Makuladegeneration (AMD) Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist die wichtigste Ursache für ein irreversibles Nachlassen der Sehkraft im Alter. Sie kann bis zur Erblindung führen. Betroffen ist die Macula lutea (gelber Fleck), ein Bereich auf der Netzhaut mit der größten Dichte an Sehzellen. Die Makuladegeneration beschreibt den fortschreitenden Funktionsverlust der Sehzellen an dieser Stelle des schärfsten Sehens. Die Folge ist der Verlust der zentralen Sehkraft. Die Fähigkeit zu lesen oder Gesichter zu erkennen, verringert sich allmählich, die Empfindlichkeit gegenüber grellem Licht verstärkt sich. Neben einer genetischen Veranlagung sind Rauchen und hoher Blutdruck die hauptsächlichen Risikofaktoren. Man weiß, dass oxidative Prozesse (freie Radikale, Schwermetalle, blaues Licht, Stress, Mangel an Antioxidanzien usw.) sowie Glykosylierungsprozesse an der Entstehung beteiligt sind. Da gewisse Prozesse der Makuladegeneration nicht umkehrbar sind, kommt der Vorbeugung eine besondere Bedeutung zu. Für die Prävention der Makuladegeneration spielt das Gleichgewicht zwischen Antioxidanzien und freien Radikalen eine wichtige Rolle. Insbesondere haben zwei spezielle Carotinoide, die natürlicherweise in Gemüse und Früchten vorkommen, nämlich Lutein und Zeaxanthin, eine besondere Bedeutung. Ihre Funktion ist äußerst selektiv auf die Macula lutea konzentriert. Hier bilden sie eine Pigmentschutzschicht. Diese wirkt antioxidativ und absorbiert das für die Photorezeptoren im Auge schädliche blaue Licht. Menschen mit einer dünnen Pigmentschutzschicht haben ein höheres Risiko für Makuladegeneration. AREDS-Studien: In der weltweit viel beachteten AREDS-Studie bewirkte eine Kombination mit diversen antioxidativ wirksamen Vitaminen und Spurenelementen (Zink, β-carotin, Vitamin C und E) eine Verlangsamung des Fortschreitens der altersbedingten Makuladegeneration. Auch Omega-3-Fettsäuren (vor allem DHA) und die B-Vitamine scheinen die Progression dieser Augenkrankheit zu reduzieren. Um diese Ergebnisse zu bestätigen, wurde 2008 die AREDS-II-Studie gestartet. Diese untersucht, ob eine gleichzeitige Einnahme von Omega-3-Fettsäuren (EPA/DHA 650 mg/350 mg) und Lutein/Zeaxanthin (10 mg/2 mg), die Wahrscheinlichkeit der Entstehung oder das Fortschreiten einer AMD beeinflusst. Ernährungsempfehlungen Die Carotinoide Lutein und Zeaxanthin schützen gezielt vor Makuladegeneration. Lebensmittel mit einem hohen Gehalt sind: Spinat, Mais, Kiwi, Paprika, Kürbis, Zucchini, Eigelb, Mango, Gurken. Auch die in blauen Trauben, Kirschen, Zwetschgen usw. vorkommenden tief blauen Anthocyane sind aufgrund ihrer antioxidativen Eigenschaften zur Vorbeugung günstig. Besondere Hinweise - Rauchen, hoher Blutdruck, Übergewicht, eine vorausgegangene Kataraktoperation sowie ein früheres Vorkommen von AMD in der Familie erhöhen das Risiko für AMD. - Nur Lutein und Zeaxanthin, nicht jedoch β-carotin reduzieren das AMD-Risiko. - Die Erstellung eines Schwermetall-Screenings (Analyse im Haar oder Urin) dient dem Ausschluss der bei AMD häufig beobachteten Schwermetall-Belastungen.
Laboruntersuchungen - oxidativer Stress, Glutathion - HbA1c, HOMA (Prävention von Glykosylierungsreaktionen) - Schwermetall-Screening (Haare, Urin, Blut) - Fettsäurenprofil
Nährstoffempfehlungen zur Vorbeugung von Makuladegeneration (AMD) Nährstoff empfohlene Tagesdosis Kommentare Lutein 10 40 mg Achten Sie bei der Auswahl von Supplementen auf eine ausreichende Dosierung. Zeaxanthin 0,5 6 mg Die photoprotektive (vor Licht schützende) Wirkung ist noch höher als die von Lutein. B-Vitamine (Vitamin B 6, B 12 und Folsäure) Vitamin B 6 : ca 50 mg Vitamin B 12 : ca. 1 mg Folsäure: ca. 2,5 mg Die WAFACS-Studie zeigt nach Verabreichung hoch dosierter B-Vitamine eine deutlich geringere AMD-Häufigkeit dank einer Reduktion des Homocystein- Blutspiegels. Vitamin C 0,5 1 g vor allem in Kombination mit anderen Antioxidanzien Vitamin E 50 400 I. E. Antioxidans, vor allem in Kombination mit anderen Antioxidanzien Selen 50 200 µg Antioxidans, Schwermetall-Antagonist; vor allem in Kombination mit anderen Antioxidanzien Zink 15 30 mg Antioxidans, Schwermetallausleitend; die meisten Studien schreiben Zink eine schützende Wirkung gegenüber AMD zu; vor allem in Kombination mit anderen Antioxidanzien Omega-3-Fettsäuren EPA: 500 1 000 mg DHA: 800 1 200 mg DHA kommt in hoher Konzentration in den Photorezeptoren der Netzhaut vor.
493 Makuladegeneration, altersbedingte Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist die häufigste Ursache für einen erheblichen Verlustder zentralensehschärfeund Lesefähigkeit. Sie ist gekennzeichnet durch altersbedingte degenerative Veränderungen der Kapillarschicht der Aderhaut (Choriokapillaris),der darüber liegenden Bruch-Membranund dem retinalenpigmentepithel, die sekundär zueiner Schädigung der Netzhaut führen. Die Makula lutea ist eine 1 mm große Stelle des schärfsten Sehens auf der Netzhaut. Epidemiologie: Durchschnittlichzeigenbereits 20%der Altersgruppevon 65 74 Jahren und 35% der 75 84-Jährigen Frühformen der Erkrankung, mit diffusen Ablagerungen (Drusen) in der pigmentierten Zellschicht unter der Netzhaut, dem retinalen Pigmentepithel (RPE). Im Endstadium der Erkrankung liegt die Prävalenz im Alter von 65 bis 74 Jahren bei 1% und nimmt auf 5% der Personen im Alter zwischen 75 und 84 Jahren zu. Symptome: Die AMD verläuft schmerzlos, erste Anzeichen bemerken die Betroffenen beim Lesen. In der Mitte des Schriftbildes tritt ein verschwommener Fleck oder eingrauer Schatten auf, der mit der Zeitgrößer wird. Verzerrungen sowie Veränderungen der Farbwahrnehmung und der Sehschärfesind weiteretypischesymptomeder AMD ( Amsler-Test). Risikofaktoren: Alter, Rauchen, diätetische Unterversorgung mit Carotinoiden (Lutein, Zeaxanthin), hohe Sonnenlichtexposition, genetische Faktoren (z. B. LOC-387715), weibliches Geschlecht, blaue Augen, Alkoholkonsum, Arteriosklerose, Bluthochdruck, Dyslipoproteinämie, Umweltgifte (z. B. Pestizide). Ernährung/Lebensstil: Regelmäßiger Verzehr lutein- und zeaxanthinreicher Lebensmittel (z. B. Grünkohl, Spinat, Rosenkohl, Erbsen, Pfirsiche), zwei bisdreimal prowoche fetter Seefisch, vollwertige,basenreiche Kost bevorzugen. Nicht rauchen! Konsequenter Lichtschutz ( Sonnenbrillen, die Blauanteil des Lichtes herausfiltern);spätestens ab dem 50. Lebensjahr jährlicher Check-up beim Augenarzt. Prävention und Therapie
Tab. 10.46 Dosierungsempfehlungen zuradjuvanten Therapie der AMD Mikronährstoff Carotinoid-Komplex mit den Makulapigmenten Lutein, Zeaxanthin, Astaxanthin Vitamin C Vitamin E Empfohlene Tagesdosis 5 60 mg Lutein: 15 60 mg, Dauer: 4 Wo., dann: 5 10 mg Zeaxanthin, Astaxanthin: 0,2 2mg, 1 4mg 500 3000 mg Vitamin A 2500 10 000 I. E. Vitamin D 500 1000 I. E. Vitamin B-Komplex Niacinamid Zink Kupfer 200 1000 I. E. (mit natürlichen Tocopherolen) 10 50mg (mit 0,4 1mg Folsäure, 10 50 µg Vitamin B 12,50 200mgVitamin B 2 ) 200 500 mg 10 30 mg 1 3mg Selen 100 300 µg Chrom 50 200 µg Mangan Omega-3-Fettsäuren Acetyl-L-Carnitin Coenzym Q 10 α-liponsäure Zusatzempfehlung Taurin N-Acetylcystein Pycnogenol Quercetin 0,5 2mg 1 3 g ( DHA 150 mg) 1000 3000 mg 90 500mg 100 600 mg (auch: 600 mg i.v. 1 2 /Woche) 500 4000 mg 200 600mg 50 150 mg 500 1000 mg
Tab. 10.46 Dosierungsempfehlungen zuradjuvanten Therapie der AMD (Fortsetzung) Mikronährstoff Ginkgo biloba Anthocyane Curcumin Empfohlene Tagesdosis 120 240mg 50 300mg 1000 3000 mg Mikronährstoffe: In klinischen Studien konnte durch die Supplementierung multipler Antioxidanzien (z. B. Carotinoide, Vitamin C, E, Kupfer und Zink), die Progression der AMD signifikant verzögert werden. Laborparameter: Homocystein, ADMA, Nitrostress-Profil, Carotinoide, GSH, Zink, Selen, Fettsäure-Status, Lipidperoxidation. ntion und Therapie