Schleusen, Fluch oder Segen

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Schleusen, Fluch oder Segen Schleusenfahren, vielen graut davor. Wäre da nicht der Vorteil, dass man Wasserscheiden überwinden und so andere Reviere auf eigenem Kiel aufsuchen könnte. Darauf ist schon Leonardo da Vinci gekommen. Nämlich 1497 wurde nach seinen Plänen eine Schleuse in Norditalien gebaut, die es erlaubte, vom Po, via Milano, über den Ticino in den Lago Maggiore zu gelangen. Eine wichtige Informationsquelle in der heutigen Zeit sind die Websites www.vnf.fr und www.elwis.com. Gerne geben auch die Wasserschutzpolizisten Auskunft. In den meisten Wasserstrassenkarten sind die Telefonnummern der zu durchfahrenden Schleusen eingetragen. Es schadet auch nie, den Schleusenmeister vorher anzurufen und sich bei ihm zu informieren. Überhaupt zahlt es sich aus, sich vorher über das zu befahrende Revier schlau zu machen. Wer Funk an Bord hat, sollte eines beherzigen: Funksprüche in der Binnenschifffahrt sind kurz und knackig. Ein Guten Tag oder ein Danke ist zwar niemals falsch, aber das Gefasel wie z.b. Over, Roger oder das dreimalige Wiederholen des Schleusennamens bringt die meisten Schleusenmeister zur Weissglut. Oft sind sie doch am Telefon oder müssen am Schaltpult die Schleuse bedienen. Sie hören den Aufruf, können aber den Funkspruch nicht gleich annehmen. Von Vorteil ist auch, wenn man dem Schleusenmeister mitteilt, wenn man noch weitere Schleusen passieren möchte. Oft stehen die Schleusen miteinander in Verbindung und melden einander die zu erwartenden Fahrzeuge. Aus diesem Grund macht es keinen Sinn, sich mit einem dieser Leute anzulegen. Unbill ist einem spätestens an der nächsten Schleuse gewiss. Also richtig wäre: Schleuse B. für Segelboot V. Warten--. Antwort des Schleusenmeisters: Hier ist Schleuse B.. Segelboot: Guten Tag Schleuse B.., hier ist Segelboot V Länge 11.00 m bei 2 m Breite (liegenden Mast dazurechnen) möchte zu Berg/ zu Tal oder Richtung P. schleusen; anschliessend möchte ich weiterfahren bis. Anweisung des Schleusenmeister entgegennehmen und genau befolgen.

Nun ein paar wichtige Punkte, die jeder Bootsführer unbedingt einhalten sollte. Anders als auf unseren Schweizerseen wird auf Europäischen Wasserstrassen zwischen Gross- und Kleinschifffahrt unterschieden. Das heisst: Grossschiffe (alles über 20 Meter Länge) hat Vortritt. Ein Kleinfahrzeug darf erst nach einem Grossfahrzeug in die Schleuse fahren, sofern das Grossfahrzeug keine blauen Kegel führt (Fahrzeuge mit 1, 2 oder 3 blaue Kegel am Mast bedeuten: je mehr Kegel desto gefährlicher das Ladegut). Überfahre nie, aber auch gar nie, ein Rotlicht. Fahre immer auf die für Kleinfahrzeuge vorgesehenen Warteplätze und melde Dich dort beim Schleusenmeister (meistens hat es dort eine Gegensprechanlage). Halte Dich genau an die Anweisungen des Schleusenpersonals. Zu 95% sind die Anweisungen berechtigt, obwohl sie auf den ersten Blick nicht immer sinnvoll erscheinen. Hänge Deine Fender horizontal an die Bordwand. So rutschen sie beim Einfahren in die Schleusenkammer über die Poller- und Leiternischen hinweg, bleiben in den Nischen nicht hängen, da sonst Dein Boot von der Schleusenwand abprallt und das schönste Manöver versaut. Wenn keine speziellen Anweisungen erfolgen, bleibe im hinteren Drittel der Schleusenkammer, egal ob Tal- oder Bergschleusung, und halte Dich an einer Leiter fest. Wenn Du Leinen verwendest und vielleicht um einen Schwimmpoller legst, belege diese Leinen niemals (Schwimmpoller können hängen bleiben). In der Regel genügt eine Leine, die in der Mitte des Bootes (zu Tal eher etwas hinter der Mitte und auf der Bergschleusung eher etwas vor der Mitte) bedient wird. Am besten wird das eine Ende am Boot, respektive Klampe, festgemacht, die Bucht um einen Nischen- oder Schwimmpoller (manchmal auch einer vertikalen Stange oder Leiter) gelegt und dann das andere Ende in der Hand gehalten. Mit dieser Methode können selbst schwere Boote sicher gehalten werden. Sollte wirklich einmal viel Zug auf die Leine kommen, darf man ohne weiteres das Ende kurz um eine Klampe oder Winsch legen. Aber niemals belegen. Alle Schleusenschiffer haben immer ein scharfes Messer bereitliegen. Berufsschiffe halten Äxte bereit. Fahre erst aus der Schleusenkammer wenn das Ausfahrtsignal auf grün steht (niemals bei Rot losfahren).

Nun noch etwas zu den Schleusen selbst: Schleusen haben nur Eines gemeinsam, sie haben oben und unten ein Tor. Das Wasser kommt aber auf unterschiedliche Weise in die Kammer. Meistens ist das zu Tal oder runter Schleusen kein Problem. Die meisten haben sowieso Bammel vor dem Hochschleusen (schmierige hohe Wände, tosendes einlaufendes Wasser). Wie kommt nun das Wasser in die Kammer und was passiert dann mit meinem Boot? Bei vielen Schleusenkammern strömt das Wasser ziemlich gleichmässig über viele Öffnungen im Boden der Kammer hinein und stellt meistens kein Problem dar. Bei vielen anderen wird das Wasser durch Schützen die sich, wie bei vielen kleinen Französischen Schleusen, im Tor befinden und mit Handkurbeln bedient werden, in die Kammer gelassen. Hier ist zu beachten, sofern man diese selbst bedienen muss, dass man am Anfang immer den Schütz gemütlich öffnet, der auf der gleichen Seite wie das Boot liegt. So geht die Strömung des einschiessenden Wassers auf die, dem Boot gegenüber liegende Seite und drückt so das Boot an die Schleusenmauer. Den zweiten Schütz öffnet man erst, wenn das Niveau etwa 1 Meter gestiegen ist. Macht man es umgekehrt und kurbelt wie wild die Schützen auf, entsteht Stress pur. Andere Schleusen haben sogenannte Hub- Senk- Tore oder Drehsegmenttore. Beide haben gemeinsam, dass das Wasser von vorne in die Kammer strömt. Meistens muss es zuerst noch durch eine Energievernichtung bevor es endgültig die Kammer füllen darf. Dabei entsteht aber nach wie vor eine starke Strömung von vorne nach hinten, die klatscht dann ans Untertor und fliesst dann zum Glück viel langsamer wieder nach vorne. Wer sich also beim Hochschleusen ganz vorne in der Kammer befindet, hat Sturm, nein Orkan und wer sich aber im hinteren Drittel befindet, spürt eine kleine Strömung, die das Boot meistens etwas nach vorne drückt. Diese schwache Strömung nimmt dann aber mit zunehmendem Wasserstand ab und ist auf den letzten Metern kaum noch spürbar. Die meisten Schleusen haben innerhalb der Tore Markierungen. Diese sollte man immer hinter sich lassen. Sie markieren z. B. den Trempel oder den Stossschutzbalken. Das heisst: zu Tal musst Du über die Markierung fahren, damit Du nicht auf dem, jetzt unter der Wasseroberfläche liegenden Trempel, beim runter schleusen sitzen bleibst.

Zu Berg musst Du über die Markierung fahren, damit Du beim hoch schleusen nicht unter dem Stossschutzbalken eingeklemmt wirst. Eine weitere Unsicherheit stellt der Propellerstrahl der Grossfahrzeuge dar. 1. Beim Einfahren in die Schleusenkammer, denn man möchte ja möglichst mit schleusen. Hier beobachtet man die Richtung des Propellerstrahls und fährt in gebührendem Abstand mittig in die Schleusenkammer. Legt nun das Grossfahrzeug z. B. an Steuerbord an, wird sicher der Propellerstrahl nach Backbord weisen. Sobald das der Fall ist fährt man tunlichst auch nach Steuerbord in das Dreieck, das durch den Propellerstrahl und die Schleusenmauer gebildet wird. Dort ist das Wasser am ruhigsten, respektive hilft einem die restliche Propellerströmung beim Anlegen. Legt das Grossfahrzeug an Backbord an, so gilt das Obgenannte natürlich umgekehrt. Wichtig: fahre nie zwischen ein Grossfahrzeug und Schleusenmauer, ausser die Schleuse ist doppelt so breit wie das Grossfahrzeug und auch dann nur, wenn der Schleusenmeister das anordnet. 2. Während dem Schleusungsvorgang, wenn die Herren zu bequem sind ihr Fahrzeug richtig fest zu machen und dann den Propeller laufen lassen. Das ist eigentlich verboten, wird aber oft von den Schleusenmeistern toleriert. Ist das der Fall, sollte schon beim Anlegen ein möglichst grosser Abstand vom Grossen eingehalten werden. Auch sind die Festmacher sehr sorgfältig und aufmerksam zu bedienen. Auf keinen Fall sollten dann nicht Kinder, sondern nur kräftige Leute diese Arbeit verrichten. Eine Ersatzleine muss hier unbedingt bereit liegen. 3. Wenn man vom Schraubenwasser, das entsteht, wenn Grossfahrzeuge losmachen und rausfahren, erst richtig getroffen wird: Hier gilt einfach Ruhe zu bewahren und keinesfalls die Festmacher zu früh los zu werfen. Von Vorteil wartet man, bis ein grösserer Abstand entstanden ist, wirft dann den Motor an, besetzt das Steuerruder und lässt den Vorschoter den Festmacher loswerfen. Dieser stösst dann unmittelbar nach dem Loswerfen unser Schiffchen vorne am Bug kräftig von der Mauer ab, während der Steuermann den Vorwärtsgang einlegt und mit Viertel bis halb Gas in die Mitte der Schleuse steuert. Dabei versucht er die gleiche Geschwindigkeit wie der grosse Vordermann zu erreichen.

Dabei sollte er aber vermeiden, schneller zu werden. Holt er nämlich auf, kann er sein Boot kaum noch steuern. Etwas was ich noch vielen Skipper ans Herz legen möchte ist, lasst eure Frauen ans Steuer. Die meisten weiblichen Steuerleute regieren viel schneller und gefühlvoller auf jedes Handzeichen. Während die viel kräftigeren Skipper auch noch Manöver, die mit grösster Wahrscheinlichkeit in die Binsen gehen, mit Manneskraft retten können. Es gibt für unsere Gilde nichts peinlicheres, als wenn unsere Schleiflackkomode gegen die Schleusenwand scheppert, der Skipper seine Herzallerliebste anbrüllt, die wiederum, angewidert von der schlammigen Schleusenwand, auf dem Vordeck stehend den Dienst verweigert. Alles natürlich vor einer grossen Zuschauerschar, die wie Trauben auf der Schleusenbrücke hangen, den Vorgang genauestens beobachten und mit Kommentaren nicht eben sparsam sind.