Sportstätten oder auch Shoppingmöglichkeiten gibt. Sie fahren dazu in Stadtteile, in denen die Altersstruktur der Wohnbevölkerung teilweise sehr unausgeglichen ist. Kommt es zu Konflikten, wenn viele Jungendliche dort ihre Freizeit verbringen, wo vor allem Ältere wohnen? Um diese Fragen zu klären, haben wir externe Umfrageergebnisse zur Zufriedenheit mit dem sozialen Wohnumfeld mit unserer Karte der Altersstrukturen kombiniert.
Wie sieht die Zufriedenheit der Freiburger mit ihrem sozialen Wohnumfeld aus?
Diese Konflikte zu entschärfen ist eine wichtige Zukunftsaufgabe der Politik. Fazit Es lässt sich tendenziell erkennen, dass die Zufriedenheit mit der Nachbarschaft dann besonders groß ist, wenn es mehr junge als alte Menschen im Stadtteil gibt. Auch ist es kein Nachteil für das soziale Klima, wenn viele Jugendliche dort wohnen. Unzufriedenheit scheint hier eher eine Eigenschaft der Älteren zu sein. Insbesondere in den Stadtteilen, in denen viele unserer Befragten ihre Freizeit verbringen, ist die Zufriedenheit der Bewohner mit dem sozialen Wohnumfeld eher gering. Es gibt also durchaus einen Nutzungskonflikt zwischen der Wohnbevölkerung und den von auswärts in den Stadtteil kommenden Menschen, die dort ihre Freizeit verbringen möchten. Dies wird besonders deutlich am Fall der Freiburger Innenstadt, wo es regelmäßig zu Konflikten zwischen den zu nächtlicher Stunde feiernden Jugendlichen und der Wohnbevölkerung kommt.