Der hängende Anlasser Anlass zu dieser Reparatur war ein ab und zu hängender Anlasser, also spurte er manchmal nicht richtig ein, oder lief nach dem erfolgreichen Anlassen des Motors noch mit. Damit wir vor unliebsamen Überraschungen sicher waren, bauten wir neue Kohlen gleich mit ein. Der erste Schritt ist dabei auch gleich der wichtigste: Batterie abklemmen!!! Da die dicken Kabel am Anlasser ohne Sicherung mit der Batterie verbunden sind, und der Anschluß nicht isoliert ist, fackelt Ihr Euch bei Nichtbeachtung unweigerlich die Hütte ab! Bei den klassischen Ladas muß zunächst die Lichtmaschine ausgebaut werden, um überhaupt in den Genuß des Anblicks des Anlassers zu kommen. Also erstmal den Riemen entspannen und den Halter (Spannriegel) entfernen. Wenn vorhanden, ist der Spritzschutz unter dem Motor zu entfernen.
Nach der Entnahme der Lichtmaschine ist das Objekt der Begierde (oder des Ärgers) nun erreichbar. Der Bequemlichkeit wegen wird noch der Luftfilter beiseite gelegt. Der Anlasser ist mit drei Schrauben SW13 am Motorgehäuse befestigt. Die erste Schraube wird von oben gelöst, sie befindet sich direkt unter der Stirnwand, die anderen beiden sind nur von unten erreichbar. Vorteilhaft ist die Verwendung von mehreren Verlängerungen in Verbindung mit einem Gelenk. Die Schrauben können recht fest sitzen, daher empfiehlt sich das etwas gröbere Werkzeug (½ Zoll). Der Anlasser kann nun nach vorne gezogen werden und nach unten ausgebaut werden. Die elektrischen Anschlüsse müssen natürlich noch ab. Spätestens jetzt wird deutlich, warum die Batterie vor Beginn der eigentlichen Arbeit unbedingt abgeklemmt werden muß. Im ausgebauten Zustand kann zuerst eine Kontrolle der Zähne vorgenommen werden, in diesem Falle war alles einwandfrei.
Der Magnetschalter ist mit drei Schrauben am Anlasser befestigt. Damit die spätere Einbaurichtung nicht verwechselt werden kann, sollte man eine Markierung anbringen. Achtung! Eine Feder drückt den Magnetschalter auseinander. Das Zeug sollte nicht ins Nirwana springen! Der Deckel des Anlassers wird entfernt (2* Kreuzschlitz) und zwei Schrauben sowie ein Sprengring sind zu lösen. Die Schrauben sind sehr lang, und eine davon läuft in einer elektrischen Isolierung. Diese ist in gleicher Lage hinterher wieder einzubauen! Das Gehäuse wird entfernt, und jetzt hängt noch der Rotor am Einrückhebel. Der Hebel besteht aus einem recht harten Kunststoff, er ist aber flexibel genug, um ihn zwecks Ausbau des Rotors ein wenig auseinanderzubiegen. Um alles reinigen zu können, muß der Hebel auch ausgebaut werden. Ein kleiner Splint sichert die Achse, die mit einem Dorn leicht ausgetrieben wird. Ein Gummiteil ist noch im Weg, und schon kann begonnen weden, alles gründlich zu säubern.
Der Kollektor sollte gründlich gereinigt werden, damit die Kohlen später wieder einen einwandfreien Kontakt haben. Eine weiche Drahtbürste leistete uns gute Dienste. Alle beweglichen Stellen werden mit Fett versehen, und der Zusammenbau kann beginnen. Das Gehäuse besitzt eine Nase, so kann es nur in eine Richtung wieder zusammengesetzt werden. Das Einsetzen des Sprengrings mit der dazugehörigen Unterlegscheibe ist ein wenig kniffelig, dabei hilft es, die Achse mit dem Schraubendreher zu arretieren. Der Austausch der Kohlen ist in diesem Zustand am einfachsten. Mit dem Schraubendreher wird die Feder gespannt, und die Kohle kann herausgezogen werden. Ein Abrutschen ist nicht schlimm, die Feder kann nicht entfleuchen. Das Uhrmacherhandwerk muß für diese Arbeit nicht erst erlernt werden. Die Kohlen sind übrigens identisch mit denen des dickeren Anlasssern des 1600er Motors. Nach dem Aufsetzen des Deckel ist das Gröbste erledigt. Mechanisch kann schon mal geprüft werden, ob der Ausrückhebel leichtgängig ist.
Auch der Magnetschalter sollte eine gründliche Innenreinigung erfahren und kann ein wenig Fett vertragen. Noch vor dem Einbau kann der Anlasser getestet werden. Mit Überbrückungskabeln, Schwarz an das Anlassergehäuse und rot an den dicken Schraubanschluß, und es passiert... - nichts! Genau so sollte es sein, denn im eingebauten Zustand ist die Batterie ja auch permanent angeschlossen. Erst wenn auch der Steckkontakt des Magnetschalters seine 12 V bekommt, rückt der Rotor in die Anlassposition und der Anlasser dreht seine Runden. Der Einbau ist reine Nervensache, da zwischen Anlasser und Krümmer noch ein Wärmeschutzblech so herrlich im Wege ist, daß es ohne Verbiegen eh keine Möglichkeit gibt, den Anlasser wieder an seine Position zu bugsieren. (Wer mir übrigens erklären kann, wie man dieses Blech abschrauben kann, dem gebe ich ein schönes, kaltes Baltika aus.) Die Lichtmaschine wird wieder eingefädelt, elektrisch angeschlossen, erst der Riemen aufgelegt und dann oben der Halter festgeschraubt. Der Spritzschutz ist regelmäßig Quell unendlicher Freude, die Paßform spottet jeglicher Beschreibung und nicht immer lassen sich alle Schrauben wieder einsetzen. Als letzter Schritt wird noch die Batterie wieder angeklemmt, und der Lada ist wieder einsatzfähig. Und wer beim Aufräumen des Werkzeuges jetzt noch das kleine Gummiteil findet, der hat nur wenige Stunden später schon richtig viel Erfahrung gesammelt und beherrscht mit Sicherheit sämtliche russischen Flüche in Wort und Schrift. :-) Copyrights sind doof, wir empfehlen den kostenlosen Download auf www.lada-welt.de.