1 Grundlagen des Lesens Echtes Schnell-Lesen (6- bis 25-fache Geschwindigkeit) Schnelles Normal-Lesen (doppelte Geschwindigkeit) Lesemanagement und planvolles Nichtlesen
Quellen (1) 2 ca. 50 wissenschaftliche Publikationen, vorwiegend aus dem Bereich Experimentelle Psychologie u.a. Brown, B. L., Inouye, D. K., Barrus, K. B., & Hansen, D. M. (1981). An Analysis of the Rapid Reading Controversy. In J. R. Edwards (Ed.), The Social Psychology of Reading. Language and Literacy Monograph Series. Silver Spring: Institute of Modern Languages. Carver, R.P. (1985). How good are some of the world's best readers? Reading Research Quarterly, 20, 389-419. Carver, R.P. (1990). Reading rate: a review of research and theory. San Diego, California: Academic Press. Cranney, G., Brown, B. L., Hansen, D. M. & Inouye D. K. (1982). Rate and reading dynamics reconsidered. Journal of Reading, 25(6), 526-533. Fujimaki, Norio; Hayakawa, Tomoe; Munetsuna, Shinji; Sasaki Toyofumi (2004). Neural activation dependent on reading speed during covert reading of novels. Neuroreport, 15(2), 239-243. Homa, D. (1983). An assessment of two extraordinary speed-readers. Bulletin of the Psychonomic Society, 21, 123-126. Just, M. A. & Carpenter, P. A. (1987). Speed reading. In M. A. Just & P. A. Carpenter, The psychology of reading and language comprehension (pp. 425-452). Boston, MA: Allyn and Bacon. Kurita, M. (2003). Change in the Intellectual and Physiological Functions of 160 Persons Who Studied in the Intermediate Class of Kurita's Speed Reading Course. Journal of International Society of Life Information Science (ISLIS), 21(1), 290-292 Masson, M.E.J. (1985). Rapid reading processes and skills. Reading Research: Advances in Theory and Practice, 4, 183-230. McLaughlin, G. (1969). Reading at impossible speeds. Journal of Reading, 1969, 12, 449-454, 502-510. McNamara, D. S. (2001). Speed reading. In N. J. Smelser & P. B. Baltes (Eds.), International Encyclopedia of the Social & Behavioral Sciences (pp. 14887-14890). Oxford: Elsevier Science. O'Connor, N.; & Hermelin, B. (1994). Two autistic savant readers. Journal of autism and developmental disorders, 24(4), 501-515. Rayner, K., & Pollatsek, A. (1989). The psychology of reading. Englewood Cliffs, NJ: Prentice Hall. Rayner, K. (1998). Eye movements in reading and information processing: 20 years of research. Psychological Bulletin, 124, 372-422. Taylor, S. (1965). Eye movements in reading: Facts and fallacies. American Educational Research Journal, 1965, 2, 187-202. Underwood, G. & Batt, V. (1996). Reading and Understanding. Oxford: Blackwell
Quellen (2) 3 Erfahrungswissen von Personen, die echte Schnell- Leser untersucht oder ausgebildet haben: George Stancliffe Manual Speed Reading 4 Kids, 3rd edition 2003 www.speedreading4kids.com Walter-Uwe und Rotraut Michelmann Einzeltraining von P. Rösler bei Michelmann im Jahr 2005 Bücher: Effizient und schneller lesen, Turbolesen Evelyn Wood untersuchte mehr als 50 natural speed readers
Säulen des Schnell-Lesens 4 schneller lesen (mehr wpm) weniger lesen echtes Schnell-Lesen z.b. 2400 wpm statt 240 wpm Es gibt Hinweise, dass dies kaum geht! schneller normal lesen z.b. 500 wpm statt 240 wpm Quelle:, 2007 Lesemanagement planvolles Nichtlesen
5 Grundlagen des Lesens Echtes Schnell-Lesen (6- bis 25-fache Geschwindigkeit) Schnelles Normal-Lesen (doppelte Geschwindigkeit) Lesemanagement und planvolles Nichtlesen Grundlagen des Lesens Quellen: wissenschaftliche Publikationen
Definitionen 6 wpm words per minute / Wörter pro Minute Wpm (mit großem W ) Standard-Wörter pro Minute Standard-Wort 5 Buchstaben + 1 Leerzeichen Carver, R.P. (1990). Reading rate: a review of research and theory. San Diego, California: Academic Press. Details siehe Notizansicht
Die fünf Lesemodi nach Carver (1990) 7 Lesemodus Scanning (suchendes Lesen) Skimming (überfliegendes Lesen) Rauding * (normales Lesen) Learning (lernendes Lesen) Memorizing (auswendig lernendes Lesen) typische Lesegeschw. (von College-Studenten) 600 Wpm 450 Wpm 300 Wpm 200 Wpm 138 Wpm * the rauding process is used about 90% of the total time that all readers spend reading. Quellen siehe Notizansicht
Am effizientesten liest man mit der eigenen Rauding Rate R r 8 Verständnis Person TEST-IQ hat bei 492 Wpm ihr normales Lesen ( rauding ) ausgereizt und kann 79% der Verständnisfragen korrekt beantworten. Zwingt sie sich, noch schneller zu lesen, bricht das Textverständnis linear mit der Geschwindigkeitserhöhung ein. Liest sie langsamer als mit 492 Wpm, erhöht sich zwar ihr Textverständnis, aber nur noch minimal. Am effizientesten liest TEST-IQ also mit 492 Wpm, ihrer Rauding Rate. Lesegeschwindigkeit Quelle: Carver (1985) Details siehe Notizansicht
600 Wpm als Obergrenze 9 Rauding Rate Die Rauding Rate ist individuell verschieden (u.a. abhängig von cognitive speed ). Personen mit einer Rauding Rate über 600 Wpm gibt es nicht (oder sind extrem selten). Ca. 80% der College-Studenten lesen mit ihrer Rauding Rate, die anderen 20% lesen langsamer, als es ihre persönliche Rauding Rate zulassen würde. Quelle: Carver (1990) Details siehe Notizansicht
Selbsttest: Wie schnell lesen Sie derzeit? 10 Lesen Sie den Übungstext normal schnell, genauso schnell oder langsam, wie Sie berufliche Dokumente lesen, so dass Sie das meiste vom Text verstehen. Die Anweisungen zum Selbsttest sind so formuliert, dass die meisten Teilnehmer den Lesemodus "Rauding" (normales Lesen) durchführen werden, und weder ins Skimming (überfliegendes Lesen) noch ins Learning (lernendes Lesen) geraten werden.
Lesegeschwindigkeit beim Selbsttest: Ergebnisse 11 60 Mittelwert: 252 wpm (286 Wpm) 50 Anzahl Nennungen 40 30 20 Rauding -Obergrenze lt. Carver: 529 wpm (600 Wpm) 10 0 0 50 100 150 200 250 300 350 400 450 500 550 600 650 700 750 572 Testpersonen, vorwiegend Softwareentwickler, Übungstext: leicht bis mittelschwer, deutschsprachig, durchschnittliche Wortlänge 5,8 Buchstaben, daher 1 wpm = 1,134 Wpm wpm Quelle:, 2007 Details siehe Notizansicht
Das Auge bewegt sich nicht fließend über die Seite 12 Das Auge macht abwechselnd Fixationen und Sakkaden Fixation : der Blick ist fest auf einen Fixationspunkt gerichtet Dauer durchschnittlich 250 msec (bei geübten Lesern durchschnittlich 200 250 msec) nur während der Fixation wird Information aufgenommen Sakkade : Sprung von einem Fixationspunkt zum nächsten Dauer durchschnittlich 30 msec Abbildung aus Speed Reading, S. 46 Quellen siehe Notizansicht
Beispiel mit Fixationsdauern 13 Fixationsdauern in msec Regression (Sakkade rückwärts zu bereits gelesenem Wort) in Zeile 2 Regressionen machen etwa 10-15% aller Sakkaden aus (bei geübten Lesern) Figure 11.1 Length of eye fixations on words in a passage of text. Just & Carpenter (1987). The psychology of reading and language comprehension. Boston: Allyn and Bacon.
Sprunglänge einer Sakkade 14 Sakkadenlänge in Buchstabenbreiten (durchschnittlich 7-9 bei geübten Lesern) 7 4 7 6 9 9 8 Der Leser steuert Fixationsdauern und Sakkadenlängen, um effizienter zu lesen. Quellen siehe Notizansicht
Variable Fixationsdauern und Sakkadenlängen 15 Geübte Leser nutzen das Wissen über die Struktur der Sprache die Vorhersagbarkeit des folgenden Textes - aufgrund des Kontextes (bereits gelesener Text) und - aufgrund dessen, was vom folgenden Text schon optisch erkennbar ist (parafoveale Information). underneath "underneath" wird eher am Wortende fixiert. (Weil es das einzige englische Wort dieser Länge ist, das mit "neath" endet.) engagement "engagement" wird eher am Wortanfang fixiert. (Weil "ment" bei vielen Wörtern am Wortende vorkommt und dadurch redundant ist.) Quellen siehe Notizansicht
Anatomie des Auges 16 Quellen siehe Notizansicht
Bereiche des Gesichtsfeldes 17 Sehkegel, in dem das foveale, parafoveale, nahperiphere und periphere Sehen dargestellt ist (die Winkel geben hier den Blickwinkel von einer Seite zur anderen an). Aus Solso (1994) Die Übergänge sind in Wirklichkeit fließend, s. nächste Folie Quellen siehe Notizansicht
Die Sehschärfe nimmt nach außen hin stark ab 18 Sehschärfe [Winkelminuten 1 ] Nasal Fovea Temporal Quellen siehe Notizansicht
Sehschärfe und Wahrnehmungsspanne 19 Sehschärfe und Wahrnehmungsspanne aufgrund von tachistoskopischen Experimenten. Aus S. Taylor (1965), s.a. Notizansicht der PowerPoint-Folie Bei normalem Leseabstand entspricht 1 Blickwinkel ca. 3-4 Buchstabenbreiten
Beispiel mit simulierter Bildschärfe 20 fixation point Acuity Quelle: Hunziker www.learning-systems.ch/multimedia/vis_d02.htm
Experiment: Blickspanne ermitteln 21 Fixieren Sie ein kurzes Wort und bewegen Sie die Zeigefinger langsam nach außen. Wie viele Wörter bzw. Buchstaben können Sie noch lesen, ohne den Blick vom zentralen Wort abzuwenden? Quelle: Zach Davis, PoweReading, S. 44, ISBN 3980953610
Wortidentifikationsspanne 22 Wörter können nur innerhalb der sogenannten Wortidentifikationsspanne erkannt werden, die sich vom Fixationspunkt aus ca. 7-8 Buchstabenbreiten in Leserichtung erstreckt. besonders scharf. Da aber die Rede für 7-8 Buchstabenbreiten Quellen siehe Notizansicht
The priest brought much ammunition (1) 23 Werden bei jeder Fixation die zentralen 11 17 Buchstaben durch trickreiche Versuchsanordnungen maskiert, erkennen die Leser fast nichts mehr und müssen raten. "The pretty bracelet attracted much attention" was read as "The priest brought much ammunition and "The banner waved above the stone monument" as "The banker watched the snow mountain." besonders scharf. Da aber die Rede für 11-17 Buchstabenbreiten Quellen siehe Notizansicht
The priest brought much ammunition (2) 24 ohne die zentralen 11 17 Buchstaben Die Leser konnten höchstens kurze Funktionswörter wie the, and, und a erkennen, insbesondere am Anfang oder am Ende der Zeile sowie Informationen über Anfangsbuchstaben (manchmal auch Endbuchstaben) von Wörtern, Buchstabenformen und Wortlängen erhalten und aus der verfügbaren Information versuchen, sinnvolle Sätze zu konstruieren ( Raten ). Der zum Raten noch nützliche Bereich ist die sogenannte Wahrnehmungsspanne. Quellen siehe Notizansicht
Wahrnehmungsspanne 25 Wortidentifikationsspanne besonders scharf. Da aber die Rede für 3-4 14-15 Buchstabenbreiten ca. 5 des Blickwinkels Das Gebiet, aus dem während einer Fixation sinnvolle Informationen gewonnen werden können, heißt Wahrnehmungsspanne und erstreckt sich vom Fixationspunkt aus ca. 3-4 Buchstabenbreiten nach links und bis ca. 14-15 Buchstabenbreiten nach rechts. Quellen siehe Notizansicht
Lesefähigkeit nach Altersstufen 26 Nach Stancliffe das Lebensalter, in dem das Schnell-Lesen-Lernen am leichtesten fällt. 8 to 12 year olds (about 3rd to 6th grades). Figure 5.5 The development of eye movements from Grade 1 of schooling through to college level Source: Buswell, 1922 Quellen siehe Notizansicht
Lesefähigkeit nach Altersstufen (Details) 27... Quellen siehe Notizansicht
Frage: warum unsymmetrisch? 28 besonders scharf. Da aber die Rede Warum liegen Wortidentifikationsspanne und Wahrnehmungsspanne nicht symmetrisch um den Fixationspunkt... obwohl die Sehschärfe nach links und rechts symmetrisch abnimmt? Genauso: warum werden die Zeilen oberhalb und unterhalb der Fixation nicht wahrgenommen, obwohl die Sehschärfe nach oben und unten kaum schneller abfällt als nach links oder rechts? Quelle:, 2008 Details siehe Notizansicht
Vermutung: eine aktive Leistung des Gehirns 29 Ein Teil der Informationen, welche die Augen über die Sehnerven zur Verfügung stellen, werden offensichtlich vom Gehirn ausgeblendet. Für die aktuelle Fixation ist folgendes bedeutungslos: die Wörter links von der Fixation und die Zeilen oberhalb der Fixation (weil der Leser sie schon kennt) und die Zeilen unterhalb der Fixation (weil es noch zu viele Fixationen dauert, bis sie aktuell werden). Nur der Bereich rechts der Fixation ist wichtig, u.a. damit die Sakkadenlänge zum nächsten Fixationspunkt gesteuert werden kann. Hunziker (2006): "Aufmerksamkeit kann auch bedeuten, dass man irrelevante Informationen unterdrückt. Nach Sperling et al. (2005) können Leseschwache schlechter bedeutungslose Informationen (Hintergrundrauschen) aus ihrer Wahrnehmung herausfiltern, wodurch sich ihre Wahrnehmung verlangsamt oder verfälscht. Beim Lesen besteht das visuelle Hintergrundrauschen aus den Textzeilen oberhalb und unterhalb des Fixationspunktes. Gute Leser haben gelernt, ihre visuelle Aufmerksamkeit zu bündeln..." Quelle:, 2008 Details siehe Notizansicht
die beim Schnell-Lesen unerwünscht ist 30 Zum "echten" Schnell-Lesen gehört dazu, dass man die Bündelung der Aufmerksamkeit ("Tunnelblick"?) weglässt, also ganze "Blickkreise" wahrnimmt. 8 to 12 years Vielleicht können Kinder zwischen 8 und 12 Jahren das Schnell-Lesen deswegen besonders leicht lernen, weil sie den (für das normale Lesen sinnvollen) "Tunnelblick" noch nicht richtig verinnerlicht haben und ihn deshalb leichter weglassen können. Quelle:, 2008 Details siehe Notizansicht
31 Grundlagen des Lesens Echtes Schnell-Lesen (6- bis 25-fache Geschwindigkeit) Schnelles Normal-Lesen (doppelte Geschwindigkeit) Lesemanagement und planvolles Nichtlesen Echtes Schnell-Lesen Quellen: Erfahrungswissen und spekulative Erklärungsversuche, wenige wiss. Publikationen
Echtes Schnell-Lesen 32 Erreichbare Lesegeschwindigkeiten Augenbewegungen und Erklärungsversuche Fingerschwünge Anmerkungen zum Lernen von echtem Schnell-Lesen Wissenschaftliche Publikationen Erreichbare Lesegeschwindigkeiten
Bandbreite genauen Schnell-Lesens (1) 33 Bandbreite genauen Schnell-Lesens (1500 6000 wpm, geschätzt aufgrund der derzeit bekannten Daten, P. Rösler, 2007) 0 1000 2000 3000 4000 5000 6000 7000 8000 9000 10000 Stancliffe: Most adults aren't much good over 2,000 or 3,000 wpm. Stancliffe: common to have students achieve reading rates of between 1,500 and 5,000 wpm. Wood: mehr als 50 von Evelyn Wood untersuchte natural speed readers Michelmann: von Michelmann ausgebildete echte Schnell-Leser wpm Quelle:, 2007 Details siehe Notizansicht
Bandbreite genauen Schnell-Lesens (2) 34 Bandbreite genauen Schnell-Lesens Kurvenverlauf reine Spekulation 0 1000 2000 3000 4000 5000 6000 7000 8000 9000 10000 Die Häufigkeitsverteilung bei den Schnell-Lesern ist nicht bekannt. Nach Stancliffe dürfte der Berggipfel bei ca. 2.000 3.000 wpm liegen. Wer das echte" Schnell-Lesen lernen will, sollte davon ausgehen, im Erfolgsfall nur mit 2.000 oder 3.000 wpm genau lesen zu können, nicht aber etwa mit 6.000 oder 10.000 wpm. wpm Quelle:, 2007 Details siehe Notizansicht
Echtes Schnell-Lesen 35 Erreichbare Lesegeschwindigkeiten Augenbewegungen und Erklärungsversuche rungsversuche Fingerschwünge Anmerkungen zum Lernen von echtem Schnell-Lesen Wissenschaftliche Publikationen Augenbewegungen, Erklärungsversuche
Augenbewegungen beim Schnell-Lesen (1) 36 Start 25 Fixationen beim normalen Lesen mit 240 wpm (Position und Abfolge der Fixationen ist konsistent mit wissenschaftlichen Veröffentlichungen, es sind aber keine Regressionen dargestellt.) Start 25 Fixationen beim Schnell-Lesen mit 2.400 wpm (Position und Abfolge der Fixationen ist aus Selbstbeobachtungen von Schnell- Lesern abgeleitet. Hier ist eine idealisierte Fixationsfolge dargestellt.) Hinweis: Folie ist nur animiert verständlich, nicht als Ausdruck Quellen siehe Notizansicht
Augenbewegungen beim Schnell-Lesen (2) 37 Die Augen bewegen sich im Slalom über die Seite. Laut Selbstauskunft von Schnell-Lesern wurden fast alle Wörter auf der Seite erkannt und der Text verstanden! Quellen siehe Notizansicht
Erklärungsversuch 38 Schnell-Leser erkennen laut Selbstauskunft pro Fixation mehrere Wörter aus mehreren Zeilen, nämlich alle Wörter aus einem bestimmten Blickkreis. Um eine Lesegeschwindigkeit von 2400 wpm erklären zu können, müssen die Blickkreise einen Radius von ca. 9 Buchstabenbreiten haben (wie hier im Bild). Um 6000 wpm erklären zu können, muss man einen Radius von ca. 14-15 Buchstabenbreiten annehmen. Quelle:, 2007 Details siehe Notizansicht
Reicht die Sehschärfe aus? (1) 39 2400 wpm, Radius ca. 9 Buchstabenbreiten Annahme: Schnell-Leser nutzen die Sehschärfe des Auges vom Fixationspunkt gerechnet nicht nur in Leserichtung, sondern auch nach links, oben und unten bis zum Limit aus. Wortidentifikationsspanne, 7-8 Buchstabenbreiten in Leserichtung Lesegeschwindigkeiten von 2400 wpm sind mit der Wortidentifikationsspanne von 7-8 Buchstabenbreiten noch einigermaßen gut erklärbar. Quelle:, 2007 Details siehe Notizansicht
Reicht die Sehschärfe aus? (2) 40 6000 wpm, Radius ca. 14-15 Buchstabenbreiten Lesegeschwindigkeiten von 6000 wpm sind mit der Wortidentifikationsspanne von 7-8 Buchstabenbreiten nicht mehr gut erklärbar. Wahrnehmungsspanne, 14-15 Buchstabenbreiten in Leserichtung Offenbar gelingt es einigen Schnell- Lesern, auch die Wörter innerhalb der Wahrnehmungsspanne von 14-15 Buchstabenbreiten genau genug zu erkennen. (Ein Erklärungsversuch folgt in den nächsten 3 Folien.) Quelle:, 2007 Details siehe Notizansicht
Mosaik-Erkennungs-Effekt (1) 41 Was ist das? Das rechte Ohr von Abraham Lincoln! Zu unscharf, unmöglich zu erkennen. Genauso unscharf! Aber viele unscharfe Informationen stützten sich gegenseitig. Quelle:, 2007 Details siehe Notizansicht Dieser Effekt wird in der Literatur Lincoln illusion genannt.
Mosaik-Erkennungs-Effekt (2) 42 Es ist nicht sicher, dass das Abraham Lincoln ist! (Es kann auch ein anonymer Hamburger Seemann sein.) Aber 99% der so aussehenden Abbildungen sollen tatsächlich Abraham Lincoln darstellen. Wer also in diesem Bild Abraham Lincoln errät, tut dies mit nur geringer Fehlerquote. Quelle:, 2007 Details siehe Notizansicht
Mosaik-Erkennungs-Effekt beim Schnell-Lesen? 43 Vermutung: auch beim Schnell-Lesen gibt es eine Art Mosaik-Erkennungs-Effekt, so dass nicht nur die Worte innerhalb der Wortidentifikationsspanne (7-8 Buchstabenbreiten) erkannt werden, sondern auch die Worte innerhalb der Wahrnehmungsspanne (14-15 Buchstabenbreiten) mit hoher Trefferquote richtig erschlossen werden. Schnell-Leser erschliessen demnach (mit geringer Fehlerquote), dass es z.b. "The pretty bracelet attracted much attention" und nicht "The priest brought much ammunition heißt. Vgl. Folie The priest brought much ammunition Quelle:, 2007 Details siehe Notizansicht
Echtes Schnell-Lesen 44 Erreichbare Lesegeschwindigkeiten Augenbewegungen und Erklärungsversuche Fingerschwünge Anmerkungen zum Lernen von echtem Schnell-Lesen Wissenschaftliche Publikationen Fingerschwünge
Der Schwingfinger 45 Manche Schnell-Leser (u.a. Michelmann) steuern mit dem so genannten Schwingfinger die nötigen Augenbewegungen. Einige andere Schnell-Leser (u.a. Stancliffe) und vermutlich die meisten natural speed readers steuern die Augenbewegungen ohne Schwingfinger. Start Video Quellen siehe Notizansicht
Slalom und Schleife (1) 46 Von den vielen denkbaren und von Evelyn Wood vorgegebenen Bewegungsabläufen sind nach Michelmann nur zwei nötig: Slalom und Schleife.
Slalom und Schleife (2) 47 Mit dem Slalom liest man von ca. 1500 bis ca. 6000 wpm. Genaues Schnell-Lesen ist nur mit dem Slalom möglich. Mit der Schleife liest man von ca. 6000 bis weit über 10.000 wpm. Die Schleife könnte man auch überfliegendes Schnell-Lesen nennen
Schwingfinger führt die Augen 48 Der Schwingfinger führt die Augen so, dass die Fixationen exakt entlang der Slalomlinie gesetzt werden können. Kurzexperiment: ohne eine Führung werden die Fixationen ungenau gesetzt. Speed Reading, S. 72
Echtes Schnell-Lesen 49 Erreichbare Lesegeschwindigkeiten Augenbewegungen und Erklärungsversuche Fingerschwünge Anmerkungen zum Lernen von echtem Schnell- Lesen Wissenschaftliche Publikationen Lernen von "echtem" Schnell-Lesen
Schnell-Lesen lernen dauert sehr lange! 50 Das echte Schnell-Lesen kann man in ca. einem halben Jahr erlernen (3 Monate erlernen, 3 Monate begleitete Anwendung). Dieser Zeitraum ist lt. Michelmann erfahrungsgemäß nötig, bis die Konditionierung erreicht ist. Der kürzeste Lernprozess: Prof. Dr. med. Paulini aus Limburg benötigte nur 5½ Wochen zum Erlernen. Jüngeren fällt das Schnell-Lesen-Lernen im Allgemeinen leichter als Älteren. Stancliffe: children did much better than the adults did. Especially kids between 8 and 12 years of age. Quellen siehe Notizansicht
Lernprozess von P.Rösler bei Michelmann 51
Was ein Schnell-Leser alles lernen muss 52
Übung: Suchworttechnik 53 die kleine Schwester des Schnell-Lesens Der Finger schwingt in 0,75 bis 1 sec. hin, in 0,75 bis 1 sec. zurück. Mit jedem Hinschwung werden 3-4 Zeilen mitgenommen, mit dem Rückschwung weitere 3-4 Zeilen. Sprechen Sie das gesuchte Wort ständig lautlos mit. Der Finger hält automatisch beim gesuchten Wort an. Erfolgsquote: s. Notizansicht der Folie Quellen: Turbolesen S. 41/44, Effizient und schneller lesen S. 147 ff.
Echtes Schnell-Lesen 54 Erreichbare Lesegeschwindigkeiten Augenbewegungen und Erklärungsversuche Fingerschwünge Anmerkungen zum Lernen von echtem Schnell-Lesen Wissenschaftliche Publikationen Wissenschaftliche Publikationen
Nur 4 relevante Publikationen? 55 Ca. 50 wissenschaftliche Publikationen zu Schnell- Lesen haben wir bis jetzt (März 2008) gesichtet. Wir nehmen an, dass es insgesamt wahrscheinlich maximal 100 Publikationen gibt. Unter den 50 gesichteten Publikationen scheint es nur 4 Publikationen zu geben, in denen "echte" Schnell-Leser untersucht wurden: Brown, B. L., Inouye, D. K., Barrus, K. B., & Hansen, D. M. (1981). An Analysis of the Rapid Reading Controversy. In J. R. Edwards (Ed.), The Social Psychology of Reading. Language and Literacy Monograph Series. Silver Spring: Institute of Modern Languages. Carver, R.P. (1985). How good are some of the world's best readers? Reading Research Quarterly, 20, 389-419. Cranney, G., Brown, B. L., Hansen, D. M. & Inouye D. K. (1982). Rate and reading dynamics reconsidered. Journal of Reading, 25(6), 526-533. McLaughlin, G. (1969). Reading at impossible speeds. Journal of Reading, 1969, 12, 449-454, 502-510. (Wegen unterschiedlichem Schriftsystem wurden japanische Schnell-Leser nicht betrachtet.) Quelle:, 2008 Details s. Notizansicht
Weniger als 10 echte Schnell-Leser untersucht 56 Brown (1981) 5 echte Schnell-Leser (5 "Skilled Rapid Readers") Carver (1985) 1 echter Schnell-Leser ("SPEED-3,700") Cranney (1982) Cranney (1982) beschreibt dieselben Experimente und Testpersonen wie Brown (1981) McLaughlin (1969) 1 echter Schnell-Leser ("Miss L") Der Verständnisgrad von "Miss L" wurde aber nicht quantifiziert. Testperson "Subject J" war möglicherweise auch ein echter Schnell- Leser, konnte aber wegen seiner Lesetechnik (mit Fingerschwung) nicht getestet werden. Quelle:, 2008
5 "Skilled Rapid Readers" aus Brown (1981) 57 Quellen siehe Notizansicht
liegen über Carver's 600 Wpm Obergrenze 58 Carver's 600 Wpm Obergrenze Carver's Obergrenze gilt für "echte" Schnell-Leser nur dann, wenn sie "ausnahmsweise" normal lesen ("rauding"). Z.B. beträgt die Rauding Rate von Romilly Cocking ca. 500-600 wpm und von ca. 450 wpm (bei >= 80% Verständnis). 5 "Skilled Rapid Readers" aus Brown (1981) Weitere Beispiele "echter" Schnell-Leser: (nur anekdotische Evidenz & Daten nur geschätzt, P.Rösler 2008) Kim Peek, 2.000-2.500 wpm, "98% retention" Romilly Cocking, 1.500-1.800 wpm, 70-80% Verständnis, 1.800 wpm, 50% Verständnis Quellen siehe Notizansicht
59 Grundlagen des Lesens "Echtes" Schnell-Lesen (6- bis 25-fache Geschwindigkeit) Schnelles Normal-Lesen (doppelte Geschwindigkeit) Lesemanagement und planvolles Nichtlesen Schnelles Normal-Lesen Quellen: Erfahrungswissen und wissenschaftliche Publikationen
Schnelles Normal-Lesen 60 600 Wpm als Obergrenze Ist Verdopplung innerhalb dieser Grenze möglich? (z.b. von 240 wpm auf 500 wpm) Empfehlungen Obergrenze 600 Wpm
Wie schon erwähnt: 600 Wpm sind Obergrenze 61 Rauding Rate Der "Knick", ab dem das Verständnis linear einbricht, liegt bei College-Studenten typischerweise bei ca. 300 Wpm, bei sehr guten Lesern spätestens bei 600 Wpm. Kann man den "Knick" (d.h. die persönliche Rauding Rate R r ) wenigstens etwas in Richtung 600 Wpm verschieben, z.b. durch ein Schnell-Lese-Seminar? Quelle: Carver (1990) Details siehe Notizansicht
Schnelles Normal-Lesen 62 600 Wpm als Obergrenze Ist Verdopplung innerhalb dieser Grenze möglich? m (z.b. von 240 wpm auf 500 wpm) Empfehlungen Verdopplung möglich?
Eigene Erfahrung: Verdopplung erlebt 63 Lesegeschwindigkeit Effective Reading Rate Kursteilnehmer Rösler, 27./28.06.2002 600 500 400 Ergebnis eines 2-Tages-Seminars, das nach dem Buch Speed Reading" von Tony Buzan durchgeführt wurde: 2 Monate nach Kursende war meine effektive Lesegeschwindigkeit doppelt so hoch wie vorher. wpm 300 200 100 0 Kursbeginn Kursende 2 Mon. später 3 Mon. später 10 Mon. später Die verdoppelte Geschwindigkeit und die Techniken des Lesemanagements/gezielten Nichtlesens reichten aus, dass sich bei mir keine Leseberge mehr anhäuften. Quelle:, 2003 Details siehe Notizansicht
aber Nebenwirkungen 64 Das Buch Speed Reading enthält wohl leider auch potentiell schädliche Übungstechniken. Die Übungen hatten Nebenwirkungen, die noch Monate andauerten: beim Lesen fühlte ich mich oft etwas gehetzt. Ich konnte kaum lesen ohne mir innerlich zu sagen lies schneller, lies schneller. wpm 600 500 400 300 200 100 0 Lesegeschwindigkeit Kursbeginn Kursende Effective Reading Rate Kursteilnehmer Rösler, 27./28.06.2002 2 Mon. später 3 Mon. später 10 Mon. später Im Buch Speed Reading steht zudem nichts über Lesestörungen, die man sich einhandeln kann, wenn man dauerhaft über eine gewisse Grenze hinausübt. Bei über 600 (?) Wpm werden Übungen gefährlich (genaue Daten gibt es nicht). Im Jahr 2003 übte ich vermutlich schon an dieser Grenze, denn mein Lesegefühl wurde manchmal etwas unsicher. Evtl. haben sich damit erste Anfänge einer Lesestörung gezeigt. (Zum Glück bekam ich Kontakt zum Ehepaar Michelmann und habe die Übungen rechtzeitig abgesetzt.) Quelle:, 2003 Details siehe Notizansicht
Weiteres Beispiel: Evaluation von Schnell-Lese-Kursen 65 Ein seit Jahrzehnten tätiger Seminaranbieter hat weltweit über 3 Mio. Teilnehmer trainiert. Nach Angaben des Seminaranbieters haben in Deutschland von 2002 bis 2006 über 3.000 Teilnehmer ihre Leseeffizienz im Durchschnitt um den Faktor 2,7 gesteigert. Acht englischsprachige Schnell-Lese-Kurse an der Freien Universität Berlin vom Dezember 2001 bis Juli 2002 (insgesamt 87 Teilnehmer) wurden evaluiert. Quelle: Homepage des Seminaranbieters, s.a. Notizansicht
Ergebnis der 87 Teilnehmer 66 Lesegeschwindigkeit Effective Reading Rate 600 500 400 Die 87 Teilnehmer verbesserten Lesegeschwindigkeit und Effective Reading Rate um Faktor 2 bis 3! wpm 300 200 100 0 Kursbeginn Kursende Viele andere Seminaranbieter berichten ebenso von 2 bis 3-fachen Verbesserungen. Quellen siehe Notizansicht
und Nachtest 2 bis 9 Monate später 67 600 Lesegeschwindigkeit Effective Reading Rate 13 Teilnehmer nahmen an einem Nachtest 2 bis 9 Monate später teil. wpm 500 400 300 200 Lesegeschwindigkeit und Effective Reading Rate lagen wieder nahe bei den Werten vom Kursbeginn! 100 0 Kursbeginn Kursende 2-9 Mon. später Der Kurs hatte also anscheinend keinen dauerhaften positiven Effekt auf diese Werte. Quellen siehe Notizansicht
Kleiner positiver Effekt denkbar 68 600 500 400 Lesegeschwindigkeit deutschsprachige Lesetests 2-9 Monate später Effective Reading Rate Immerhin waren die 13 Teilnehmer bei zwei deutschsprachigen Lesetests etwas besser als 18 Vergleichspersonen. wpm 300 200 100 0 13 Teilnehmer 18 Vergleichspersonen Da der direkte Vergleich mit dem Kursbeginn fehlt (es gab dort keine deutschsprachigen Lesetests) und andere Einzelheiten des Versuchsdesigns nicht den strengen Standards von Carver (1990, S. 371-380) genügen, bleibt unklar, ob und was genau der Kurs langfristig verändert hat. Quellen siehe Notizansicht
aber Effekt evtl. auch anders erklärbar 69 Carver (1990) zu einem ähnlichen Beispiel: Zugestanden, eine 13%-Variation in Lesegeschwindigkeiten ist ganz normal (siehe Carver, 1983). Es sei auch zugestanden, dass 6 Wochen Lesepraxis mit täglichen 1 oder 2 Extrastunden die Rauding Rate von diesen Personen tatsächlich um 10-20% erhöhte. Es sei auch zugestanden, dass zusätzliches konzentrieren auf etwas schneller sein vermutlich die Geschwindigkeit um 10-20% ohne Verständnisverlust erhöhen kann. Carver (1990) sagt: Es ist nicht besonders schwierig, Studenten dazu zu bringen, schneller zu lesen, wenn sie nach dem Lesen Fragen gestellt bekommen, die selbst mit den schnelleren Skimming-Geschwindigkeiten einfach zu beantworten sind. Aber es gibt keine Hinweise, dass mit solchen Trainings die persönliche Rauding Rate, R r, verbessert werden kann. Quellen siehe Notizansicht
Es bleiben Zweifel am Nutzen solcher Trainings 70 Auch Fachleute mit Erfahrungswissen warnen vor ungeeigneten Methoden: (Michelmann, 1998) Wer an dieser Lesegrenze liest, sollte nicht versuchen, sie zu überschreiten. Denn wer sich dann antreiben läßt, sei es durch Metronom, Finger oder Diagonallesen, dem läßt sein Blick-Netz keinen Spielraum mehr. sonst reißt das Blicke-Netz. besonders bei sehr raschen Lesern kann es also passieren, daß diese ihre Lesegrenze sprengen und dann über Lesestörungen klagen. P. Rösler, 2007: Meine jetzige Meinung zum Thema kann man sich von 240 wpm auf 500 wpm verdoppeln : Seit 2002 habe ich das aufgrund eigener Erfahrungen (s. Folie Verdopplung erlebt ) ganz selbstverständlich für möglich gehalten. Jetzt kommen mir immer mehr Zweifel, ob das geht und ob die Bemühungen, das zu schaffen, überhaupt Sinn machen. Quellen siehe Notizansicht
Schnelles Normal-Lesen 71 600 Wpm als Obergrenze Ist Verdopplung innerhalb dieser Grenze möglich? (z.b. von 240 wpm auf 500 wpm) Empfehlungen Empfehlungen
Geeignete Leseumgebung 72 Michelmann: Bei Tageslicht (optimal sind 1000 Lux) lesen Sie doppelt bis dreifach schneller als bei Kerzenschein! Der gesamte Raum muss gut ausgeleuchtet sein (sonst gehen viele Fixierungen durch Sicherungsblicke in dunkle Ecken verloren) pixelio.de Quellen siehe Notizansicht
Viel lesen macht schnell 73 Michelmann: Die beste Methode, im konventionellen Bereich das Lesetempo zu steigern: regelmäßig sehr viel lesen. Ganz gelassen, also ohne jede Hast, viel Text genießen das ist der beste Turbolader für Ihr Lesen. Quellen siehe Notizansicht
zumindest manche Leser 74 Carver (1990): Die ca. 80% der College-Studenten, die schon so schnell lesen wie es ihre Rauding Rate erlaubt, können praktisch nichts mehr tun (außer weiterhin mit ausreichend Lesepraxis den Level halten). Die anderen 20%, die üblicherweise lernend lesen, also langsamer lesen als es ihre Rauding Rate erlaubt, können vermutlich durch viel Lesen von leichter Lektüre ihre Lesegeschwindigkeit Richtung Rauding Rate erhöhen. Rauding Rate lernend lesen : weil man entweder insgesamt sehr wenig liest, oder weil man hauptsächlich relativ schwere Lektüre liest und sich damit das lernende Lesen angewöhnt hat. Quellen siehe Notizansicht
Offene Frage 75 Aber wie weiß ich, ob ich zu den 20% gehöre, die ihre Rauding Rate noch nicht ausnutzen? Vermutung: wer im Selbsttest von Folien 7-8 einen Wert bis 180 wpm erzielt hat (also zu den 20% Langsameren gehört), hat die persönliche Rauding Rate wohl noch nicht ausgeschöpft. Anzahl Nennungen 40 30 20 10 0 0 50 100 150 200 250 300 350 400 450 500 550 600 650 700 750 wpm (Bessere Antwort folgt, sobald geklärt ist, mit welchen Tests Carver die Rauding Rate experimentell bestimmt und ob diese Tests schon ins Deutsche übertragen wurden.) Quellen siehe Notizansicht
76 Grundlagen des Lesens "Echtes" Schnell-Lesen (6- bis 25-fache Geschwindigkeit) Schnelles Normal-Lesen (doppelte Geschwindigkeit) Lesemanagement Lesemanagement und planvolles Nichtlesen Quellen: Erfahrungswissen
Lesemanagement und planvolles Nichtlesen 77 Schneller Lesen (gerechnet in wpm) ist nur einer von zwei Wegen, Zeit beim Lesen zu sparen. Der andere Weg besteht darin, weniger zu lesen! D.h. die zu lesenden Bücher/Kapitel/Absätze/ Sätze werden gezielt ausgewählt ( Lesemanagement ).
Beispiel: wie liest man ein Buch? 78 Eben nicht einmal von vorne bis hinten. Je nach Lese-Lehrer werden mehrere Durchsichtszyklen vorgeschlagen, die zunehmend gründlicher werden. z.b. beginnend mit Blättern im Sekundentakt und erst zuletzt ein genaues Wort-für-Wort-Lesen. Der Leser entscheidet abhängig vom Gelesenen, ob sich der nächste Durchsichtszyklus überhaupt lohnt.
Ausnutzen von Redundanz und Struktur 79 Lesemanagement fällt am leichtesten, wenn die Texte redundant und/oder gut strukturiert sind. Das ist bei vielen Sachbüchern der Fall. (Überschriften, Einleitungskapitel, Management Summary etc.) Bei Unterhaltungsliteratur (Romanen, Krimis etc.) fehlt oft die Redundanz oder es ist nicht leicht ersichtlich, wo sie sitzt. (Wer beispielsweise bei einem Krimi einen Schlüsselsatz überliest, versteht die Zusammenhänge nicht mehr.) Romane und Krimis will man aber sowieso mit Genuss (also langsam) lesen.
Sie können sofort loslegen! 80 Im Gegensatz zum echten Schnell-Lesen (dauert lange zum Erlernen) und zum schnellen Normal-Lesen (unklar, ob und bei wem das überhaupt geht) ist Lesemanagement und planvolles Nichtlesen sofort einsetzbar (und bringt auch sofort viel Zeitersparnis).
Animation ein/aus: Esc [Alt c s Alt+o Return] Shift+F5 81 4 7 8 11 13 18 Grundlagen 20 23 25 26 29 33 36 37 40 41 45 echtes Schnell-Lesen 47 51 52 53 56 58 Normal-Lesen 63 67 72 77
Es folgen Reserve-Folien für die Diskussion 82
Causal Model for Reading Achievement 83 Quellen siehe Notizansicht
Eigene Einschätzung liegt nicht weit daneben 84 Quellen siehe Notizansicht
Wernicke wird umgangen 85 Source:http://www-karc.nict.go.jp/w131104/english/gaiyo/gai000005.html