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3 Vorwort Vom 10. bis 12. Mai 2007 fand die 75. Veranstaltung des Forschungsseminars zur Translationswissenschaft und Fachkommunikation als internationale Konferenz zum Thema "Die Vermittlung russischer Kultur in der Übersetzer- und Dolmetscherausbildung" an der Hochschule Magdeburg-Stendal statt im Deutschen Jahr der Geisteswissenschaften und im Internationalen Jahr der russischen Sprache. Die Konferenz stand unter der Schirmherrschaft der Internationalen Vereinigung der Lehrkräfte für russische Sprache und Literatur (MAPRJaL) und fand in Kooperation mit den Lehrstühlen für Translationswissenschaft/Russisch der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg in der Person von Frau Prof. Dr. Jekatherina Lebedewa und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz/Germersheim in der Person von Frau Prof. Dr. Birgit Menzel (Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde) statt. Dazu konnten Teilnehmer aus verschiedenen Universitäten und Einrichtungen Russlands, Spaniens, der Türkei, der USA sowie aus Deutschland begrüßt werden. Es freute uns, dass auch das Russische Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin unserer Einladung durch Herrn Dr. Nikolaj Petrovič Isaev, Leiter der Abteilung für Kultur und Bildungsprogramme, gefolgt war. Nicht unerwähnt bleiben darf der anregende erste Abend der Konferenz mit Herrn Thomas Junker (Regisseur und Filmemacher Dresden/München) und seinem großartigen Film "Jenseits der Wärme. Eine Winterreise durch Russland". Gedankt sei den Studierenden des Studienganges Fachkommunikation des Fachbereichs Kommunikation und Medien, Frau Irina Michel und Berit Marzen, die die Ausstellung mit historischen Dokumenten zur Dolmetscher- und Übersetzerausbildung Russisch von 1894 bis 1945 und mit Fotos von den russistischen Veranstaltungen des Forschungsseminars gestaltet haben. Die ausgestellten Archivalien waren das Ergebnis von über einjährigen unentgeltlichen Recherchen von Herrn Bernd Salevsky (Dipl.-Konferenzdolmetscher und -Übersetzer für Russisch und Englisch) im Geheimen Staatsarchiv in Berlin-Dahlem sowie in Berliner Bibliotheken. Ein besonderer Dank gilt den damaligen Vertretern des FASRA Herrn Saman Al-Chakmakchi und Frau Sandra Kochanski, die bei der Vorbereitung halfen, die Pausenversorgung organisierten und damit den Hauptanteil daran trugen, dass wir auch 2007 wieder das Kinderheim in Nerechta/Russland finanziell unterstützen konnten. In einer Zeit, da Bildung zu einem Luxusgut geworden ist, Luxus Geld kostet und wir Russisch als Ausbildungsfach davor retten müssen, dass es nicht als über-

4 viii Vorwort flüssig angesehen wird, scheint es dringend geboten, die Anstrengungen zu bündeln, den Erfahrungsaustausch und die Kooperation zu stärken, um der russischen Sprache und Kultur den ihr national wie international gebührenden Platz in der Ausbildung zu sichern. Am Vorabend der Konferenz war deshalb ein Antrag an das Präsidium der MAPRJaL entstanden mit der Bitte, die Sektion Translationswissenschaft und Ausbildung von Übersetzern und Dolmetschern für Russisch wiederzubeleben. Diese Initiative entstand, da die Ausbildung von Dolmetschern und Übersetzern für Russisch in Deutschland zu den ältesten in der Welt zählt (sie begann 1894 in Berlin) und der erste Lehrstuhlinhaber für Translationswissenschaft in Kombination mit Russisch im Osten Deutschlands, Prof. Dr. Otto Kade ( ), vor nahezu 30 Jahren einen solchen Vorschlag eingebracht hatte. Die Realisierung seines Anliegens auf dem V. MAPRJaL-Kongreß 1982 in Prag hat Otto Kade nicht mehr miterlebt. Wir hatten dann Prof. Dr. Anatole Alitan (Heidelberg) zum Vorsitzenden gewählt, der leider bald darauf verstarb. Das brachte die angedachte Arbeit der gerade gegründeten neuen Sektion zum Erliegen. Wir denken, es ist an der Zeit, dass sich die Russisten auf diesem Gebiet wieder enger zusammenschließen. Eine Möglichkeit dafür bietet die Internationale Russistenassoziation. Unser Dank gilt den Unterzeichnerinnen aus Spanien, Tschechien, der Türkei, den USA und Deutschland für ihre Unterstützung des Antrags, der Frau Prof. Dr. Renate Belentschikow als Präsidiumsmitglied der MAPRJaL mit der Bitte um Weiterleitung übergeben wurde. Der Einrichtung einer derartigen Sektion auf dem kommenden XII. Kongress der MAPRJaL 2011 in Shanghai sehen wir entgegen. Dass es in Deutschland noch eine dritte Professur für das Gebiet Translationswissenschaft/Russisch gibt die derzeit einzige im Osten Deutschlands, ist den klugen Entscheidungen der für die Fachhochschulen des Landes Sachsen-Anhalt im hiesigen Kultusministerium Verantwortlichen, Frau Dr. Monika Morche, zu danken, die es sich nicht nehmen ließ, an der Eröffnung der Konferenz, gemeinsam mit dem ehemaligen Mitarbeiter des Kultusministerium, Herrn Dr. Herbert Schepers, teilzunehmen. Dem Rektor der Hochschule Magdeburg-Stendal, Herrn Prof. Dr. Andreas Geiger, sei dafür gedankt, dass in den Jahren 1997 bis Veranstaltungen des Forschungsseminars in Magdeburg möglich waren (vgl. die Dokumentation im Anhang) und dafür, dass er es sich auch als Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz nicht nehmen ließ, die Konferenz zu eröffnen. In den Band aufgenommen wurden die meisten der Konferenzvorträge sowie die Beiträge von zwei Kolleginnen, die ihren Beitrag auf der Konferenz nicht halten konnten.

5 Vorwort ix Die vorliegenden 15 Beiträge wurden für die Publikation in drei Sektionen eingeteilt. Nach einem einführenden Beitrag sind unter der Überschrift "Historische und aktuelle Aspekte der russischen Kultur und ihrer Vermittlung" im ersten Abschnitt die Beiträge zum Kulturbegriff, zu Konstanten der russischen Kultur, zur Rolle der russischen Kultur in anderen Kultur- und Kommunikationsgemeinschaften am Beispiel der Türkei, zu Geschichtsbildern und zur Mentalität, zu neuen Čechov-Übersetzungen und -Inszenierungen an deutschen Bühnen, zu Problemen der Globalisierung und Werbung sowie zur Rolle der Kultur in der Fachübersetzung vereint. Der zweite Abschnitt ist der russischen Sprache als Teil und Träger der russischen Kultur gewidmet, konkret den beiden großen Kultursprachen Russisch und Deutsch, den diesbezüglichen Kompetenzkomponenten für BA-Übersetzer und -Dolmetscher, den Anforderungen und Funktionen von russisch-deutschen Wörterbüchern am Beispiel des Langzeitprojekts der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz, der Bedeutung der russischen Kultur für Russisch- Übersetzer und -Dolmetscher in den USA sowie den dortigen Testverfahren in der Ausbildung und den Erfahrungen von russischen Lehrkräften mit Studierenden aus Magdeburg während ihres Praktikums an russischen Universitäten am Beispiel Kaliningrad. Last but not least werden im dritten Abschnitt Aspekte der Praxis diskutiert die Anforderungen an Übersetzer und Dolmetscher im diplomatischen Bereich sowie an deutsche Lektoren an russischen Hochschulen. Gedankt sei Frau Dr. Lilia Probst (Humboldt-Universität zu Berlin) für die muttersprachliche Beratung und die Durchsicht der russischsprachigen Beiträge. In ihrer Verbindung von Theorie, Didaktik und Praxis verdeutlichen die Beiträge: Dem Faktor Kultur bzw. den verschiedenen Kulturen und ihrem Austausch sowie der Didaktisierung dieser Problematik kommt in unserer Zeit eine immer größere Bedeutung zu. Herzlich gedankt sei noch einmal allen Autorinnen und Autoren. Möge der vorliegende Band zu einer erneuten Beschäftigung mit der russischen Kultur beitragen, Anregungen vermitteln und zu Diskussionen führen, die der Lösung der angeschnittenen Problematik weiter voranhelfen. Berlin, im Juli 2009 Die Herausgeberinnen

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