Motivationstraining -



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Transkript:

Motivationstraining - Erfolgsfaktoren zur Mitarbeiter- und Eigenmotivation Begriffsdefinition; psychologische Hintergründe; Motivationstheorien und -formen; Motivationsmöglichkeiten; Motivationsprobleme mit Analyse und Lösung; Veränderungsprozesse motivierend einführen; Aktionsplan zur Motivationssteigerung; Motivation als Chance. TRAINPLAN seminar maker

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Inhaltsverzeichnis Einleitung...5 Was ist Motivation und wie funktioniert sie?...5 Nicht drängen - sondern fördern...6 Psychischer Druck...7 Manipulativer Druck...8 Der Motivationsbegriff...10 Motivationsbildende Faktoren...11 Motive...11 Anreize...12 Emotionen...13 Erwartungen...14 Wille und Bewusstheit...15 Positive Eigenprogrammierung...17 Motivationstheorien...19 Inhaltstheorien...19 Die Bedürfnispyramide nach Maslow...19 Das Bedürfnis-Befriedigungs-Modell...21 Prozesstheorien...22 Das Erwartungs-Wert-Modell...22 Die Instrumentalisierungstheorie als Grundlage...22 Das erweiterte kognitive Motivations-Modell...23 Die Situations-Ergebnis-Erwartung...23 Die Handlungs-Ergebnis-Erwartung...24 Die Ergebnis-Folge-Erwartung...24 Motivationsformen...25 Die eigengesteuerte Motivation...26 Die fremdgesteuerte Motivierung...26 Zusammenfassung...27 Motivationsmöglichkeiten...28 Erkennen der eigenen Grundmotive...28 1. Die Herausforderung...28 2. Zuschauen und sich von anderen inspirieren lassen...29 3. Erinnerung an bereits erfolgreich Geleistetes...29 4. Zukunftsorientierung...29 5. Sinnorientierung...30 6. Leistungs- und Zeitdruck...30 7. Wohlgefühl während der Handlung oder des Ereignisses...30 8. Wettbewerbsorientierung...31 9. Verantwortung...31 10. Gemeinsamkeitsgefühl...31 11. Umfeld...32 12. Anerkennung...32 13. Gute Vorbereitung...32 Arbeitsblatt: Meine bevorzugten Motive...33 Möglichkeiten der Selbstmotivation...34 Identifikation mit der eigenen Arbeit...34 Übungsblatt: Analyse zur Selbstmotivation - Arbeitssituation...35 Persönliche Verantwortung angenehm erleben...36 Übungsblatt: Persönliche Verantwortung...37 Checkliste: Wie gut motiviere ich mich selbst?...38 Motivierend auf andere einwirken...39 Faktoren der Mitarbeitermotivation...40 Möglichkeiten, auf Mitarbeiter motivierend einzuwirken...41 Übungsblatt: Wie gut motiviere ich meine Mitarbeiter?...42 Motivationsprobleme: Analyse und Lösung...43 Vier Schritte zur Diagnose von Motivationsproblemen...43 Die vier Schritte der Diagnose von Motivationsproblemen:...43 Übungsblatt: Analysefragen...44 Motivationstraining Seite 3

Veränderungen motivierend einführen...45 Widerstand gegen Veränderungen...45 Checkliste: Leitfragen für die Führungskraft...46 Das Fünf-Phasen-Modell...47 Veränderungen motivierend einführen...47 1. Problemdefinition...48 Checkliste Problemdefinition...48 2. Zieldefinition...49 Checkliste: Zieldefinition...49 3. Ursachenanalyse...50 Checkliste: Ursachenanalyse...50 4. Lösungsvorschläge sammeln und bewerten...51 Checkliste: Lösungsvorschläge sammeln und bewerten...51 5. Festlegen der Vorgehensweise...52 Checkliste: Festlegen der Vorgehensweise...52 Leitfaden zur Einführung eines Aktionsplanes...53 1. Analyse der momentanen Situation im Einzelgespräch...53 2. Gemeinsame Entwicklung und Realisierung eines Maßnahmenkataloges...54 3. Nachgespräch...56 Motivation als Chance begreifen...57 Tages-Clearing...58 Anhang Traineranweisung...60 Zu Arbeitsblatt Meine bevorzugten Motive...60 Motivationstraining Seite 4

EINLEITUNG In den letzten Jahren ist das Thema Motivation von einer Modeerscheinung zu einem festen Bestandteil in der Führungskräfte- und Mitarbeiterentwicklung geworden. Zahlreiche Veröffentlichungen und das steigende Interesse der Industrie und Wirtschaft an diesem Thema zeigen, welch hoher Stellenwert der Motivation heute zuerkannt wird. Viele Unternehmen haben erkannt, dass motivierende Führungskräfte und motivierte Mitarbeiter ein wesentlicher Garant für den Unternehmenserfolg sind. Zahlreiche Untersuchungen und Befragungen von Mitarbeitern ergaben, dass zufriedene und ausgeglichene Mitarbeiter wesentlich leistungsfähiger und weniger krank sind, denn: Wem die Arbeit Spaß macht, den strengt sie weniger an! Was ist Motivation und wie funktioniert sie? Entscheidend dazu beigetragen, diese Fragen zu beantworten, haben die Ergebnisse der Motivationspsychologie aus den vergangenen dreißig Jahren. Es wurden Modelle entwickelt, die das menschliche Phänomen Motivation erklärbar und nachvollziehbar machen. Maßgeblich beteiligt an dieser Entwicklung waren unter anderem die Motivationsforscher Atkinson, McClelland, Heckhausen und Weinberger. Durch ihre spezifischen Fragestellungen und langjährigen Untersuchungen ist es ihnen gelungen, den Mythos Motivation so zu entschlüsseln, dass ihre Ergebnisse heute in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung weithin zum Tragen kommen. Im Folgenden werden diese Fragen beantwortet: Womit wird Motivation häufig verwechselt? Das können Sie herausfinden Was ist Motivation? Welche Möglichkeiten es gibt, Motivation zu beeinflussen? Wie können betriebliche Motivationsprobleme schnell und effektiv beseitigt werden? Motivationstraining Seite 5

NICHT DRÄNGEN - SONDERN FÖRDERN Zunächst ist zu klären, was Motivation nicht bedeutet und was zu Demotivation führt. In vielen Unternehmen, gerade in traditionellen Industrieunternehmen, wird Motivation häufig mit dem Ausüben von Druck verwechselt. Entstehung von Demotivation Die weit verbreitete Devise lautet fälschlicher Weise: Nur wer den nötigen Druck verspürt, kann auch entsprechend gute Leistung bringen. Im Zuge der rasanten technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung der letzten zehn Jahre hat in vielen Firmen ein Umdenken stattgefunden. Ein Mitarbeiter, der schon einem hohen privaten und gesellschaftlichen Druck durch seine Familie oder berufliche Weiterbildung und ähnlichem ausgesetzt ist, vermag in seiner beruflichen Stellung nicht deswegen mehr zu leisten, weil der Vorgesetzte oder unter Umständen die Unternehmensleitung auch noch Druck auf ihn ausübt. Natürlich gibt es im betrieblichen Alltag Situationen, in denen der Führungskraft oder der Unternehmensleitung keine andere Möglichkeit bleibt, als auf das Mittel Druckausübung zurückzugreifen. Aus den Erkenntnissen der Emotionspsychologie, einer engverwandten Nachbardisziplin der Motivationspsychologie, werden zwei übergeordnete Formen der Druckausübung unterschieden, die zu Demotivation führen: Psychischer Druck Manipulativer Druck Motivationstraining Seite 6

NICHT DRÄNGEN - SONDERN FÖRDERN Psychischer Druck Bei psychischem Druck steht die Missachtung der Persönlichkeit des Mitarbeiters im Vordergrund. Dies geschieht sowohl durch die Führungskraft als auch durch zumeist ältere und erfahrenere Kollegen. Der Mitarbeiter wird vor die Wahl gestellt, entweder das Geforderte zu tun oder auf Grund seiner Verweigerung die angedrohten Konsequenzen zu tragen. Achtung des Mitarbeiters Beispiele aus der Praxis: Der Vorschlag eines Verkaufsleiters, schadhafte Werkzeugteile auf dem Kulanzwege auszutauschen, wird mit der Drohung gebilligt: Aber wenn der Umsatz im nächsten Jahr nicht wieder steigt, dann werden Sie entlassen!" Ein neuer jüngerer Kollege erläutert beim wöchentlichen Abteilungsmeeting eine neue Vorgehensweise, mit der, seiner Meinung nach, der Organisationsablauf innerhalb der Abteilung effizienter gestaltet werden könnte. Vom Abteilungsleiter erhält er die knappe Antwort: So einen neumodischen Unsinn können wir hier nicht gebrauchen. Konzentrieren Sie sich doch bitte zukünftig mehr auf Ihre eigentlichen Aufgaben!" Ein Mitarbeiter bittet um eine längst fällige Gehaltserhöhung. Die Antwort seines Chefs lautet lapidar: Eine Erhöhung Ihres Gehaltes ist auf Grund der wirtschaftlichen Entwicklung zurzeit nicht möglich. Wenn Ihnen das nicht gefällt, können Sie ja gehen. Allerdings werden Sie bei der derzeitigen Wirtschaftslage wohl kaum einen neuen Job finden!" Folgen des psychischen Drucks: Frustration Folgen des psychischen Drucks Fehlende Initiative Gleichgültigkeit Arrangement mit den gegebenen Verhältnissen Resignation Innere Kündigung Der aufgestaute seelische Druck überträgt sich nach und nach auf den Organismus. Die daraus resultierenden Folgen sind bekannt: Sie reichen von verminderter Leistungsfähigkeit bis hin zu hohen Krankenständen und verstärkter Fluktuation. Motivationstraining Seite 7

NICHT DRÄNGEN - SONDERN FÖRDERN Manipulativer Druck Nach Lutz von Rosenstiel ist Manipulation: Der geglückte Versuch von Personen, bewusst und zum eigenen Vorteil das Erleben und Verhalten anderer Personen zu beeinflussen, ohne dass diesen die Art und Weise dieses Einflusses zunächst bewusst und durchschaubar wird. Definition für manipulativen Druck Die Druckausübung erfolgt unterschwellig und wird vom anderen zunächst nicht bewusst wahrgenommen. Die zwei häufigsten Merkmale der Manipulation: Es wird des eigenen Vorteils wegen manipuliert. Dabei wird suggeriert, die Bedürfnisse des anderen würden befriedigt. Andere Personen werden beeinflusst, ohne dass sie merken, wie ihnen geschieht. Die wahren Interessen des oder der Manipulierenden werden verschleiert. Beispiele aus der Praxis: Der Personalleiter einer mittelständischen Firma befürchtet bei der Durchführung seiner Entscheidungen Widerstand von Seiten seiner Mitarbeiter. Daher gibt er ihnen nur die Informationen, die sie zwingen, seine Entscheidungen zu akzeptieren und die ihnen zugleich das Gefühl vermitteln, frei entschieden zu haben. Der Personalleiter hält Informationen bewusst und zum eigenen Vorteil zurück. Ein neuer Mitarbeiter hat einige innovative Ideen. Die alten und erfahrenen Kollegen glauben, dass er ihnen ihre Aufstiegschancen nehmen will. Dies wollen sie unterbinden. Daher weisen sie ihn nur unzureichend in sein neues Aufgabengebiet ein. Zugleich lassen sie den Chef wissen, der Neue sei unfähig. Infolge mangelhafter Informationen tritt der neue Mitarbeiter bei einigen wichtigen Verhandlungen ins Fettnäpfchen. Ihm wird schließlich gekündigt. Mangelnde und lückenhafte Informationen sowie Flüsterpropaganda führen schließlich zum gewünschten Ergebnis der Kollegen. Motivationstraining Seite 8

Manipulativer Druck hat nichts mit Motivation zu tun, wie die Beispiele zeigen. Er führt letztendlich zu Demotivation. Wird die Manipulation aufgedeckt, ist das Vertrauensverhältnis zwischen Führungskraft und Mitarbeitern oder auch zwischen Kollegen so gestört, dass eine sinnvolle Zusammenarbeit kaum noch möglich ist. Die Folgen sind die gleichen wie beim psychischen Druck. Motivation kommt nicht zum Tragen, wenn Druck ausgeübt wird. Zusammenfassung die Persönlichkeit des Mitarbeiters missachtet wird. sein Handeln oder Verhalten manipuliert wird. Wer andere motivieren möchte, braucht ein fundiertes Wissen darüber, was Motivation bedeutet und wie diese funktioniert. Motivationstraining Seite 9

DER MOTIVATIONSBEGRIFF Den Begriff Motivation hat maßgeblich die Motivationspsychologie geformt und geprägt, die seit den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts eine anerkannte Teildisziplin der Psychologie ist. Ihre Ergebnisse haben es ermöglicht, den Motivationsbegriff heute sehr genau fassen zu können. Die Wortschöpfung Motivation stammt aus dem Lateinischen, aus den Worten in movitum ire. Sinngemäß übersetzt bedeutet dies auf etwas bewegt zugehen. Auf den Menschen übertragen heißt dies, dass in ihm eine Kraft bewegt oder angetrieben wird, die dazu veranlasst, zielgerichtet auf etwas" zuzugehen. Dieses etwas hat die Motivationspsychologie als angestrebtes Ziel definiert. Woher kommt der Begriff Motivation? Damit Motivation als treibende Kraft in Bewegung gesetzt werden kann, bedarf es zunächst einer Reihe von Prozessen, die durch innere (personenspezifische) und äußere (situative) Faktoren zum Laufen gebracht werden. Motivation ist... die treibende Kraft für die Ausführung von Tätigkeiten = Handlungsbereitschaft.... ein Spiegelbild der inneren Einstellung zu einem angestrebten Zielzustand = Verhalten.... ein Prozess, der durch innere und äußere Faktoren in Gang gesetzt wird. Aus diesen drei Merkmalen lässt sich folgende Definition entwickeln: Als Motivation wird die aktivierende Ausrichtung des momentanen Lebensvollzuges (Handlungsbereitschaft und Verhalten) auf einen positiv bewerteten Zielzustand bezeichnet. An dieser Ausrichtung sind unterschiedliche Prozesse im Verhalten und Erleben beteiligt, die zusammenwirken und sich teilweise gegenseitig beeinflussen. Am Ablauf der Prozesse, die Motivation erzeugen, sind folgende Faktoren beteiligt: Definition für Motivation Motive Anreize Emotionen Erwartungen Wille und Bewusstheit Motivationstraining Seite 10