Projektarbeit: stationärer Bandschleifer Im Rahmen des Studiums zum staatlich geprüften Maschinenbautechniker mussten wir uns der Aufgabe einer Projektarbeit stellen. Für diese haben wir uns zu dritt zusammengefunden und erarbeiten uns ein Projekt für den privaten Gebrauch. Teamvorstellung: (v. l.) Projektleiter: Markus Mayr; Linda Wohlketzetter; Lukas Schwendele Die Themenfindung für unsere Projektarbeit gestaltete sich als einfach, da Herr Mayr schon seit langem einen stationären Bandschleifer in seiner privaten Werkstatt benötigt. Somit war ein geeignetes Projekt gefunden, welches auch durch unsere Projektlehrer abgenommen wurde. 1. Anforderungen die in unser Lastenheft aufgenommen wurden: Horizontale Bearbeitungsebene mit einer Schleifbandbreite von 180mm Zusätzlich angetriebene Schleifscheibe mit 220-250 mm Durchmesser Winkeleinstellmöglichkeiten beim Hauptschleifband sowie am Schleifteller Luftführungsblech für die Absaugung der Späne am Hauptschleifband Antrieb über einen Elektromotor Schnittgeschwindigkeit von 10-25 m/s über einen Frequenzumrichter realisiert Abdeckung des Hauptantriebs zur sicheren Bearbeitung Not-Aus Schalter für die Sicherheit des Bedieners Nachdem alle Anforderungen im Lastenheft klar definiert wurden konnten wir mit unserer Entwicklung und Konstruktion beginnen. 1
2. Morphologischer Kasten zur Entwicklung und Konstruktion 1 2 3 4 Antrieb Verbrennungsmotor Elektromotor Hydraulikmotor Kraftübertragung Keilriemen Getriebe Zahnriemen Direkt Grundgestell Gussgestell Blechkonstruktion Dämpfung zwischen Gestell schwingungsdämpfende und Antrieb durch Schwingungsdämpfung Maschinenfüße Gummielemente Winkeleinstellung horizontal Spannen des Keilriemens Tisch mit Verstellung (stufenlos) separate Spannrolle mit Exzenterrolle gefräste Leisten zum Abstecken spannen durch Verschiebung des Motorgewichts nach rechts (horizontal) Schweißkonstruktion mit Hohlprofil Auswuchten der rotierenden Teile stufenlos einstellbare Winkelleisten Motor mit Wippe Itemprofile zusammen geschraubt gefräste Leisten zum festschrauben spannen durch Motorgewicht nach unten (vertikal) 3. Grundgestell Als technisch geeignetste und wirtschaftlichste Variante wurde die Schweißkonstruktion mit quadratischen Hohlprofilen gewählt. Nach anfänglichen Problemen bei der Konstruktion eines ergonomischen Grundgestells wurde durch Konstruktion mehrerer Grundgestell Varianten die optimale Lösung gefunden. Bedienerfreundlichste Variante 2
4. Spannen des Keilriemens Variante 1: Spannen durch Verschiebung des Motorgewichts nach rechts (horizontal) Verstellung über Langlöcher in einer Platte, die an eingeschweißten horizontalen Leisten befestigt wird. Negativ: - zu geringer Verstellweg - aufwendiges Spannen durch 4 Spannschrauben Variante 2: Motor mit Wippe Der Motor wird auf einer Platte befestigt die an zwei Seiten gelagert ist und dadurch als Wippe fungiert. Positiv: - großer Verstellweg - einfache Spannung mit einem Klemmhebel möglich Negativ: - Schwierige Fertigung durch Verzug beim Schweißen. Dadurch entstehen Winkelfehler, die durch zusätzliches bearbeiten behoben werden müssen. Nur dadurch kann eine parallele Achslage gewährleistet werden. Variante 3: Spannen durch Motorgewicht nach unten (vertikal) Verstellung über Langlöcher in einer Platte, die an eingeschweißten vertikalen Leisten befestigt ist. Die Keilriemen werden durch das Eigengewicht des Motors gespannt. Positiv: - einfache Fertigung - großer Verstellweg möglich Negativ: - aufwendiges Spannen durch 4 Spannschrauben Ergebnis: Nachdem Vor- und Nachteile verglichen wurden, haben wir uns für die 3. Variante entschieden. Spannen des Keilriemens durch das Eigengewicht des Motors 3
5. Auszüge aus den Berechnungen für den Keilriementrieb Berechnung des Wellenabstandes e : Berechnung der Riemenlänge L d: Berechnung der Riemenanzahl z: 4
6. FEM Analyse Bei den belastungskritischen Bauteilen wurde eine FEM-Analyse durchgeführt, um zu vermeiden, dass bei späterem Betrieb Probleme auftreten. Dabei wurden kritische Bauteile einzeln und in der Baugruppe simuliert und dem endsprechend konstruktiv sinnvoll abgeändert. Dadurch können wir sicherstellen, dass unser Produkt auch einer Überbelastung standhält. Berechnung der Winkelverstelleinheit mit einer Kraftbeaufschlagung von 500 N. Die maximale Verformung von 0,506 mm und die maximale Spannung von 149 N/mm² ist für uns tragbar. Probleme traten bei den ersten Analysen des Winkelsegments der Klemmung auf. Dadurch wird eine höhere Steifigkeit im Betrieb gewährleistet. Winkelsegment wurde von 5 mm auf 8 mm Stärke geändert. Dadurch wird eine höhere Steifigkeit im Betrieb gewährleistet. 5
7. Winkelverstellung am Schleifteller Erster Entwurf Die anfänglichen Konstruktionen an der Winkelverstellung gestalteten sich als sehr schwierig. Eine bedienerfreundliche Verstellung war unser größtes Augenmerk. Die Verstellung soll durch wenige Handgriffe erfolgen. Dazu benötigten wir eine kompakte Bauweise, die wir mit den ersten Entwürfen nicht umsetzen konnten. In der weiteren Entwicklung wurde die optimale Variante gefunden. Die Verstellung des Tisches erfolgt nur noch über zwei Klemmhebel. Dies ermöglicht schnelles und sicheres Arbeiten am Schleifteller. Endgültige Variante 8. Endgültiger Entwurf der Konstruktion Vorteil vielseitig einsetzbar ergonomisches Arbeiten durch verstellbare Maschinenfüße und optimale Zugänglichkeit Regelung der Schnittgeschwindigkeit über einen Frequenzumrichter übersichtliche Anordnung der elektrischen Bauteile im Blickfeld des Bedieners 6
die Absaugung gewährleistet einen sicheren Abtransport der Späne der Antrieb ist durch eine Abdeckung geschützt Kiemen in der Blechverkleidung ermöglichen einen besseren Luftaustausch im Inneren des Bandschleifers 9. Aktueller Stand zeitlicher Fortschritt des Projektes stimmt mit dem Zeitphasenplan überein Konstruktion wurde abgenommen und freigegeben alle technischen Zeichnungen sind abgeschlossen und freigegeben 60% der Fertigungsteile sind bereits gefertigt, die restlichen Fertigungsteile sind in Arbeit alle Kaufteile sind in Auftrag gegeben oder schon vorhanden technische Dokumentation ist in Arbeit Da die Fertigstellung des Projektes erst bis zum 7.April 2017 erforderlich ist, können bis dahin die technische Dokumentation sowie die Fertigung der Einzelteile und die Montage des stationären Bandschleifers abgeschlossen werden. 7