Zwischen Risikokultur und Risikogovernance



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Transkript:

Zwischen Risikokultur und Risikogovernance 2. Siegener Jahreskonferenz Risk Governance Dr. Carsten Steinhoff 8. Oktober 2014

Disclaimer Diese Präsentation gibt meine eigene Meinung wieder und entspricht nicht zwingend auch der offiziellen Sicht der NORD/LB. 2

Agenda 1. Risikomanagement in der NORD/LB 2. Governance als Proxy einer guten Risikokultur 3. Praxisbeispiele 4. Diskussion 6

Herausforderung Risikomanagement Wer hat den Überblick? Den Überblick behalten Informationen vernetzen Wer kümmert sich? Risikostrategie? Wie lässt sich gutes RISIKOmanagement KULTURell verankern? Auf das Wesentliche konzentrieren Positionieren statt beschreiben Proaktiv statt reaktiv 8

Risiko? Auch eine Kulturfrage! n-tv.de, 26.08.2014 n-tv.de, 26.08.2014 Handelsblatt, 02.09.2014 N-tv, 01.07.2012 Handelsblatt, 19.08.2014 11

Regulierung als Ausweg? Börsenzeitung, 06.09.2014 Welt, 03.09.2014 Nordwest Zeitung, 05.08.2014 12

Risikokultur hat viele Facetten (strategisch, operativ, compliance-orientiert) hat formelle und individuelle Komponenten ist multidimensional und extrem komplex... ist interdisziplinär (BWL, VWL, Psychologie, Rechtswiss. etc.)... ist eine Kernfrage von Unternehmenskultur und -erfolg Welches Risikoverhalten wird in / von der Organisation akzeptiert? 13

Voraussetzungen und Gefahrenquellen Voraussetzungen Gefahrenquellen Gemeinsame Ziele / Wertvorstellungen Präsenz in allen Unternehmensprozessen, transparente Information / Kommunikation Verantwortung nehmen Präsenz des Risikomanagement, Sinn erkennen! Gesunde Risk-Return Balance Verhalten verwurzeln. Fragen und hinterfragen! Vorausschauend und verknüpft denken Nachhaltig Silos und blinde Flecken Markt steuert Risikofunktion, nicht umgekehrt Passivität. Warnsignale nicht ernst nehmen Über-Sicherheit / Optimismus Angstkultur. Angst vor schlechten Nachrichten Ignorieren / schönreden von Fakten Fehlerhafte Entscheidungen nicht korrigieren 15

Risikokultur vs. Risikogovernance Motivation Organisations- / Formalisierungsgrad Risikogovernance Aufsichtsrecht Stakeholder Festgelegte Spielregeln niedergeschrieben Risikokultur Intrinsische Motivation Unternehmertum Informell / gelebt Bewertungsmaßstab Regelbasiert Offen und ehrlich Incentivierung Sanktion bei Regelverstoß Risikonahme mit Augenmaß und Strategie Kommunikation Regelwerk Tone from the top Autonomie Leitplanken Entscheidungsfreiräume Messbarkeit Messbar / revisionssicher Nicht messbar aber erlebbar Eigene Darstellung Wie lässt sich eine gute Risikokultur in den Bankprozessen leben? 16

Lässt sich Risikokultur messbar machen? Quelle: Institute of Operational Risk (2013), S. 15 17

Agenda 1. Risikomanagement in der NORD/LB 2. Governance als Proxy einer guten Risikokultur 3. Praxisbeispiele 4. Diskussion I II Governance- Risk- Compliance Expertenschätzungen III Den Scope verbreitern 19

Beispiel I Governance- Risk- Compliance Akteure zusammenbringen Konventionen schaffen Akzeptanz erhöhen 20

I Herausforderung Risikomanagement Schwere Schäden verhindern 1. Vor der Welle schwimmen 2. Sensibel sein für Trends und schwache Signale 3. Gezielt Prophylaxe betreiben Geeignete Rahmenbedingungen setzen! 1. Was ist OpRisk, was nicht? 2. Wer ist verantwortlich für dieses OpRisk? 3. Wie arbeiten die Verantwortlichen optimal zusammen? 4. Wie kann das Framework eine gute Risikokultur erzeugen und ausbauen? 21

I Forschungsrahmen Governance-Risk-Compliance Quelle: Racz et al., 2010 22

I Risikomatrix als zentrales Instrument Eintrittswahrscheinlichkeit Geschätzte Wahrscheinlichkeit Angemessenheit / Wirksamkeit Beurteilung Fall Bankweit einheitliches Bewertungsinstrument für alle Arten operationeller Risiken Zentrales Berichts- und Steuerungswerkzeug Definition einheitlicher Risikotoleranzen im Sinne von Eskalationsstufen Auswirkung Finanzieller Verlust > x Reputationsverlust Verstoß gegen gesetzliche Vorschriften Verletzen interner Guidelines Verlust der Steuerungsfähigkeit 25

I Konsolidierung von Berichtswegen Risikostatus Personal Risikokategorie Externe Dienstleister Höhere Gewalt / Sachschäden / Gebäudesicherheit Informationssicherheit / Technologie / Datenschutz Geldwäscheprävention/ Fraud Compliance Ent1 Ent2 Ent3 Ent4 Aktuelle Themen Lorem ipsum dolor sit amet voluptua. At vero eos et accusam et justo duo dolores et ea rebum. Stet clita kasd gubergren, no - voluptua. At vero eos et accusam et justo duo dolores et ea rebum. Stet clita kasd gubergren, no - Kapitalmarkt Compliance Rechtsänderungsrisiko Prozesse / Abläufe / Bearbeitungsfehler Lorem ipsum - Summary Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua. At vero eos et accusam et justo duo dolores et ea rebum. Stet clita kasd gubergren, no sea takimata sanctus est Lorem ipsum dolor sit amet. Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua. At vero eos et accusam et justo duo dolores et ea rebum. Stet clita kasd gubergren, no sea takimata sanctus est Loremipsum dolor sit amet. Schäden und Risikopotenziale (in TEUR) Total Ent 1 Ent 2 Ent 3 Ent 4 Losses EL VaR 1 2 3 # 1 # 2 # 3 Top Risks 26

Beispiel II Expertenschätzungen Expertise nutzen Prävention anregen 27

II Expertise nutzen Datensammlungen konsolidieren Fragebogenbasierte Analysen in einer Methode gebündelt Risikorientierter Ansatz, Unterstützt durch Entscheidungsbäume Automatisierte und manuelle Plausi-Checks Akzeptanz und Datenqualität erhöhen durch: Eine gebündelte Datenerhebung Risikoorientierte Abschichtung Gemeinsamer Auftritt Konsolidierte Datenhaltung und Reporting Zweitverwendung von Daten Self- Assessment Analystenkonferrenz Detailanalyse Reporting 28

II Datensammlung konsolidieren Bereichsinfos Top-(3)-Themen OpRisk / RepRisk Risiken pro Kategorie Qualitätsfrage(n) Kann daraus Schaden entstehen? Abschätzung Notfallplanung / Zeitkritikalität HOT-Spots => Maßnahmen benennen weitere Daten 29

II Verknüpfung zum Gesamtmodell Risk Profile 2. Scenario Analysis + Possible Gaps / Action Quantify Impact 3. Model 4. Back-Loop + LDA- Model Decisions 31

II Risikodialog mit externen Daten verbessern Benchmarking, Umfeldanalyse, Trends erkennen Stresstesting Szenarioanalysen / Lessons Learned Risiken überwachen Risken identifizieren Versicherungsanalysen GFA Fraud Risiken berichten Risikokultur Risiken bewerten Reputationsrisiken beurteilen Risiken managen 32

II Quick wins mit Risikoindikatoren Breites Themenspektrum Sind vom Risiko her abgeleitet Werden Quartalsweise erhoben Beinhalten Qualitative wie quantitative Elemente Maßnahme wenn grün Einfach, kostengünstig, effektiv! 33

Beispiel III Den Scope verbreitern Reputationsrisiko Stress 2.0 35

II Reputationsrisiken 1 Kunde Mitarbeiter RepRisk Definition & Strategy 2 Instruments 3 4 Decisions / Reporting Eigentümer Öffentlichkeit RepRisk Survey / Radar RepRisk Database Stakeholder Dialogue External Data Action / Mitigation Policies for the RUN RepRisk Committee Monitoring for CHANGE Reporting 5 Culture / Communication RepRisk Awareness: Involving Specialist areas, Meet & Learn, Trainings Quelle: Steinhoff / Sprengel (2014) 36

III Enterprise Risk Management als Ziel??? (inverse) Stresstests Inter / Intra- Korrelationen Belastungs-/ Bedrohungsszenarien Sanierungsindikatoren 38

Agenda 1. Risikomanagement in der NORD/LB 2. Governance als Proxy einer guten Risikokultur 3. Praxisbeispiele 4. Diskussion 40

Herausforderungen Risikokultur als einen entscheidenden Wettbewerbsfaktor nutzen Balance zwischen Risiko und Business finden Verantwortung übernehmen und positionieren Vergangenheitswerte nicht überschätzen Schwache Signale wahrnehmen Akzeptanz vs. Awareness 41

Quellen Deloitte Consulting (2013): Cultivating a Risk Intelligent Culture. http://www.deloitte.com/assets/dcom-bermuda/local%20content/articles/cultivating%20a%20risk%20intelligent%20culture.pdf Institute of Operational Risk (2013): Operational Risk Sound Practice Guidance, Risk Culture. https://www.ior-institute.org/sound-practice-guidance/risk-culture McConnell, P. (2013): A Risk Culture Framework for Systemically Important Banks. Journal of Risk and Governance, Vol. 3, No. 1, 2013. http://ssrn.com/abstract=2345542 Power, M.; Ashby, S.; Palermo, T. (2012): Risk Culture in Financial Organisations. http://www.lse.ac.uk/researchandexpertise/units/carr/pdf/final-risk-culture-report.pdf Racz, N., Weippl, E. & Seufert, A. (2010): A frame of reference for research of integrated GRC. In: De Decker, B., Schaumüller-Bichl, I. (Hrsg.): Communications and Multimedia Security, 11th IFIP TC 6/TC 11 International Conference, CMS 2010 Proceedings. Berlin, S. 106-117. Steinhoff, C., Sprengel, R. (2014): Governance as the Starting Point for a Reputational Risk- Management Process. In: Kaiser, Thomas, Merl, Petra (Hrsg.): Reputational Risk Management in Financial Institutions. London (Erscheint im IV. Quartal 2014). 42

Dr. Carsten Steinhoff Finanz- und Risikocontrolling Leiter OpRisk Controlling Norddeutsche Landesbank Girozentrale Friedrichswall 10 30159 Hannover GERMANY Phone +49 511 361-6436 Mobil +49 173 2 454 035 Fax +49 511 361-98 6436 carsten.steinhoff@nordlb.de 43