Reisebericht Juni 2017 Rhodos-Hunde meets Streunernasen unter diesem "Motto" begann dieses Mal unsere Reise. Seit Jahren arbeiten wir mit dem Verein Streunernasen e.v. zusammen und hatten bei unserem Einsatz im Juni endlich die Möglichkeit uns persönlich kennenzulernen. Eines stand schnell fest WIR möchten noch mehr auf der Insel bewegen und noch mehr armen Seelen den größten Wunsch nach einem besseren Leben und einer eigenen Familie erfüllen. Mit jeder Menge Hilfsgüter und Spenden bepackt ging es sofort in die Auffangstation. Wie jedes Mal, wurden wir von den vielen neuen Eindrücken übermannt. Von neuen und altbekannten Hunde wie zum Beispiel Ira, Ronja, Jimmy, Harry und unzähligen Fellnasen, die schon so lange auf eine Familie warten, wurden wir herzlich begrüßt.
Wir lernten sehr viele nette und hilfsbereite Menschen kennen. Gaby und Michael engagierte Touristen, die seit vielen Jahren selbst aktiv im Tierschutz tätig sind, haben uns tatkräftig bei ihrem Besuch in der Auffangstation unterstützt. Durch die Hilfe der beiden hat unsere kleine Hundedame Jenny eine Pflegefamilie in Bielefeld gefunden. Jenny litt unter der Situation im Zwinger und hatte furchtbaren Stress. Sie war sehr unglücklich in der Auffangstation und vermisste den Kontakt zu Menschen. Wir freuen uns so sehr für Jenny und danken Gaby und Michael von Herzen für ihre Hilfe und ihren Einsatz. Andrea und Dietmar und auch Marion und ihre Freundin unterstützten uns einen Tag bei der Arbeit in der Auffangstation. Unsere Schützlinge freuen sich immer sehr über Besuch und ein paar Streicheleinheiten. Natürlich war auch praktisches Anpacken angesagt. Infos, Fotos und Videos von einzelnen Hunden oder über die Auffangstation im Allgemeinen einzuholen war ein weiterer wichtiger Punkt. Leider kommen die Hunde auf Bildern nicht annehmend so rüber wie sie in wirklich sind. Das ist für die Vermittlung der Fellnasen schade und schwierig. Durch eine mehr als großzügige Spender der Firma Rudolf Moll GmbH aus Emmering war es uns möglich in einigen Zwingern einen Schutz vor Sonne anzubringen, einige Säcke Futter, neue Behälter für Futter und Wasser zu kaufen.
Voller Tatendrang ging es auch am nächsten Tag in Auffangstation. Hier wartete uns eine " Überraschung " der andren Art. Gracy so nannten wir sie, wurde in der prallen Sonne ohne Wasser an den Zaun der Auffangstation gebunden. Es war ein besonders heißer Tag und wir fanden das Mädchen erst am Nachmittag. Wie lange sie dort angebunden war können wir nur erahnen. Sie war dehydriert und machte sich aus Verzweiflung und völliger Erschöpfung über die Wanne mit Fäkalien her. Es war für uns ein schrecklicher Anblick!!! Wir packten sofort unser Wasser aus und nach gefühlten 3 Litern Wasser wurden wir herzlich begrüßt. Da wir nicht wussten ob Gracy verträglich war, räumten wir einen Zwinger und liesen das Mädchen erst mal ankommen. Heute können wir sagen, dass es sich um eine liebe und sozialverträgliche Hündin handelt, die den Kontakt zu Menschen sucht und es liebt geschmust zu werden.
Dann gibt es noch unseren Nofall Igor. Der wunderschöne reinrassige Husky fristet sein Leben seit 5 Jahren an einer Kette. Keine Möglichkeit sich zu bewegen, der Sonne ausgesetzt. Was das für einen Husky bedeutet... unvorstellbar! Igor ist sehr schwach und hat kaum Muskulatur. Seit Jahren versuchen wir den Hund dort wegzuholen und nun ist es uns gelungen. Durch viel Überzeugungsarbeit konnte der "Besitzer" überzeugt werden, Igor endlich abzugeben. Wir hoffen schnell ein Zuhause oder eine Pflegefamilie zu finden um Igor von der Kette befreien zu können. Er ist ein lieber und freundlicher Rüde und würde sich auch in einer Familie mit Kindern wohl fühlen. Die kennt er bereits aus Griechenland. Für Igor suchen wir Rassekenner, die ihn aufpäppeln und gerne mit ihm in der Natur unterwegs sind und mit ihm arbeiten. Er braucht viel Bewegung, denn er hat viel nachzuholen. Aus dem lieben Rüden wird sicher schnell ein treuer und dankbarer Begleiter für s Leben. Da der Besitzer Igor schnell loswerden möchte, und wir nicht wissen was mit dem Hund passiert, wenn wir nicht sofort handeln, müssen wir umgehend etwas tun. Leider ist die Auffangstation zur Zeit überfüllt und können einen weiteren Rüden keinesfalls aufnehmen. Auch die Geschichte von Thari ging uns sehr nahe... Der prallen Sonne ausgesetzt, sichtlich abgemagert lief das Skelett am Kloster in Laerma herum. Tierliebe Touristen brachten das erschöpfte Mädchen in die Auffangstation. Ihr desolater Zustand ließ uns befürchten, dass sie evtl. auch eine Mittelmeerinfektion hat, der Bluttest ergab jedoch, dass sie völlig gesund ist. Sie muss nur zu Kräften kommen und sich satt essen. Wenn Thari aufgepäppelt ist, suchen wir für sie eine liebevolle und fürsorgliche Familie, die ihr für den Rest ihres Lebens ein gutes Zuhause schenkt.
Der Zustand von Malu verschlechtert sich zusehends. Vermutlich hat sie nicht mehr lange zu leben. Es macht uns sehr traurig zu wissen, dass diese arme Seele nie erfahren durfte was es heißt Teil einer Familie zu sein, geliebt und umsorgt zu werden. Mit vielen Eindrücken, Emotionen, neuen Hundeinfos, Fotos und 2 Katzenbabys ging es dann auf die Rückreise. Es gab viel zu tun und es gibt noch viel zu tun! Mit Ihrer Unterstützung werden wir es schaffen, die Auffangstation weiter zu verbessern und als Lebensplatz für unsere Schätzlinge zu erhalten.