Prof. Dr. Anton Maas

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Klimaschutzstiftung Jena-Thüringen Jahrestagung Energieberatung 2015 25. Juni 2015 Prof. Dr. Anton Maas Folie 1

Energieeinsparverordnung 2014 Hintergrund Die Umsetzung der EnEV 2014 dient der Umsetzung der Richtlinie 2010/31/EU (EPBD-recast) der Umsetzung von nationalen Beschlüssen zur Verschärfung energetischer Anforderungen ( IEKP, Energiewende ) => neues Niveau 2016 der Fortschreibung von Regelverweisungen (DIN V 18599, DIN 4108-2, neues Referenzklima, neue Primärenergiefaktoren für Strom) der Verbesserung der Vorschrift (Klarstellung von Fragen aus der Praxis z. B. durch Einarbeitung von Auslegungen) Folie 2

Wichtigste Änderungen und Auswirkungen für den Neubau Bezogen auf eine Referenzausführung gemäß EnEV 2009 sind Verschärfungen des Primärenergiebedarfs von 25 % in 2016 vorgesehen. Ab 2016 resultiert der Maximalwert des spezifischen Transmissionswärmeverlusts aus der baulichen Qualität des Referenzgebäudes. Gebäude mit Anlagen zur Kühlung sind mit dem Verfahren der DIN V 18599 nachzuweisen. Der zulässige Jahres-Primärenergiebedarf wird ohne Berücksichtigung einer Kühlung ermittelt. Aufgrund der Verwendung neuer Klimadaten (Potsdam) und neuer Primärenergiefaktoren für Strom (f P =2,4 in 2014 und f P =1,8 in 2016) sind die Berechnungsergebnisse des Jahres-Primärenergiebedarfs nach EnEV 2009 und EnEV 2014 nicht direkt vergleichbar. Die Verwendung der neuen Klimadaten führt bei Wohngebäuden zu einer Reduktion des Jahres-Primärenergiebedarfs von rd. 4 %. Der Einfluss reduzierter Primärenergiefaktoren für Strom ist je nach Anlagensystem unterschiedlich hoch. Bei Verwendung einer Gas- Brennwertanlage ist der Einfluss relativ gering, bei Einsatz einer Wärmepumpe relativ hoch. Folie 3

Referenzbau- und -anlagentechnik für Wohngebäude EnEV 2014 (wesentliche Komponenten) Dach U ref = 0,20 W/(m 2 K) Außenwand U ref = 0,28 W/(m 2 K) Fenster U ref = 1,3 W/(m 2 K) g ref = 0,6 Solarkollektor- Unterstützung Warmwasserbedarf Wärmebrücken U WB = 0,05 W/(m 2 K) Abluftanlage Kellerwand U ref = 0,35 W/(m 2 K) Bodenplatte/Kellerdecke U ref = 0,35 W/(m 2 K) Außentür U ref = 1,8 W/(m 2 K) Heizung u. Warmwasser Ref. Brennwerttechnik 55/45 C Folie 4

Höchstwert Jahres-Primärenergiebedarf gemäß EnEV 2014 bis 2016 Schritt 1: Gebäudeentwurf - Ausrichtung (Orientierung) - Geometrie (Abmessungen) - Bauteilflächen Schritt 2: Berechnung von Q P,Referenz mit Wärmeschutz und Anlagentechnik gem. Referenzanforderungen Schritt 3: Berechnung von Q P,vorh mit Wärmeschutz und Anlagentechnik gem. tatsächlicher Ausführung Q P,max = Q P,Referenz Q P,vorh Folie 5

Höchstwert Jahres-Primärenergiebedarf gemäß EnEV 2014 ab 2016 Schritt 1: Gebäudeentwurf - Ausrichtung (Orientierung) - Geometrie (Abmessungen) - Bauteilflächen Schritt 2: Berechnung von Q P,Referenz mit Wärmeschutz und Anlagentechnik gem. Referenzanforderungen minus 25% Schritt 3: Berechnung von Q P,vorh mit Wärmeschutz und Anlagentechnik gem. tatsächlicher Ausführung Q P,max = 0,75 * Q P,Referenz Q P,vorh Folie 6

Höchstwerte des spezifischen Transmissionswärmeverlusts bei Wohngebäuden bis 2016 Zeile 1 Freistehendes Wohngebäude Gebäudetyp Höchstwerte des spezifischen Transmissionswärmeverlusts mit A N 350 m² H T = 0,40 W/(m 2 K) mit A N > 350 m² H T = 0,50 W/(m 2 K) 2 Einseitig angebautes Wohngebäude H T = 0,45 W/(m 2 K) 3 alle anderen Wohngebäude H T = 0,65 W/(m 2 K) 4 Erweiterungen und Ausbauten von Wohngebäuden gemäß 9 Abs. 5 H T = 0,65 W/(m 2 K) Folie 7

Höchstwerte des spezifischen Transmissionswärmeverlusts bei Wohngebäuden ab 2016 H T max 2016 = H T Referenzgebäude 2009 Der spezifische Transmissionswärmeverlust darf dabei die Höchstwerte der Anforderung gemäß EnEV 2009 (vorherige Tabelle) nicht überschreiten! Folie 8

Beispielgebäude für Berechnungsvarianten ddasdf Freistehendes Einfamilienhaus 1,5-geschossig beheiztes Volumen V e 458 m³ Nutzfläche A N 147 m² Q P,max 2014 81,2 kwh/(m²a) Q P,max 2016 58,8 kwh/(m²a) H T max,2014 0,4 W/(m²K) H T max,2016 0,36 W/(m²K) Mehrfamilienhaus beheiztes Volumen V e 4158,0 m³ Nutzfläche A N 1330,6 m² Q P,max 2014 56,8 kwh/(m²a) Q P,max 2016 41,6 kwh/(m²a) H T max,2014 0,5 W/(m²K) H T max,2016 0,41 W/(m²K) Folie 9

Berechnungsvarianten für ein Einfamilienhaus EnEV 2016 (DIN V 4108-6/DIN V 4701-10) Q p,max =58,8 kwh/(m²a); H T max =0,36 W/(m²K) -25 % h Variante n DU WB U W / g U AW U D U G H T ' e p q p q e Effizienz- [h -1 ] [W/(m²K)] [-] [kwh/(m²a)] klasse 1 Referenzausführung (f P =1,8) 0,55 0,05 1,3/0,60 0,28 0,20 0,35 0,36 1,15 78,4 68,3 Folie 10

Berechnungsvarianten für ein Einfamilienhaus EnEV 2016 (DIN V 4108-6/DIN V 4701-10) Q p,max =58,8 kwh/(m²a); H T max =0,36 W/(m²K) h Variante n DU WB U W / g U AW U D U G H T ' e p q p q e Effizienz- [h -1 ] [W/(m²K)] [-] [kwh/(m²a)] klasse 1 Referenzausführung (f P =1,8) 0,55 0,05 1,3/0,60 0,28 0,20 0,35 0,36 1,15 78,4 68,3 2 verbesserter Wärmeschutz 0,55 0,02 0,90/0,55 0,16 0,16 0,30 0,25 1,18 58,7 50,6 B Folie 11

Berechnungsvarianten für ein Einfamilienhaus EnEV 2016 (DIN V 4108-6/DIN V 4701-10) Q p,max =58,8 kwh/(m²a); H T max =0,36 W/(m²K) h Variante n DU WB U W / g U AW U D U G H T ' e p q p q e Effizienz- [h -1 ] [W/(m²K)] [-] [kwh/(m²a)] klasse 1 Referenzausführung (f P =1,8) 0,55 0,05 1,3/0,60 0,28 0,20 0,35 0,36 1,15 78,4 68,3 2 verbesserter Wärmeschutz 0,55 0,02 0,90/0,55 0,16 0,16 0,30 0,25 1,18 58,7 50,6 B 3 verbesserter Wärmeschutz und Lüftungsanlage mit WRG 0,6 0,02 1,3/0,60 0,28 0,17 0,35 0,32 0,91 58,5 49,5 A Folie 12

Berechnungsvarianten für ein Einfamilienhaus EnEV 2016 (DIN V 4108-6/DIN V 4701-10) Q p,max =58,8 kwh/(m²a); H T max =0,36 W/(m²K) h Variante n DU WB U W / g U AW U D U G H T ' e p q p q e Effizienz- [h -1 ] [W/(m²K)] [-] [kwh/(m²a)] klasse 1 Referenzausführung (f P =1,8) 0,55 0,05 1,3/0,60 0,28 0,20 0,35 0,36 1,15 78,4 68,3 2 verbesserter Wärmeschutz 0,55 0,02 0,90/0,55 0,16 0,16 0,30 0,25 1,18 58,7 50,6 B 3 4 verbesserter Wärmeschutz und Lüftungsanlage mit WRG Lüftungsanlage mit WRG und optimierte Anlagentechnik 0,6 0,02 1,3/0,60 0,28 0,17 0,35 0,32 0,91 58,5 49,5 A 0,6 0,05 1,3/0,60 0,28 0,20 0,35 0,36 0,85 57,6 49,4 A Folie 13

Berechnungsvarianten für ein Einfamilienhaus EnEV 2016 (DIN V 4108-6/DIN V 4701-10) Q p,max =58,8 kwh/(m²a); H T max =0,36 W/(m²K) h Variante n DU WB U W / g U AW U D U G H T ' e p q p q e Effizienz- [h -1 ] [W/(m²K)] [-] [kwh/(m²a)] klasse 1 Referenzausführung (f P =1,8) 0,55 0,05 1,3/0,60 0,28 0,20 0,35 0,36 1,15 78,4 68,3 2 verbesserter Wärmeschutz 0,55 0,02 0,90/0,55 0,16 0,16 0,30 0,25 1,18 58,7 50,6 B 3 4 verbesserter Wärmeschutz und Lüftungsanlage mit WRG Lüftungsanlage mit WRG und optimierte Anlagentechnik 0,6 0,02 1,3/0,60 0,28 0,17 0,35 0,32 0,91 58,5 49,5 A 0,6 0,05 1,3/0,60 0,28 0,20 0,35 0,36 0,85 57,6 49,4 A 5 Sole/ Wasser- Wärmepumpe (WP) 0,55 0,05 1,3/0,60 0,28 0,20 0,35 0,36 0,59 40,0 22,2 A+ Folie 14

Berechnungsvarianten für ein Einfamilienhaus EnEV 2016 (DIN V 4108-6/DIN V 4701-10) Q p,max =58,8 kwh/(m²a); H T max =0,36 W/(m²K) h Variante n DU WB U W / g U AW U D U G H T ' e p q p q e Effizienz- [h -1 ] [W/(m²K)] [-] [kwh/(m²a)] klasse 1 Referenzausführung (f P =1,8) 0,55 0,05 1,3/0,60 0,28 0,20 0,35 0,36 1,15 78,4 68,3 2 verbesserter Wärmeschutz 0,55 0,02 0,90/0,55 0,16 0,16 0,30 0,25 1,18 58,7 50,6 B 3 4 verbesserter Wärmeschutz und Lüftungsanlage mit WRG Lüftungsanlage mit WRG und optimierte Anlagentechnik 0,6 0,02 1,3/0,60 0,28 0,17 0,35 0,32 0,91 58,5 49,5 A 0,6 0,05 1,3/0,60 0,28 0,20 0,35 0,36 0,85 57,6 49,4 A 5 Sole/ Wasser- Wärmepumpe (WP) 0,55 0,05 1,3/0,60 0,28 0,20 0,35 0,36 0,59 40,0 22,2 A+ 6 EH 55 Luft/Wasser- Wärmepumpe 0,55 0,02 0,90/0,55 0,16 0,16 0,35 0,252 0,66 34,0 18,9 A+ Folie 15

Berechnungsvarianten für ein Einfamilienhaus EnEV 2016 (DIN V 4108-6/DIN V 4701-10) Q p,max =58,8 kwh/(m²a); H T max =0,36 W/(m²K) h Variante n DU WB U W / g U AW U D U G H T ' e p q p q e Effizienz- [h -1 ] [W/(m²K)] [-] [kwh/(m²a)] klasse 1 Referenzausführung (f P =1,8) 0,55 0,05 1,3/0,60 0,28 0,20 0,35 0,36 1,15 78,4 68,3 2 verbesserter Wärmeschutz 0,55 0,02 0,90/0,55 0,16 0,16 0,30 0,25 1,18 58,7 50,6 B 3 4 verbesserter Wärmeschutz und Lüftungsanlage mit WRG Lüftungsanlage mit WRG und optimierte Anlagentechnik 0,6 0,02 1,3/0,60 0,28 0,17 0,35 0,32 0,91 58,5 49,5 A 0,6 0,05 1,3/0,60 0,28 0,20 0,35 0,36 0,85 57,6 49,4 A 5 Sole/ Wasser- Wärmepumpe (WP) 0,55 0,05 1,3/0,60 0,28 0,20 0,35 0,36 0,59 40,0 22,2 A+ 6 EH 55 Luft/Wasser- Wärmepumpe 0,55 0,02 0,90/0,55 0,16 0,16 0,35 0,252 0,66 34,0 18,9 A+ 7 EH 40 Sole/Wasser Wärmepumpe und Lüftungsanlage mit WRG 0,6 0,02 0,90/0,55 0,12 0,12 0,15 0,194 0,70 29,1 16,2 A+ Folie 16

Berechnungsvarianten für ein Einfamilienhaus EnEV 2016 (DIN V 4108-6/DIN V 4701-10) Q p,max =58,8 kwh/(m²a); H T max =0,36 W/(m²K) h Variante n DU WB U W / g U AW U D U G H T ' e p q p q e Effizienz- [h -1 ] [W/(m²K)] [-] [kwh/(m²a)] klasse 1 Referenzausführung (f P =1,8) 0,55 0,05 1,3/0,60 0,28 0,20 0,35 0,36 1,15 78,4 68,3 2 verbesserter Wärmeschutz 0,55 0,02 0,90/0,55 0,16 0,16 0,30 0,25 1,18 58,7 50,6 B 3 4 verbesserter Wärmeschutz und Lüftungsanlage mit WRG Lüftungsanlage mit WRG und optimierte Anlagentechnik 0,6 0,02 1,3/0,60 0,28 0,17 0,35 0,32 0,91 58,5 49,5 A 0,6 0,05 1,3/0,60 0,28 0,20 0,35 0,36 0,85 57,6 49,4 A 5 Sole/ Wasser- Wärmepumpe (WP) 0,55 0,05 1,3/0,60 0,28 0,20 0,35 0,36 0,59 40,0 22,2 A+ 6 EH 55 Luft/Wasser- Wärmepumpe 0,55 0,02 0,90/0,55 0,16 0,16 0,35 0,252 0,66 34,0 18,9 A+ 7 8 EH 40 Sole/Wasser Wärmepumpe und Lüftungsanlage mit WRG EH 40 Plus (2,2 kwp) Sole/Wasser WP und Lüftungsanlage mit WRG 0,6 0,02 0,90/0,55 0,12 0,12 0,15 0,194 0,70 29,1 16,2 A+ 0,6 0,02 0,90/0,55 0,12 0,12 0,15 0,194 0,70 13,3 7,4 A+ Folie 17

Berechnungsvarianten für ein Mehrfamilienhaus EnEV 2016 (DIN V 4108-6/DIN V 4701-10) Q p,max =41,6 kwh/(m²a); H T max =0,41 W/(m²K) h Variante n DU WB U W / g U AW U D U G H T ' e p q p q e Effizienz- [h -1 ] [W/(m²K)] [-] [kwh/(m²a)] klasse 1 Referenzausführung (f P =1,8) 0,55 0,05 1,3/0,60 0,28 0,20 0,35 0,41 1,10 55,5 49,1 2 verbesserter Wärmeschutz 0,55 0,02 0,90/0,55 0,18 0,10 0,25 0,26 1,11 41,5 36,6 A 3 verbesserter Wärmeschutz und optimierte Anlagentechnik 0,55 0,02 0,90/0,55 0,28 0,15 0,34 0,32 0,97 41,5 36,8 A 4 Lüftungsanlage mit WRG 0,6 0,05 1,3/0,60 0,28 0,15 0,35 0,40 0,80 41,4 35,4 A 5 Sole/ Wasser- Wärmepumpe 0,55 0,05 1,3/0,60 0,28 0,20 0,35 0,41 0,60 30,4 16,9 A+ 6 EH 55 Luft/Wasser Wärmepumpe 0,55 0,02 0,90/0,55 0,20 0,16 0,30 0,288 0,74 29,6 16,4 A+ 7 8 EH 40 Sole/Wasser Wärmepumpe und Lüftungsanlage mit WRG EH 40 Plus (24,5 kwp) Sole/Wasser WP und Lüftungsanlage mit WRG 0,60 0,02 0,90/0,55 0,12 0,10 0,15 0,224 0,56 19,4 10,8 A+ 0,60 0,02 0,90/0,55 0,12 0,10 0,15 0,224 0,56 6,7 3,7 A+ Folie 18

Möglicher baulicher Wärmeschutz in 2016 Bei Einsatz von Fernwärme, Wärmepumpe, Pellet, 2fach- Wärmedämmglas d Dämm = 18 20 cm d Dämm = 12 14 cm d Dämm = 10 12 cm U WB = 0,05 W/(m²K) Bei Einsatz von Gas-Brennwert + Solaranlage (wie 2009) 3fach- Wärmedämmglas d Dämm = 25 30 cm d Dämm = 16 20 cm d Dämm = 12 14 cm U WB = 0,02 W/(m²K) Folie 19 Folie 14

Excel-Tool zur EnEV 2014 unter www.bpy.uni-kassel.de Die Version zur EnEV 2016 erscheint hier demnächst Folie 20

Ab 1.4.2016: KfW EH 55 Vereinfachter Nachweis Es gelten Anforderungen an Bauteile, Wärmebrücken und an die Luftdichtheit Dachflächen, oberste Geschossdecke, Dachgauben U D 0,14 W/(m² K) Fenster und sonstige transparente Bauteile U w 0,90 W/(m² K) Außenwände, Geschossdecken nach unten gegen Außenluft U AW 0,20 W/(m² K) Sonstige opake Bauteile (Kellerdecken, Wand- und Bodenflächen gegen unbeheizt/erdreich etc.) U op 0,25 W/(m² K) Türen (Keller- und Außentüren) U AT 1,2 W/(m² K) Vermeidung von Wärmebrücken ΔU WB 0,035 W/(m²K) Luftdichtheit der Gebäudehülle n 50 1,5 h -1 Folie 21

Ab 1.4.2016: KfW EH 55 Vereinfachter Nachweis Für die Anlagentechnik ist eines der nachfolgenden Anlagenkonzepte obligatorisch Brennwertkessel, solare Trinkwarmwasser-Bereitung (Standardwerte nach DIN V 4701-10), zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung (Wärmerückgewinnungsgrad > 80%) Fernwärme mit zertifiziertem Primärenergiefaktor fp 0,7, zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung (Wärmerückgewinnungsgrad > 80%) Zentrale Biomasse-Heizungsanlage auf Basis von Holzpellets, Hackschnitzel oder Scheitholz, zentrale Abluftanlage Sole-Wasser Wärmepumpe mit Flächenheizsystem zur Wärmeübergabe, zentrale Abluftanlage Wasser-Wasser Wärmepumpe mit Flächenheizsystem zur Wärmeübergabe, zentrale Abluftanlage Luft-Wasser Wärmepumpe mit Flächenheizsystem zur Wärmeübergabe, zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung (Wärmerückgewinnungsgrad > 80%) Folie 22

Ab 1.4.2016: KfW EH 40 Plus Ein KfW-Effizienzhaus 40 Plus erfüllt die Anforderungen an ein KfW-Effizienzhaus 40 und verfügt über folgendes Plus Paket: eine stromerzeugende Anlage auf Basis erneuerbarer Energien ein stationäres Batteriespeichersystem (Stromspeicher) eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung eine Visualisierung von Stromerzeugung und Stromverbrauch über ein entsprechendes Benutzerinterface Folie 23

Primärenergiebilanz - Wohngebäude H T Berechnungsverfahren STROM Q i Q s Q Q w h DIN V 4108-6 H oder V DIN V 4701-10 DIN V 18599 FOSSIL Nutzung Transport Umwandlung Gewinnung Endenergie = Heizenergie Primärenergie Folie 24

DIN V 18599 vs. DIN V 4108-6/DIN V 4701-10 Einfamilienhaus DIN_V_18599 DIN_V_4108-6/DIN_V_4701-10 Sole/ Wasser-WP Differenz zum Grundfall -40 % Differenz zum Grundfall -38 % BW + Solar + WLA Differenz zum Grundfall -22 % Differenz zum Grundfall -30 % BW + WLA Differenz zum Grundfall -13 % Differenz zum Grundfall -13 % BW + Solar Differenz zum Grundfall -13 % Differenz zum Grundfall -17 % BW (= Grundfall) 0 20 40 60 80 100 120 Jahres-Primärenergiebedarf [kwh/(m²a)] Folie 25

DIN V 18599 vs. DIN V 4108-6/DIN V 4701-10 Mehrfamilienhaus DIN_V_18599 DIN_V_4108-6/DIN_V_4701-10 Sole/ Wasser-WP Differenz zum Grundfall -34 % Differenz zum Grundfall -40 % BW + Solar + WLA Differenz zum Grundfall -24 % Differenz zum Grundfall -34 % BW + WLA Differenz zum Grundfall -16 % Differenz zum Grundfall -18 % BW + Solar Differenz zum Grundfall -10 % Differenz zum Grundfall -16 % BW (= Grundfall) 0 20 40 60 80 100 120 Jahres-Primärenergiebedarf [kwh/(m²a)] Folie 26

Verbesserungsmöglichkeiten Beispielberechnung EFH Ausgangsfall Herstellerangaben Heiztechnik - 8 % keine TWW-Zirkulation -13% detaillierter U-Wert Fenster - 2 % delta U_WB = 0,02 W/(m²K) - 7 % detailliertes Rohrnetz - 1 % 70 73 76 79 82 85 Jahres-Primärenergiebedarf [kwh/(m²a)] Folie 27

Verbesserungsmöglichkeiten Beispielberechnung MFH Ausgangsfall Herstellerangaben Heiztechnik - 7 % keine TWW-Zirkulation detaillierter U-Wert Fenster - 2 % delta U_WB = 0,02 W/(m²K) - 5 % Hocheffizienzpumpen - 1 % 40 45 50 55 60 Jahres-Primärenergiebedarf [kwh/(m²a)] Folie 28

Folie 29 Niedrigstenergiegebäude

Entwicklung des energieeffizienten Bauens in Deutschland Jahres-Primärenergiebedarf für Gebäudebeheizung Folie 30 Quelle: G. Hauser, TUM

Anteil geförderter Wohneinheiten [%] KfW geförderte Wohneinheiten 2006 bis 2012 70 60 50 Bezug Baufertigstellungen Bezug Baugenehmigungen 40 30 20 10 0 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 Folie 31

Umsetzung der EPBD 2010 in einer künftigen EnEV Niedrigstenergiegebäude Wer nach dem 31. Dezember 2020 ein Gebäude errichtet, das nach seiner Zweckbestimmung beheizt oder gekühlt werden muss, hat das Gebäude, um Energie zu sparen, als Niedrigstenergiegebäude nach Maßgabe der nach Absatz 2 zu erlassenden Rechtsverordnung zu errichten. Für zu errichtende Nichtwohngebäude, die im Eigentum von Behörden stehen und von Behörden genutzt werden sollen, gilt die Pflicht nach Satz 1 nach dem 31. Dezember 2018. Ein Niedrigstenergiegebäude ist ein Gebäude, das eine sehr gute Gesamtenergieeffizienz aufweist; der Energiebedarf des Gebäudes muss sehr gering sein und soll, soweit möglich, zu einem ganz wesentlichen Teil durch Energie aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden. Folie 32

Umsetzung der EPBD 2010 in einer künftigen EnEV Niedrigstenergiegebäude Die Bundesregierung wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates die Anforderungen an die Gesamtenergieeffizienz von Niedrigstenergiegebäuden zu regeln, denen zu errichtende Gebäude genügen müssen. Die Bundesregierung hat die Rechtsverordnung nach Absatz 2 vor dem 1. Januar 2017/19 zu erlassen. Folie 33

Fazit Es bleibt bei dem Ansatz des Referenzgebäude-Verfahrens. Allerdings ist die Referenzausführung ab 2016 nicht mehr direkt baubar, da der Jahres- Primärenergiebedarf um 25 % zu reduzieren ist. Vorteilhaft ist, dass die Referenzausführung nicht mehr als Muss-Ausführung missverstanden wird. Die Anforderung an den baulichen Wärmeschutz mit Maximalwerten von H T bezogen auf die Referenzbautechnik nach EnEV 2009 folgt bei Wohngebäuden ab 2016 dem KfW-Effizienzhaus-Verfahren. Die Umsetzung von Gebäuden mit Brennwerttechnik in Verbindung mit Solaranlagen ist auch mit dem Niveau 2016 möglich, erfordert aber den Einsatz eines deutlich verbesserten Wärmeschutzes gegenüber EnEV 2009. Künftig ist mit vermehrtem Einbau von (Luft-Wasser)Wärmepumpen zu rechnen (Einfluss des Primärenergiefaktors für Strom!). Die Berücksichtigung von verbesserten Anschlussdetails (Wärmebrücken) und detaillierten Anlagenparametern (Heizung, Warmwasser, Lüftung) wird künftig an Bedeutung gewinnen. In einer für 2017 vorgesehenen Novelle der EnEV wird das Niedrigstenergiegebäude definiert. Folie 34