044 Der Weihnachtsdrache Evelyn Schmidt 8223 Stubenberg am See 191 Austria Tel.: (+43) 3176 / 8700 verlag@unda.at www.unda.at
Inhalt Irgendwo zwischen Träumen und Hoffen liegt das Weihnachtsland in dem ein kleiner Drache sehr zurückgezogen lebt. Sein größter Stolz sind seine goldenen Rückenzacken. Eines Tages kommen ein Elefant, ein Papagei, ein Löwe, ein Bär, ein Affe und zuletzt eine Katze an seiner Höhle vorbei. Sie alle suchen einen Stall mit einem Kind. Der Drache weist den Tieren den Weg und gibt jedem von ihnen einen seiner goldenen Rückenzacken. In der Dunkelheit begegnen sich die Tiere an einer Kreuzung. Sie legen die Rückenzacken aneinander. Es entsteht ein Stern, der sie zum Stall führt. In der Höhle des Drachen ist es, obwohl er alle seine goldenen Zacken verschenkt hat, hell geblieben. Die Tiere sind dem Weihnachtsdrachen begegnet. Personen Sprecher... 10 Einsätze Weihnachtsdrache... 18 Einsätze Elefant... 6 Einsätze Papagei... 4 Einsätze Löwe... 5 Einsätze Bär... 8 Einsätze Affe... 5 Einsätze Katze... 4 Einsätze Requisiten Halbmasken für die einzelnen Tiere. Langer Schwanz für den Drachen, an dem die sechs Zacken mit Klettverschluss angebracht sind. Diese Zacken sind mit Goldpapier umwickelt. Brennholz, Flasche, Honigglas. 3
1. Akt Auf der Bühne ist es dunkel. Hintergrundmusik wird leiser und die Stimme des Sprechers ertönt aus dem Hintergrund. Sprecher: Es war einmal irgendwo zwischen Träumen und Hoffen, zwischen Wünschen und Sehnsucht das Weihnachtsland. Dort lebte ein kleiner bunter Drache in seiner Höhle. Er konnte mit seinen leuchtenden Augen rollen, mit seiner lauten Stimme brüllen und Feuer speien. Sein größter Stolz waren seine goldenen Rückenzacken. Die Bühne wird beleuchtet. Der Sprecher kommt auf die Bühne. In der Höhle sitzt der kleine Drache und poliert seine goldenen Rückenzacken. Vor der Höhle sind einige Felsen, Büsche und Bäume. Sprecher: Der kleine Drache lebte sehr zurückgezogen, denn nur selten kam jemand an seiner Höhle vorbei. Drache (seine goldenen Rückenzacken polierend): Das ist meine Höhle, sie ist zwar klein, doch bin ich glücklich, denn hier bin ich daheim. Im Land der Wünsche und Träume versteckt hat mich bis heute noch niemand entdeckt. Meine Zacken glänzen ganz königlich, kein andrer Drache ist so schön wie ich. Dreht sich eitel hin und her. Dumpfe Schritte kommen näher. Der Drache steht neugierig am Eingang der Höhle, streckt sich Ausschau haltend nach allen Seiten. Das Licht fällt auf seine Rückenzacken, die hell glänzen. Der Elefant kommt auf die Bühne. 4
Elefant: Bin ich erschöpft, der Weg war weit. Zum Rasten ist es an der Zeit. Ich schaue her, ich schaue hin, hab keine Ahnung, wo ich bin. Wer bist denn du? Was suchst du hier? Du großes, dickes graues Tier! Elefant (betrachtet den Drachen verwundert): Wo bin ich hier? Was ist gescheh n? So was wie dich, hab ich noch nie geseh n. Drache (mit lauter Stimme und Furcht erregenden Gebärden): Den Traumberg hast du erklommen und bist nun bei mir angekommen. Das ist mein Reich, du fremdes Tier! Hier herrsche ich! Was willst du hier? Sprecher: Elefant: Der Elefant fürchtete sich. Er hatte Angst, aber nur ein bisschen. Ich suche einen Stall mit Eltern und Kind. Wo kann ich sie finden? Bitte, sag s mir geschwind. Das ist nicht schwer, ich werd s dir sagen, sollst vorher aber Holz zu meiner Höhle tragen. Der Elefant trägt Brennholz in die Höhle des Drachen. Dieser sitzt davor und schaut zu. Als der Elefant fertig ist, steht er erwartungsvoll vor dem Drachen. Der Drache steht auf, zeigt in eine Richtung. 5
Geh dort entlang und sei nicht bang. Der Weg zum Stall, er ist noch lang. Ein Wunder wird zurzeit vollbracht, in dieser ganz besond ren Nacht! Der Drache löst eine seiner goldenen Rückenzacken ab. Hier nimm, es wird bald dunkel sein. Die Zacke führt dich, vertrau dem hellen Schein! Elefant: Ich danke dir! Nun ist es Zeit. Der Weg zum Stall, er ist noch weit. Elefant geht ab und der Drache zieht sich in seine Höhle zurück. Bühne wird dunkel. 6
2. Akt Bühne wird beleuchtet und der Papagei flattert heran. Hin und her bewegend umtanzt er den Drachen. Sprecher: Es war ein ganz besonderer Tag, denn der Drache blieb nicht lange allein und ungestört. Ein bunter Papagei kam geflattert und stand plötzlich vor dem Höhleneingang. Als der Papagei den Drachen erblickte, erschrak er und hatte Angst, aber nur ein bisschen. Wer bist denn du? Was suchst du hier? Du witzig buntes Flattertier! Papagei (schaut zum Publikum): Bunt ist er selbst, zum Fürchten groß. Vielleicht hilft er mir, was sag ich bloß? (Wendet sich dem Drachen zu.) Ich suche einen Stall mit Eltern und Kind. Wo kann ich sie finden? Bitte, sag s mir geschwind. Das ist nicht schwer, ich werd s dir sagen, sollst vorher aber Blätter zu meiner Höhle tragen. Papagei flattert davon und kommt bald mit grünen Blättern zurück. Der Drache nimmt sie in Empfang und verspeist sie gierig, während der Papagei neben ihm sitzt und zuschaut. Nach einer Weile steht der Drache auf. Drache (kauend und mit vollen Backen zeigt er in eine Richtung): Geh dort entlang und sei nicht bang. Der Weg zum Stall, der ist noch lang. Ein Wunder wird zurzeit vollbracht, in dieser ganz besond ren Nacht! 7
Der Drache löst eine weitere goldene Rückenzacke ab. Hier nimm, es wird bald dunkel sein. Die Zacke führt dich, vertrau dem hellen Schein! Papagei: Ich danke dir! Nun ist es Zeit. Der Weg zum Stall, er ist noch weit. Der Papagei flattert davon. Der Drache legt sich vor seine Höhle und verspeist weiter ein Blatt nach dem anderen, dann streichelt er seinen dicken Bauch und beginnt zu schnarchen. Der Löwe kommt und schaut den Drachen verwundert an. Löwe (hält sich die Pfoten vor seine Ohren): Das ist ja gar zu grauenvoll. Ob ich ihn einfach wecken soll? Was hat denn dieses Tier verschluckt, wie laut er röchelt und auch spuckt? Drache erwacht und springt auf. Wo kommst du her? Was suchst du hier? Du unfrisiertes Zotteltier! Löwe (stolz mit erhobenem Kopf): Ich bin erstaunt. Du kennst mich nicht? Der König aller Tiere spricht. Ich suche einen Stall mit Eltern und Kind. Wo kann ich sie finden? Bitte, sag s mir geschwind. Das ist nicht schwer, ich werd s dir sagen, sollst vorher aber mich ein wenig spazieren tragen. Der Drache setzt sich auf den Rücken des Löwen. Dieser trägt ihn einige Runden und stöhnt und ächzt. Der Drache genießt den Rundgang. Dann steigt er vom Rücken des Löwen. 8
Drache (zeigt in eine Richtung): Geh dort entlang und sei nicht bang. Der Weg zum Stall, der ist noch lang. Ein Wunder wird zurzeit vollbracht, in dieser ganz besond ren Nacht! Der Drache löst wieder eine seiner goldenen Rückenzacken ab. Hier nimm, es wird bald dunkel sein. Die Zacke führt dich, vertrau dem hellen Schein! Löwe: Ich danke dir. Nun ist es Zeit. Der Weg zum Stall, er ist noch weit. Der Löwe geht ab und die Bühne wird langsam dunkel. Das ganze Stück hat 15 Seiten 9