Kommentartext Gotteshäuser

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Transkript:

Kommentartext Gotteshäuser 1. Kapitel: Was ist ein Gotteshaus? Das ist ein Gotteshaus das ist ein Gotteshaus auch das hier... genau wie das. Es gibt unzählbar viele Gotteshäuser auf der ganzen Welt. In einem Gotteshaus feiern wir Gottesdienst oder Menschen beten darin. Ein Gotteshaus ist überall dort, wo Menschen ihrem Gott danken oder näher sein wollen. Wie in einer Kirche. Klar. Evangelische oder katholische Kirchen sind Gotteshäuser. Egal, ob evangelisch oder katholisch: Es sind Christen, die die gleiche Religion haben und an Jesus als Gottes Sohn glauben. Es gibt aber auch viele andere Religionen, wie zum Beispiel das Judentum oder den Islam. Und jede Religion hat ihre Gotteshäuser: Die Christen ihre Kirchen. Das Judentum seine Synagogen. Der Islam seine Moscheen. Es gibt kleine Gotteshäuser, wie hier diese Kapelle und ganz große Gotteshäuser wie ein solcher Dom. Der hier steht in Köln. Eines der ältesten Heiligtümer in einem Gotteshaus ist die Kaaba in der Moschee von Mekka. Ein ganz wichtiger Ort für alle Muslime. Egal ob Christ, Muslim oder Jude: Das Gotteshaus ist für alle ein Ort der Begegnung mit ihrem Gott ihr Haus Gottes. Wir haben viele unterschiedliche Gotteshäuser von außen gesehen. Jetzt interessiert mich auch, was drinnen los ist. Kommentartext Gotteshäuser 1

2. Kapitel: Gottesdienste Wer von euch war schon mal in einem Gottesdienst? Das sind ja fast alle! Dann wissen ja fast alle von euch, was ein Gottesdienst ist! Gottesdienste finden in der Regel in Gotteshäusern statt und dienen dazu an Gott zu denken, mit ihm beispielsweise im Gebet zu sprechen oder ihm in Gedanken einfach nahe zu sein. Gottesdienste haben oft einen immer wiederkehrenden Ablauf. Fast alle Religionen kennen so genannte Feste und Feiertage, an denen sie Gottesdienste feiern. Für die Muslime ist das Freitagsgebet in der Moschee besonders wichtig. Christen gehen sonntags in die Kirche. Im Judentum spielt der Sabbat eine wichtige Rolle. Sabbat ist der Ruhetag zwischen Freitag- und Samstagabend. Am Sabbat gehen Juden auch in die Synagoge. In manchen Religionsgemeinden feiert man auch spezielle Kindergottesdienste. Schau mal, was für unterschiedliche Bilder die Kinder von ihrem Gottesdienst gezeichnet haben! Das ist Lauras Bild vom Gottesdienst in der Kirche. Hasan hat ein Bild aus der Moschee gezeichnet. Das ist das Bild von Shira aus der Synagoge. Das sieht ja ganz anders aus als bei uns in der Kirchengemeinde. Erzählt doch mal: Wo trefft ihr euch? Habt ihr auch einen Pfarrer? Kommentartext Gotteshäuser 2

3. Kapitel: Synagoge Das ist unser Rabbiner. Meistens leitet er den Gottesdienst. Der wichtigste Gegenstand in unserer Synagoge ist die Thorarolle. Die Thora ist eine von Hand geschriebene Schriftrolle mit der Geschichte unseres Volkes. Sie ist nicht auf Deutsch geschrieben, sondern in unserer sehr alten Sprache Hebräisch. Im Laufe eines Jahres wird die Thora in unserer Gemeinde einmal ganz vorgelesen. Für Gemeindemitglieder ist es eine Ehre, daraus vorlesen zu dürfen. Die Thorarollen werden in einem geschmückten Schrank, dem Thoraschrein, aufbewahrt. Er befindet sich hinter einem Vorhang in unserer Synagoge. Männer und Frauen sitzen während des Gottesdienstes getrennt voneinander. Und das hier ist der Chanukkaleuchter. Er erinnert mich an das schönste Fest, das wir feiern. Das Chanukkafest wird im Winter begangen und wir Kinder erhalten, wie bei euch an Weihnachten, Geschenke. Kommentartext Gotteshäuser 3

4. Kapitel: Moschee Hasan, habt ihr auch ein Fest, an dem ihr Geschenke bekommt? Ja. Am Ende unseres Fastenmonats Ramadan feiern wir und Kinder bekommen Geschenke. Oft Süßigkeiten, darum heißt es auch Zuckerfest. Das ist eine Moschee. Den Turm nennt man Minarett. Ähnlich, wie die Glocken in den Glockentürmen der christlichen Kirchen, ruft uns vom Minarett der Muezzin zum Gebet. Sein Ruf beginnt immer mit Allahu akbar, das bedeutet Gott ist größer. Wir beten mehrmals täglich. Der Muezzin ist Gebetsrufer, nicht der Vorbeter in der Moschee. Der heißt bei uns nicht Pfarrer, sondern Imam. Freitags gehen wir zum Gebet in die Moschee. Dort sind bei uns wie im Judentum Frauen und Männer getrennt. Egal, wo auf der Welt wir Muslime sind, wir beten in arabischer Sprache und verbeugen uns immer in Richtung der heiligen Stadt Mekka. Sag mal, Laura: Und ihr esst ein ganzes Abendmahl während des Gottesdienstes? Kommentartext Gotteshäuser 4

5. Kapitel: Kirche Nein, Hasan, das mit dem Abendmahl ist eher symbolisch gemeint. Jesus teilte am Abend vor seiner Verhaftung und seiner späteren Kreuzigung mit seinen Freunden, den Jüngern, Brot und Wein, welche er als seinen Leib und sein Blut bezeichnete, das zur Vergebung der Sünden vergossen wird. In christlichen Kirchen steht ein Altar. Auf ihm stehen zum Abendmahl Brot und Wein als Symbol für dieses Ritual. Vor allem im katholischen und orthodoxen Gottesdienst ist der wichtigste Teil dieses gemeinsame Abendmahl. Wir teilen es, wie Jesus Brot und Wein geteilt hat. Im evangelischen Gottesdienst stehen auch die Predigt und das Lesen aus unserer heiligen Schrift, der Bibel, im Mittelpunkt. Die Bibel ist für Christen das, was für Muslime der Koran ist. Die Bibel enthält im so genannten Alten Testament sogar die Thora aus dem Judentum. Hasan: Ja, und Jesus ist auch im Islam einer der Propheten. Shira: Das wusste ich alles gar nicht. Hasan: Ich lade euch mal in die Moschee ein. Laura: Und ich euch in unsere Kirche. Shira: Ja, seid willkommen in unserer Synagoge Schalom. Hasan: Salam. Kommentartext Gotteshäuser 5