006 Zehn kleine Räuberlein Elisabeth Krug 8223 Stubenberg am See 191 Austria Tel.: (+43) 3176 / 8700 verlag@unda.at www.unda.at
Inhalt Zehn wilde Räuber ziehen durch das Land. Doch dann entschließt sich der erste Räuber seinen Beruf zu wechseln und die Räuberei aufzugeben. So ziehen neun Räuber weiter. Bald darauf springt der Nächste ab. So geht es immer weiter, bis nur mehr ein Räuber übrig ist, aber auch der beschließt solid zu werden. Personen 1. Räuber... 5 Einsätze 2. Räuber... 5 Einsätze 3. Räuber... 6 Einsätze 4. Räuber... 7 Einsätze 5. Räuber... 8 Einsätze 6. Räuber... 9Einsätze 7. Räuber... 10 Einsätze 8. Räuber... 10 Einsätze 9. Räuber... 13 Einsätze 10. Räuber... 13 Einsätze Erzähler... 9 Einsätze Zeit Gegenwart Ort Waldlandschaft, Höhle 3
VORSPIEL Zehn Räuber schnarchen in einer Höhle, hinter einem bemalten Leintuch, plötzlich kräht ein Hahn. 1. Räuber: Halt den Schnabel, du blöder Hahn, ich fang erst jetzt zum Träumen an! Ein ordentlicher Räuber braucht seine Mußestunden, sonst ist im Nu die Kraft verschwunden. Hahn kräht wieder. 2. Räuber: Potz Blitz, ich dreh dir den Kragen um, dann bist du für immer und ewig stumm, du blödes Federvieh, in der Früh herrscht Ruhe, lernst du das nie? Hahn kräht zum dritten Mal, sehr laut. 3. Räuber: Sei endlich still, du Rabenbraten, willst wohl unsere Räuberbande verraten? So ein dämliches Tier ist mir noch nie untergekommen; warum hat dagegen noch keiner etwas unternommen? Hahn will nochmals krähen, da erstickt der Laut. 4. Räuber: Jetzt ist s aus! Der ist für immer still, so ist s, wenn einer nicht hören will. Nicht umsonst werden wir genannt die wildeste Räuberbande im ganzen Land. 4
5. Räuber: Ja, das ist ein wahres Wort, wir ziehen raubend von Ort zu Ort. Ich schlage vor, wir braten den Hahn und fangen mit einem ordentlichen Frühstück an. 6. Räuber: So einen Hühnerhaxen kann mein Magen ganz bestimmt sehr gut vertragen. Dazu einen Humpen Wein, das Räuberleben ist manchmal fein. 7. Räuber: Danach müssen wir wieder für Nachschub sorgen, unsere Vorräte sind schon mager geworden. Zehn starke, wilde Männer, das ist bekannt, brauchen eine große Menge Proviant. 8. Räuber: Gut, so wollen wir uns am Hähnchen laben, war nicht schad um diesen braunen Raben. Satt und gestärkt tritt dann jeder Mann zu einem neuen Raubzug an. 9. Räuber: Damit wird gefüllt die leere Speisekammer und vorbei ist für lange Zeit der Jammer, wenn die Höhle wieder voll ist mit Diebesgut. Das Räuberleben liegt uns ja im Blut. 10. Räuber: Hurra! Bald wird wieder aufgebrochen, vom Rasten rosten sonst die Knochen. 5
Wir werden plündern und stehlen, was nicht niet- und nagelfest, nehmen alles mit bis zum letzten Rest. Denn eines weiß schon jedes Kind: Die Räuber kommen aus der Höhle und stellen sich nebeneinander auf. Alle: dass wir die 10 wilden Räuber sind! 6
1. Akt Alle Räuber (singen gemeinsam): Es waren einst zehn Räuber, die zogen durch den Wald, da brüllte plötzlich einer: 1. Räuber: Die ganze Bande HALT! 2. Räuber: Karottennase, was fällt dir ein? 1. Räuber: Hört zu, ich mag nicht mehr Räuber sein! Ich ändere ab sofort mein Leben, will nicht mehr nehmen, sondern geben. 3. Räuber: Was sagt der verrückte Mann? Hört euch diesen Blödsinn an. 4. Räuber: Wie kommst du darauf, hier unter den vielen Bäumen, wir müssen weiter, haben keine Zeit zum Träumen. 1. Räuber: Hier im Wald, da bleibe ich und ein fleißiger Holzknecht werde ich. Und braucht ihr Holz, dann seid ihr bei mir recht, ihr müsst es nicht mehr rauben, das ist doch auch nicht schlecht. 5. Räuber: Vielleicht ist das ein guter Entschluss, 7
6. Räuber: das Rauben bringt manchmal auch Verdruss. 7. Räuber: Ein neues Ziel, ein neues Leben, für ihn kann es nichts Besseres geben! 8. Räuber: Dann ade, mach s gut, Karottennase. 9. Räuber: Wir müssen weiter auf unserer Straße 10. Räuber: und holen uns beim Wandern an der Ferse, so manche Blase. 1. Räuber geht rechts ab, die anderen marschieren links von der Bühne ab. 8
2. Akt Die restlichen Räuber kommen von rechts wieder auf die Bühne. Sprecher: Jetzt waren es 9 Räuber, die marschierten durch das Gras, da sagte wieder einer: 2. Räuber: Bleibt stehen, ich weiß etwas! 3. Räuber: Was will er denn, der Plotzenhotz? 4. Räuber: Vielleicht zum Reiten ein flinkes Ross? 5. Räuber: Gar mit einer Kutsche, weich und fein 6. Räuber: oder mit Blumenpflücken die Zeit vertreib n. 2. Räuber: Du ratest gar nicht weit daneben. Hier auf der Wiese gefällt s mir eben. Ich bleibe hier, werde Gärtner! Dann ist es gewiss, dass mein Räuberleben zu Ende ist. 7. Räuber: Von ihm können wir dann das Gemüse holen, 8. Räuber: das wird von jetzt an nicht mehr gestohlen! 9
9. Räuber: Alles Gute, Hotzenplotz, und viel Glück, dass alles gedeiht! 10. Räuber: Kommt weiter, Kumpeln, seid ihr marschbereit? 2. Räuber geht rechts ab, die anderen marschieren links von der Bühne ab. 10
3. Akt Die restlichen Räuber kommen von rechts wieder auf die Bühne. Sprecher: Es waren noch acht Räuber, die kamen in die Stadt, als plötzlich wieder einer einen Gedanken hat. 3. Räuber: He, Leute, mir tun die Füße weh und darum habe ich eine Idee! 4. Räuber: Schieß los, schieß los, was für eine Idee ist das bloß? 3. Räuber: Ich mag nicht mehr länger rennen und laufen, ich will mir hier ein Taxi kaufen. Damit verdiene ich mein Geld und werde der ehrlichste Mensch der Welt! 5. Räuber: Hinkebein bleibt in der Stadt zurück 6. Räuber: und versucht als Taxilenker sein Glück. 7. Räuber: Eigentlich ist das ein schlauer Plan. 8. Räuber: Vielleicht rufen wir mal sein Taxi an. 11
9. Räuber: Wenn wir in großer Eile sind, 10. Räuber: doch noch geht s zu Fuß weiter, aber geschwind! 3. Räuber geht rechts ab, die anderen marschieren links von der Bühne ab. 12
4. Akt Die restlichen Räuber kommen von rechts wieder auf die Bühne. Sprecher: Es waren sieben Räuber, die fuhren in einem Zug, da hatte wieder einer vom Räubersein genug. 4. Räuber: Endlich weiß ich, was ich will! 5. Räuber: Was meinst du, Schlapphut? Seid mal still! 6. Räuber: Wird wohl was besonders Kluges sein! 7. Räuber: Halt die Klappe, misch dich nicht immer ein. 8. Räuber: Schlapphut, was wolltest du vorhin sagen? 4. Räuber: Auch ich will an einen neuen Beruf mich wagen. Als Zugschaffner reise ich um die ganze Welt und bekomm dafür sogar noch Geld. 9. Räuber: Als Schaffner kommst du gut davon, hast es immer warm in deinem Waggon. 13
10. Räuber: Doch auf etwas wirst du vergebens warten, wir Räuber kaufen keine Karten. Alle: Gehab dich wohl, du altes Haus, du bleibst im Zug, wir steigen aus! 4. Räuber geht rechts, die anderen marschieren links ab. 14
5. Akt Die restlichen Räuber kommen von rechts wieder auf die Bühne. Sprecher: Die sechse zogen weiter in ein fernes Land, da hat auch schon der Nächste sein neues Ziel erkannt. 5. Räuber: Unter Palmen am Meer, da gefällt es mir sehr. Darum stelle ich Überlegungen an, wie ich hier Geld verdienen kann. 6. Räuber: Was hat Plattfuß für eine Idee? 7. Räuber: Vielleicht sticht er mit einem Boot in See? 8. Räuber: Und wenn das kentert, was macht er dann? 9. Räuber: Kein Problem, er ist von uns der Einzige, der schwimmen kann. 5. Räuber: Bravo, Kumpeln, ihr habt es richtig gedeutet, ab sofort wird nicht mehr geraubt und gebeutet. In Zukunft bin ich ein strammer Matrose, mit weißer Kappe und blauer Hose. 15
10. Räuber: Dann Schiff ahoi und recht viel Glück und denk zwischendurch an uns zurück. Und wenn du mal ins Wasser fällst, vergiss nicht, dass du die Luft anhältst. 5. Räuber geht rechts ab, die anderen marschieren links von der Bühne ab. Das gesamte Stück hat 23 Seiten 16