Atmosphärische Prozesse

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Transkript:

Atmosphärische Prozesse Aufbau, Dynamik und Bedeutung der Atmosphäre Atmosphäre: Lufthülle unserer Erde, bis ca. 1000 km, wird in einzelne Teilsphären unterteilt

Troposphäre: Druck, Dichte und Temperatur nimmt von unten nach oben ab Wasserkreislauf vollzieht sich wesentlich für die Energiebilanz Troposphäre rotiert mit unserer Erde mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten alle Luftmassen werden abgelenkt Wetter- und Klimaelemente: Temperatur, Druck, Niederschlag, Luftfeuchtigkeit hauptklimabestimmender Faktor: geografische Breite andere Faktoren: o Höhe o Lage am Meer o Windrichtung o Meeresströmungen o Bodenbeschaffenheit o Vegetation In der Troposphäre nimmt die Lufttemperatur im Mittel um 0,65K pro 100m Höhenzunahme ab. Bleibt sie während Höhenänderung konstant, nennt man dies eine Isothermie. Eine Zunahme der Temperatur bei steigender Höhe bezeichnet man als Inversion. Der Strahlungshaushalt R=Q G (1-a)-A E AE=A O -A G A... Nettostrahlung Q G... Globalstrahlung o Einfallswinkel o Zeit o Beleuchtungszone o Bewölkung o Beschaffenheit der Erdoberfläche o Bestandteile der Luft a... Albedo A E... effektive Ausstrahlung o Temperatur der Erdoberfläche o Wärmeleitfähigkeit des Bodens

o Art der Oberfläche Meer, Eis o Bewölkung, Teilchen in der Luft A O... Ausstrahlung der Erdoberfläche A G... Gegenstrahlung Sonne ist nicht in der Lage die Luft zu erwärmen unterschiedliche Strahlungsbilanz durch: o Defizit in Polarbereichen o Überschuss am Äquator werden durch Wärmeströme gemindert Die Erde erhält ihre meiste Energie von der Sonne. Die gesamte kurzwellige Sonnenstrahlung, die zur Erdoberfläche gelangt wird auch als Globalstrahlung bezeichnet. Vorher werden jedoch beim Durchdringen der Atmosphäre Teile dieser Strahlung durch Wolken und Gase absorbiert. (Absorption = Aufnahme + Umwandlung) Diese, durch die Atmosphäre absorbierten Bestandteile, betragen 19%. Weitere 26% werden durch die Atmosphäre und insbesondere die Wolken reflektiert. 4% der Globalstrahlung werden außerdem noch durch die Erdoberfläche reflektiert. Diese 30% der Globalstrahlung, die durch die Atmosphäre und die Wolken reflektiert werden bezeichnet man als Albedo der Erde. Von den 100% der gesamten Sonneneinstrahlung kommen also nur 51% auf der Erde an (19% absorbiert und 30 reflektiert). Beim Eintritt in die Erdoberfläche wir die kurzwellige Sonnenstrahlung in langwellige umgewandelt. Diese erwärmt die Erdoberfläche wodurch auch Warmluft vom Boden aufsteigen kann. Diese Warmluft wird auch als Ausstrahlung bezeichnet. Sie wird teilweise an den Wolken reflektiert und gelangt dadurch als Gegenstrahlung zurück zum Boden. Dieser Prozess bewirkt die Erwärmung der Erde. Das ist der Treibhauseffekt. Da an den Polen die Sonneneinstrahlung geringer ist, gelangt auch weniger Strahlung zur Erdoberfläche als am Äquator. Deshalb ist am Pol ein Strahlungs- bzw. Energiedefizit. Am Äquator gibt es einen Überschuss, d.h. an den Polen ist es kälter als am Äquator.

Der Wärmehaushalt R=H+V+B+W H... fühlbare Wärme V... latente Wärme/ Verdunstungsenergie B... Wärmestrom/ Bodenwärmestrom W... Wärmezufuhr Trotz gleicher Nettostrahlung werden andere Lufttemperaturen erreicht. Die Nettostrahlung ist über dem Meer deutlich höher, trotzdem herrscht eine geringere Lufttemperatur (besonders im Sommer), da viel Energie durch Verdunstung verloren geht, oder durch tiefgründige Erwärmung des Meeres oder Wärmezufuhr/ -abfuhr durch Meeresströmungen. Jahresgang der Temperatur o je nach Beleuchtungszone o Lage zum Meer Tagesgang der Temperatur o wolkenlos: o Bewölkung: o o Luftmassenimporte Temperaturen sind nicht nur mit der eigenen Strahlungsbillanz zu erklären Wetterlagen

Luftdruck und Wind Thermische Druckgebilde: es gibt thermische Drucksysteme die nur ein halbes Jahr existieren: o Sibirisches Kältehoch im Winter o Hitzetief im Sommer über Asien thermische Druckgebiete die sich innerhalb eines Tages ändern: Land Meer Tag: starke Erwärmung des Landes aufsteigende Warmluft Luftdruck fällt Tiefdruckgebiet über dem Meer: kühlere Luft Entstehung eines Hochs Ausgleichsströmung vom Hoch zum Tief = Seewind Nacht: rasche Abkühlung des Landes Hoch über dem Land Meer gibt gespeicherte Wärme ab aufsteigende Warmluft Tief über dem Meer Landwind als Ausgleichsströmung vom Hoch zum Tief

Alle Luftmassen auf unserer Erde werden abgelenkt (Corioliskraft). Die Ablenkung der Luftmassen verhindert den direkten Luftaustausch zwischen polaren und äquatorialen Gebieten. Dynamische Druckgebilde: Jetstream = breites Band bestehender Westwind mit einer großen Windgeschwindigkeit in großer Höhe in der Frontalzone Jetstreams entstehen immer wieder neu Westwindbänder kommen in Wellenbewegung (mäandrieren) durch Gebirge, Inseln, Druckgebiete aus Wellenbewegung durch Stauchung/ Dehnung entstehen Randwirbel (= Konvergenz, Divergenz) Zyklone: Antizyklone: wolkenloses Wetter, kein Niederschlag, ruhiges Wetter, typische für August/ Spätherbst

Luftmassenaustausch zwischen polaren und äquatorialen Gebieten erfolgt durch die Mischung der Luftmassen im Bereich der Frontalzone Atmosphärische Zirkulation = Gesamtheit aller großräumigen, horizontalen und vertikalen Luftbewegungen auf der Erde, die sich aus der Druckverteilung ergeben Beachte: die Druck- und Windgürtel werden mit dem Zenitstand der Sonne von 5 bis 10 verlagert Wechselklimate, stetige Klimate Luftfeuchtigkeit Wolkenbildung Wolkenarten:

von Luftfeuchtigkeit abhängig Luftschichtung: stabil -Grenzschicht in Troposphäre -Wolken heben Obergrenze labil -keine Grenzen -bis zur Tropopause Kondensationskerne: Staubpartikel in der Luft, an die sich die feinsten Kondensationströpfchen anlagern 2 Haupttypen: Konvektionswolken =Cumulus (Haufenwolken) Advektionswolken =Stratus (Schichtwolken) Ausnahmen: Wolken, die alle Wolkenstockwerke durchbrechen o Cumulonimbus (Cb) Gewitterwolke örtlich begrenzt heftige Niederschläge Wolkenbruch Regenschauer (kurz) o Nimbostratus (Ns) Wolkendecke über großem Gebiet Schichtwolke entsteht an der Warmfront der Zyklone leichter Regen, Nieselregen Die außertropische Westwindzirkulation Eine Wetterlage ist eine durch die jeweils vorherrschenden Luftmassen und Druckverhältnisse bestimmtes Wettergeschehen. Druckgebiete sind die Steuerelemente. Eine Großwetterlage ist eine stabile, über mehrere Tage andauernde gleichbleibende Wetterlage. Wetterlagen werden immer nach der Hauptwindrichtung benannt. Luftmassenbezeichnungen: Luftmassen aus Norden: P (polar) Luftmassen aus Süden: T (tropisch) feuchte Luftmassen: m (maritim) trockene Luftmassen: c (kontinental) Sommer Winter mp feucht, kühl feucht, kalt mt feucht, heiß feucht, mild cp trocken, kühl trocken, extrem kalt ct trocken, heiß trocken, mild

Meteorologen unterscheiden 4 große Gruppen von Wetterlagen: 1. zonale Wetterlagen (breitenparallel) o West- und Ostwetterlage o Zyklone Wetterlage 2. meridionale Wetterlagen o Nord- und Südwetterlage 3. gemischte Wetterlagen 4. autochthone Wetterlagen o eigenständig Primärzirkulation: Passat: Das Wettergeschehen in den Tropen beständig wehende Winde von den Hochdruckzellen der Wendekreise zum Äquator in die äquatoriale Tiefdruckrinne die ITC verlagert sich mit dem Zenitstand der Sonne Klimazonen im Bereich der Passatzirkulation: Äquatorialklima, Tropisches Wechselklima, feuchtes und trockenes Passatklima Ausnahme: Inseln, Ostküsten Sekundärzirkulation: Monsun: Wind der jahreszeitlich seine Richtung ändert Sommer- und Wintermonsun ist jedes Jahr anders innerhalb der Länder (z.b. Indien) gibt es große Differenzierungen Himmelsrichtung SW-Monsun Sommermonsun NO-Monsun Wintermonsun Zeitraum Juni bis August Dezember bis Februar zwischen welchen Druckgebieten? Tief über Nordindien Hoch über Indischem Ozean Tief über Indischem Ozean Kältehoch über Innerasien Eigenschaften extreme Niederschläge, warm extrem trocken, kalt Auswirkungen Überflutungen Dürre, Trockenzeit