Mobil das Leben genießen Die Hüfte eine Problemzone im höheren Alter: Erkrankungen und Verletzungen im Hüftbereich stellen ein großes Problem bei älter werdenden Menschen dar. Natürliche Abnützungserscheinungen und Brüche im hüftgelenksnahen Abschnitt des Oberschenkelknochens sind von Schmerzen und Einschränkung der Gehfähigkeit gefolgt, was eine entscheidende Beeinträchtigung der Lebensqualität bewirkt. Natürlich gibt es gegenwärtig eine ganze Reihe von Operationsmethoden, um diese Arthrosen und Knochenbrüche gut zu behandeln. Aber auf Grund gleichzeitig schon bestehender Störungen anderer Organsysteme ist eine völlige Wiederherstellung des vorher bestandenen Gesundheitszustandes oft nicht möglich.
Andere Ursachen für Schmerzen in der Hüfte: Anlass zu Schmerzen können auch Entzündungen sein. Häufig bei Kindern tritt im Zuge eines banalen Atemwegsinfektes ein sogenannter Hüftschnupfen auf, eine Begleitentzündung des Hüftgelenkes. Das Erkennen und die Behandlung dieses Problems sind aber einfach. Zu Durchblutungsstörungen des Hüftkopfes kann es aus verschiedenen Ursachen kommen. Falls mehrwöchiges Entlasten mit Krücken nicht reicht, muss operiert werden. Entweder es wird der Hüftkopf etwas gedreht, dass sich die Belastungszonen ändern, oder aber es muss ein künstliches Gelenk eingesetzt werden. Auch angeborene Achsenfehler im Bereich der Hüfte können Anlass für Beschwerden sein. Solche Fehlstellungen müssen ebenfalls operativ korrigiert werden. Gelegentlich liegt bei Schmerzen im Leistenbereich die Störung auch gar nicht in der Hüfte selbst. Neben banalen Zerrungen können auch Leistenbrüche und Lymphknotenveränderungen Hüftprobleme vortäuschen, diese gehören aber in das Fachgebiet eines anderen Spezialisten, nämlich des Allgemeinchirurgen. Ein wichtiger Hinweis noch zum Schluss: Erkrankungen des Hüftgelenkes beginnen nicht selten mit Schmerzen im Knie, da es zu einer Ausstrahlung entlang der Muskeln kommt. Hüftprobleme verursachen nach längerem Bestehen wegen der Beeinträchtigung des Gangbildes Wirbelsäulenschmerzen.
Die Arthrose des Hüftgelenkes: In Abhängigkeit von manchmal bestehenden angeborenen Anomalien, bestimmten Grunderkrankungen, Ernährung und Belastungsmuster kommt es bei jedem von uns mit fortschreitender Lebensdauer zur Degeneration von Gelenksknorpel. Am Hüftgelenk nennt man das Coxarthrose. Das erste Zeichen ist eine Einschränkung der Beweglichkeit. Später kommt es zu Schmerzen anfangs nur nach längeren Gehstrecken, später bei geringen Belastungen, und schließlich auch in Ruhe, sogar nachts. In frühen Stadien dieser Erkrankung kann man mit Gewichtsreduktion und vernünftiger Lebensführung, aber auch noch mit Spritzenkuren und Physiotherapie eine Besserung der Beschwerden und vor allem eine Verlangsamung des Fortschreitens erreichen. Röntgenbild einer Hüftprothese
Werden die Schmerzen aber unerträglich, bleibt als Ausweg nur die Operation in Form des Einsetzens eines künstlichen Hüftgelenkes. Diese Operation ist auch an unfallchirurgischen Abteilungen ein häufig durchgeführter Routineeingriff, die neuesten Prothesenmodelle haben auch eine sehr lange Haltbarkeit, sodass in den meisten Fällen nicht mit einer Zweitoperation gerechnet werden muss. Je nach vorhandener Knochenqualität kann die Prothese mit oder ohne Knochenzement verankert werden, bevorzugt wird heute die zementfreie Anwendung.
Der Oberschenkelhalsbruch: Das Schwinden der körperlichen Fitness macht in Zusammenhang mit erhöhter Knochenbrüchigkeit den sogenannten Schenkelhalsbruch zu einem Schreckgespenst eines jeden alten Menschen. Beim Sturz auf die Hüfte bricht der Knochen dabei in der Nähe des Gelenkes, oft auch im Gelenk. Da längere Bettruhe bei älteren Menschen auf jeden Fall zu vermeiden ist, um Vitalität zu erhalten, müssen diese Verletzungen so rasch wie möglich operiert werden. Es gibt zum Glück verschiedene Operationstechniken, sodass in fast allen Fällen die Versorgung des Knochenbruches so erfolgen kann, dass die volle Belastung, also Gehfähigkeit unmittelbar nach der Operation wieder gegeben ist. Das Spektrum reicht von Schrauben und Nägeln über Platten bis hin zu künstlichen Hüftgelenken. Wobei bei der kopferhaltenden Operation eines hüftkopfnahen Bruches die Gefahr besteht, dass der Hüftkopf abstirbt, und in einer zweiten Operation dann die Prothese gemacht werden muss. Sofern der Allgemeinzustand es zulässt, ist das Wiedererlangen der Gehfähigkeit immer das Ziel der Behandlung. Häufig ist eine mehrwöchige Spitalsbehandlung beziehungsweise intensive Weiterbetreuung in Heimen oder von Angehörigen zu Hause dazu von Nöten. Denn ein Oberschenkelhalsbruch ist eine schwere Verletzung, die viel Kraft von allen Seiten benötigt um überwunden werden zu können.
Information In Zweifelsfällen, bei Beschwerden oder wenn Sie mehr über die Hüfte wissen möchten, helfen Ihnen die Österreichische Gesellschaft für Unfallchirurgie A-1020 Wien, Hollandstraße 14 / Mezzanin Fax: (01) 533 35 42-19 und die Unfallchirurgen in den Unfallambulanzen gerne weiter. E-Mail: office@unfallchrirugen.at Österreichische Gesellschaft für Unfallchirurgie