Samstag 09.04. und Sonntag 10.04. 2016 Prof. Dr. Dorit Urd Feddersen-Petersen Beschreibung des Seminarinhaltes: Mensch-Hund-Beziehung Kommunikation trägt die Hund-Mensch-Beziehung von Anbeginn. Also beginnen wir am Anfang des Hundelebens. Beziehungen zu Menschen entstehen sehr früh. Hunde sind sozial ausgerichtet, im Grunde von Geburt an. Sie haben von vornherein das Bedürfnis, auch mit ihren Menschen eine Bindung und dafür Beziehungen einzugehen. Dieses Bedürfnis ist durchaus existenziell für sie, ähnlich wie für Menschenkinder. Die Bezugspersonen, Züchter und dann Hundehalter, sollten auf ihr Sozialisierungsbestreben eingehen, kommunikativ mit Gesten und Worten, was beim Hund zu Beruhigung, sozialer Sicherheit, letztendlich zur Entwicklung von Vertrauen in sich selbst und seine Umgebung führt. Welpen lernen so, mit ihren Gesten und Vokalisationen in ihrer Umgebung Wirkungen zu erzielen, diese damit zunehmend zu beherrschen im positiven Sinne. Ihre soziale wie Umweltsicherheit entwickelt sich. Menschen nun sind
nicht allein emotionale Schutzhüllen für Welpen, auch sie erzeugen Wirkungen, so oder so, und setzen Maßstäbe für die Welpen, die deren Handlungsspielraum strukturieren, indem sie ihnen verlässlich kommunizieren, was gefällt und was nicht. Dafür gilt es, ihnen gegenüber Raum zu gewähren oder ihn einzufordern. Wichtig ist dabei, dass Menschen eine gewisse Konsequenz in ihrem Verhalten zeigen und dass sie wirklich fühlen, was sie kommunizieren, und dieses von Anbeginn. Ich würde sagen, dass ein intelligentes Gefühl vonnöten ist. Abgöttisches Bewundern von Welpen und ungehemmtes Laissez - faire hingegen ist nicht tiergerecht, schafft dazu ganz unnötig Probleme und ist letztendlich nicht ungefährlich für den Menschen wie für den Hund. Die ersten drei bis vier Monate sind für Welpen die wichtigste Zeit, um eine positiv-getönte soziale Beziehung zum Menschen zu entwickeln, die den weiteren Entwicklungsverlauf nur günstig beeinflussen kann. Es wird u.a. auf Kenntnisse zur Entwicklung verschiedener Hundetypen und rassen eingegangen, da diese Grundlagen fundamental wichtig für die Gestaltung der jeweiligen Hund-Mensch-Beziehung sind. Den Hund gibt es nun einmal nicht. Nach dem ontogenetischen Schwerpunkt folgen eine umfassende Darstellung des Ausdrucksverhaltens und der Kommunikation von Hunden und Menschen als weiteren tragenden Bereich der Hund-Mensch-Beziehung. Ganzheitliche, feingraduierte Kommunikation des Menschen Hunden gegenüber, ist für mich eine grundlegende Voraussetzung jeder Beziehung und erklärt viele Feinheiten dieser. Dazu sollten möglichst viele Grundlagen hundlichen Kommunizierens geläufig sein so etwa auch deren Lautäußerungen. Hunde beobachten uns und unsere Körpersprache exzellent, sie lernen über Beobachtung und richten ihr Verhalten auch uns gegenüber danach aus. Wir sollten unser Ausdrucksverhalten schulen, auf Körperhaltung und spannung achten, alles das, was so viel aussagt über uns und unsere Gefühle, Motivationen und Absichten in einer ganz bestimmten Situation. Man kann eine körpersprachliche Präsenz wie Präzisierung durchaus lernen. Die Beziehung zum Hund wird es uns danken. Am zweiten Tag wird die Bedeutung des freien Spiels für das Zusammenleben Hund-Mensch dargestellt und letztendlich die Beziehung dieses zum Aggressionsverhalten diskutiert.
Spieltypisch sind beispielsweise lustbetonte Handlungen, die stets für gute Gestimmtheit stehen, in der exzellent gelernt werden kann, wie die Wiederholung bestimmter interaktiver Handlungsfolgen zeigen. Durch Wiederholung lernen Hunde, durch Wiederholung denken sie, durch Wiederholung finden sie neue Wege und lernen einander kennen. So entstehen Beziehungen. Ist freies Spiel zwischen Hund und Mensch obligatorisch? Das wird zu diskutieren sein. Insgesamt sollen also über Individualentwicklung und Kommunikation wie Spielverhalten und Aggression die biologischen Fundamente einer Mensch- Hund-Beziehung dargestellt werden, die auch in unserer schnelllebigen Zeit der vielen Unsicherheiten wie Hypes im Umgang mit diesen Haustieren Bestand haben und behalten werden. Kosten: VAK Mitglieder 190,-- Interessierte mit VAK-Seminarkarte 190,-- Interessierte ohne VAK-Seminarkarte 260,-- Seminarort: VetMed Vienna Veterinärmedizinische Universität Veterinärplatz 1, 1210 Wien Hörsaal M Das mitnehmen von Hunden ist nur als Assistenzhunde oder mit einer Genehmigung der VetMed Wien erlaubt. Um den zeitlichen Ablauf gut einhalten zu können, lädt der VAK die TeilnehmerInnen auf eine Mittagsjause ein. Es wird auch vegane Speisen geben.
Seminarzeiten: Samstag 09.04.2016 und Sonntag 10.04.2016 Vortrag 09:15 bis 10:45 Pause 10:45 bis 11:00 Vortrag 11:00 bis 12:30 Mittagspause 12:30 bis 13:45 Vortrag 13:45 bis 15:15 Pause 15:15 bis 15:30 Vortrag 15:30 bis 17:00 Anmeldung: Anmeldungen bitte an: seminare@kynologie.at - Betreff: Feddersen2016 Die Anmeldung ist verbindlich und wird mit der Einzahlung der Teilnahmegebühr gültig. Einzahlungen bitte unter dem Verwendungszweck Feddersen2016 an: VAK Verein akademisch geprüfter KynologInnen IBAN: AT56 1200 0515 1669 9844 BIC: BKAUATWW Storno: Bei schriftlicher Stornierung der Anmeldung bis zum 6 Wochen vor Seminartermin fällt keine Stornogebühr an, nach diesem Termin muss aus organisatorischen Gründen die volle Gebühr in Rechnung gestellt werden. Allgemeines: Wie bei allen Veranstaltungen und Kursen des VAK erfolgt die Teilnahme auf eigene Gefahr, was mit der Anmeldung zur Kenntnis genommen wird. Der VAK behält sich eine Absage von Seminaren aus organisatorischen Gründen vor. Im Falle der Absage eines Seminars werden bereits bezahlte Seminargebühren rückerstattet, eine darüber hinausgehende Entschädigung wird nicht geleistet.
Kurzvita: Dr. Dorit Urd Feddersen Petersen Studium der Tiermedizin an der Tierärztlichen Universität Hannover; ethologische Doktorarbeit am wirbeltierzoologischen Institut für Haustierkunde der Christian Albrechts Universität zu Kiel bei Prof. Dr.Dr. h.c. Wolf Herre. Wissenschaftliche Assistentin am Zoologischen Institut seit 1975. Aufbau einer ethologischen Arbeitsgruppe und wissenschaftliche Leitung dieser. Am Tiermodell Wolf Haushunde wurden / werden im Tiergarten des Zoologischen Instituts ethologische Arbeiten an Wölfen, Kojoten, Goldschakalen, Rotfüchsen und Haushunden verschiedener Rassezugehörigkeit sowie Dingos (Australien, Neuguinea) durchgeführt. Schwerpunkte der wissenschaftlichen Arbeit: Verhaltensentwicklung bei verschiedenen Hunderassen, sensible Phasen, soziale Kommunikation (hier insbesondere bioakustische Untersuchungen am Wolf und verschiedenen Hunderassen), aggressives Verhalten bei Wölfen und Hunden, Kampfhunde Problematik, Sozialspiel Hund Hund und Hund Mensch, Mensch Hund Kommunikation, Beziehung und Bindung, kognitives Verhalten von Wölfen und Hunden u.v. a. Neuere Bücher: 1. Ausdrucksverhalten beim Hund, Mimik und Körpersprache, Kommunikation und Verständigung. Franckh Kosmos, Stuttgart, 2008, 496 S. 2. Hundepsychologie, Franckh Kosmos,, 4. völlig neu erarbeitete Auflage 2004, 496 S. 3. Hundepsychologie, Franckh Kosmos. Neue Auflage mit DVD 2013, 496 S. 3. Hunde und ihre Menschen, Franckh Kosmos, 2. Auflge. 2001. 4. Fortpflanzungsverhalten beim Hund, Gustav Fischer Jena, 1994 (vergr.,
Neuausgabe 2016, Franckh Kosmos) 5. Dog Face. 2001 (books on demand). 6. Die Sache mit dem Bewußtsein, 1997, Karin Fischer Verlag 7. Verhaltensentwicklung des Hundes. Erscheint 2016 bei Franckh Kosmos. Etliche Buchbeiträge (z.b. Communication in Wolves and Dogs. In: Encyclopedia of Animal Behavior,, Hrsg. Marc Bekoff 2005, Social Behaviour of Dogs and related Canids, in: The Behavioural Biology of Dogs. CAB International (ed. P. Jensen))2007, Der lächelnde Hund. Eine mimische Analogie sozialer Kommunikation mit dem Menschen? In: Ich, das Tier. Tiere als Persönlichkeiten in der Kulturgeschichte, Hrsg. Ullrich, J.; Weltzien, F.; Fuhlbrügge 2008).H.) 1992 94: Lehrauftrag an der Universität Leipzig. Felix Wankel Tierschutz Forschungspreis 1992. Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/dorit_urd_feddersen Petersen Video Alpha Forum: http://tinyurl.com/oby2aqr