Farbmanagement KAPITEL Farbmanagement

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Transkript:

Farbmanagement KAPITEL 18 Adobe hat in seinen wichtigen Applikationen Photoshop, InDesign und Illustrator eine gemeinsame Farbmanagement-Architektur mit identischen Einstellungen implementiert. Darüberhinaus lassen sich diese Applikationen synchronisieren, so dass Sie applikationsübergreifend mit konsistenten und vorhersagbaren Bildschirmfarben arbeiten können. Dies ist eine wichtige Grundlage für den reibungslosen Ablauf Ihrer Gestaltungs-, Proof- und Druck-Workflows. Da die Richtlinien nach der Installation der Programme standardmäßig in Kraft gesetzt sind, sollten Sie sich mit den Funktionen und Optionen vertraut machen. 18.1 Farbmanagement Farbe wird von jedem Ein- oder Ausgabegerät auf eine andere Weise erfasst oder wiedergegeben. Dabei kommen unterschiedliche Farbmodelle zur Anwendung. Sowohl die technischen Fähigkeiten der Geräte als auch die verwendeten Farbmodelle schränken den darstellbaren Farbumfang (Gamut) ein. Durch das Farbmanagement sollen nun die einzelnen Farbmodelle und der Farbumfang der beteiligten Geräte und Prozesse in Einklang gebracht werden. Farbmanagement hat die Aufgabe, Farbe konstant und vorhersehbar zu reproduzieren. Die Optimierung der Bilddaten anhand drucktechnischer Kennlinien wie es in der Vergangenheit üblich war setzt voraus, dass die für Erfassung, Verarbeitung und Wiedergabe der Farbinformationen benutzten Geräte dasselbe Farbmodell verwenden. Durch den Einsatz offener, digitaler und modularer Systeme ist das aber nicht mehr sichergestellt. Farben müssen also unabhängig von gerätespezifischen Farbmodellen definiert werden. Mit dem ICC-Profil können die Steuersignale der Geräte mit einem Farbort im farbmetrischen Referenzfarbraum (XYZ oder LAB) verknüpft werden und damit den Gamut eines Geräts beschreiben. G Abbildung 18.1 Vergleich der Farbräume»Adobe RGB«und»Europe ISO Coated FOGRA 27«in Apples ColorSync- Dienstprogramm VIDEO-TRAINING Mehr zum Farbmanagement finden Sie auf der Buch-DVD. Dort haben wir die Video-Lektionen»Farbmanagement«und»Farbprofile«bereitgelegt. 18.1 Farbmanagement 1

HINWEIS Ihr Monitor sollte etwa eine halbe Stunde in Betrieb sein, bevor Sie mit der Kalibrierung beginnen. Da ein Farbeindruck immer von der Umgebungsfarbe beeinflusst wird, richten Sie einen neutral grauen Bildschirmhintergrund ein. Zu den Kalibrierungsfunktionen beider Betriebssysteme stehen Online-Hilfen zur Verfügung. 18.1.1 Farbmanagement vorbereiten Der erste Schritt ist die Kalibrierung Ihres Monitors. Verwenden Sie dazu unter Mac OS die Funktion Kalibrieren, die Sie unter Systemeinstellungen Monitore Farben finden. Unter Windows verwenden Sie Adobe Gamma und das Kontrollfeld Anzeige (um die Grafikkarte zu justieren) aus der Systemsteuerung. Noch besser ist der Einsatz externer Messtechnik und Profilierungssoftware, die Sie von verschiedenen Anbietern erhalten. 18.1.2 Farbmanagement über Bridge Center einrichten Setzen Sie neben Illustrator andere Anwendungen der Creative- Suite ein, richten Sie die Farbmanagement-Einstellungen über das Bridge Center der Adobe Bridge ein. Mit dem Button Gehe zu Bridge rechts in der Steuerungspalette rufen Sie die Bridge aus Illustrator auf. Im Bridge Center klicken Sie auf den Text»Farbeinstellungen öffnen«. Abbildung 18.2 E Dialogbox Farbeinstellungen in Adobe Bridge Hier finden Sie die Auswahl der von Adobe mitgelieferten Farbeinstellungs-Dateien (CSF). Klicken Sie eine dieser Einstellungen an und bestätigen anschließend mit dem Button Anwenden, dann sind die Farbeinstellungen der CreativeSuite-Applikationen synchronisiert. 18.1.3 Farbeinstellungen in Illustrator Um die Voreinstellungen für das Farbmanagement in Illustrator einzurichten, rufen Sie Bearbeiten Farbeinstellungen auf Shortcut ( )/(Strg)+(ª)+(K). Bewegen Sie die Maus über die Ausklappmenüs, wird im Feld Beschreibung (unten) jeweils ein kurzer Hilfetext zu den Optionen angezeigt. 2 18 Farbmanagement

F Abbildung 18.3 Dialogbox Farbeinstellungen Synchronisierung Das Icon signalisiert, ob die Farbeinstellungen der zur CreativeSuite gehörenden Programme identisch sind. Definieren Sie Ihre Farbmanagement-Richtlinien über Adobe Bridge, werden die Einstellungen automatisch synchronisiert. Sobald Sie lokal in einer der Applikationen Änderungen am Farbmanagement vornehmen, sind die Einstellungen der Creative- Suite-Anwendungen nicht mehr synchron. G Abbildung 18.4 Die CreativeSuite-Anwendungen sind synchronisiert (links) bzw. nicht synchronisiert (rechts) Einstellungen Wählen Sie eine der vorkonfigurierten Einstellungen aus dem Aufklappmenü. Diese fassen die von Adobe empfohlenen Optionen für den jeweils im Namen kenntlichen Einsatzzweck zusammen. Falls Sie wenig Erfahrungen mit Farbmanagement haben, sollten Sie keine Änderungen an den Optionen der Einstellungen vornehmen. Arbeitsfarbräume Wählen Sie hier jeweils für RGB und CMYK Ihren bevorzugten Arbeitsfarbraum aus. Der Arbeitsfarbraum ist ein Übergangsfarbraum (für die Bearbeitung des Dokuments) und wird jedem neuen Dokument automatisch zugewiesen. Darüberhinaus bestimmt er die Anzeige eines Dokuments ohne eingebettetes Profil (Untagged). Erstellen Sie Dokumente für den Druck, sollten Sie einen möglichst großen RGB-Arbeitsfarbraum wählen, z.b. Adobe RGB (1998). Bei der Vorbereitung von Grafik für das Web empfiehlt sich der»kleinste gemeinsame Nenner«sRGB IEC61966, der den HINWEIS Wählen Sie Adobe Illustrator 6.0 emulieren, um das Farbmanagement auszuschalten. In dieser Einstellung bettet Illustrator keine Farbprofile in Ihre Dokumente ein. 18.1 Farbmanagement 3

»Standardmonitor«der Web-User simuliert. Wählen Sie als RGB- Arbeitsfarbraum nicht das Farbprofil Ihres Monitors aus. Als CMYK-Arbeitsfarbraum wählen Sie einen für das anvisierte Druckverfahren geeigneten Farbraum. TIPP Als weiterführende Lektüre (nicht nur) für die Behandlung abweichender Farbprofile empfehlen wir den Ratgeber»PDF/X und Colormanagement«. www.cleverprinting.de G Abbildung 18.5 Nummern beibehalten verhindert eine CMYK-zu-CMYK-Konvertierung beim Platzieren von Grafiken G Abbildung 18.6 Farbatlas G Abbildung 18.7 Umwandlung eines reinen Schwarz in ein 4C-Schwarz Farbmanagement-Richtlinien Hier legen Sie fest, wie Illustrator Dokumente behandelt, in die kein Farbprofil oder ein vom aktuellen Arbeitsfarbraum abweichendes Profil eingebettet ist. E Aus: Mit dieser Option werden eingebettete Farbprofile gelöscht. Das Profil des aktuellen Arbeitsfarbraums wird nicht eingebettet, aber zur Anzeige des Dokuments verwendet. E Eingebettete Profile beibehalten: Das vom Ersteller der Datei ursprünglich eingebettete Profil bleibt erhalten. E In Arbeitsfarbraum konvertieren: Statt des ursprünglichen Profils wird das Profil des Arbeitsfarbraums zugewiesen. Farben werden entsprechend konvertiert. E Nummern beibehalten (verknüpfte Profile ignorieren): Diese Einstellung steht Ihnen für CMYK zur Verfügung. Wählen Sie Nummern beibehalten, dann werden Farben nicht vom Farbmanagement konvertiert, wenn Sie eine Datei mit abweichendem Farbprofil platzieren (s.a.»sicherer CMYK- Workflow«). Da das Farbprofil Ihnen einen Anhaltspunkt darüber gibt, für welches Zielmedium das Dokument bestimmt war, ist zu empfehlen, ein abweichendes Farbprofil beim Öffnen beizubehalten bzw. ein fehlendes Profil nicht zu ersetzen. Zu einem späteren Zeitpunkt besteht immer noch die Möglichkeit, mit Bearbeiten Profil zuweisen ein anderes Profil in die Datei einzubetten. Sicherer CMYK-Workflow Möchten Sie sicherstellen, dass Bild- und Grafikdateien im CMYK-Farbmodus nicht durch das Farbmanagement konvertiert werden, bietet Adobe für Illustrator und InDesign den»sicheren CMYK-Workflow«an. Unter Farbmanagement-Richtlinien für CMYK sollte die Einstellung Nummern beibehalten (Verknüpfte Profile ignorieren) bzw. Werte erhalten (Verknüpfte Profile ignorieren) ausgewählt sein. Bei der Definition von CMYK-Farben nach einem Farbatlas wurde das Ausgabemedium bereits berücksichtigt, so dass in diesem Fall meistens keine Umwandlung der Farben gewünscht ist. Das größte Problem der Konvertierung zwischen zwei verschiedenen CMYK-Farbräumen besteht jedoch in der Umwandlung eines reinen Schwarz (CMYK 0/0/0/100) in ein Schwarz, das sich aus allen vier Druckfarben zusammensetzt. Dieses Verhalten ist vor allem bei Vektorgrafik mit vielen feinen Konturen sowie für 4 18 Farbmanagement

schwarzen Fließtext sehr störend, da im Druck Registerungenauigkeiten auftreten können. Profil-Abweichungen Die eben besprochenen Farbmanagement-Richtlinien kommen beim Öffnen oder Platzieren eines Dokuments in Illustrator ohne weitere Nachfrage sofort zur Anwendung, es sei denn, Sie aktivieren die Optionen unter Profil-Abweichungen. Mit den Optionen erreichen Sie, dass Illustrator vor jedem Öffnen eines Dokuments mit abweichendem Farbprofil nachfragt, was geschehen soll. Ihre Farbmanagement- Richtlinien sind in dieser Dialogbox vorausgewählt. Aktivieren Sie die Optionen Beim Öffnen bzw. Beim Einfügen wählen, um die größtmögliche Flexibilität und Kontrolle beim Umgang mit Farbprofilen zu erhalten. F Abbildung 18.8 Mit aktivierter Option Beim Öffnen wählen zeigt Illustrator diese Warnung, wenn Sie ein Dokument öffnen, das kein eingebettetes Profil besitzt Beachten Sie beim Platzieren von Grafik, dass Dokumente ihre eingebetteten Farbprofile nur behalten, wenn sie mit der Option Verknüpfen platziert werden. Betten Sie eine Grafik beim Platzieren in Ihr Illustrator-Dokument ein, so wird dieser das Farbprofil des Illustrator-Dokuments zugewiesen. Konvertierungsoptionen Unter Modul wählen Sie das CMM das Color Management Modul also die Farbmanagement- Engine aus. Diese Engine konvertiert die Farben, die nicht durch die Konvertierungs-Tabellen in den Farbprofilen vorgegeben sind. CMMs unterscheiden sich in Details. Wählen Sie eines der Module aus der Liste aus und wechseln Sie dieses nicht ohne einen triftigen Grund so lernen Sie mit der Zeit die Ergebnisse der Farbraumkonvertierungen immer besser einzuschätzen. Einige Farbprofile sind jedoch auf bestimmte Engines zugeschnitten möchten Sie derartige Profile voll ausnutzen, wäre das ein Grund, das CMM zu wechseln. Wählen Sie aus den in Ihrem System installierten Engines: E Die Adobe-Engine Adobe (ACE) steht Ihnen nur in Adobe- Anwendungen zur Verfügung sind Sie also darauf angewiesen, in Programmen anderer Hersteller dieselbe Engine zur Verfügung zu haben, können Sie dieses CMM nicht einsetzen. HINWEIS Falls Sie unter MacOS Apple ColorSync als Modul einstellen, achten Sie darauf, im ColorSync- Dienstprogramm unter Einstellungen CMMs nicht die Einstellung Automatisch auszuwählen. Mit dieser Einstellung könnten Sie nicht feststellen oder gar bestimmen, welche Engine zum Einsatz kommt. 18.1 Farbmanagement 5

HINWEIS Alternativ zum Begriff»Rendermethode«ist die Bezeichnung»Wiedergabeabsicht«gebräuchlich, die sich vom englischen»rendering Intent«herleitet. Mit der Wahl der Methode geben Sie vor, wie das Farbmanagement diejenigen Farbpositionen behandeln soll, die außerhalb der Reichweite Color Gamut genannt des Zielmediums liegen. E Perzeptiv: Farben werden so im Zielfarbraum abgebildet, dass das Verhältnis der Abstände der Farben zueinander erhalten bleibt. Die absoluten Farben können sich dabei verändern. Diese Wiedergabeabsicht eignet sich gut, wenn viele Farben signifikant außerhalb des Zielfarbraums liegen. E Sättigung: Die Sättigung der Farben bleibt erhalten, die Farbtöne können sich ändern. Die Methode wird vor allem für Geschäftsgrafiken empfohlen. E Relativ farbmetrisch: Bezugspunkt für die Verschiebung der Farben von den Quell- in den Zielfarbraum ist der Weißpunkt des jeweiligen Farbraums. Farben, die außerhalb des Zielfarbraums liegen, werden auf den nächstreproduzierbaren Buntton abgebildet. E Absolut farbmetrisch: Die Ausgabe verhält sich wie mit der Option Relativ farbmetrisch. Es wird aber der Weißpunkt des Quellfarbraums erhalten. Diese Wiedergabeabsicht eignet sich ausschließlich für das Proofen. Tiefenkompensierung verwenden Diese proprietäre Adobe- Einstellung sorgt dafür, dass der Schwarzpunkt des Quellfarbraums auf den Schwarzpunkt des Zielfarbraums gerechnet wird. Ist die Option aktiviert, nutzen Sie also das zur Verfügung stehende dynamische Spektrum optimal aus, das macht sich z.b. bei der Zeichnung in dunklen Bereichen Ihrer Bilder bemerkbar. 18.1.4 Farbprofile zuweisen Beim Speichern können Sie das in den Farbeinstellungen für den Dokumentfarbraum passende Profil in das Dokument einbetten. Wurde dem Dokument ein Farbprofil zugewiesen, so ist in der Dialogbox Speichern die Option ICC-Profil speichern aktiv. Deaktivieren Sie sie, um kein Profil einzubetten. Möchten Sie einer Datei zu einem späteren Zeitpunkt ein anderes Profil zuweisen oder ein eingebettetes Profil löschen, wählen Sie Bearbeiten Profil zuweisen Abbildung 18.9 E Dialogbox Profil zuweisen 6 18 Farbmanagement

Wählen Sie Farbmanagement nicht auf dieses Dokument anwenden, um ein eingebettetes Profil zu entfernen, oder RGBbzw. CMYK-Arbeitsfarbraum, um den in den Illustrator-Farbeinstellungen derzeit eingerichteten Farbraum zuzuweisen. Alternativ wählen Sie ein Profil aus dem Aufklappmenü. Möchten Sie wissen, welches Farbprofil in Ihrem Dokument eingebettet ist, rufen Sie den Eintrag Einblenden Farbprofil des Dokuments in der Statusleiste links unten im Dokument- Fenster auf. F Abbildung 18.10 Anzeige des Farbprofils in der Statusleiste Die Dokumentinformationen-Palette zeigt ebenfalls das Farbprofil an beachten Sie jedoch, dass diese Anzeige nicht sofort aktualisiert wird, wenn Sie ein neues Farbprofil zuweisen. Um eine aktuelle Anzeige in der Dokumentinformationen-Palette zu erhalten, schließen Sie diese einmal und rufen sie erneut auf. Beim Wechseln zwischen Dokumenten mit unterschiedlichen Farbprofilen erfolgt sie Aktualisierung der Palette dagegen sofort. G Abbildung 18.6 Dokumentinformationen-Palette 18.1 Farbmanagement 7