Projektionstechnik in der Festinstallation

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Transkript:

Inhalt: Projektionsflächen Projektionsarten Dimensionierung einer Projektionsanordnung

Inhalt: Projektionsflächen Bildwände White Board und weiße Wände Rückprojektionsscheiben Holographische Rückprojektionsscheiben

Inhalt: Projektionsarten Aufprojektion Rückprojektion Projektion auf holograhische Scheiben

Inhalt: Dimensionierung einer Projektionseinrichtung Bildgröße Projektionsabstand Erforderliche Lichtleistung Technische Ausrüstung

Einführung: Begriff der Projektion Der Begriff Projektion kommt aus der Mathematik (Geometrie) Man versteht darunter die Abbildung von Körpern und Figuren auf einer Ebene (Bildebene)

Bildwände / Leinwände: Stativbildwände mobile und stationäre Rahmenbildwände Standbildwände Deckeneinbaubildwände Wand-/ Deckenbildwände

Bildwände: Kenngrößen Leuchtdichtefaktor (Gain) ist ein Maß für den Wirkungsgrad einer Bildwand und beschreibt, wie viel mal heller die jeweilige Bildwand gegenüber einer mattweißen Fläche ist (z.b.1,7) Streuwinkel wird in Grad angegeben und beschreibt den Winkel, bei dem der Leuchtdichtefaktor auf die Hälfte des in der Bildnormalen gemessen Wertes gesunken ist (z.b. 30 )

Bildwände: nach DIN 19045

White Board und weiße Wände: White Board sind für Projektionen ungeeignet Nachteil: Es entsteht ein Hotspot Vorteil: Notizen im Bild sind möglich! Projektion auf eine weiße Wand bietet in manchen Fällen eine ausreichende Qualität! Spezialfarbe: Magnol, Caparol

Rückprojektionsscheiben Kunststoff: Durch Einfärbung erhöhter Kontrast Die Einfärbung verringert die Lichttransmission Diffuser particles

Rückprojektionsscheiben Optisch aktiv ist nur die gekrümmte Grenzfläche einer Optik. Bei einer Fressnel- linse wird die Oberfläche der Linse auf eine Ebene projetiert. Die optische Auflösung der Linse hängt von der Feinheit (screen pitch) der Linse ab. Es werden bis zu 10.000 verschiedene Profile für eine Projektionsscheibe eingearbeitet! Lintikulastruktur: Profilstruktur aus einer Vielzahl von parallelen, zylindrischen Rillen, die vertikal verläuft. Sie sorgt für eine gezieltere Lichtverteilung in der Horizontalen.

Holografische Projektionsscheiben Einsatzbereiche: Shops Supermarkt Flughafen Banken High traffic areas usw.

Halographische Projektionsscheiben Film mit Hologramm 30-36 Acryl oder Glasscheiben

Halographische Projektionsscheiben Projektion mit einem Winkel von ca. 30 36 Grad auf die Scheibe. Je nach Hersteller unterschiedlich Die Projektoren müssen für diesen Projektionswinkel geeignet sein, evtl. muss eine Hard- und od. Softwareanpassung für die Projektionsbedingung vorgenommen werden

Formate Die Größe der Projektionsfläche wird in Zoll (Bilddiagonale) angegeben! (1 = 25,4mm) 4:3 c a b SVGA 800x600 Pixel XGA 1024x786 Pixel a = c 2 /1,56 b = 0,75 x a 5:4 c b SXGA 1280x 1024 Pixel a = c 2 /1,64 b = 0,8 x a a 16:9 c a b WXGA 1366 768 Pixel Weitere Auflösungen am Markt z.b. 950x534 a = c 2 /1,32 b = 9/16 x a

Grundbegriffe der Lichttechnik Lichtstrom Φ v ( Lichtleistung ) Von der Strahlungsleistung - nach Bewertung mit der spektralen Hellempfindlichkeit des menschlichen Auges abgeleitete Größe ist gleich der abgestrahlten Lichtmenge Q pro Zeiteinheit t (Q/t) Einheit ( lm ) LUMEN

Lichtstärke und Beleuchtungsstärke Lichtstärke I v ( Lichtstrom pro Raumwinkel) Lichtstärke ist Strahlungsleistung pro Raumwinkel - nach Bewertung mit der spektralen Hellempfindlichkeit des menschlichen Auges abgeleitete Größe ist gleich dem abgestrahlten Lichtstrom Φ pro Raumwinkel ω Einheit Candela (cd = lm/ster) Beleuchtungsstärke E v ( Lichtstrom pro Auftrefffläche) Auftreffender Lichtstrom Φ v pro Fläche A Einheit Lux ( lx = lm/m² )

Tabelle: Beleuchtungsstärke

Leuchtdichte L v Leuchtdichten, typische (Anhaltswerte) (Lichtstärkedichte einer Fläche) Leuchtdichte ist die Lichtstärkedichte einer lichtabgebenden Fläche aus der Sicht des Betrachters. L v = 1/π cd/m² strahlt ein ideal weißer Körper zurück, wenn er von der Beleuchtungsstärke 1 lx getroffen wird. Einheit cd/m² Sonne bis 1,5 Milliarden cd/m² Klarer Himmel 2.000...12.000 cd/m² Bedeckter Himmel 1.000...6.000 cd/m² Mond 2.500 cd/m² Kerzenflamme 7.000 cd/m² Glühlampe klar 1 Million.20 Millionen cd/m² Glühlampe mattiert 5.000... 50.000 cd/m² Leuchtstofflampen 3.000... 13.000 cd/m² Natriumdampflampe 75.000... 140.000 cd/m² Quecksilberdampflampe 1,9 Millionen... 6,2 Millionen cd/m² Xenon-Hochdrucklampe 150.Millionen... 950.Millionen cd/m² Quecksilberdampfhöchstdrucklampen bis 1,7 Milliarden cd/m² TV-Bildschirm 250 cd/m² Gut beleuchtete Straßen 2 cd/m² Untere Grenze der Hellempfindung 0,00001 cd/m²

PIXELUNG Auflösung eines Bildes bei verschiedenen Pixel-Zahlen

Anzahl der Zeilen

Beispiel: Bildhöhe Für 1,5 (Winkelminuten) ergeben sich für verschiedene Betrachtungsabstände folgende optimale Bildhöhen : Betrachtungsa Zeilenhöh bstand e in mm Bildhöhe Hmax in mm für n Zeilen (= Zeilenhöhe * n) für beta r [m] 1,5' 480 575 600 768 1024 1 0,4 0,2 0,3 0,3 0,3 0,4 2 0,9 0,4 0,5 0,5 0,7 0,9 4 1,7 0,8 1,0 1,0 1,3 1,8 8 3,5 1,7 2,0 2,1 2,7 3,6 16 7,0 3,4 4,0 4,2 5,4 7,1 32 14,0 6,7 8,0 8,4 10,7 14,3 beta=1,5' entspricht 0,00043633 angenommener typischer Betrachtungsabstand r = 4 m 1,7 mm max. Zeilenhöhe vom Auge nicht mehr einzeln auflösbar 575 Zeilen mit max. 1 m Bildhöhe zu projizieren (als Optimum)/( 1,33 m Breite für 4:3)

Betrachtungsabstand Breite Projektionswand?? B min = r- max / 6 (Sehwinkel rd. 9,5 ) besser: B = r- max / 5 optimale Zuschauerabstand: Sehwinkel 45 entsprechend r opt = B * 1,2 minimaler Zuschauerabstand: Sehwinkel 60 entsprechend r min = B * 0,9

Sichtbereich

r-max B-minimal H-min r-opt r-min B-empfohlen H-empfohlen r-opt r-min 8 1,3 x 1,0 1,6 1,2 1,6 x 1,2 1,9 1,4 10 1,7 x 1,3 2,0 1,5 2,0 x 1,5 2,4 1,8 12 2,0 x 1,5 2,4 1,8 2,4 x 1,8 2,9 2,2 16 2,7 x 2,0 3,2 2,4 3,2 x 2,4 3,8 2,9 20 3,3 x 2,5 4,0 3 4,0 x 3,0 4,8 3,6 24 4,0 x 3,0 4,8 3,6 4,8 x 3,6 5,8 4,3 28 4,7 x 3,5 5,6 4,2 5,6 x 4,2 6,7 5,0 32 5,3 x 4,0 6,4 4,8 6,4 x 4,8 7,7 5,8 36 6,0 x 4,5 7,2 5,4 7,2 x 5,4 8,6 6,5 40 6,7 x 5,0 8,0 6 8,0 x 6,0 9,6 7,2 Werte gelten für Bildformat 4:3; für 16:9 sollte die Bild-/Leinwand-Breite, wenn möglich, um Faktor 1,33 erhöht werden. Projektionswand-Breite B min = r max / 6 (Sehwinkel rd. 9,5 ) besser: B = r max / 5 optimaler Zuschauerabstand: Sehwinkel 45 entsprechend r opt = B * 1,2 minimaler Zuschauer abstand: Sehwinkel 60 entsprechend r min = B * 0,9

Kontrastumfang = Differenz zwischen hellstem Licht und schwarz Für befriedigende Präsentationsqualität notwendig: 111111 10 ca. Gegebenenfalls ausreichend (Computergrafik): 1 5 ca. Für hochwertige Kinoprojektion: einige hundert : 1 wünschenswert Abhängigkeit: Störlicht und Beleuchtungsstärke Projektion

Beispiel: Störlicht auf Leinwand gemessen: bis zu 75 lx Erforderliche Beleuchtungsstärke Projektion: 75 lx x 10 = 750 lx Größe der Bildwand: 2,66 m x 2 m = 5,33 m² Lichtstrom Projektor erforderlich = 750 lm/m² x 5,33 m² = 4.000 lm 75 lx Fremdlicht 4000 ANSI-lm 1 10 750 lx projiziertes WEIß

Berechnung der Bildgröße L = 36 m B = 17 m H = 7 m max. Betrachtungsabstand r max = 35 m günstige Projektionsbreite Projektionshöhe für 4:3-Format b p-opt = 35 m / 5 = 7 m h p-opt = b p-opt * 3/4 = 7 m * 3/4 = 5,25 m Projektionsfläche A p-opt = b p-opt * h p-opt = 7 m * 5,25 m = ca. 37 m² endgültige Bildwandbreite aber abhängig von maximalem Bildformat (aspect ratio) min. Betrachtungsabstand r min = b p-opt * 0,9 = 7 m * 0,9 = 6,3 m

Berechnung: Projektor Lichtstrom festgelegt: Projektionsfläche A p- = b * h = p p 7 m * 5,25 m = ca. 37 m²?? vorhandenes Störlicht (Beleuchtungsstärke E in Lux) auf der Projektionsfläche?? Messung oder Vorab-Festlegung Beispiel: Störlicht = E = STÖR 30 Lux Minimaler Kontrast Beispiel: Kontrast = E Nutz / E STÖR = 10 : 1 Notwendiges Nutzlicht = E Nutz = E STÖR * Kontrast = 30 Lux * 10 = 300 Lux erforderlicher Lichtstrom = A p * E Nutz = 37 m² * 300 Lux = 11.100 Lumen

Berechnung der notwendigen Buchstabengröße Max. Auflösung des menschlichen Auges ca. 1`- 1,5` (Winkelminuten) Um Schrift zu lesen min. 15`- 20` (Winkelminuten) Schrift auf Informationsdisplays min 30` (Winkelminuten) festgelegt: Projektionsfläche A p- = b * h = p p 7 m * 5,25 m = ca. 37 m² max. Betrachtungsabstand r max = 35 m Min. Zeichengröße: h = r max * tan α = 35000 mm * tan 0,25 = 153 mm Bei XGA Auflösung: Pixelhöhe = 6,83 mm Ab ca. 16 m vom Auge nicht mehr auflösbar

Ermittlung: Abstand Projektor - Projektionsfläche Die Hersteller bieten Tools auf Ihren Internetseiten an!!!

Berechnung: Bildgröße oder Projektorabstand Aus Gegenstandsgröße G [mm] und Brennweite f [mm] G = LCD- od. DMD-Display b = f (B/G + 1) Linsensystem oder B = G ( b/f -1) G LCD-Display B Projektionsfläche G = Höhe des abzubildenden Gegenstandes f B = Höhe der Projektionsfläche f = Brennweite Objektiv b = Entfernung Optik - Projektionsfläche g b

Berechnung: Bildgröße oder Projektorabstand Aus dem Projektionsverhältnis Beispiel: Herstellerangabe: Projektionsverhältnis F = 1 : 1,6 2,9 Zoom Bildwandbreite: Abstand Projektor zur Bildwand * 1,6 = B min, Abstand Projektor zur Bildwand * 2,9 = B max,

Dimensionierungs-Ablauf menschl. Raumgröße Klärung Aufgabenstellung Aufo. Rückprojektion? Sehfeld Bildwandgröße Beleuchtungsbedingungen Projektor-/ Display-Technologie Bildhelligkeit Störlicht mögliche Montage- Auflösung menschl. Bild-/Programm- Material Projektor- Lichtstrom Objektiv Position Auge Bildauflösung Signalführung, Anschlusstechnik, Processing

Gegenüberstellung: Aufprojektion - Rückprojektion Aufprojektion: Empfindlich für Störlicht Geräuschpegel Projektor Referent im Strahlengang Niedrige Investition Rückprojektion: Unempfindlicher für Störlicht Kein Geräuschpegel vom Projektor Referent nicht im Strahlengang Zusätzlicher Platzbedarf (Rückprojektionsraum) Kompliziertere Installation Höhere Investition

Projektionsarten:

Rückprojektionseinrichtung