Seminar AFU-KBK

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Transkript:

Seminar AFU-KBK 22.10.09 Bauabfälle Stand der Technik und Gesetzgebung Loïc Constantin (LC) und Pierre-Alain Loup (PAL) Amt für Umwelt 1

Inhalt 1. Hauptsächliche gesetzliche Bestimmungen (LC) 2. Generelles Konzept für die Bewirtschaftung der Bauabfälle (LC) 3. Sonderabfälle und kontrollpflichtige Abfälle (LC) 4. Gefährliche Stoffe in Gebäuden (LC) 5. Ablagerung in Inertstoffdeponien: Abfallarten und Anlieferungsmodalitäten (PAL) 6. Aushubmaterial: Entsorgungswege und Prioritäten (PAL) 7. Mineralische Bauabfälle: Produktion und Verwendung von Recycling-Kiessand (PAL) 2

Hauptsächliche gesetzliche Bestimmungen Bundesgesetze: Umweltschutzgesetz (USG): Begriffe Verbot der Abfallverbrennung im Freien Hauptgrundsätze bezüglich Finanzierung und Bewirtschaftung Bewilligungspflicht für Deponien Strafbestimmungen, Gewässerschutzgesetz (GSchG): Festlegung der Massnahmen zur Vermeidung von Verschmutzungen 3

Hauptsächliche gesetzliche Bestimmungen Verordnungen des Bundes: Technische Verordnung über Abfälle (TVA): Bewirtschaftungsgrundsätze Bewilligungsverfahren für Anlagen Kriterien für die Abfallannahme in Deponien,... Verordnung über den Verkehr von Abfällen (VeVA): Definitionen Sonderabfälle und kontrollpflichtige Abfälle Pflichten von Abfallinhabern und transporteuren Begleitscheine Bewilligungen für Entsorgungsunternehmen Bedingungen für Importe und Exporte, Altlasten-Verordnung (AltlV): 4

Generelles Bewirtschaftungskonzept 5

Sonderabfälle und kontrollpflichtige Abfälle Sonderabfälle: Farbreste, Lösungsmittel, Altöl, verschmutztes Bodenmaterial, Für Inhaber von Abfällen: Für die Entsorgung von Sonderabfällen: Bis 200 kg: Über eine Abgeber-Nummer verfügen (bei AfU verlangen, wenn das Unternehmen noch keine solche hat) und diese bei der Überführung von Abfällen in eine bewilligte Verwertungsanlage angeben > 200 kg: Über eine Abgeber-Nummer verfügen und vor Transport Begleitscheine ausfüllen. Überführung der Abfälle in eine bewilligte Verwertungsanlage 6

Sonderabfälle und kontrollpflichtige Abfälle Kontrollpflichtige Abfälle: Altpneus, Altholz, Für Inhaber von Abfällen: Für die Entsorgung kontrollpflichtiger Abfälle: Überführung der Abfälle in eine bewilligte Anlage (keine Begleitscheine). Der Betreiber der Behandlungsanlage hat alljährlich eine Statistik über die angenommenen und abgeführten Abfälle zu führen. 7

Beispiel Abfallliste, Kapitel 17: Sonderabfälle und kontrollpflichtige Abfälle 8

Sonderabfälle und kontrollpflichtige Abfälle Beispiel eines Begleitscheines für den Verkehr mit Sonderabfällen 9

Gefährliche Stoffe Gebäude und Infrastrukturen können gefährliche Stoffe enthalten: Strassenbeläge: Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK - Teer) Eternit und anderes schwach gebundenes Isolationsmaterial: Asbest Dichtungsfugen: Polychlorierte Biphenyle (PCB) Farbanstriche: Schwermetalle Gebäude: Verschmutzung durch gewerbliche und industrielle Nutzungen 10

Durch Bauherrn durchzuführen Gefährliche Stoffe Analyse der vor 1970 angebrachten Strassenbeläge vor deren Entfernung (PAK Marker-Analyse, Laboranalyse) sowie Festlegung der Entsorgungswege: kalte oder heisse Wiederverwertung Inertstoffdeponie (in kleinen, von Inertstoffen nicht trennbaren Mengen) Reaktordeponie, Gebäudediagnostik durch spezialisiertes Fachbüro je nach Alter des Gebäudes (<1970), Grösse und Art der Nutzung. Die Gebäudediagnostik dient der Festlegung der vorzusehenden Arbeitsschutzmassnahmen sowie der Materialentsorgungswege. 11

Ablagerung in ID Abfallarten (s. TVA und Richtlinien des BAFU) Kontrollierte Inertstoffdeponien - ID: Beton, Ziegel, Eternit, Glas, Bauschutt aus mindestens 95% Steinmaterial, aus welchem vorgängig Metalle, Plastik, Papier, Holz und Textilien entfernt wurden. Schwach verschmutztes Bodenmaterial und Fabrikationsabfälle aus mindestens 95% mineralischen Bestandteilen, deren chemische Eigenschaften nachgewiesenermassen den, in der TVA definierten entspricht. 12

Ablagerung in ID Anlieferungsmodalitäten Für Bauschutt, Steinabfälle, : Keine besonderen kantonalen Vorschriften für den Transport und die Deklarierung von Abfällen. Für die anderen Abfälle (schwach verschmutztes Bodenmaterial, ): vor Anlieferung auszufüllendes Deklarationsformular mit beigelegten Analyseergebnissen, vorgängiges Einverständnis des Deponiebetreibers und, je nach Abfalltyp, des AfU. 13

Ablagerung in ID Beispiel eines Deklarationsformulars für Inertstoffdeponien und Reaktordeponie 14

Entsorgungswege und Prioritäten (Änderung des Kantonalen Richtplans läuft): Aushubmaterial 1. Verwendung am Standort selbst für Geländegestaltungen mit Bezug auf die zu erstellende Baute (Verwendung am Entstehungsort) ; 2. Verwertung als mineralisches Material anstelle von mineralischem Primärmaterial (Betonfabrikation, Strassenkoffer, ) ; 3. Rekultivierung von Materialabbaustandorten (Kiesgruben, Steinbrüche etc.); 4. Verwendung für begründete Terrainveränderungen (spezifische Gestaltungen wie Lärmschutzdamm, Strukturverbesserung, landwirtschaftliche Verbesserung) ; 5. Ablagerung in bewilligter kontrollierter Inertstoffdeponie Aushubmaterial (ID- AM). Achtung: Die Unternehmen welche Aushubmaterialien liefern, müssen kontrollieren ob der Ablagerungsstandort im Besitz einer Baubewilligung ist 15

Mineralische Bauabfälle Richtlinie für die Verwertung mineralischer Bauabfälle des BAFU: Sofern sie nicht in einer ID abgelagert werden sollen, sind mineralische Bauabfälle zu sortieren (Bitumenmaterial, Betonabbruch, ) und einer Behandlungsanlage zuzuführen. Die direkte Verwendung dieses Materials ist nicht möglich! 16

Mineralische Bauabfälle Qualitätsanforderungen an die sechs Recyclingbaustoffe. Bauabfallkategorien Recyclingbaustoffe Asphaltgranulat Ausbauasphalt 80 Kies- Sand 20 Betonabbruch Mischabbruch 2 Fremdstoffe 0.3* Recycling-Kiessand P 4 95 4 1 0.3 Recycling-Kiessand A 20 80 4 1 0.3 Recycling-Kiessand B 4 80 20 1 0.3 Betongranulat 3** 95 2 0.3 Mischabbruchgranulat 3 97 0.3 ohne Gips 1%Gips 1% Glas Hauptgemengteil: minimale Massenprozent Fremdstoffe * * * Nebengemengteil: maximale Massenprozent maximale Gesamtanteile in Massenprozent (Holz, Papier, Kunststoffe, Metalle, Gips...) Asphaltgranulat, welches heiss aufbereitet wird, darf aus bautechnischen Gründen keine Fremdstoffe enthalten. Betongranulat, welches als Zuschlagstoff für klassifizierten Beton vorgesehen ist, darf keinen Ausbauasphalt enthalten. (Ref. BAFU) 17

Mineralische Bauabfälle Verwendungsmöglichkeiten der sechs Recyclingbaustoffe. Verwendungsmöglichkeiten Recyclingbaustoffe Asphaltgranulat Recycling-Kiessand P Recycling-Kiessand A Recycling-Kiessand B Betongranulat Mischabbruchgranulat Einsatz in loser Form ohne Deckschicht * mit Deckschicht * * Einsatz in gebundener Form hydraulisch gebunden bituminös gebunden Verwendung möglich * * * Verwendung möglich mit der Einschränkung: als Planiematerial unter bituminöser Deckschicht Verwendung nicht zugelassen Verwendung nur möglich, wenn die Schichtstärke maximal 7cm beträgt und das Asphaltgranulat gewalzt wird (Ref. BAFU) 18

Mehr Informationen Webseite des Amts für Umwelt : http://www.fr.ch/sen Webseite des Bundesamts für Umwelt : http://www.bafu.admin.ch/altlasten Verordnung des UVEK vom 18. Oktober 2005 über Listen zum Verkehr mit Abfällen : http://www.admin.ch/ch/d/sr/c814_610_1.html Richtlinie für die Verwertung mineralischer Bauabfälle : http://www.bafu.admin.ch/publikationen/publikation/00030/index.html?lang=d 19