Chemische Verbrennung



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Gliederung Die chemische Definition Voraussetzungen sgeschwindigkeit Exotherme Reaktion Reaktionsenthalpie Heizwert Redoxreaktionen Bohrsches Atommodell s Elektrochemie: Brennstoffzelle Wasserstoff, Methan, Benzin, Kohle Schadstoffe

Definition eine ist eine chemische Reaktion eines Stoffes mit Sauerstoff (Antoine Lavoisier, 1774) die dabei entstehenden neuen Verbindungen heißen Oxide Oxidation s (schnelle) mit Feuererscheinung Wärme wird frei langsame, stille Oxidation

Voraussetzungen s brennbarer Stoff in ausreichender Menge Oxidationsmittel, meist Sauerstoff ausreichend hohe Entzündungstemperatur

sgeschwindigkeit Verfügbarkeit von Sauerstoff als Oxidationsmittel Kontakt zwischen Brennmaterial und Sauerstoff Vergrößerung der Oberfläche s Temperatur (wegen RGT-Regel): Temperaturerhöhung um 10 K Reaktionsgeschwindigkeit steigt um das 2 bis 4-fache Unterscheidung Feuer, Explosion

Exotherme Reaktion eine exotherme Reaktion ist eine chemische Reaktion, bei der Energie an die Umgebung abgegeben wird (z.b. in Form von Wärme, Licht,...) s

Reaktionsenthalpie Reaktionsenthalpie H gibt den Energieumsatz einer bei konstantem Druck durchgeführten Reaktion an Dimension einer Energie Wärmesatz von Hess: Reaktionsenthalpie H ist unabhängig vom Reaktionsweg Edukte H Elemente Produkte s Standardbildungsenthalpie H 0 f : Reaktionsenthalpie für die Bildung von 1 mol eines Stoffes aus seinen Elementen bei Standardbedingungen H 0 Reaktion = H 0 f,produkte H 0 f,edukte

Reaktionsenthalpie Name Formel H 0 f in kj/mol Methan CO 4-74,91 Sauerstoff O 2 0 Kohlenstoffdioxid CO 2-394,06 Wasser H 2 O -285,9 CH 4 + 2 O 2 CO 2 + 2 H 2 O ( von Methan) s H 0 Reaktion = H 0 f (CO 2 ) + 2 H 0 f (H 2 O) H 0 f (CH 4 ) 2 H 0 f (O 2 ) = [( 394,06) + 2 ( 285,9) ( 74,91) 0] kj/mol H 0 Reaktion = 890,95 kj/mol Konvention: Vorzeichen negativ es wird Energie frei

Heizwert Brennwert = Reaktionsenthalpie bei frei werdende Wärmemenge Heizwert = Reaktionsenthalpie abzüglich der im Abgas verloren gehenden Wärmemenge Maß für nutzbare Wärmemenge s fester Brennstoff Heizwert [MJ/kg] trockenes Holz 15 Papier 15 Braunkohle 20 Steinkohle 30 Kohlenstoff 33 flüssiger Brennstoff Heizwert [MJ/kg] Spiritus 26 Diesel 38 Heizöl 42 Benzin 44 gasförmiger Brennstoff Heizwert [MJ/kg] Wasserstoff 120 Methan 50 Erdgas 44

Redoxreaktionen genauer: Oxidation = Abgabe von Elektronen A A + + e Stoff A ist Reduktionsmittel s Reduktion = Aufnahme von Elektronen B + e B Stoff B ist Oxidationsmittel (z.b. Sauerstoff) eine Redoxreaktion (Reduktions-Oxidations-Reaktion): A + B A + + B Reaktion, bei der Elektronen übertragen werden ist Sonderfall einer Redoxreaktion

Bohrsches Atommodell 12 p+ Magnesium (ll. Hauptgruppe) s Elektronen bewegen sich auf diskreten Kreisbahnen um den Atomkern verschiedene Energieniveaus äußerste Schale heißt Valenzschale bestimmt chemisches Verhalten Atom strebt Edelgaskonfiguration an: Valenzschale voll besetzt energetisch günstigster Zustand

Bohrsches Atommodell s 12 p+ Magnesiumion (ll. HG) 8 p+ Sauerstoffion (Vl. HG) Reduktion Redoxreaktion: Mg + 1 2 O 2 Mg 2+ + O 2 MgO Oxidation

Elektrochemie - Brennstoffzelle s Elektrochemie befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen elektrischen und chemischen Vorgängen durch räumliche Trennung von Oxidation und Reduktion entsteht eine elektrochemische Zelle galvanische Zelle (Luigi Galvani, 1780) Brennstoffzelle Umwandlung der chemischen Reaktionsenergie eines zugeführten Brennstoffs und Oxidationsmittels in elektrische Energie Vorteil: direkte Umwandlung ohne Umweg über Wärme und mechanische Arbeit besserer Wirkungsgrad als Wärmekraftmaschinen

Elektrochemie - Brennstoffzelle s Oxidation (Anode): 2 H 2 + 4 H 2 O 4 H 3 O + + 4 e Reduktion (Kathode): O 2 + 4 H 3 O + + 4 e 6 H 2 O Redoxreaktion (gesamt): 2 H 2 + O 2 2 H 2 O

Wasserstoff s 1. Element im Periodensystem häufigstes chemisches Element im Universum Vorkommen auf der Erde fast ausschließlich in Verbindungen (Wasser)

Methan s einfachster Kohlenwasserstoff einfachstes Alkan bedeutendes Treibhausgas Hauptbestandteil von Erdgas und Biogas entsteht bei bakterieller Zersetzung organischer Stoffe Verwendung als Heizgas und zur Herstellung vieler anderer organischer Verbindungen

Benzin s Hauptbestandteile sind Alkane ( C n H 2n+2 ), Alkene ( C n H 2n ), Cycloalkane und aromatische Kohlenwasserstoffe Herstellung aus veredelten Komponenten der Erdölraffination (Destillation und Cracken) Zugabe von verschiedenen Additiven Nutzung überwiegend als Kraftstoff

Kohle s bräunlich-schwarzes Sedimentgestein (> 50% Kohlenstoff) entsteht aus pflanzlichen Überresten, die unter Luftabschluss über Jahrmillionen hohem Druck und hoher Temperatur ausgesetzt sind Nutzung hauptsächlich zur Energiegewinnung in Kraftwerken zu Kohlenstoffdioxid, Wasser und anderen Gasen (z.b. Schwefeldioxid)

Schadstoffe s s sind häufig sehr komplex es entstehen unerwünschte Nebenprodukte: keine vollständige ausreichende Sauerstoffzufuhr: CH 4 + 2 O 2 CO 2 + 2 H 2 O ungenügende Sauerstoffzufuhr{ 2 CH 4 + 3 O 2 2 CO + 4 H 2 O CH 4 + O 2 C + 2 H 2 O Verunreinigungen im Brennstoff Reaktion der anderen in Luft enthaltenen Gase Nebenprodukte sind oft umwelt- oder gesundheitsschädlich Nutzenergie wird geringer

Schadstoffe s Verbesserung von sn durch: Senkung des Verbrauchs der Brennstoffe durch Steigerung des Wirkungsgrads möglichst geringe Belastung der Umwelt durch Vermeidung der Bildung und Emission von Schadstoffen Senkung der Emission von Kohlenstoffdioxid und anderer Treibhausgase weitere Anforderungen: Sicherheit, Zuverlässigkeit, geringe Kosten, einfache Nutzung