Insektenstiche - was tun? Die natürliche Umwelt wird vom Menschen immer mehr in eine Kulturlandschaft umgewandelt. Deshalb ist ein spürbarer Rückgang der darin lebenden Insekten zu verzeichnen. Z.B. sind mehr als 50% der Wildbienen in ihrem Bestand gefährdet und in den roten Listen aufgeführt. Auch die Honigbienen sind von ihrer natürlichen Heimstatt, dem Wald, verdrängt worden, und wie Haustiere fast gänzlich vom Menschen abhängig geworden. In der heutigen Zeit kann kein Schwarm in der freien Natur längere Zeit überleben. Trotzdem haben sich diese Tiere ihre natürlichen Verhaltensweisen bewahrt und stechen, warum? Für einen Laien ist es rätselhaft wie ein Imker mit den Bienen umgehen kann Eine falsche Annahme ist, daß Wespen, Bienen etc. generell "stechlustig" seien Warum werden auch Unbeteiligte, die ihnen nichts tun, gestochen? Durch Unerfahrenheit mit diesen Tieren hat man eine natürliche Angst vor ihnen Man weiß nicht, wie sich diese Tiere verhalten und wie man sich selbst verhalten soll, damit sie friedlich bleiben Insektenstiche können Allergien auslösen Der Umgang mit Insekten erfordert bestimmte "Verkehrsregeln", die durch Naturgesetze festgelegt sind Generell halten sich Insekten an solche Verkehrsregeln Menschliches Fehlverhalten und Unkenntnis im Umgang mit Insekten enden oft mit Stichen
Verkehrsregeln bei Bienen Erste Regel Honigbienen brauchen einen Luftkorridor, indem sie auf direktem Weg vom Bienenstand zu ihrer Nahrungsquelle fliegen können. Wer diese kreuzt, riskiert Zusammenstöße. Ihre Fluglöcher sind bewacht und jeder, der sich nähert, wird vertrieben. Zweite Regel Honigbienen stechen nicht vorsätzlich, wenn sie bei dem Menschen auf dem Kopf zwischenlanden, stechen aber spätestens instinktiv, wenn sie sich in den Haaren verfangen. In diesem Fall hilft nur noch schnelles Zuschlagen, um die Biene zu töten. Dritte Regel In allen anderen Situationen außerhalb des Stocks versuchen Honigbienen eher zu fliehen als sich zu verteidigen. Wo kein Nektar zu finden ist, halten sich Bienen nicht lange auf. Vierte Regel Lärm durch Motoren oder andere Geräte in der Nähe eines Bienenstandes ist für Bienen unerträglich, und versuchen den Verursacher zu vertreiben. Fünfte Regel Wasser oder süße Flüssigkeiten in offenen Gefäßen können soviele Honigbienen anlocken, daß sie dann als störend empfunden werden. Man sollte dies vermeiden.
Wenn gestochen..... nicht schockartig reagieren, sondern den Stachel ganz ruhig mit dem Daumennagel hinausschieben. Keinesfalls sollte man ihn mit den Fingern herausziehen, da man dadurch noch mehr Gift in die Wunde hineindrückt. Die entstandene Wunde bedarf keiner besonderen Behandlung. Bewährte Hausmittel wie Einreiben mit Zwiebelsaft und Kühlen der Einstichstelle hilft den Schmerz etwas zu lindern und das Gift zu neutralisieren. Allergisch auf Insektenstiche? Manche Menschen haben eine Disposition zur Überempfindlichkeit, und sollten sich vorsorglich bei einem Arzt beraten lassen. Vermutlich spielt artfremdes Eiweiß bei allergischen Erscheinungen eine Rolle. Was ist Bienengift? Nach diesem Stich stirbt die Biene durch ihre starke innere Verletzung. Bienengift besteht aus Substanzen, die zu den Proteinen und Polypepsiden gezählt werden und gehört in die Kategorie der Naturprodukte. In seiner eigenartigen Zusammensetzung kann es nicht künstlich hergestellt werden. Es hat eine ätzende, aber nicht tödliche Wirkung und ist daher kein starkes Gift. Im Gegenteil, Bienengift (Apitoxin) kann durch die ausgelöste Körperreaktion (über die Hypophyse in der Nebenniere eine vermehrte Ausschüttung von Adrenalin und Cortison) als Heilmittel bei der Behandlung rheumatischer Erkrankungen verwendet werden. Anti- rheumatische Wirkung Bienengift wird heute in großen Mengen für Medizinische Präparate benötigt. Die Giftmenge von 10.000 Bienen ergibt aber nur 3 Gramm, getrocknet sogar nur 1 Gramm. Die giftabgebenden Bienen müssen aber nicht wie bei normalen Stich sterben. Man hat Methoden entwickelt (z.b. Reizung durch Äther oder Elektroschocks), bei denen die Bienen ihre Giftblase entleeren ohne sich zu verletzen. Das so gewonnene Gift wird zur Herstellung hochwertiger Präparate wie z.b. Rheumasalben verwendet, die nicht rezeptpflichtig sind. Apitoxin kombiniert mit anderen Stoffen ist in solchen Salben günstig für eine Aufnahme durch die Haut. Z.B. Senföl bewirkt eine kräftige Kapillarerweiterung und Methysalizylat wirkt entzündungshemmend. Man braucht sich also bei rheumatischen Beschwerden nicht unbedingt von Bienen stechen zu lassen. Solche Salben allein regen schon den Organismus zur Bildung von Cortison und anderen Hormonen an. Diese initialisieren die antirheumatische Wirkung, indem die Gefäßerweiterung und damit die Durchblutung angeregt wird. Das lindert die Beschwerden.
Verkehrsregeln bei Hummeln Das Hummelnest Meist schwer zu erkennen, das Hummelnest Verborgen im Gras, oder im unterirdischen Mäusenest. Hummeln stehen unter Naturschutz! Der Lebenszyklus der Hummel Im zeitigen Frühjahr kommt die Hummelkönigin, besser noch Hummelmutter, aus ihrem Winterversteck im lockeren Erdreich hervor. Nach ihrer ersten Nahrungsaufnahme sucht sie einen geeigneten Nistplatz. Vielleicht ist es ein altes Mäuseloch, Vogelnistkasten, Moospolster oder Steinhaufen. Vorgefundenes Material wie Gras, Moos, Wurzeln, Federn, Haare, Wollreste nutzt sie als wärmende Nisthöhle. Sie eine Wachszelle und trägt in diese Pollen ein. Auf den Pollen legt sie 10 bis 15 Eier und verschließt diese Zelle. Zur gleichen Zeit wird ein Honigtopf aus Wachs gebaut, indem frisch gesammelter Nektar gespeichert wird. Die Hummelmutter setzt sich dann wie eine Glucke auf die erste Brutzelle, und wärmt sie. Nach vier Tagen schlüpfen die winzigen Larven und fressen denpollenvorrat der Brutzelle auf. Die Königin beißt von Zeit zu Zeit die Wachshülle der Brutzelle auf. Durch dieses Loch füttert sie die Larven mit einem Pollen- Nektargemisch. Am elften Tag spinnen sich die ausgewachsenen Larven ihren Kokon. Gerade jetzt bedarf es der Wärme der Mutter und ihres Schutzes, denn Ameisen, Iltis, Wiesel, Maulwurf und Mäuse zeigen sich als gefährliche Räuber und Feinde. Weiterhin sammelt die Mutter Nektar und Pollen. Nach ca. 25 Tagen schlüpfen die Hummelkinder und sind etwas halb so groß wie die Mutter, aber fangen schon an bei der Nahrungssuche mitzuhelfen. Im Laufe des Sommers kann das Nest auf über 300 Tiere anwachsen. Bald schlüpfen weitere Arbeiterinnen. Sie übernehmen mehr und mehr die Führung des Hauses, bezw. verlassen das Nest zum Sammeln. Die Nestmutter legt dann nur noch Eier bis ihr Samenvorrat erschöpft ist, und stirbt bald an Altersschwäche. Das Nest verwaist und löst sich auf. Die Hummeldrohnen suchen sich ihr Futter selbst, streichen im Gelände umher und markieren für den Empfang einer Jungmutter in einem bestimmten Hochzeitsareal sonnenbeschienene Blüten mit ihrem Duft. Die Jungköniginnen werden von diesem Duft angelockt und dann an diesen Stellen begattet. Die zukünftigen Königinnen fressen sich ein Wintervorrat an und suchen dann ein geeignetes Winterquartier z.b. im Erdboden auf. Alle anderen Hummeln (Drohnen und Arbeiterinnen) sterben ab.
Wann sticht die Hummel? Bei Störung ihrer Nester können selbst Hummelm aggressiv werden! Zu ihrer Verteidigung können die Tiere auch mehrmals stechen. Dann kommen meist zahlreiche Arbeiterinnen aus dem Nest und beißen sich an Haaren, Armen, Nacken, und Beinen fest. Dabei können sie auch stechen, was unterschiedlich schmerzhaft sein kann. Der Stachel bleibt nicht, wie bei der Honigbiene, stecken, da der Stachel fester mit dem Hinterleib verwachsen ist. Man sollte man den Nestbereich aufgeschreckter Hummeln ruhig aber schnell verlassen. Der Hummelstich Außerhalb des Nestbereichs haben die Hummeln nichts zu verteidigen und sind auch nicht angriffslustig. Sie stechen nur dann, wenn man sie gedrückt, oder festgehlten werden. Hummeln sind größer als Wespen, sehen aber weniger bedrohlich aus und sind nicht so wendig. Wenn es doch zu einem Stich kommt, dann ist die Wirkung ähnlich wie beim Bienenstich. Eine besondere Behandlung ist nicht erforderlich. Nur im Fall einer Überreaktion ist sofort ein Arzt aufzusuchen Verkehrsregeln bei Wespen Erste Regel Blick auf ein Wespennest In der Regel verteidigen sich die Wespen, wenn man zu nahe an ihr Nest herankommt Als Insektenjäger haben auch Wespen eine wichtige Funktion im Naturhaushalt. Im Frühjahr ist die Wespenkönigin unterwegs. Nur sie überwintert, und muß ein neues Nest aufbauen. Sie zerkaut morsches Holz, mischt es mit Speichel, und erzeugt eine papierartige Masse, aus der sie ein Nest baut. In die Zellen legt sie ihre Eier und ernährt ihre Brut mit Insektenfleisch. Im Verlauf des Sommer befinden sich immer mehr Arbeiterinnen im Nest. Ende Juli sind genügend Arbeitstiere (unterentwickelte Weibchen) vorhanden, um die benötigten Futtermengen zur Aufzucht der Geschlechtstiere zu sammeln. Im
Spätherbst verlassen bereits Altkönigin, Arbeiterin, Drohnen und Jungköniginnen das Wespennest. Nach vollzogener Begattung außerhalb des Nestes, überstehen nur die befruchteten Weibchen den Winter. Im Früjahr begeben sich diese Weibchen dann auf Nestsuche. Zweite Regel Zur Aufzucht der Brut sammeln Wespen Insektenfleisch. Fertig entwickelte Tiere decken ihren Kohlehydratebedarf mit Blütennektar, werden aber auch von allerlei Süßigkeiten angelockt. Sie lassen sich nicht so leicht verscheuchen, und durch ihre Beharrlichkeit wirken sie aufdringlich, obwohl sie nur stechen wenn sie direkt angegriffen werden. Der Wespenstich Wespen gehen auch an Abfälle bei der Suche nach Beute. Deshalb kann im Gegensatz zu einem Bienenstich ein Wespenstich bedenkliche Folgen haben, weil durch ihn Krankheitskeime, z.b. Bakterien, übertragen werden können. Große Vorsicht ist beim Essen von Obstkuchen im Freien geboten, da man leicht eine auf dem Kuchen naschende Wespe verschlucken kann. Ein Stich in die Mundhöhle oder Kehlkopf ist wegen der eintretenden Schwellung besonders gefährlich da Erstickungsgefahr besteht. In diesem Fall muß die Einstichstelle sofort gekühlt und umgehend ein Arzt aufgesucht werden! Im Gegensatz zur Honigbiene, bleibt der Wespenstachel nicht in der Haut stecken, da er fester im Insektenhinterleib verankert ist. Hinweis! Von den 8 bei uns vorkommenden, staatenbildenden Insekten werden nur 2 Arten den Menschen lästig. Die sind: die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe, die beide unterirdisch oder in dunklen Höhlen nisten. Die Gemeine Wespe Die Deutsche Wespe
Verkehrsregeln bei Hornissen Das Hornissennest Ein wahres Kunstwerk, der Bau eines Hornissennests. In der Regel 4m Abstand halten, aber auch ein ruhiges Annähern erlaubt Beobachtung. Keinesfalls das Nest anfassen oder erschüttern. Hornissen stehen unter Naturschutz! Sie dürfen deshalb nicht ohne amtliche Genehmigung beseitigt werden! Der Lebenszyklus der Hornisse Anfang Mai erwacht die im Herbst des Vorjahres geborene und begattete Hornissen-Jungkönigin aus ihrer Winterstarre. Den Winter hat sie im Holz morscher Bäume oder im Erdreich überdauert. Nach Aufnahme von Nahrung (z.b. Saft blutender Bäume oder Nektar) beginnt sie mit dem Nestbau. Als Nistplatz dienen Ersatzhöhlen im menschlichen Siedlungsbereich, da natürliche Baumhöhlen selten geworden sind. Für den Wabenbau sammelt sie morsches Holz und nach Fertigstellung der Zellen legt sie die ersten Eier. Die ersten fünf bis zehn Arbeiterinnen zieht sie selber auf, d.h. bis dahin hat die Königin alles zur Brutpflege und -versorgung selbst zu erledigen. Um den Eiweißbedarf der Brut zu decken, ist sie ständig auf Insektenjagd. Nachdem die ersten Arbeiterinnen geschlüpft sind, legt die Königin nur noch Eier. Die Brutaufzucht wird dann von den Arbeiterinnen übernommen. Im Oktober stirbt die Königin an Erschöpfung, und neue Geschlechtstiere schlüpfen, die dann an den schönen Herbstagen aus dem Nest schwärmen. Die Jungköniginnen paaren sich und bereiten sich vor auf die Überwinterung, indem sie viel Nahrung aufnehmen. Sobald der Winter eintritt sterben alle Arbeiterinnen da die Nahrung immer knapper wird. Die Hornissensaison ist zu Ende und das Hornissennest ist leer. Wann sticht die Hornisse? Die Arbeiterinnen auf der Wabe füttern die Larven, die kopfüber in ihren Zellen hängen. Bei einer Nahrungsknappheit dienen die Larven als "lebende Vorratsbehälter". Hungrige Arbeiterinnen zwicken die Larven, die dann einen Futtertropfen abgeben. Man soll nie die Tiere reizen indem man nach ihnen schlägt! Zu ihrer Verteidigung können die Tiere auch mehrmals stechen. Mit jedem Stich werden Alarmpheromone, das sind chemische Botenstoffe im Giftsekret,
freigesetzt, die weitere Artgenossen anlocken und ebenfalls zum Stechen veranlassen. Deshalb sollte man den Nestbereich aufgeschreckter Honrissen verlassen. Außerhalb des Nestbereichs haben die Hornissen außer sich selbst nichts zu verteidigen, und sind deshalb nicht angriffslustig. Hier stechen sie nur dann, wenn man sie drückt oder festhält. Der Hornissenstich Hornissenstiche kommen sehr selten vor. Hornissen sind größer als Wespen und sehen bedrohlicher aus. Sie kommen aber mit Menschen viel seltener in Berührung als Wespen. Wenn es doch mal zu einem Stich kommen sollte, dann ist die Wirkung (im Gegensatz zu weit verbreiteten Vorurteilen wie z.b. "7 Hornissenstiche töten ein Pferd") kaum schlimmer als ein Wespenstich. Eine besondere Behandlung ist nicht erforderlich, nur im Fall einer Überreaktion ist sofort ein Arzt aufzusuchen.