Elektronische Zündung

Ähnliche Dokumente
Elektronische Zündung

Spulenzündung/Zündkerzen

Zündleitungen (Zündkabel)

So sollte es sein. Gesamtsystem (Bild 001) Einen Überblick über das vollständige Einspritzsystem eines modernen Fahrzeuges verschafft Bild 001.

Der Autor übernimmt keine Haftung für etweiige Schäden die durch diese Prüfanleitung entstehen

Sensoren. Diagnose. Sensoren Diagnose. Elektrik / Elektronik Komfort- und Sicherheitselektronik. AGVS Ausbildungszentrum Berner Oberland 1/25

Fiat Punto 176 Zündkabel und Zündspule

Zündspulen im Kraftfahrzeug. Funktion, Diagnose, Fehlersuche. Thermo Management. Verkaufs- Unterstützung. Unsere Ideen, Ihr Erfolg.

Signalanalyse. Rechtecksignale

Elektrotechnik / Elektrik / Elektronik Basiskenntnisse Mess- und Prüfgeräte. Bildquelle: Elektrotechnik

Beru Zündungsteile So schaffen Sie problemlos die Abgasuntersuchung. Perfektion eingebaut

Motor Kühlung. Diagnose. Bildquelle: Kühlung. Diagnose. AGVS Ausbildungszentrum Berner Oberland 1/6

file://c:\documents and Settings\kfzhans.BUERO1\Local Settings\Temp\ e...

Diagnose in elektronischen Kfz-Systemen

Standardkerze. Anschlußmutter. Mittelelektrode mit Kupferkern. Kriechstrom barrieren Gewinde Isolator. Masseelektrode. Dichtring Dichtungen

Verstellbarer Turbolader

Anleitung. Unrunder Motorlauf/ Leerlaufproblembeseitigung

Bildquelle: Oszilloskop. Grundlagen. AGVS Ausbildungszentrum Berner Oberland 1/10

Fehlercodes und deren Ursachen sowie Auswirkungen für den ASZ, AXR und ATD Motor. Fehlercode: Text: Luftmassenmesser G70 unplausibles Signal


Die VP44-Einspritzpumpe in der Werkstattpraxis (2)

Informationen und Tipps zu Zündspulen für HKZ Zündanlagen

ELEXBO. ELektro - EXperimentier - BOx

-Cruise (Kein Can) Einbauanleitung für Suzuki Jimny 1.5 DDiS Produktion Altendorf GmbH Telefon Rev. 2.

LPG STARTBOX. Betriebsanleitung

Kontaktlose Zündanlage mit mechanischer Zündverstellung, ZTH /M

Boyer Bransden MK III Elektronische Zündung für Enfield 350/500 cc Montage-Anleitung

Nur für den internen Gebrauch. VOLKSWAGEN AG, Wolfsburg Alle Rechte sowie technische Änderungen vorbehalten Technischer Stand: 05/96

Elektrik / Elektronik Löten. Grundlagen. Bildquelle: Weller. Löten. Grundlagen. AGVS Ausbildungszentrum Berner Oberland 1/7

Motor Steuerung. Grundlagen. Bildquelle: Auto & Technik. Grundlagen. AGVS Ausbildungszentrum Berner Oberland 1/10

Motor Kühlung. Grundlagen. Bildquelle: Kühlung. Grundlagen. AGVS Ausbildungszentrum Berner Oberland 1/10

Entwicklung und experimentelle Erprobung eines Ruß- und Partikelsensors

Diese Anleitung soll Hinweise zum erfolgreichen Bestehen des Abgastests EURO-3 für Motorräder geben.

Universelle Fahrzeugsystem-Analyse FSA mit innovativer Sensorprüfung von Bosch

ELEXBO A-Car-Engineering

Fehlercode Klartext B0132 Batterie Spannung hoch C-123 B0132 Batterie Spannung niedrig C-123 B0158 Sensor Außentemperatur Spannung zu klein DIS

-Cruise II (Kein CAN)

ELEXBO A-Car-Engineering

Lufteinblasung prüfen

Dieselmotor Eigenschaften

Motorsteuerungssysteme/Gesamtsystemaufbau

Konventionelle Batteriezündanlage

Bedienungsanleitung KFZ-Messgerät ADD760

Airbag. Diagnose. Airbag Diagnose. Elektrik / Elektronik Komfort- und Sicherheitselektronik. AGVS Ausbildungszentrum Berner Oberland 1/12

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Elektrik / Elektronik Sensoren & Aktoren. Bildquelle:Hella. Sensoren & Aktoren. Grundlagen. AGVS Ausbildungszentrum Berner Oberland 1/16

Vielfachmessgerät Best. -Nr. MT02583

Einbauhinweise für Hochtemperatursensoren M-TS Pt200 Art.-Nr

Gebrauchsanweisung

Wechselstrom. Versuch 1a Wechselstromgenerator Dynamo Leerlauf. Wasser. Dynamo. Klemme. Oszilloskop (alt) Loch. 5 V/cm 1 ms

Physik-Übung * Jahrgangsstufe 9 * Der Transistor Blatt 1

Umweltfreundlicher Betrieb von Bootsmotoren

Antrieb Kupplung. Grundlagen. Bildquelle: LUK Kupplung. Grundlagen. AGVS Ausbildungszentrum Berner Oberland 1/20

Motor Aufladung. Grundlagen. Bildquelle: Bugatti. Aufladung. Grundlagen. AGVS Ausbildungszentrum Berner Oberland 1/12

13. Dioden Grundlagen

Diese Anleitung soll bei der Fehlereingrenzung bei Auftreten des in der Folge beschriebenen Fehlers helfen und dessen Behebung erleichtern.

Problemlösungen EVO Kabelbaum Dellorto

-Cruise CAN. Einbauanleitung

Ladeanlage. Grundlagen. Grundlagen Ausmessen, Diagnose. Elektrik / Elektronik Ladeanlage. AGVS Ausbildungszentrum Berner Oberland 1/16

Motorkunde. Zur richtigen Bedienung und Wartung soll ein Maschinist die Motorbauarten und Arbeitsweisen kennen. Feuerwehrgeräte mit Verbrennungsmotor:

VeloSolex - Hilfestellung bei Problemen mit der Zündung

Modul Applikationsentwicklung Kapitel 5: Das Drehmomentenmodell. Dipl.-Ing. M.Graf

ZÜNDANLAGE 8D - 1 ZÜNDANLAGE INHALTSVERZEICHNIS

TRAVEL POWER 230 V AC, 32 A, 50 Hz ( ) Travel Power

Physik-Übung * Jahrgangsstufe 8 * Elektrische Widerstände Blatt 1

Bedienungsanleitung. Produktspezifikation: Abmessungen: 49mm x 27mm x 33mm. Betriebsspannung: 9~^16V DC. Arbeitsstrom: <40mA@12.9V

Fehlercode-Tabelle. für OBD-2 Diagnosegeräte (auch CAN) U280 / U281 / U380 / U480 U381 / U581 / VAG5053 / U585

Digitale Zündung ZDG3

Aufgabenblätter für den Elektro-Grundbaukasten Anordnung der Bauteile im Elektro-Grundbaukasten:

NTB Druckdatum: ELA I

Alles über Zündspulen

HV Netzteil für die Anodenspannung

1. VORSTELLUNG LED EIN/AUS

Fiat Punto 188 Zündkerzen wechseln

Doppelspulenzündung für Ottomotorenkonzepte mit AGR

Gleichstromkreise. 1.Übung am 25 März 2006 Methoden der Physik SS2006 Prof. Wladyslaw Szymanski. Elisabeth Seibold Nathalie Tassotti Tobias Krieger

CAN-Datenbus von Bosch

Modul 2. Fahrzeug-Elektronik. Automobildiagnostiker mit eidg. Fachausweis. Fachrichtung Nutzfahrzeuge. Fachrichtung leichte Motorfahrzeuge

Physikalisches Praktikum

Grundeinstellung am T4 AAF 5 Zylinder Benzin Motor um BJ 91

- Vorabversion - POKOMOTO - Einspritzanlage für 2- und 4-Takt Motoren

das ABS kontrolliert ob Fehler da sind (sieht man an den ABS Warnlampen)

Grundlagen der Elektrotechnik: Wechselstromwiderstand Xc Seite 1 R =

Versuch: Test und Diagnosesystem am Messfahrzeug Porsche Cayman R

Multimeter Kapitel 3

Bedienungsanleitung Multimeter HP760C

Fehlersuche Einspritzung

INFO' DIAG DIAGNOSESTATIONEN NIEDERLASSUNGEN G-HÄNDLER SCHULUNGSZENTREN. Ersetzt die Info Diag Nr. 146 vom 23. September 2003.

2 Schaltpläne. 2.1 Bauteile und Aufbau eines Stromkreises

Eigendiagnose durchführen - vollautomatisch geregelte Klimaanlage Fehlertabelle

Statische Prüfungen

PEKATRONIC/XCESS Fensterheber- und Schiebedachmodul Power Window Roll Up/Roll Down Interface

1GV = V Schreiben Sie die folgenden Werte in sinnvolle 1MV = Werte mit Massvorsätzen um : ( z.b 0,0004V = 400µV) 1mV = 17 10²A 0,000 02V 0,03MV

Fehlercodes und deren Ursachen für den ASV, AGR und ALH Motor

Reparaturanleitung plötzlicher Leistungsverlust durch defektes AGR Kangoo Ph1 1.9dTi

Was ist ein Elektromotor?

Kabelsatzinformationen Corsa-C ab MJ 2001

Für Schäden durch diese Übungen oder durch falsche Angaben wird keine Haftung übernommen! lutzedd61

Aus Widerständen und mit rotem Kopf...

Stufenaufladung M57TU2TOP. Bauteil-Kurzbeschreibung. Ladergruppe, Ansicht von rechts. FUB-FUB-FB A06 Stufenaufladung M57TU2TOP

Transkript:

Bildquelle: NGK Elektronische AGVS Ausbildungszentrum Berner Oberland 1/17 L:\Kurse\ab 2012\AM 3.1\1 Theorien\2016.09_AM_EL_Zuendung_.docx 01.11.2016

INHALTSVERZEICHNIS GRUNDPRINZIP... 3 ZÜNDKENNFELD... 3 ZÜNDSPULEN... 4 Doppelfunkenzündspule... 4 Einzelfunkenzündspule... 5 ZÜNDSPANNUNGSBEDARF... 6 Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) / Entstörung... 6 DREHZAHLERFASSUNG... 7 Induktivgeber... 7 Hallgeber... 7 Nockenwellengeber... 8 PEDALWERTGEBER... 8 MOTORLASTERKENNUNG... 9 Saugrohrdrucksensor mit integriertem Ansauglufttemperaturfühler... 9 Heissfilmluftmassenmesser... 9 MOTORTEMPERATURSENSOR... 10 ANSAUGLUFTTEMPERATURFÜHLER... 10 KLOPFREGELUNG... 11 Klopfsensor... 11 DIAGNOSE AN DER ZÜNDANLAGE... 12 Aufsuchen von Zündstörungen... 12 Zündspulen prüfen... 13 OSZILLOSKOPBILDER EINER VZ UND TYPISCHE WERTE DER SENSOREN... 14 Kurbelwellensensor (Induktivgeber), Typische Werte:... 14 Nockenwellengeber (Hallgeber)... 14 FEHLZÜNDUNGEN... 15 Zündkabel prüfen... 15 Zündkerzenbilder und ihre Fehlerquellen... 15 ZÜNDANLAGE MIT MOTORTESTER PRÜFEN/EINSTELLEN... 16 SCHNELLPRÜFUNG... 17 AGVS Ausbildungszentrum Berner Oberland 2/17 L:\Kurse\ab 2012\AM 3.1\1 Theorien\2016.09_AM_EL_Zuendung_.docx 01.11.2016

Grundprinzip Aus den Sensorsignalen für Last und Drehzahl (das sind die sogenannten Hauptgrössen) ergibt sich ein Kennfeld. Die anderen Sensoren (Kühlmitteltemperaturgeber, Drosselklappenpotentiometer, Klopfsensor, Pedalwertgeber) sind sogenannte Korrektursignale oder auch Korrekturgrössen, die die Höhe des Kennfeldes verschieben können. Zündkennfeld So oder ähnlich kann ein Kennfeld aussehen, das bei der Entwicklung im Motorsteuergerät abgelegt wird. Ähnliche Kennfelder gibt es natürlich auch für andere Teilsysteme, wie z. B. für die Einspritzung, Ladedruckregelung, elektrische Gasbetätigung, Nockenwellenverstellung, Abgasrückführung usw. AGVS Ausbildungszentrum Berner Oberland 3/17 L:\Kurse\ab 2012\AM 3.1\1 Theorien\2016.09_AM_EL_Zuendung_.docx 01.11.2016

Zündspulen Doppelfunkenzündspule Die Zylinderpaare sind so gewählt dass sich der eine im Kompressionstakt und der andere sich im Ausstosstakt befindet. (z.b. 1/4 und 2/3), Während der erfolgt an beiden Zündkerzen ein Funkenüberschlag.Klemme 1 und 15: sind Niederspannungsanschlüsse. Minus(1)- und Plus(15). Durch sie wird die Zündspule mit Strom versorgt. Aufbau Doppelfunkenspulenzündung Sekundär-Stromkreis Bildquelle: NGK/AMAG/Beru AGVS Ausbildungszentrum Berner Oberland 4/17 L:\Kurse\ab 2012\AM 3.1\1 Theorien\2016.09_AM_EL_Zuendung_.docx 01.11.2016

Einzelfunkenzündspule Bei Einzelzündspulen wird der Sekundärstromkreis nicht über eine weitere Zündkerze geschlossen, sondern über ein separates Massekabel. Wird dieses Massekabel getrennt, kann es zu Schäden an Zündspulen, Endstufen und am Motorsteuergerät kommen. Die Hochspannungsdiode verhindert einen Zündfunken beim Einschalten des Primärstromes. Wegen dieser Diode sind keine Ohmmessungen an der Sekundärspule möglich. Aufbau mit intergrierter Endstufe Mit externer Endstufe Bildquelle: NGK/AMAG AGVS Ausbildungszentrum Berner Oberland 5/17 L:\Kurse\ab 2012\AM 3.1\1 Theorien\2016.09_AM_EL_Zuendung_.docx 01.11.2016

Zündspannungsbedarf Faktor Zündspannung hoch Zündspannung niedrig Elektrodenabstand gross klein Elektrodenzustand abgebrannt neuwertig Temperatur im Brennraum niedrig hoch Gemischzusammensetzung mager, sehr fett homogenes Gemisch Verdichtung (Kompression) hoch niedrig Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) / Entstörung Wo Strom fliesst, bilden sich elektromagnetische Felder, wie man sie von Mobiltelefonen und Radiowellen kennt. Solche elektromagnetischen Felder entstehen auch bei der. Ihre Intensität nimmt zum Zeitpunkt eines jeden "Funkenabrisses" an den Mittelelektroden der Zündkerze erheblich zu, es kommt zu starken Spannungsspitzen entlang der Zündleitung. Da zu starke elektromagnetische Felder Störungen in elektronischen Geräten hervorrufen können - dem Radio, den Motor- oder Getriebe-Steuergeräten oder dem ABS - müssen sie innerhalb eines nicht schädlichen Bereichs gehalten werden. Hierzu verfügen Zündleitungen, Kerzenstecker über elektrische Entstörwiderstände von ca. 5 kω. Diese begrenzen die Spannungsspitzen beim Funkenabriss und bei der Entladung der Zündspule. Dabei wird die Energie aus anliegender Spannung und Stromstärke in ein anderes Energie- Zeitverhältnis gesetzt. 15 kω pro Zündkreis sollte nicht überschritten werden, da sonst der Zündfunke zu sehr geschwächt wird. AGVS Ausbildungszentrum Berner Oberland 6/17 L:\Kurse\ab 2012\AM 3.1\1 Theorien\2016.09_AM_EL_Zuendung_.docx 01.11.2016

Drehzahlerfassung Um die Hauptgrösse Drehzahl zu erkennen, gibt es bei den Ottomotor Managementsystemen Induktiv- und Hallgeber welche die Kurbelwellendrehzahl erfassen. Induktivgeber Die kleinen Schwingungen erkennt die Elektronik im Steuergerät als Drehzahlsignal. Das einzelne grössere Sinus-Signal wird auch erkannt und dient zur Zündauslösung. Hallgeber Bildquelle: AMAG AGVS Ausbildungszentrum Berner Oberland 7/17 L:\Kurse\ab 2012\AM 3.1\1 Theorien\2016.09_AM_EL_Zuendung_.docx 01.11.2016

Nockenwellengeber Heute gibt es auch viele Anlagen mit Nockenwellengebern. Er dient zur Zylindererkennung und wird auch als Phasensensor oder Taktsensor bezeichnet. Bildquelle: AMAG Pedalwertgeber Wird das Gaspedal getreten, ist das für das Motorsteuergerät der Fahrerwunsch. Es setzt diesen Wunsch um, indem es die Drosselklappenstellung, die, die Einspritzung und, wenn vorhanden, den Ladedruck ändert. AGVS Ausbildungszentrum Berner Oberland 8/17 L:\Kurse\ab 2012\AM 3.1\1 Theorien\2016.09_AM_EL_Zuendung_.docx 01.11.2016

Motorlasterkennung Um die Hauptgrösse Last zu erkennen, gibt es bei den Ottomotor Managementsystemen vier verschiedene Arten. Die ersten beiden werden allerdings so lange nicht mehr verbaut, dass sie hier nur wegen der Vollständigkeit kurz erwähnt werden. 1. Luftmengenmesser (Schon sehr lange durch den Luftmassenmesser ersetzt.) 2. Drosselklappenpotentiometer (Heute nur eine Korrekturgrösse.) 3. Saugrohrdrucksensor (Aufgrund der unterschiedlichen Dichte der Luft muss dieser Sensor immer im Zusammenhang mit der Ansauglufttemperatur betrachtet werden) 4. Luftmassenmesser Saugrohrdrucksensor mit integriertem Ansauglufttemperaturfühler Der Saugrohrdruckgeber arbeitet mit einer Membran, die je nach Dehnung ihr Widerstandsverhalten verändert. Bei geschlossener Drosselklappe entsteht ein niedriger Saugrohrdruck (hoher Unterdruck) und damit eine geringe Ausgangsspannung. Bei höherem Saugrohrdruck (bei geöffneter Drosselklappe) wird das Spannungssignal grösser. Heissfilmluftmassenmesser Beim Luftmassenmesser wird der Heissfilm auf eine um einen bestimmten Wert über der Ansauglufttemperatur liegenden Temperatur aufgeheizt. Je grösser die durchströmende Luftmasse, umso grösser die Abkühlung. Die Auswertungselektronik möchte den Heissfilm wieder auf die gleiche Temperatur aufheizen und braucht bei grösserer Abkühlung mehr Strom. Der Strom ist dann das Mass für die angesaugte Luftmasse. Die Auswerteelektronik macht daraus ein Spannungssignal für das Motorsteuergerät. Der Luftmassenmesser in der Grafik rechts kann noch ein weiteres Signal an das Motorsteuergerät liefern. Er gibt ein Signal der Ansauglufttemperatur. Bildquelle: AMAG AGVS Ausbildungszentrum Berner Oberland 9/17 L:\Kurse\ab 2012\AM 3.1\1 Theorien\2016.09_AM_EL_Zuendung_.docx 01.11.2016

Motortemperatursensor Die Kühlmitteltemperatursensoren dienen als Korrekturgrösse und sind sogenannte NTC Widerstände. Das heisst, sie haben einen negativen Temperaturcoeffizienten. Mit steigender Temperatur nimmt der Widerstandswert ab. Man spricht auch von einem Heissleiter, weil der Widerstandswert im heissen Zustand niedrig ist. Kennlinienbeispiele Ansauglufttemperaturfühler Auch Ansauglufttemperaturgeber sind in der Regel NTC-Widerstände. Bildquelle: AMAG AGVS Ausbildungszentrum Berner Oberland 10/17 L:\Kurse\ab 2012\AM 3.1\1 Theorien\2016.09_AM_EL_Zuendung_.docx 01.11.2016

Klopfregelung Klopfsensoren werden zur Erkennung einer klopfenden Verbrennung eingesetzt. Mittels der Klopfsensoren kann eine besonders effektive Verbrennung des Kraftstoff-Luftgemisches durch Zurücknahme des Zündwinkels und erneutem Annähern an die Klopfgrenze erreicht werden. Die Klopfregelung arbeitet in der Regel erst ab einer bestimmten Kühlmitteltemperatur und Last. Das Steuergerät kann ein Klopfen mit der Hilfe des Signals des Hallgebers an der Nockenwelle einem bestimmten Zylinder zuordnen (zylinderselektive Klopfregelung). Bei anhaltendem Klopfen kann das Gemisch angereichert werden und bei Motoren mit Turbolader der Ladedruck gesenkt werden. Bei Ausfall des Klopfsensors (oder des Hallgebers) schaltet das Motorsteuergerät die Klopfregelung auf Notlauf und nimmt den Zündzeitpunkt um einen festgelegten Wert zurück. Zündwinkelrücknahme Durch die Verstellung des Zündzeitpunktes in Richtung spät erfolgt auch der Zeitpunkt des grössten Druckes später und damit in die Abwärtsbewegung des Kolbens hinein. Durch die Volumenvergrösserung ist der Druck geringer. Dadurch wird die Selbstendzündung verhindert. Bei auftretendem Klopfen wird der Zündzeitpunkt um einen bestimmten Wert (in diesem Beispiel um 3,1 ) in Richtung spät verstellt. Tritt kei n Klopfen mehr auf, wird der Zündzeitpunkt in wesentlich kleineren Schritten wieder in Richtung früh verstellt. So nähert sich das System dem idealen Zündzeitpunkt. Klopfsensor Der Klopfsensor ist am Motorblock im Zylinderkopfbereich angebracht und hört die Schallschwingungen ab und wandelt diese in elektrische Spannungssignale um. Wichtig für die Praxis Nur Originalschrauben für Klopfsensoren verwenden und Anzugsdrehmoment beachten! AGVS Ausbildungszentrum Berner Oberland 11/17 L:\Kurse\ab 2012\AM 3.1\1 Theorien\2016.09_AM_EL_Zuendung_.docx 01.11.2016

an der Zündanlage Aufsuchen von Zündstörungen Fehlerspeicher auslesen und notieren Sichtkontrolle durchführen Prüfkerze an der Zündspule anschliessen (KI. 4) Starter betätigen, Prüfkerze beachten. - Ist der Funken in Ordnung - Sekundärseite prüfen (Zündkabel und Zündkerzen) - Ist der Funken nicht in Ordnung - Primärseite prüfen. Kontrollieren ob an der Kl. 15 Spannung vorhanden ist. (Sicherungen und Relais kontrollieren) Ansteuerung der Zündspule (Klemme 1) prüfen. Sichtkontrolle der Kabel und Steckverbindung durchführen Kabel auf Fehler prüfen. Zündspule prüfen, Baugleiche Spulen können evtl. untereinander ausgetauscht werden AGVS Ausbildungszentrum Berner Oberland 12/17 L:\Kurse\ab 2012\AM 3.1\1 Theorien\2016.09_AM_EL_Zuendung_.docx 01.11.2016

Zündspulen prüfen Hinweis: Vor dem Durchdrehen des Motors muss die Einspritzanlage ausser Betrieb gesetzt werden, damit der Kat nicht beschädigt wird. Mit Prüfkerze Prüfkerze anschliessen und Motor starten, oder Zündspule mit tester ansteuern. (Zündfunke muss deutlich sichtbar sein, Mindestabstand an Prüfkerze = 15-20mm = ca. 15-20kV)) Tipp: Bei Einzelfunkenspulen können diese meist untereinander getauscht werden. (Fehlerspeichereinträge bei sporadischen Fehlern) Mit dem Multimeter Primär und Sekundärwiderstand mit dem Ohmmeter ausmessen und mit den Sollwerten vergleichen. (Achtung: der Sekundärwiderstand ist wegen der Dioden heute vielfach nicht mehr messbar) Messung des Primärwiderstands Den Primärwiderstand einer Zündspule ermitteln Sie, indem Sie ein zum Beispiel ein Multimeter an die Klemmen 15 und 1 der Zündspule anschließen. Folgende Richtwerte gelten für die meisten funktionstüchtigen Zündspulen: Transistorzündanlage: 0,5 2,0 Ω. Elektronische Zündanlage mit Kennfeldzündung: 0,5 2,0 Ω. Vollelektronische Zündanlage (Einzel- und Doppelfunkentechnik): 0,3 1,0 Ω. Messung des Sekundärwiderstandes Der Sekundärwiderstand wird direkt am Hochspannungsausgang gemessen. Hier gelten folgende Richtwerte: Transistorzündanlage: 8,0 19,0 kω. Elektronische Zündanlage mit Kennfeldzündung: 8,0 19,0 kω. Vollelektronische Zündanlage (Einzel- und Doppelfunkentechnik): 8,0 15,0 kω. Mit der Diodenlampe Ansteuerung der Zündspule mit Diodenlampe prüfen. AGVS Ausbildungszentrum Berner Oberland 13/17 L:\Kurse\ab 2012\AM 3.1\1 Theorien\2016.09_AM_EL_Zuendung_.docx 01.11.2016

Oszilloskopbilder einer VZ und typische Werte der Sensoren a) Sekundärspannungsverlauf b) Drehzahlsensor-Signal / Impulsgeberrad (Kurbelwelle) c) Positionssensor-Signal (Nockenwelle) 1 Schließen 2 Zündzeitpunkt Kurbelwellensensor (Induktivgeber), Typische Werte: LED Prüflampe: Motor starten. LED blinkt. Oszilloskop: Spannung (Spitze-Spitze): ca. 10V Ohmmeter: Widerstand: meist ca. 200 Ohm gerät: Istwerte: direkte Anzeige der Motor-Drehzahl Nockenwellengeber (Hallgeber) LED Prüflampe: Motor starten. LED blinkt. Voltmeter: Spannungsversorgung prüfen Oszilloskop: Spannung (Spitze-Spitze): ca. 10V gerät: Istwerte: direkte Anzeige AGVS Ausbildungszentrum Berner Oberland 14/17 L:\Kurse\ab 2012\AM 3.1\1 Theorien\2016.09_AM_EL_Zuendung_.docx 01.11.2016

Fehlzündungen Zündkabel prüfen Zündkerzenbilder und ihre Fehlerquellen optimales Zündkerzengesicht Der Isolatorfuss ist grauweiss graugelb bis rehbraun verfärbt. Der Elektrodenabbrand ist gering. Der Wärmewert der Zündkerze wurde richtig gewählt. Keine thermische Überlastung. Verrusst verrusste Zündkerze, z.b. nach Kaltstarts, Kurzstreckenbetrieb, verschmutztem Luftfilter oder zu niedrigem Wärmewert, führt zu Zündaussetzern und schlechten Kaltstarts, verölte Zündkerze Zu viel Öl im Verbrennungsraum, Ölstand ist zu hoch, verschlissene Kolbenringe, Zylinder oder Ventilführungen. Auswirkung: Zündaussetzer oder sogar Kurzschluss der Zündkerze, Totalausfall. starker Verschleiss der Elektroden Aggressive Kraftstoff- und Ölzusätze, ungünstige Strömungseinflüsse im Brennraum (evtl. durch Ablagerungen), Motorklopfen, thermische Überlastung. Auswirkung: Zündaussetzer, besonders beim Beschleunigen, schlechtes Startverhalten. AGVS Ausbildungszentrum Berner Oberland 15/17 L:\Kurse\ab 2012\AM 3.1\1 Theorien\2016.09_AM_EL_Zuendung_.docx 01.11.2016

Zündanlage mit Motortester prüfen/einstellen Das Bosch -Zündoszilloskop benötigt folgende Anschlüsse Spannungsversorgung: Klemme 30:Batterie und Klemme 31:Masse (rote und schwarze Klemme) Messung des Primärspannungsverlaufs: Messung des Sekundärspannungsverlaufs: Klemme 15 (gelbe oder rote Klemme) und Klemme 1 (grüne oder gelbe Klemme) Zange an Klemme 4: Hochspannungskabel Triggerung: Triggerzange am Hochspannungskabel von Zylinder 1 Einzelfunken-Zündanlage Doppelfunken-Zündanlage AGVS Ausbildungszentrum Berner Oberland 16/17 L:\Kurse\ab 2012\AM 3.1\1 Theorien\2016.09_AM_EL_Zuendung_.docx 01.11.2016

Schnellprüfung AGVS Ausbildungszentrum Berner Oberland 17/17 L:\Kurse\ab 2012\AM 3.1\1 Theorien\2016.09_AM_EL_Zuendung_.docx 01.11.2016