Sächsischer Weinbautag 27.02.2016 Integrierung biologischer Pflanzenschutzmittel in die konventionelle Spritzfolge Marcel Idler Biofa AG
Agenda Die BiofaAG Weshalb Bio-Pflanzenschutzmittel einsetzen? Für den integrierten Pflanzenschutz geeignete Bio-Produkte VitiSan WETCIT Botector Praktische Beispiele der Integrierung biol. Pflanzenschutzmittel in die konv. Spritzfolge
Die BiofaAG MittelständischesUnternehmenmitSitzin Münsingen Komplettprogramman Betriebsmittelnfürden biologischen Anbau Focus auf SonderkulturenwieWein-, Obst-, Gemüse-und Zierpflanzenbau Fungizideund Pflanzenstärkungsmittel Insektizide Dünger Nützlinge& mehr
Alle unsere Produkte sind gemäß EU-Öko- Verordnung(Nr. 834/2007 und 2092/91) zulässig und auf der FibL-Betriebsmittelliste gelistet
Weshalb Bio-Pflanzenschutzmittel einsetzen??? Zunehmende Probleme mit Resistenzen, erfordern zusätzliche Wirkstoffe (v.a. bei der Oidiumbekämpfung) Biologische Fungizide besitzen i.d.r. eine reine Kontaktwirkung Kein Eingreifen in den Entwicklungszyklus des Pilzes, somit ist Resistenzbildung ausgeschlossen Verbraucher fordern rückstandsfreie/arme Produkte Anwenderschutz Schutz der Umwelt, sowie der natürlichen Flora und Fauna im Weinberg
Voraussetzungen für einen erfolgreichen Pflanzenschutz Geringere N-Düngung reduziert die Anfälligkeit Erzeugung einer luftigen Laubwand bessere Anlagerung der Spritzbrühe Gute Belichtung/Belüftung der Traubenzone schnelleres Abtrocknen
Rückstandsfreies Oidiumfungizid zur Verhinderung von Resistenzen (Kaliumhydrogencarbonat)
Fakten
Wirkung von Bikarbonaten auf Pilzkrankheiten schon seit längerer Zeit im ökologischen Weinbau bekannt. Erste anerkannte Versuche in den 90er-Jahren
14.02.2006 Als Pflanzenstärkungsmittel gemäß dem Pflanzenschutzgesetz in der Fassung vom 14. Mai 1998 (PflSchG alt) gelistet
01.09.2009 Kaliumhydrogencarbonat wird als Wirkstoff in Anhang I der Richtlinie 91/414/EWG aufgenommen.
Mai 2014 VitiSan ist ein registriertes Pflanzenschutzmittel
Produkteigenschaften
Pflanzenschutzmittel auf Basis von Kaliumhydrogencarbonat Wirkstoff: KHCO3
Kaliumhydrogencarbonat wird in der Lebensmittelindustrie verwendet und ist auf den Trauben nicht rückstandsrelevant
Die Anwendung im Weinbau
Zugelassen sind 6 Behandlungen in Kelter- und Tafeltrauben. Der Basisaufwand beträgt 3 kg / ha. Eine Wartezeit nach der Anwendung von VitiSan existiert nicht!
Eignet sich sehr gut als Zusatz zu einem organischen Oidiumfungizid zur Resitenzvorbeugung. Ideal für Abschlussspritzung (fehlende Wartezeit ermöglicht Spätbehandlung)
Erfolgreiches Resistenzmanagement
Begrenzte Anzahl an Wirkstoffen und Kreuzrestistenzen mit Botrytizidenerschweren einen ständigen Wirkstoffwechsel. Verstärkte Nachfrage nach Oidiumfungiziden mit stoppender Wirkung.
Veränderung des ph-wertes auf dem Blatt zu Ungunsten des Pilzes Trocknet aktives Pilzgeflecht aus und führt zum Platzen der Sporen (stoppende Wirkung) Abhärtung der Beerenhaut erhöht Widerstandsfähigkeit gegen Botrytis
Praxisversuche 2014
Praxisversuche 2014 VitiSan als sinnvoller Baustein einer integrierten Pflanzenschutzstrategie zur Vermeidung von Rückständen und Resistenzen
VitiSan zu den letzten Spritzungen Klassischer Einsatzzeitpunkt der Azoleliegt bei den letzten beiden Spritzungen Jedoch sind die Azolebereits in sehr vielen Kombiprodukten enthalten -> Gefahr von shifting Artikel zu diesem Thema im dt. Weinbau 06/2015
VitiSan zu den letzten Spritzungen Aufwandmenge: 8 10 kg / ha VitiSan + Netzmittel Kosten für VitiSan : ca. 25,00 / ha Botrytisnebenwirkungvon VitiSan muss beim Kostenvergleich auch berücksichtigt werden!
VitiSan zu den letzten beiden Spritzungen
Botrytisnebenwirkung von VitiSan Der regelmäßige Einsatz von VitiSan führt zu einer Abhärtung der Beerenhaut Die Verschiebung des ph-werts wirkt sich zudem negativ auf die Entwicklung des Pilzes aus Späte Anwendung aufgrund fehlender Wartezeit möglich
Botrytisnebenwirkung von VitiSan
Aus wird Netz- und Haftmittel auf Basis von Orangenöl Verbesserte Formulierung + geringere Aufwandmenge = maximaler Erfolg!!
Netz- und Haftmittel auf Basis von Orangenöl Wirkstoff: D-Limonen und Fettalkoholethoxylat
Netz- und Haftmittel auf Basis von Orangenöl Verbessert die Regenfestigkeit des Spritzbelags und optimiert die Wirkung von Pflanzenschutz-bzw. Pflanzenstärkungsmitteln (benetzende + fungizide Wirkung des Pflanzenöls) Führt zu einer schnelleren Abtrocknung der Laubwandund der Trauben (Wasser perlt von der Pflanzenoberfläche ab) Zeigt in Kombination mit VitiSan oder Schwefel eine sehr gute Wirkung gegen Oidium
Auswirkung des Zusatz von WETCIT zum Netzschwefel Demonstrationsversuch 2013 in Westhofen Rebsorte: Müller-Thurgau Spritzabstand: 7 14 Tage
Auswirkung des Zusatz von WETCIT zum Netzschwefel (Westhofen 2013 M-Th.)
Botector Biotechnologisches Botrytizid
Botector Biotechnologisches Botrytizid Seit 2016: Zugelassen in Tafel- und Keltertrauben gegen Botrytis
Botector Aktive Substanz 2 Isolate von Aureobasidium pullulans Pilz mit asexueller, hefeähnlicher Vermehrungsform (Blastosporen)
Botector Aktive Substanz 2 Isolate von Aureobasidium pullulans Pilz mit asexueller, hefeähnlicher Vermehrungsform (Blastosporen) kommt in der Umwelt natürlich vor (Boden, Pflanzenoberfläche) gut adaptiert, trockentolerant, unempfindlich gegenüber Sonnenlicht, genügsam
Wirkmechanismus Antagonismus Konkurrenz um Platz und Nährstoffe bio-ferm bio-ferm bio-ferm 1. Mikrorisse auf der Pflanzenoberfläche stellen natürliche Eintrittspforten für Schaderreger dar. Diese Risse werden unmittelbar nach der Ausbringung von Aureobasidium pullulans besiedelt. 2. Durch die rasche Vermehrung von Aureobasidiumpullulans werden freiwerdende Nährstoffe aufgenommen und die Entwicklung der Schaderreger gehemmt. 3. Der Mikroriss ist mit Aureobasidium pullulans versiegelt. Ein natürliches Schutzschild wurde gebildet und somit das Eindringen der Schaderreger verhindert. Aureobasidium pullulans Schaderreger KeineEntwicklung von Resistenzenmöglich KeineBildung von chemisch-synthetischen Rückständen
Verpackungseinheit Pflanzenschutzmittelzulassung Deutschland max. 3 Behandlungen Für integrierte Produktion max. 3 Behandlungen (zusätzlich zu den chemischen Behandlungen) Verpackung Aktive Substanz: 5x10 9 cfu/g Aureobasidiumpullulans Gebindegrößen: 0,4 kg (Hektareinheit), bzw. 10 x 0,4 kg Haltbarkeit ab Herstellungsdatum: bei Raumtemperatur ( 20ºC) 9 Monate bei gekühlter Lagerung ( 8ºC) 24 Monate
Anwendungstermine 3 Applikationen an 4 verschiedenen Terminen möglich BBCH 68: in die abgehende Blüte vs. latente Infektion, witterungsabhängig BBCH 77: vor Traubenschluss vs. Gerüst- und Beereninfektion BBCH 85: zu Weichwerden vs. Beereninfektion (natürliche Abwehrkraft der Rebe bricht zusammen) (nach Lorenz et al., 1994) witterungsabhängig BBCH 85-89: während Reifephase vs. Beereninfektion (empfindlichstes Stadium) Botectorkann kombiniert abwechselnd mit chemischen Produkten angewendet werden
Botector Demoversuch 2014 Aspichhof Ottersweier
Botector keine Beeinflussung der Reife Kein negativer Einfluss auf die Weinbereitung und Weinqualität keine Wartefrist keine chemisch-synthetischen Rückstände keine Gefahr einer Resistenzentwicklung Keine Geschmacksveränderung und Spritzflecken bei Tafeltrauben Mischbarkeit beachten!!! Infos unter: www.botector.eu
Praktische Beispiele der Integrierung biologischer Pflanzenschutzmittel in die konventionelle Spritzfolge +
Möglichkeiten der Integrierung alternativer Pflanzenschutzmittel im konventionellen Rebschutz Vorblütespritzungen Organisches Peronosporafungizid + Evtl. Phosphonat + Netzschwefel + 0,5 0,8 L/ha WETCIT Verbesserung der Wirkung des Netzschwefels durch Zusatz von WETCIT
Möglichkeiten der Integrierung alternativer Pflanzenschutzmittel im konventionellen Rebschutz Vorblütespritzungen Organisches Peronosporafungizid + Evtl. Phosphonat + Netzschwefel + 2,0 L/ha AminoVital (bei schwachem Wuchs)
Möglichkeiten der Integrierung alternativer Pflanzenschutzmittel im konventionellen Rebschutz Abgehende Blüte bis Traubenschluss Peronosporafungizid + Organisches Oidiumfungizid + 5 kg/ha VitiSan + 1,0 L/ha WETCIT Verbesserung Resistenzvorbeugung und Abhärtung der Beerenhaut.
Möglichkeiten der Integrierung alternativer Pflanzenschutzmittel im konventionellen Rebschutz Oidium-Stopp-Behandlung Nur Traubenzone behandeln Hohe Brühmenge: > 800 l/ha VitiSan: 1 1,50 %ig + WETCIT 0,2% ig Behandlung nach 2-3 Tagen wiederholen!
Möglichkeiten der Integrierung alternativer Pflanzenschutzmittel im konventionellen Rebschutz Kurz vor Traubenschluss Spezialbotrytizid + 4 5 kg/ha VitiSan In die Traubenzone beidseitig Applizieren!
Möglichkeiten der Integrierung alternativer Pflanzenschutzmittel im konventionellen Rebschutz Kurz vor Traubenschluss 0,4 kg/ha Botector In die Traubenzone beidseitig Applizieren!.
Möglichkeiten der Integrierung alternativer Pflanzenschutzmittel im konventionellen Rebschutz Vorletzte und letzte Behandlung Kupfer / organisches Peronosporafungizid + 8 kg 10 kg/ha VitiSan + 1,5-2 L/ha ORO-MAG Sicherer Schutz gegen Oidium-Spätbefall Nebenwirkung gegen Botrytis Stiellähmprophylaxe
Möglichkeiten der Integrierung alternativer Pflanzenschutzmittel im konventionellen Rebschutz Reifebeginn 0,4 kg/ha Botector in die Traubenzone beidseitig applizieren Kombination mit Mg-Blattdüngern (z.b. Diaglutin-Mg) zur Stiellähmevorbeugung möglich Bittersalz nur in reduzierter Aufwandmenge möglich
Möglichkeiten der Integrierung alternativer Pflanzenschutzmittel im konventionellen Rebschutz Vorletzte und letzte Behandlung Bei Kombination aus einem Kupferprodukt und VitiSan zeigten Versuche und Praxiserfahrungen der letzten Jahre die beste Mischbarkeit und Verträglichkeit mit
Flüssiges Kupferprodukt auf Basis eines tribasischen Kupfersulfats, zugelassen gegen Falschen Mehltau an Reben 190 g/l Reinkupfer 21 Tage Wartezeit Sehr gute Pflanzenverträglichkeit auch unter Stressbedingungen Optimale Mischbarkeit mit VitiSan, Pottasol und Blattdüngern
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
www.biofa-profi.de