BORNHOLDT Ingenieure GmbH Bahnhofstraße 15e 01796 Pirna Telefon: 03501/56600 Telefax: 03501/566032 Stadt Pirna, Ortsteil Zuschendorf Seidewitzer Straße Vereinfachte Berechnung des Oberflächenabflusses und Vereinfachter Nachweis der Leistungsfähigkeit des Grabens Veranlassung: Für den B-Plan Nr. 52 W ohngebiet Seidewitzer Straße ist für die schadlose Ableitung des Regenwassers über den vorhandenen Graben der Nachweis zu erbringen. In Abstimmung mit dem Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Abteilung Umwelt, Referat Gewässerschutz wurde festgelegt, dass eine vereinfachte Berechnung ausreichend ist. Die infrage kommenden Flächen sind zu ermitteln und im Übersichtsplan darzustellen. Die Berechnung des Abflusses erfolgt auf der Grundlage der Regenspende und den maßgebenden Abflussbeiwerten nach DW A-A 118. Berechnungsgrundlagen und -ansätze: An den Graben zur Seidewitz sind 2 Einzugsgebiete angeschlossen. Das Einzugsgebiet 1 beinhaltet die Feld- und Hangflächen hinter der östlichen Bebauung der Seidewitzer Straße bis zur Bergkuppe nordöstlich von Zwirtzschkau. Das Einzugsgebiet 2 beinhaltet die Feld- und Hangflächen zwischen Zwirtzschkau und Niederseidewitz, sowie die unterhalb der Seidewitzer Straße liegenden W iesenflächen. Das Einzugsgebiet 1 umfasst eine Fläche von ca. 11,1 ha, das Einzugsgebiet 2 umfasst eine Fläche von 24,6 ha. Die Ableitung des Regenwassers im Einzugsgebiet 2 erfolgt zwischen Niederseidewitz und der Kreuzung Seidewitzer Straße in einem Bachlauf. Im Einzugsgebiet 2 sind mehrere kleine Teiche vorhanden. Die vereinfachte Berechnung erfolgt analog des Zeitbeiwertverfahrens. Der Regenwasserabfluss ermittelt sich über die Regenspende l/(s*ha), die aus dem KOSTRA-Atlas (Ko ordinierte St arkniederschlags-r egionalisierungs-a uswertung) ermittelt wurde. Die Regenspende wird multipliziert mit der angeschlossenen Fläche und dem Befestigungsgrad der Fläche. Die Befestigungsgrade sind dem Arbeitsblatt DW A-A 118, Tabelle 6 entnommen. Auf unbefestigten Flächen entsteht in Abhängigkeit von der mittleren Geländeneigung und der Regenspende ein Abfluss, der durch den Spitzenabflussbeiwert ø s definiert wird. Die vorhandenen Einzugsgebiete werden entsprechend des Arbeitsblattes DW A-A 118 in die Gruppe 2, mittlere Geländeneigung 1 bis 4 %, eingeordnet. Der Spitzenabflussbeiwert ø s beträgt 0,15. Die Regenspende liegt bei 111 l/(s*ha). Für das Einzugsgebiet 1 ergibt sich ein Regenwasserabfluss von 185 l/s. Für das Einzugsgebiet 2 beträgt der Regenwasserabfluss 410 l/s. Im Zuge des Schmutzwasser-/Regenwasserkanalbaus Seidewitzer Straße erfolgte eine Abkopplung von Teilflächen aus dem Einzugsgebiet 1. Die Flächengröße ist im Übersichtsplan dargestellt und beträgt ca. 3,2 ha. Die Abkopplung entstand, da der vorhandene Straßengraben auf den Endschacht des Regenwasserkanals aufgebunden wurde. Der Straßengraben entwässerte bis dahin in den Graben zur Seidewitz. Die abgekoppelte Fläche beträgt 3,2 ha, der Regenwasserabfluss 53 l/s. Der Regenabflussabfluss beträgt nach Abkopplung der Flächen insgesamt 542 l/s, aus dem Einzugsgebiet 1 132 l/s und 410 l/s aus dem Einzugsgebiet 2. K:\div. Bauvorhaben\S10-005_Berechnung Niederschlagsmenge\vereinfachte Berechnung Oberflaechenabfluss.odt Seite 1 von 2
BORNHOLDT Ingenieure GmbH Bahnhofstraße 15e 01796 Pirna Telefon: 03501/56600 Telefax: 03501/566032 Stadt Pirna, Ortsteil Zuschendorf Seidewitzer Straße Vereinfachte Berechnung des Oberflächenabflusses und Vereinfachter Nachweis der Leistungsfähigkeit des Grabens Die geplante Regenwasserableitung aus dem B-Plan Nr. 52 beträgt 19 l/s, das entspricht ca. 3,5 % des anfallenden Regenwassers. Der Regenwasserabfluss der abgekoppelten Fläche liegt deutlich über den im B-Plan Nr. 52 neu entstehenden Regenwasserabfluss. Trotz der zusätzlichen Fläche aus dem B-Plan-Gebiet verringert sich der Regenwasserabfluss im Graben. Nachweis des Grabens: Der vorhandene Graben ist nur direkt unterhalb der Seidewitzer Straße vermessungstechnisch erfasst. Der Nachweis des Grabens erfolgt nach der Fließformel für wandrauhes Gerinne. Es wurden zwei Querschnittsflächen herausgenommen, für die die Leistungsfähigkeit des Grabens ausgewiesen wird. Die Vermessung weist für den Graben eine dreieckige Querschnittsfläche aus. Querschnitt 1 hat eine Grabenbreite von 1,50 m bei einer Grabentiefe von 0,7 m. Querschnitt Nr. 2 hat eine Grabenbreite von 2,25 m bei einer Tiefe von 0,4 m. Mit der Fließformel für wandrauhes Gerinne wird die Abflussgeschwindigkeit ermittelt. Für die Ermittlung des hydraulischen Radius wird von einer Vollfüllung des Grabens ausgegangen. Für das Grabenprofil 1 ergibt sich eine Fläche von 0,525 m² bei einem hydraulischen Radius von 0,256. Der Grabenquerschnitt 2 hat eine Fläche von 0,45 m². Der hydraulische Radius beträgt hier 0,188. Der Mannig/Strickler-Beiwert k St beträgt 25. Das entspricht dem W ert für Erdkanäle und -gräben. Zum Vergleich: Betonrohre haben den W ert 90. Je höher der W ert, um so größer der Durchfluss. Das Längsgefälle des Grabens beträgt im aufgemessenen Bereich zwischen 3 und 4 %. Für die zwei Querschnitte ist die Leistungsfähigkeit des Grabens bei den Längsgefällen von 3 %, 2 %, 1 % ermittelt worden. Die Abflüsse liegen beim Querschnitt 1 zwischen 0,92 bis 0,53 m³/s und beim Querschnitt 2 zwischen 0,64 und 0,37 m³/s. In Relation zu dem in den Einzugsgebieten 1 und 2 entstehenden Regenwasserabfluss von 540 l/s ist der schadlose Abtransport durch den vorhandenen eingemessenen Graben bei Längsgefällen > 2% jederzeit möglich. Bei dem der Berechnung zugrundeliegenden Starkregenereignissen führt nicht nur der Graben viel W asser, auch auf den W iesen entsteht ein flächiger Abfluss, der in Abhängigkeit von der Gefälleneigung zum Graben fließt bzw. auf den W iesen stehen bleibt. Bei einem Starkregenereignis ist immer mit Pfützenbildung in Senken und Kuhlen auf den Wiesen zu rechnen. Aufgestellt: Pirna, 26.07.2010 Anlage: - Vereinfachte Berechnung der Leistungsfähigkeit des Grabens - Übersichtsplan K:\div. Bauvorhaben\S10-005_Berechnung Niederschlagsmenge\vereinfachte Berechnung Oberflaechenabfluss.odt Seite 2 von 2