(Teil 1) Russland Spanien 451 450 Italien 382 Großbritannien 168 Frankreich Schweiz Tschechische Republik Schweden Ukraine 69 60 52 47 104 Jährlicher Wanderungssaldo, in Tsd. Österreich 32 Portugal Ungarn 20 19 Tsd. 50 0 0 50 100 150 200 250 300 350 400 450 Tsd. Quelle: United Nations Department of Economic and Social Affairs, Population Division (2013). World Population Prospects: The 2012 Revision Lizenz: Creative Commons by-nc-nd/3.0/de Bundeszentrale für politische Bildung, 2013, www.bpb.de Seite 63
(Teil 2) Dänemark 18 Griechenland Niederlande 11 11 Deutschland 1 Jährlicher Wanderungssaldo, in Tsd. -3-10 -11-14 -17-17 -32-34 -48 Estland Türkei Rumänien Polen Bulgarien Lettland Litauen Republik Moldau Serbien Tsd. 50 0 0 50 100 150 200 250 300 350 400 450 Tsd. Quelle: United Nations Department of Economic and Social Affairs, Population Division (2013). World Population Prospects: The 2012 Revision Lizenz: Creative Commons by-nc-nd/3.0/de Bundeszentrale für politische Bildung, 2013, www.bpb.de Seite 64
Fakten In keine Region der Welt sind im Zeitraum 2000 bis 2010 so viele Menschen eingewandert wie nach Europa. Der Wanderungssaldo lag nach Angaben des Department of Economic and Social Affairs (UN/DESA) bei 1,88 Millionen Personen pro Jahr in den Jahren 2000 bis 2005 und bei jährlich 1,86 Millionen in den Jahren 2005 bis 2010. Auch für die Jahre bis 2060 nimmt das UN/DESA einen positiven Wanderungssaldo von 930.000 Personen pro Jahr an. Der Wanderungssaldo bezieht sich dabei sowohl auf zu- bzw. abwandernde Personen, die im Ausland geboren sind, als auch auf einheimische Personen, die ihre Heimat verlassen oder in sie zurückkehren. Zu den Letzteren gehören zum Beispiel Personen, die nach einem temporären Aufenthalt im Ausland als Techniker, Manager, Kaufleute, Rentner, Studenten, Wissenschaftler oder Angehörige in ihre Heimat zurückkehren. In Europa waren im Zeitraum 2005 bis 2010 Russland und Spanien die beiden Staaten mit dem höchsten positiven Wanderungssaldo (plus 451.000 bzw. 450.000 Personen pro Jahr). Darauf folgten laut UN/DESA Italien (382.000), Großbritannien (168.000) und Frankreich (104.000). Allerdings sind nicht alle europäischen Staaten Einwanderungsländer. Von den 42 europäischen Staaten/ Gebieten, für die dem UN/DESA für die Jahre 2005 bis 2010 Daten vorliegen (siehe Tabelle unten), hatten dreizehn einen negativen und Kroatien einen ausgeglichenen Wanderungssaldo. Mit einem Wanderungssaldo von minus 48.000 Personen pro Jahr war Serbien der Staat mit der höchsten Abwanderung im Zeitraum 2005 bis 2010. Darauf folgten die Republik Moldau, Litauen, Albanien, Lettland und Bulgarien. Bezogen auf die EU sind die internationalen Wanderungsbewegungen von großer Bedeutung, da sie seit Anfang der 1990er-Jahre zur bedeutendsten Triebkraft des Bevölkerungswachstums geworden sind. Bis Ende der 1980er-Jahre war noch die natürliche Veränderung des Bevölkerungsstandes also die Differenz zwischen der Zahl der Lebendgeburten und der Todesfälle die mit Abstand wichtigste Komponente. Zwischen 2001 und 2011 erhöhte sich der Bevölkerungsstand der EU laut Eurostat um 20,0 Millionen. Davon entfielen 4,1 Millionen auf das natürliche Bevölkerungswachstum und 15,9 Millionen auf den positiven Wanderungssaldo dieser Jahre. Damit hatte die Zuwanderung einen Anteil von 78,0 Prozent am gesamten Bevölkerungswachstum im Zeitraum 2001 bis 2011. Der Spitzenwert wurde dabei im Jahre 2003 mit 95,6 Prozent erreicht. Von den EU-Mitgliedstaaten, in denen seit 2001 die Bevölkerungszahl um mehr als eine halbe Million gestiegen ist, ging laut Eurostat in Spanien, Frankreich, Großbritannien, Belgien, den Niederlanden, Irland sowie in Schweden eine positive natürliche Veränderung mit einem positiven Wanderungssaldo einher. Hingegen haben sich in Rumänien, Bulgarien, Litauen, Lettland und Estland beide Faktoren negativ entwickelt und damit zu einem anhaltenden Bevölkerungsrückgang geführt. In Ungarn, Deutschland und Kroatien wurde der natürliche Bevölkerungsrückgang durch Zuwanderung gedämpft aber nicht kompensiert. Polen ist das einzige Land, aus dem so viele Personen abwanderten, dass trotz des natürlichen Bevölkerungswachstums seit 2001 die Bevölkerungszahl insgesamt rückläufig war. Seite 65
Auch in Zukunft werden einzelne Staaten Europas zu den wichtigsten Einwanderungsländern weltweit gehören. Nach Angaben des UN/ DESA wird die Nettozuwanderung in die ökonomisch entwickelten Staaten in den Jahren 2010 bis 2060 bei insgesamt 115 Millionen Personen liegen das sind durchschnittlich 2,3 Millionen Personen pro Jahr. Von diesen 2,3 Millionen Personen werden laut UN/DESA 930.000 auf Europa entfallen dabei 167.000 auf Großbritannien, 125.000 auf Italien, 117.000 auf Russland, 102.000 auf Frankreich, 99.000 auf Spanien sowie 90.000 Personen auf Deutschland. Datenquelle United Nations Department of Economic and Social Affairs, Population Division (2013). World Population Prospects: The 2012 Revision, The 2010 Revision; Eurostat: Online-Datenbank: Auswanderung, Einwanderung (Stand: 07/2013), Jahrbuch der Regionen 2010; Statistisches Bundesamt: Wanderungen Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen Der Wanderungssaldo ist die Differenz zwischen Zu- und Abwanderung er ist positiv, wenn mehr Personen zuwandern als abwandern und negativ, wenn die Abwanderung überwiegt. Aus dem Wanderungssaldo können jedoch keine abschließenden Aussagen über das Ausmaß der Zu- und Abwanderung abgeleitet werden, da beispielsweise ein niedriger Wanderungssaldo mit sehr hohen Zu- und Abwanderungsströmen, die sich rechnerisch ausgleichen, einhergehen kann. Bei den Angaben ist zu berücksichtigen, dass die Daten von Eurostat bei wenigen Staaten erheblich von denen des UN/DESA abweichen. So wird beispielsweise der Wanderungssaldo von Deutschland von Eurostat auf gut 44.000 Personen pro Jahr in den Jahren 2006 bis 2010 beziffert, bei den Daten des UN/DESA ist der Wanderungssaldo im Zeitraum 2005 bis 2010 (jeweils Jahresmitte) nahezu ausgeglichenen. Auch in früheren Veröffentlichungen des UN/DESA war Deutschland im Zeitraum 2005 bis 2010 ein wichtiges Einwanderungsland (World Population Prospects: The 2010 Revision: plus 110.000 pro Jahr). Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind in den Jahren 2006 bis 2010 jährlich etwa 25.000 Personen zugewandert. Eine Übersicht der 48 Staaten/Gebiete, die das Department of Economic and Social Affairs (UN/DESA) zu Europa zählt, finden Sie unter: http://esa.un.org/unpd/wpp/excel-data/definition-of-regions.htm Das Statistische Bundesamt erweitert Europa noch um Grönland, die Türkei und Zypern. Seite 66
Jährlicher Wanderungssaldo, in Tsd. Russland 451 Spanien 1 450 Italien 382 Großbritannien 168 Frankreich 104 Schweiz 69 Belgien 68 Tschechische Republik 60 Schweden 52 Ukraine 47 Norwegen 2 35 Österreich 32 Irland 22 Portugal 20 Ungarn 19 Dänemark 18 Finnland 3 14 Griechenland 11 Niederlande 11 Zypern 4 9 Slowenien 9 Belarus 8 Luxemburg 8 Slowakei 6 Island 2 Kanalinseln 5 1 Deutschland 1 Malta 1 Kroatien 0 Montenegro -1 Mazedonien, ehem. j.r. -2 Estland -3 Bosnien und Herzegowina -4 Türkei -10 Rumänien -11 Polen -14 Bulgarien -17 Lettland -17 Albanien -30 Litauen -32 Moldau, Republik 6-34 Serbien 7-48 Andorra Färöer Gibraltar Grönland Insel Man Liechtenstein Monaco San Marino Vatikanstadt 1 einschließlich Kanarische Inseln, Ceuta und Melilla 2 einschließlich Svålbard und Jan Mayen Inseln 3 einschließlich Åland Inseln 4 einschließlich türkisch-zyprischer Nordteil der Insel 5 bezieht sich auf Guernsey und Jersey 6 einschließlich Transnistrien 7 einschließlich Kosovo Quelle: United Nations Department of Economic and Social Affairs, Population Division (2013). World Population Prospects: The 2012 Revision Seite 67