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EnEV-online Medien-Service für Redaktionen Institut für Energie-Effiziente Architektur mit Internet-Medien Melita Tuschinski, Dipl.-Ing.UT, Freie Architektin, Stuttgart Internet: http://medien.enev-online.de medien@enev-online.de. 25.10.2005 Update FPX-Daemmstoffe.de Aktualisierte Fachinformationen für Architekten, Planer und Energieberater zum normgerechten Planen und Bauen mit dem Wärmedämmstoff XPS Die Fachvereinigung Polystyrol-Extruderschaumstoff (FPX) informiert auf ihren Web-Seiten und Publikationen zu den Eigenschaften und Anwendungen der Wärmedämmstoffe aus Polystyrol-Extruderschaum oder extrudierter Polystyrol- Hartschaumstoff - kurz XPS. Sämtliche Erläuterungen und Verweise berücksichtigen den aktuellen Stand der relevanten nationalen und europäischen Normen. Wärmedämmstoff XPS XPS ist ein moderner Dämmstoff, der in der heutigen Bauindustrie vielfältig eingesetzt wird und dank seiner exzellenten Eigenschaften daraus nicht mehr wegzudenken ist. Und doch hat er schon eine über fünfzigjährige Geschichte. XPS ist hoch druckfest und dabei elastisch, wasserabweisend, unverrottbar, gut wärmedämmend und schwerentflammbar. Er wird in einem kontinuierlichen Extrusionsprozess hergestellt: Treibmittelfreies 25.10.2005 FPX: Update www.fpx-daemmstoffe.de Seite 1 von 7

Polystyrol-Granulat wird in einem Extruder aufgeschmolzen und unter Zugabe von Treibmittel über eine Breitschlitzdüse kontinuierlich ausgetragen. Der entstehende Schaumstoff ist homogen und geschlossenzellig und wird in Form von Platten angeboten. Einzigartiges Eigenschaftsprofil Polystyrol-Hartschaumstoffe sind unverrottbar. Zellstruktur und Zellgas verleihen XPS ein einzigartiges Eigenschaftenprofil: Hohe Druckfestigkeit bei gleichzeitiger Elastizität, Feuchteunempfindlichkeit durch die Geschlossenzelligkeit und gutes Wärmedämmvermögen. Wärmeleitfähigkeit und Wärmedurchlasswiderstand: Die Messung der Wärmeleitfähigkeit von XPS erfolgt an konditionierten Proben nach DIN EN 12667 oder DIN EN 12939. Nach dem in DIN EN 13164 beschriebenen Verfahren deklariert der Hersteller mit der CE-Kennzeichnung eine Wärmeleitfähigkeit λ D, die größer oder gleich λ 90/90 ist, welche mindestens 90 Prozent der Produktion mit einem Vertrauensniveau von 90 Prozent repräsentiert. XPS-Produkte, die mit einem Treibmittel hergestellt wurden, welches eine niedrigere Wärmeleitfähigkeit als Luft aufweist und das während einer bestimmten Zeit im Schaum verbleibt, werden nach dem in DIN EN 13164, Anhang C beschriebenen künstlichen Alterungsverfahren geprüft. Für wärmeschutztechnische Dimensionierungen wird der Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit nach DIN V 4108-4 entweder in Kategorie I aus der nach EN 13164 ermittelten deklarierten Wärmeleitfähigkeit D mit einem Faktor von 1,2 beaufschlagt, oder in Kategorie II auf der Basis eines Grenzwertes grenz um dem Faktor 1,05 erhöht. Voraussetzung dafür ist, dass im Rahmen einer technischen Spezifikation, zum Beispiel durch eine bauaufsichtliche Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt), ein Grenzwert grenz festgelegt ist. 25.10.2005 FPX: Update www.fpx-daemmstoffe.de Seite 2 von 7

Für deklarierte Wärmeleitfähigkeiten von 0,026 W/(mK) bis 0,040 W/(m K) ergeben sich in Kategorie I nach DIN V 4108-4 Bemessungswerte zwischen 0,031 und 0,048 W/(m K). In Kategorie II nach DIN V 4108-4 ergeben sich für Grenzwerte zwischen 0,0252 bis 0,0385 W/(mK) Bemessungswerte zwischen 0,026 und 0,040 W/(mK). Die jeweiligen Bemessungswerte der Wärmeleitfähigkeit sind produkt- und herstellerabhängig. Vom Hersteller werden pro Produkt und Nenndicke mit dem CE- Zeichen jeweils Wärmedurchlasswiderstände R N deklariert. Diese werden nach dem in DIN EN 13164 beschriebenen Verfahren aus R 90/90 ermittelt, indem auf Stufen in Schritten von 0,05 (m²k)/w nach unten gerundet wird. R 90/90 ist der statistisch ermittelte Wärmedurchlasswiderstand, welcher mindestens 90 Prozent der Produktion mit einem Vertrauensniveau von 90 Prozent repräsentiert. Dieser wird entweder direkt gemessen, oder aus der Nenndicke d N dividiert durch λ 90/90 berechnet. Verhalten bei Feuchteeinwirkung: Durch das geschlossene Zellgefüge des XPS Dämmstoffes ist eine kapillare Wasseraufnahme nicht möglich. Wasserdampf geht bei Temperaturgefälle durch die Baukonstruktion, damit durch den XPS -Dämmstoff und kann dort auch in den Zellen als Kondensat ausfallen. Das Verhalten des XPS bei Feuchteeinwirkung zeigt sich durch extreme Prüfparameter in den unten beschriebenen Prüfungen. Diese Prüfungen sollen das Verhalten des XPS bei Feuchteeinwirkung auf mehr als 20 Jahre simulieren: Wasseraufnahme im direkten Kontakt mit Wasser, Unterwasserlagerungsprüfung gemäß DIN EN 12087, Diffusionsprüfung gemäß DIN EN 12088, Frost-Tauwechsel- Beanspruchungsprüfung gemäß DIN EN 12091 usw. Druckfestigkeit und Zeitstandsdruckfestigkeit: Eine wichtige charakteristische Eigenschaft für Baustoffe ist deren Druckfestigkeit. Die Druckfestigkeit gibt die Belastbarkeitsgrenze des Materials an. Nach DIN EN 826 dient der Druckversuch dazu, die Festigkeits- und Formänderungseigenschaften von harten Schaumstoffen bei einachsiger Druckbeanspruchung zu beurteilen. Nach europäischer Produktnorm gibt der Hersteller den Wert der Druckfestigkeit bzw. Druckspannung bei 10 Prozent Stauchung in 25.10.2005 FPX: Update www.fpx-daemmstoffe.de Seite 3 von 7

der Kodierung z.b. CS (10\Y) 300 an. Das bedeutet, dass der Dämmstoff eine Nenndruckfestigkeit von 300 kpa hat. XPS hat bei unebenem oder inhomogenem Untergrund ein elastisches Verhalten. Es neigt nicht zu Sprödbruch. Punktlasten werden deshalb durch lokale Verformung aufgenommen. Die zulässigen Dauerdruckbeanspruchungen werden nach DIN EN 1606 ermittelt. Für die verschiedenen XPS-Typen liegen sie zwischen 60 und 250 kpa. Dimensionsstabilität: Die Dimensionsstabilität wird nach DIN EN 1604 oder DIN EN 1605 ermittelt. Sie wird in Stufen vom Hersteller deklariert. DIN V 4108 Teil 10 fordert für die verschiedenen Anwendungsgebiete die entsprechende Klasse der Dimensionsstabilität. Wie unterscheidet sich XPS von EPS? Durch verschiedene Herstellverfahren entstehen zwei unterschiedliche Polystyrol-Hartschaumstoffe: Extrudierter Polystyrol-Hartschaumstoff (XPS) und expandierter Polystyrol- Hartschaumstoff (EPS). Wesentliche Unterschiede in den technischen Eigenschaften beider Hartschäume sind die höhere Druckfestigkeit von XPS, das bessere Wärmedämmvermögen und die geringere Empfindlichkeit gegenüber Feuchte. Wärmeleitfähigkeit und Wärmedurchlasswiderstand: Mit Polystyrol-Hartschaumstoffen, in deren Schaumstoffzellen sich ein Schwergas befindet, wie zum Beispiel bei HFKW-geschäumtem XPS, wird die Wärmeleitfähigkeit ruhender Luft, die als guter "Wärmedämmer" gilt, noch unterschritten. Bei EPS ist nach dem Austausch des Treibmittels Pentan durch Luft, infolge des Beitrags des Zellgerüstes aus Polystyrol und durch Strahlungswärmeübertragung, die Wärmeleitfähigkeit des Schaumstoffes geringfügig höher, als der ruhenden Luft. Bei CO 2 - geschäumtem XPS findet ebenfalls kurz nach der Herstellung ein Zellgasaustausch mit der Umgebungsluft statt. Die Wärmeleitfähigkeit von CO 2 -geschäumtem XPS ist gegenüber HFKW- geschäumtem XPS deshalb etwas höher. Druckfestigkeit: Prinzipiell weist XPS höhere Druckfestigkeiten auf als EPS und gilt 25.10.2005 FPX: Update www.fpx-daemmstoffe.de Seite 4 von 7

für Baukonstruktionen mit hoher dauerhafter Druckbeanspruchung als das geeignetere Material. Nach DIN EN 826 dient der Druckversuch dazu, die Festigkeits- und Formänderungseigenschaften von Wärmedämmstoffen bei einachsiger Druckbeanspruchung zu beurteilen. Die Druckfestigkeit oder die Druckspannung bei 10 Prozent Stauchung wird bei XPS mit Werten zwischen 200 und 700 kpa angeboten. Die Druckspannung bei 10 Prozent Stauchung von EPS liegt zwischen 60 und 350 kpa. Verhalten bei Feuchteeinwirkung: Das unterschiedliche Verhalten von XPS und EPS bei Feuchteeinwirkung basiert auf den unterschiedlichen Zellgefügen der beiden Hartschaumstoffe. Bei der Herstellung von XPS entsteht im Extrusionsverfahren ein homogenes geschlossenes Zellgefüge; EPS kann nach dem Aufschäumen und Verschweißen der Partikel zwischen den einzelnen Schaumperlen Zwickel aufweisen. In den Zwickeln kann sich im Laufe der Zeit Feuchtigkeit anreichern. Verhalten bei dauerhafter Lasteinwirkung: Bei dauerhafter Lasteinwirkung unterscheiden sich EPS und XPS deutlich in ihren Werten zur Langzeitfestigkeit. Für XPS betragen diese Werte 110 bis 250 kpa bei einer Stauchung von weniger als 2 Prozent nach 50 Jahren. Die Werte für EPS liegen zwischen 50 und 110 kpa, wobei die Stauchung in Einzelfällen mit 5 Prozent angegeben wird und der Belastungszeitraum zwischen 10 und 50 Jahren (je nach Hersteller) schwankt. Die wichtigsten Anwendungen von XPS Für werkmäßig hergestellte XPS-Dämmstoffe enthält die DIN V 4108 Teil 10 für die Anwendungen und entsprechenden Anwendungsgebiete dazugehörende Kurzzeichen: - Wärmedämmung erdberührter Bauteile (Perimeterdämmung), insbesondere Kelleraußenwände und Bodenplatten auf Erdreich (PW, PB); - Flachdachdämmung nach dem Umkehrdachprinzip (UKD); - Wärmedämmung hochbelasteter Industriefußböden (DEO); 25.10.2005 FPX: Update www.fpx-daemmstoffe.de Seite 5 von 7

- Außenwanddämmung, insbesondere Wärmebrückendämmung von Ortbetonbauteilen und Kerndämmung in zweischaligem Mauerwerk (WAP, WZ); - Wärmedämmung von Decken in landwirtschaftlichen Bauten (DI); - Innendämmung von Wänden und Decken (WI, DI); - Wärmedämmung von Steildächern oberhalb und unterhalb der Sparren (DAD, DI). Weitere Anwendungen sind: - Kernschichten für Sandwichplatten, - Rohrschalen für Kälteleitungen, - Frostschutzschichten im Verkehrswegebau und bei Gebäuden. Über FPX Die FPX Fachvereinigung Polystyrol-Extruderschaumstoff berät und informiert die Anwender - Architekten, Stadtplaner, Verarbeiter und Nutzer. Und dass Beratung wichtig ist, zeigen die vielfältigen Anwendungsbereiche der XPS-Dämmstoffe: von der Perimeterdämmung zur Wand- und Wärmebrücken-Dämmung, vom Industrieboden zum Umkehrdach, beispielsweise genutzt als Terrasse, Parkdeck oder Gründach. Damit der Erfahrungsschatz und das Fachwissen nicht nur in den eigenen Produktreihen genutzt wird, ist die FPX seit 1991 Mitglied im deutschen Gesamtverband Dämmstoffindustrie (GDI) und seit 2004 auch in der österreichischen Gemeinschaft Dämmstoff Industrie (GDI). Die FPX-Mitglieder: - Austrotherm Dämmstoffe, Wopfing - BASF Aktiengesellschaft, Ludwigshafen - Dow Deutschland GmbH & Co. OHG, Schwalbach - Gefinex-Jackon Vertriebs GmbH, Steinhagen - Knauf Insulation GmbH, Wiesbaden - URSA Deutschland GmbH, Leipzig Weitere Informationen: www.fpx-daemmstoffe.de 25.10.2005 FPX: Update www.fpx-daemmstoffe.de Seite 6 von 7

Bilder: Bild 1: Aktualisierte Fachinformationen zum normgerechten Planen und Bauen mit dem Wärmedämmstoff XPS finden Architekten, Planer und Energieberater im Internet auf der FPX-Homepage unter www.fpx-daemmstoffe.de. Quelle und Informationen: Datum: 05.10.2005 Herausgeber: Fachvereinigung Polystyrol-Extruderschaumstoff Ansprechpartnerin Presse und Fachfragen: Frau Dipl.-Ing. Isolde Elkan, Geschäftsführung Odenwaldring 68, D-64380 Rossdorf bei Darmstadt Telefon: + 49 (0) 61 54 / 80 39 85 Telefax: + 49 (0) 61 54 / 80 39 86 E-Mail: info@fpx-daemmstoffe.de Internet: www.fpx-daemmstoffe.de 25.10.2005 FPX: Update www.fpx-daemmstoffe.de Seite 7 von 7