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1 akzente Fachstelle Suchtprävention Wir schaffen das Know-how für ein suchtfreies Leben! MIT JUGENDLICHEN ÜBER NEUE MEDIEN REDEN! Handy, Computerspiele und Internet. Was Eltern wissen sollten.

2 1 Bildung kommt von Bildschirm und nicht von Buch, sonst hieße es ja Buchung. Dieter Hildebrandt NEUE MEDIEN - WAS ELTERN WISSEN SOLLTEN Elektronische Medien haben die Welt massiv verändert. Handy, PC und Internet sind für Jugendliche aus ihrem Alltag nicht mehr wegzudenken. Durch die regelmäßige Nutzung lernen sie die vielfältigen Möglichkeiten schnell und einfach kennen, sowie für sich und ihre Zwecke zu nutzen. Sie kennen sich in der Bedienung neuer Technologien oft besser aus als ihre Eltern, was diese vor besondere Herausforderungen stellt. Als Elternteil möchte man sein Kind vor allen Gefahren bestmöglich schützen. Gleichzeitig ist es einem auch wichtig, dass sein Kind selbstständig auf Entdeckungsreise geht, Neues lernt und wichtige Kompetenzen für die spätere Alltags- und Arbeitswelt erlernt. Vor allem, wenn es um den Computer und das Internet geht, geraten Eltern oft in einen Zwiespalt: Warum sind Soziale Online Netzwerke wie Facebook bei Kindern und Jugendlichen so attraktiv? Was ist bei Computerspielen so faszinierend? Wie schütze ich mein Kind vor Risiken wie Cybermobbing? Diese Broschüre soll Ihnen praktische Tipps und Informationen über Neue Medien und deren Nutzung vermitteln und Sie im Erziehungsalltag unterstützen. Mit ein wenig Interesse für die Möglichkeiten, Chancen und Risiken der Neuen Medien und mit der Bereitschaft, mit seinem Kind über all diese Dinge zu reden, kann im gegenseitigen Vertrauen Medienkompetenz als Teil von Lebenskompetenz aufgebaut werden.

3 3 HANDYS UND MOBILE MEDIEN EINE HERAUSFORDERUNG TIPPS FÜR ELTERN Das Handy ist aus dem Leben von Kindern und Jugendlichen (sowie Respektieren Sie die große Bedeu- auch Erwachsenen) nicht mehr wegzudenken. Mobile Medien wie Tab- tung, die das Handy für Jugendliche lets nehmen eine immer größer werdende Bedeutung in der beruflichen als Mittel zur Kommunikation, Infor- wie in der privaten Mediennutzung ein. Bei Jugendlichen ist der Besitz mation und Unterhaltung hat. Lassen eines Handys bereits seit Jahren eine Selbstverständlichkeit, während Sie sich von Ihren Kindern erklären, Kinder im Volksschulalter ihr erstes Handy bekommen. Der Trend geht was das Faszinierende am Handy ist eindeutig dahin, dass konventionelle Handys durch Smartphones und und über welche Funktionen es ver- Mobile Medien verdrängt werden (vgl. KIM-Studie 2012). fügt. Die Nutzung Denken Sie auch an die Vorteile, die das Handy Ihres Kindes für Sie bringt Heranwachsende nutzen die neuen Technologien meist sorglos und (Erreichbarkeit, Flexibilität). eignen sich ihre Funktionen durch das selbstständige Tun an. Doch ein kompetenter Umgang mit den vielfältigen Möglichkeiten muss vor allem Besprechen Sie auch mögliche Gefahren der Handynutzung. Diese bei den Jüngeren durch Erwachsene unterstützt werden. Smartphones reichen von Kostenfallen durch das Herunterladen von Klingeltönen, die bieten eine große Anzahl von möglichen Anwendungen, die jüngere Weitergabe persönlicher Daten sowie die Angabe von Standorten durch Kinder überfordern können. Daher sollte beim Kauf darauf geachtet die Nutzung von Apps bis zu Belästigungen durch Nachrichten und Fotos. werden, was an Anwendungen gebraucht wird. Jugendliche wünschen sich oft das aktuellste Modell, da es für sie wichtige Funktionen (Musik, Mit jüngeren Kindern sollten Sie konkrete Regeln vereinbaren. Diese Radio, Kamera und Wecker) vereint und ein Statussymbol ist. Sie wis- reichen von Fragen der Kosten, zur Nutzung bis hin zum Thema der handy- sen um mögliche Risiken durchaus Bescheid, freien Zeiten. Auch bei älteren Jugendlichen ist es legitim zu fordern, dass sind sich aber der Konsequenzen ihres Tuns während des gemeinsamen Essens das Handy nicht genutzt werden soll. oft nicht bewusst. Handys, Smartphones und Apps bieten eine Vielzahl von interessanten Wer einen exzessiven Umgang mit dem Handy vorlebt, darf sich nicht wun- Möglichkeiten für Kommunikation, Infor- dern, wenn man von den Kindern kopiert wird. mation und Unterhaltung, allerdings sollte man insbesondere Kinder und Jugendliche Achten Sie auf Ihre eigene Mediennutzung und seien Sie ein Vorbild für über die Nutzung und mögliche Gefahren Ihre Kinder! aufklären.

4 5 Siehe auch das Thema Cybermobbing in dieser Broschüre! HÄUFIGE FRAGEN ZU HANDYS UND MOBILEN MEDIEN Was fasziniert Kinder und Jugendliche an Handys und mobilen Medien? Wie kann ich mich gegen Belästigungen über das Handy wehren? Für Jugendliche ist der Austausch mit Freunden und Bekannten be- Seien Sie wachsam für mögliche Verstörungen bei ihrem Kind in Bezug auf die sonders wichtig. Sie wollen ständig auf dem Laufenden sein, was in Handy- oder Internetnutzung. Signalisieren Sie Ihrem Kind, dass es jederzeit mit der Schule, der Clique oder dem Sportverein passiert. Jenseits des Ihnen über Probleme sprechen kann. Wird Ihr Kind belästigt, reagieren Sie nicht persönlichen Austauschs über SMS und Telefonate wird über Soziale mit einem Handy- oder Internetverbot. Es würde einer Strafe ähneln ihnen den Zu- Netzwerkplattformen kommuniziert. Via Apps kann man direkt auf So- gang zu verweigern. Versuchen Sie stattdessen Beweise zu sichern, die Person zu ziale Online Netzwerke (wie Facebook oder Twitter) zugreifen, um mit identifizieren und evt. das Gespräch mit dessen Eltern zu suchen. Bei gefährlichen Freunden zu chatten oder Fotos in sein Profil hochzuladen. Das Handy Drohungen kontaktieren Sie die Polizei. stellt somit eine direkte Verbindung zu seinem Freundeskreis dar egal wo man ist. Durch seine Multifunktionalität bietet es auch noch andere Was tun, wenn mein Kind ungeeignete Inhalte (Pornografie, Gewalt) auf dem Handy hat? Möglichkeiten zur Informationssuche (z.b. Nachrichten oder aktuelles Jugendliche holen sich vermehrt Antworten auf Fragen, die sie beschäftigen, aus Kinoprogramm) und Unterhaltung (z.b. Videos, Musik, Spiele). dem Internet. Die leichte Zugänglichkeit und Anonymität schafft ihnen einen sicheren Raum wo sie Fragen stellen können, die sie im face-to-face Gespräch nicht stellen Wie gehe ich sicher mit Apps um? würden. Technische Filter können zwar eingestellt werden, verhindern aber nicht, Apps (Kurzform für Applications ) sind kleine Zusatzprogramme aus dass man mit gewalttätigen oder pornografischen Inhalten in Berührung kommt. App-Shops, die man individuell je nach Interesse auf seinem Smart- Bemerken Sie, dass Ihr Kind ungeeignete phone oder Tablet installieren kann (z.b. Nachrichtendienste, Fahr- Inhalte am Handy hat, besprechen Sie planauskünfte, Lexika, Spiele, etc.). Dies ermöglicht eine Erweiterung diese mit ihnen oder schlagen Sie ihnen des Funktionsumfangs und eine Personalisierung des Geräts. Es gibt gute Informationsquellen z.b. zum Thema kostenpflichtige und kostenlose Apps aber Achtung: in manchen Sexualität vor, wie Gratis -Angeboten stecken versteckte Kosten, wie z.b. bei manchen Pornos sind laut dem österreichischen Ju- Spiele-Apps für die man ab einem bestimmten Level bezahlen muss. gendschutzgesetz als jugendgefährdend Genannt wird dies In-App-Käufe und kann deaktiviert werden. einzustufen. Sobald Sie als Elternteil wissen, Einige Apps verlangen bei der Installation Zugang zum Adressbuch dass Ihr Kind Pornos am Handy oder Com- oder den aktuellen Standort. Achten Sie daher bei der Installation auf puter hat, müssen diese gelöscht werden. die Zugriffsberechtigungen und deaktivieren Sie z.b. die Übertragung Eltern sind jedoch nicht dazu verpflichtet von Standorten. die Geräte ihrer Kinder auf jugendschutzge- Weitere Infos: / fährdende Inhalte zu kontrollieren.

5 7 COMPUTERSPIELE ARTEN VON COMPUTERSPIELEN Medienberichte von computerspielenden Amokläufern Kinder und Jugendliche spielen ganz verschiedene Spiele. Im sowie Publikationen zu scheinbaren Hirnschäden und Folgenden werden einige Arten dargestellt: sozialer Vereinsamung durch das Computerspielen Tomb Raider wecken Sorgen und Ängste bei Eltern. Sie müssen je- Action-, Adventure- und Rollenspiele: Spielfiguren (Avatare) doch nicht selbst zum Experten/zur Expertin werden, lösen alleine oder gemeinsam in der Gruppe unterschiedliche um ihr Kind unterstützen zu können. Ein wenig Wissen Aufgaben in einer fiktiven Welt. Jeder Avatar besitzt spezi- und Interesse am Thema sowie ein regelmäßiger Aus- fische Eigenschaften und Fähigkeiten, die erkannt und ge- tausch mit ihren Kindern bildet eine wichtige Basis, um schickt genutzt werden müssen. Durch unterschiedliche Ak- mit dieser Herausforderung umgehen zu können. tionen kann die Geschichte interaktiv gesteuert werden. Spielen ist wertvoll und mehr als nur nutzloser Zeitver- Crazy Machines treib. Das gilt auch für gute Computer- und Konsolen- Online-Rollenspiele (z.b. World of Warcraft) sind über das In- spiele. Sie fördern die Fähigkeiten und Kompetenzen ternet spielbar und enthalten neben dem Erfüllen vieler Auf- von Kindern auf vielfältige Weise. gabenstellungen auch starke soziale Komponenten (Wettbewerb, Gemeinschaft, Kommunikation in der Gruppe). So wird gespielt: Spielkonsolen (Xbox, Wii oder PlayStation) werden an Browserspiele: Kleine Online-Spiele, die im Internetbrowser den Fernseher angeschlossen. gespielt werden können. Beliebt ist auch das Spielen mit an- Handheld-Konsolen (Gameboy, PSP) sind mobile Gerä- deren über Soziale Online Netzwerke (z.b. Farmville). te zum Spielen. Auf Handys, Smartphones und Tablets können unter- Edu- & Infotainment: In Lernprogrammen kann der Stoff der schiedliche Spiele-Apps heruntergeladen werden. Schule geübt und vertieft werden (z.b. das Physikabenteuer Über das Internet und vernetzte Computer kann man playludwig). miteinander oder gegeneinander spielen. Die Wii-Steuerung mit Körpereinsatz eignet sich gut für Sportspiele Pong 1976 Breakout 1978 Space Invaders 1980 Pac-Man 1985 Tetris 1989 SimCity 1990 Lemmings 1993 Doom 1994 Warcraft

6 9 ARTEN VON COMPUTERSPIELEN Shooter: Als Shooter bezeichnet man Spiele mit realis- Mischformen: Bei einigen Spielen ist keine tisch anmutenden Schieß- und Kriegsszenarien. Man klare Genre-Einteilung möglich. Grand kämpft mit virtuellen Schusswaffen gegen andere Spie- Theft Auto (abgekürzt GTA ) ermög- ler/innen oder computergesteuerte Gegner. Je nach licht eine große Bewegungsfreiheit in- Sichtweise wird zwischen Egoshooter (Spielwelt wird nerhalb einer freien Spielumgebung und durch die Augen der Spielfigur wahrgenommen) und ist eine Mischung aus Action-Adventure, Third-Person-Shooter (Perspektive hinter der Hauptfi- Rollenspiel, Third-Person-Shooter und gur) unterschieden. Bei sogenannten Taktik-Shootern Fahrzeugsimulation. (z.b. Counter Strike ) steht das Erreichen der taktischen Spielziele durch Kommunikation mit anderen Spieler/innen im Vordergrund. Free2Play Gratis ist nicht immer gratis! Simulation- und Strategiespiele: Man bewegt sich in ei- Bei vielen Spielen, ob auf Konsole, Handy oder Computer, ex- ner fiktiven Welt und trifft taktische Entscheidungen. In perimentiert die Spieleindustrie momentan intensiv mit ver- Simulationen stehen gesellschaftliche Abbildungen im schiedenen Bezahlmodellen. Dabei scheint sich vor allem das Fokus (z.b. Die Sims ). In Strategiespielen gilt es sich ge- Free2Play -modell durchzusetzen. gen andere Spieler/innen mit einer überlegenen Strategie Free2Play bedeutet, dass man das Spiel grundsätzlich kosten- durchzusetzen. los spielen kann. Um aber im Spielverlauf voranzukommen, werden in Ingame -shops virtuelle Gegenstände (wie Rohstoffe oder Waffen) verkauft. Manche übersehen dabei die Kosten, die über die Spielzeit entstehen. Meist kosten die Gegenstände nur ein paar Cent, nach einer Zeit summiert sich aber das Geld Super Mario 1997 Diablo 1999 CounterStrike 2000 Die Sims 2004 WoW 2005 Guitar Hero 2006 Wii Sports 2007 Halo 3

7 11 ZWISCHEN FASZINATION UND GEFÄHRLICHKEIT Computerspiele sind interaktiv: Im Gegensatz zu einem Buch oder Film können Spieler/innen bei einem Computerspiel aktiv in den Verlauf der Geschichte eingreifen. Sie herrschen über ihre eigene Welt und üben Macht und Kontrolle aus. Die Handlungen zeigen eindeutige, sichtbare Konsequenzen und Phantasien können ausgelebt werden. Problematisch kann dies bei Personen werden, die mit ihrem Leben unzufrieden sind, über geringe soziale und persönliche Fähigkeiten verfügen und wenig Unterstützung durch ihr soziales Umfeld erhalten. Die virtuelle Welt lässt die Probleme zwar kurzfristig vergessen, bewältigt sie aber nicht. Computerspiele sind spannende Erlebniswelten: Spiele ermöglichen einen kurzfristigen Umstieg in eine andere Welt, die offen für die individuelle Gestaltung ist. Spieler/innen erleben sich als einflussreich und können sich in verschiedensten Formen inszenieren. Besonders für Jugendliche ist das Ausprobieren von verschiedenen Selbstinszenierungen ein wichtiger Bestandteil ihrer Entwicklung. Ein langfristiger Rückzug aus der Realität durch übermäßiges Spielen kann jedoch Risiken bis hin zur Suchtentwicklung beinhalten. Bilder aus dem Rollenspiel World of Warcraft

8 13 TIPPS FÜR ELTERN HÄUFIGE FRAGEN ZU COMPUTERSPIELEN Wie lange soll ich mein Kind spielen lassen? Wichtige Tipps, wie Sie Ihr Kind beim Computerspielen Zeitliche Empfehlungen hängen von der Art des Spiels ab unterstützen können. und davon, ob alleine oder gemeinsam gespielt wird. Dazu kommt: Wie ist der sonstige Medienkonsum des Kindes? Interessieren Sie sich für die Spiele Ihres Kindes! Viele Volksschulkinder bearbeiten Hausübungen bereits am Lassen Sie sich das Spiel erklären und entdecken sie es Computer. gemeinsam! Lassen Sie Ihr Kind gesund spielen! Achten Sie auf die Wichtig sind die Fragen: Was wird gespielt? Ist das Spiel für richtige Ausstattung (z.b. flimmerfreier Monitor) sowie Ihr Kind geeignet und versteht es die Inhalte? Alterskenn- eine ergonomische Haltung, gesunde Ernährung und zeichnungen auf Spielen beziehen sich hauptsächlich auf Pausen. Inhalte (z.b. Schimpfworte, Gewalt u.a.), gehen aber kaum Vereinbaren Sie gemeinsam Regeln! auf Qualitäten und Potenziale guter Spiele (wie motorische Bieten Sie Alternativen an! Koordination, logisches Denken u.a.) ein. Erkennen Sie Krisenzeichen und handeln Sie! Spiele fördern u.a. die Kreativität von Kindern, können über län- Ist mein Kind spiel- oder online-süchtig? gere Zeiträume aber auch Risiken beinhalten. Holen Sie Auch ein vorübergehender, übermäßiger Konsum ist noch sich Unterstützung, wenn Sie unsicher sind. keine Sucht. Sucht ist eine Krankheit, bei der nicht die Dauer Beachten Sie Spiel-Kennzeichnungen! Achten Sie auf und die Intensität des Spielens entscheiden, sondern eher die geeignete Spiele (laut Jugendschutzgesetz mit PEGI- Gründe, die jemanden veranlassen, am Computer zu spielen oder USK-Symbolen gekennzeichnet) bzw. auf die alters- oder online zu sein. Besonders ein neues Spiel lädt dazu ein, gemäße Spielbarkeit (www.bupp.at) eines Spiels. es intensiv auszutesten oft lässt die Faszination dann rasch Achten Sie auf jüngere Geschwister! Schauen jüngere nach und die Spielzeit verringert sich wieder. Kinder zu müssen die Spiele auch für sie verträglich sein. Aber: Sprechen Sie auch in dieser Situation früh mit Ihrem Vereinbaren Sie für solche Situationen Regeln mit allen Kind und versuchen Sie, die Motive für den Konsum zu Kindern. erforschen. Bedenken Sie Online-Risiken beim Spielen! Datenschutz, Internet-Abzocke und Computerviren sowie falsche Iden- Siehe auch das Thema Ist meine Tochter/mein Sohn titäten im Internet beachten. gefährdet? in dieser Broschüre! Tipps: Computer gehören nicht ins Kinderzimmer! Einteilung nach Zeit-Dritteln : Computerspielen solange wie die Dauer der Hausübungen, ein Drittel bleibt für (ungeplante) Freizeitalternativen. Achten Sie beim Spielekauf auf die Alterskennzeichnung bzw. informieren Sie sich über gute Spiele (www.bupp.at).

9 15 Weitere Infos: WAS MACHEN JUGENDLICHE IM INTERNET? Jugendliche nutzen laut der deutschen JIM-Studie fast die Hälfte ihrer Zeit im Internet für die Kommunikation, wie Mailen, Chatten oder Soziale Netzwerke. Etwa ein Viertel der Zeit wird für Aktivitäten aufgewendet, die entspannen und unterhalten (Musik hören, Videos und Bilder ansehen). Etwa gleich groß ist der Anteil, den die 12- bis 19-Jährigen für das Spielen am Computer und der Suche nach Informationen aufwenden. INHALTLICHE VERTEILUNG DER MEDIENNUTZUNG Quelle: Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest, JIM Studie 2012 STREAMING, FILE-SHARING Unter Jugendlichen ist es durchaus üblich, Musik und Filme bedenkenlos aus dem Internet zu nutzen. Sehr oft sind diese Up- und Downloads mit einer Verletzung von Urheberrechten verbunden. Das Veröffentlichen von urheberrechtlich geschützten Werken ist verboten. Ob das Herunterladen von bereits illegal angebotenen Werken verboten ist, ist rechtlich in Österreich noch nicht gänzlich geklärt. Bei Tauschbörsen werden heruntergeladene Dateien oft automatisch wieder für das illegale Hochladen bereitgestellt, wodurch man sich strafbar macht! Hier einige Tipps zum Umgang mit Musik und Film im Internet: Diskutieren Sie mit Ihrem Kind mögliche Konsequenzen (Abmahnkosten von mehreren Tausend Euro). Weitere Infos: Besprechen Sie das Thema der Strafmündigkeit (für Jugendliche gilt dies ab 14 Jahren). Überlegen Sie mögliche Alternativen. Eine gute Möglichkeit sind Creative Commons-Inhalte, diese dürfen unter bestimmten Bedingungen kostenlos weiter verwendet werden. CC-lizenzierte Musik findet man unter und Bilder sind auf der Suchmaschine verfügbar. Aktuelle Filme und Fernsehserien können legal in den Mediatheken der Fernsehanbieter angesehen werden, z.b.

10 17 WEB 2.0 UND SOZIALE ONLINE NETZWERKE Soziale Netzwerke bieten Jugendlichen vielfältige Möglichkeiten sich im Alltag zurechtzufinden, sich zu unterhalten und Spaß zu haben sowie mit anderen im Kontakt zu bleiben. Das Besondere am Web 2.0 ist das Wechseln vom passiven Konsumenten zum aktiven Produzenten von Bildern, Videos und Texten. Die Jugendlichen erschaffen sich dadurch eine zweite von Erwachsenen ungestörte Öffentlichkeit, wo sie kreativ sein Online-Lexikon Wikipedia.org können und mit ihrer Peergroup das Gemeinschaftsgefühl stärken. Beliebte Anwendungen: Videoportale: unterschiedliche Videos, die von den Nutzer/innen hineingestellt werden können, z.b. Youtube, MyVideo, Clipfish. Videos YouTube.com Weblogs: eine Art Online-Tagebuch worin Reisen oder Projekte dokumentiert werden können. Online-Lexika: Artikel können von allen Nutzer/innen gelesen und bearbeitet sowie erstellt werden z.b. SalzburgWiki, Wikipedia. Soziale Online Netzwerke: anhand eigener Online-Profile kann man Fotos, Videos, Verlinkungen und Texte mit seinen Kontakten teilen, z.b. Facebook, Twitter, MySpace. Fotoplattformen: selbstgemachte Fotos können im eigenen Profil veröffentlicht werden und für andere zugänglich gemacht werden, z.b. Flickr, Picasa, Instagram. Instant Messaging: Anwendungen, die es Nutzer/innen erlauben Weblogs wordpress.com über Kurznachrichten miteinander zu kommunizieren sowie Bilder und Videos auszutauschen. Voraussetzung ist eine bestehende Internetverbindung. Z.B. Whatsapp, ChatOn, Skype. Soziales Netzwerk facebook.com Beliebte Plattformen: youtube.com facebook.com wikipedia.org myspace.com twitter.com flickr.com instagram.com

11 19 SOCIAL WEB - SURFEN OHNE RISIKO HÄUFIGE FRAGEN ZUR NUTZUNG VON SOZIALEN ONLINE NETZWERKEN Die Plattformen des Social Webs bieten vielfältige Dienste an. Dennoch empfiehlt sich ein bewusster und kritischer Umgang. Was ist so faszinierend an Sozialen Online Netzwerken Hier einige Tipps, worauf Sie bei der Nutzung achten sollten: wie Facebook? Privatsphäre schützen: Da es auf vielen Plattformen darum In Sozialen Online Netzwerken kann man sich mit anderen geht, sich selbst zu präsentieren und seine Interessen zu tei- austauschen, Fotos, Videos und Links teilen, Interessens- len, gibt man viele private Daten von sich preis. gruppen bilden, gemeinsam Spiele spielen, Chatten, neue Kontakte knüpfen u.v.m. Die Nutzer/innen präsentieren sich Darum: in einem eigenen Profil mit möglichst vielen persönlichen Überlegen, welche Daten man angeben will Angaben, wie z.b. Hobbys, Interessen, aktuellen Aktivitäten, Beim Hochladen von Fotos darauf achten, dass niemand Fotos, Videos etc. Wenn zwei Nutzer/innen einwilligen, ver- bloßgestellt wird und die abgebildeten Personen mit der linken sie ihre Profile und werden zu Freunden. Veröffentlichung einverstanden sind Einstellungen bei Veröffentlichungen von Beiträgen beachten Kinder und Jugendliche nutzen Soziale Netzwerke vor al- (wer soll was lesen können?) lem für das Identitäts- und Beziehungsmanagement: Sich Unterschiedliche Benutzernamen und verschiedene sichere selbst darzustellen, mit verschiedenen Identitäten zu experi- Passwörter verwenden auf jeder Plattform mentieren, das Freundesnetzwerk anhand einer Freundeslis- Privatsphäre- und Kontoeinstellungen regelmäßig durchsehen te abzubilden, die Positionierung innerhalb einer Peergroup Vorsicht bei externen Anwendungen und Werbung: diese oder der Schulklasse zu stärken und den Kontakt zu Gleich- verlangen für die Nutzung oft Zugriff auf persönliche Daten altrigen zu halten all das ist in Sozialen Online Netzwerken (z.b. Telefonbuch, Standortdienste) möglich. Für Jugendliche sind diese per se erwachsenenfreie Zonen, in denen sie sich austoben können ohne Aktuelle Informationen zu Datenschutz gleich den erhobenen Zeigefinger oder Sanktionen (durch finden Sie unter Eltern, Lehrer/innen) befürchten zu müssen.

12 21 CYBERMOBBING IST MEINE TOCHTER/MEIN SOHN GEFÄHRDET? Das Internet bietet viele Anwendungen, die uns das Leben Folgende Merkmale charakterisieren ein (computer-) erleichtern, aber es schafft auch Raum für Schikanen, Er- süchtiges Verhalten: pressungen, (sexuelle) Belästigungen sowie Verbreitung von Gerüchten und Identitätsdiebstahl: Cybermobbing geschieht in Sozialen Online Netzwerken oder via Handy in Form von Nachrichten, Bildern, Videos und Kommentaren. Einengung des Verhaltensspielraums: Der Großteil der Tageszeit wird für die Benutzung des Computers verwendet. Kontrollverlust: Einer betroffenen Person gelingt es Mobbing ist kein neues Phänomen. Mit der Nutzung von nicht, ihre Zeit am Computer einzuschränken, auch wenn sie Internet und Handy gibt es neue Arten, jemanden anonym über die schädlichen Folgen Bescheid weiß. und rund um die Uhr zu belästigen, während es viele andere Toleranzentwicklung: Die Tätigkeit muss immer weiter mitverfolgen können. zeitlich ausgeweitet bzw. intensiviert werden. Falls Ihre Tochter/Ihr Sohn von Mobbing betroffen ist (oder netzugang möglich, treten Entzugserscheinungen (Unruhe, Freunde belästigt werden), besprechen Sie die Situation in Nervosität, Gereiztheit) auf. Entzugserscheinungen: Ist kein Computer- bzw. Inter- Ruhe und beachten Sie wichtige Tipps: Negative soziale Konsequenzen: Konflikte im Bereich Familie, Freunde, Schule oder Arbeitsplatz werden in Kauf Nehmen Sie Ihr Kind ernst und reden Sie mit ihm! genommen. Sorgen Sie dafür, dass die verletzenden Inhalte im Netz gelöscht werden! Das kann entweder die verantwortliche Falls mehrere Merkmale bei der Person über einen längeren Person oder der Seitenbetreiber machen. Falls nichts Zeitraum auftreten, ist es ratsam, professionelle Hilfe in passiert wenden Sie sich an den Internet Ombudsmann. Anspruch zu nehmen. Reagieren Sie nicht mit einem Internet- oder Handyverbot! Versuchen Sie den Täter/die Täterin zu identifizieren! Machen Sie die Person darauf aufmerksam, dass es sich um ein strafbares Delikt handeln kann und reden Sie ggf. mit den Eltern. Weitere Infos:

13 23 IMMER ONLINE UND VERNETZT? Tipps für die Medienerziehung Medienerziehung unterscheidet sich nicht wesentlich Um 50 Millionen Menschen zu erreichen, hat das Telefon 74, von der allgemeinen Erziehung. Einige Grundsätze, die das Fernsehen 16 und das Internet gerade mal vier Jahre Eltern dabei berücksichtigen sollten: gebraucht. Das bedeutet auch, dass für den Umgang mit diesem relativ neuen Medium viel weniger Lernzeit zur Verfügung Zeigen Sie Interesse für die Mediennutzug Ihrer gestanden ist. Dementsprechend stehen Eltern dem Internet- Kinder und reden Sie darüber! gebrauch ihrer Kinder oft ratlos gegenüber und suchen nach Stellen Sie Regeln mit zeitlichen und inhaltlichen einer Orientierungshilfe. Grenzen je nach Alter Ihres Kindes auf! Jüngere Kinder sollten nicht allein im Internet aktiv sein! (Stichwort: Jugendschutz, Vertippen auf verbotene Seiten) Sehen Sie die Chancen des Internets und fördern Sie den kreativen und kritischen Umgang damit! Seien Sie ein Vorbild: Denken Sie daran, dass Kinder den Umgang mit neuen Medien auch von ihren Eltern lernen. Medienkompetenz ist mehr als die Beherrschung der Technik: Um Medienkompetenz zu erwerben, braucht es auch Lebenserfahrung- und davon haben Sie mehr als Ihr Kind!

14 25 Impressum: Herausgeber: akzente Fachstelle Suchtprävention im Land Salzburg Idee und erstmalige Veröffentlichung: SUPRO-Werkstatt für Suchtprophylaxe, Vorarlberg, 2009 Bearbeitet und ergänzt von: akzente Salzburg und Institut für Medienbildung Salzburg Fotos: Fotolia, Shutterstock, akzente Fachstelle Suchtprävention November 2013, 3. Auflage Quellen: Bühler D., Rychener I.(2008): Handyknatsch, Internetfieber, Medienflut. Umgang mit dem Medienmix im Familienalltag. Pro Juventute. Merz-Abt, T. (2008): Orientierungshilfen für Eltern und ErzieherInnen. Vortrag anlässlich der Tagung LogIn der Suchtpräventionsstelle der Stadt Zürich am Buchtipps: Kurosh Yazdi: Junkies wie wir. Spielen. Shoppen. Internet. Was uns und unsere Kinder süchtig machtt. edition a, 2013 Tanja & Johnny Haeusler: Netzgemüse. Aufzucht und Pflege der Generation Internet. Goldmann, 2012 sowie Ratgeber der Erziehungsexperten Jesper Juul und Jan Uwe Rogge. WO BEKOMME ICH PROFESSIONELLE HILFE? Es gibt wenig Beratungsstellen, die sich ausschliesslich mit den Fragen der Computer- oder Online-Spielsucht befassen. Elternfragen rund um das Thema Erziehung beantworten Ihnen auch die Familienberatungsstellen in Ihrer Nähe. Bei Problemen rund um den Umgang mit Neuen Medien und mit Glücksspielsucht empfiehlt sich die Salzburger Spielsuchtambulanz der SALK, siehe KONTAKT: akzente Fachstelle Suchtprävention im Land Salzburg Glockengasse 4c, 5020 Salzburg Tel: Wissen was wirkt - Wir schaffen das Know-how für ein suchtfreies Leben! Institut für Medienbildung (IMB) Tel: Wir gestalten Ihre visuelle Medienpräsenz wir kultivieren Medienkompetenz!

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