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1 Unterrichtseinheit 1/4 - Sekundarstufe I Frisch schmeckt s besser! Öko-Lebensmittel auf kurzen Wegen

2 TITEL: SCHULSTUFE: FACH: ZEITBEDARF: Öko-Lebensmittel auf kurzen Wegen Sekundarstufe I Ernährungslehre, Arbeitslehre, Hauswirtschaft ca. 8 Stunden I. 1. INFORMATIONEN FÜR LEHRERINNEN UND LEHRER Um was geht es? Einführung 2. Zielrichtung Lehrziele 3. Vorschläge für die Unterrichtsgestaltung Einführung in den Unterricht Kurzbeschreibung der Methode 4. Aktionstipps Handlungsmöglichkeiten der Schülerinnen und Schüler 5. Weiterführende Anregungen Materialien und Medien Kooperationspartner und außerschulische Lernorte Fachverbindende Fragestellungen Bearbeitungsvarianten und Perspektiven Anbindungen an andere Unterrichtseinheiten und Projektvorschläge II. M1 M2 M3 M4 M5 MATERIALIEN FÜR DEN UNTERRICHT Sensoriktests Erkundungsauftrag Saisonkalender Vitamin C-Tests Phantasiereise Der Wunschzettelbaum Unterrichtseinheit Sek1/4 Seite 1/4

3 Informationen für Lehrkräfte I. INFORMATIONEN FÜR LEHRERINNEN UND LEHRER 1. UM WAS GEHT ES? Der Konsum regionaler und saisonaler Produkte stellt einen wesentlichen Beitrag nicht nur zur Erhaltung der individuellen Gesundheit, sondern vor allem auch für eine zukunftsorientierte umwelt- und sozialverträgliche Ernährungsweise dar. Der ökologische Anbau hält für dieses Verbraucherverhalten ganzjährig eine breite und abwechslungsreiche Produktpalette bereit. Die Entscheidung für frische und saisongerechte Lebensmittel aus der Region ist heute keineswegs mehr eine Selbstverständlichkeit. Schließlich sind praktisch alle Sorten Obst und Gemüse rund um das Jahr verfügbar. Hinzu kommt, dass Lebensmittel auch nach einer Reise um den halben Globus häufig im Preis mit einheimischen Produkten mithalten können. Unbestritten ist jedoch auch, dass diese scheinbar unbegrenzte Verfügbarkeit nicht umsonst zu haben ist. Die ökologischen, sozialen und kulturellen Folgen sind längst sichtbar. Deshalb haben Frische, Regionalität und Saisonalität bei Lebensmitteln heute eine viel umfassendere Bedeutung als früher. Die Wertschätzung für diese Qualitäten von Lebensmitteln muss vielfach erst wieder geweckt werden. Der Kauf von Produkten aus der Region fördert eine umweltbewusste und nachhaltige Wirtschaftsweise. Die Produkte kommen aus dem nahen Umfeld und haben keine allzu langen Wege hinter sich, wenn sie auf dem (Regional-) Markt oder im Laden landen. Oder sie werden direkt ab Hof vermarktet. Dies vermeidet den stetig zunehmenden Lebensmitteltourismus. Dieser findet nicht nur innerhalb der EU statt, sondern weltweit. Wein aus Australien oder Neuseeland, Nüsse oder Rosinen aus dem sonnigen Kalifornien, Mineralwässer oder stille Wässer aus dem Massif Central in Frankreich oder aus Schottland mögen zwar schmecken, verursachen jedoch überflüssigen Verkehr, der unser Klima weiter belastet. Außerdem schaffen sie regionalen Anbietern oft eine ruinöse Konkurrenz. Im Vergleich zur menschlichen Arbeitskraft kostet Energie, in diesem Falle Energie, die für den Transport aufgewendet werden muss, fast nichts. Um jedes Missverständnis zu vermeiden: Niemand bestreitet die Qualität oder Schmackhaftigkeit von Lebensmitteln aus anderen Ländern. Die Frage lautet: Ist es ökologisch vertretbar, ein Lebensmittel, das es auch bei uns gibt, nur weil es vielleicht billiger oder gerade in ist, einmal um die halbe Welt zu fahren oder zu fliegen? Auch Frische und Saisonalität hängen untrennbar zusammen. Wer sich beispielsweise bei Obst und Gemüse an das saisonale Angebot hält, verhält sich ökologisch. Energie für Treibhäuser kann eingespart werden, wenn möglichst auf Freilandgemüse, das saisongerecht wächst, geachtet wird. Und mit der Saisonalität verbindet sich beinahe spielend die Regionalität, da viele Produkte der Saison direkt aus dem Umland frisch und schmackhaft auf den Markt oder mit der Öko-Kiste ins Haus kommen. Der Gedanke der Saisonalität birgt aber noch ein weiteres Moment, das nicht per se ökologisch ist, sondern etwas mit Geschmack und sinnlichem Genuss zu tun hat. Nennen wir es ruhig Freude oder Vorfreude auf die jeweiligen Produkte der Saison. Schmecken ganz frische Erdbeeren, frisch gestochener Spargel oder gerade geerntete Tomaten, wenn sie richtig gereift sind, nicht unvergleichlich gut? Sofern wir überhaupt noch eine sensorische Erinnerung haben, wie sie schmecken! Und der Genuss liegt auch so paradox es klingen mag im Wissen um die Begrenztheit: Viele Produkte gibt es nur einige Wochen oder Monate im Jahr, aber zum richtigen Zeitpunkt schmecken sie am besten. So entpuppt sich der saisonale Feinschmecker ganz nebenbei als ökologisch essender Mensch, vor allem wenn die Produkte aus der Region und auch noch Öko-Produkte sind. Quelle: Ökologische Anforderungen an das Essen. In: Umweltnachrichten 87/2000. Herausgegeben vom Umweltinstitut München e. V. Unterrichtseinheit Sek1/4 Seite 2/4

4 Informationen für Lehrkräfte 2. ZIELRICHTUNG Die Schülerinnen und Schüler lernen die Bedeutung einer regionalen und saisongerechten Ernährung und die damit verbundenen ökologischen Vorteile und Auswirkungen kennen. Dazu gehören: die Steigerung des Gesundheitswertes der Lebensmittel die umwelt- und sozialverträgliche Erzeugung die Ressourcen schonende Anbau- und Vermarktungsweise die ökologischen Vorteile (kurze Wege) Hinweis Im Online-Service stehen unter dem Menupunkt Grundwissen Ökolandbau Texte zur Verfügung, die Basisinformationen zum ökologischen Landbau und der ökologischen Lebensmittelverarbeitung beinhalten. Diese Hintergrundinformationen unterstützen Sie bei der Unterrichtsvorbereitung und geben Ihnen einen Überblick über den ökologischen Landbau. Die Themen: Grundprinzipien des Ökolandbaus (u. a. Kreislaufwirtschaft) Pflanzenbau (u. a. Fruchtfolge, Düngung, Pflanzenschutz, Unkrautregulierung) Tierhaltung (Haltungsbedingungen, Fütterung, Gesundheit) Kennzeichnung, Kontrolle und Richtlinien (u. a. Bio-Siegel) Vermarktung 3. VORSCHLÄGE FÜR DIE UNTERRICHTSGESTALTUNG Einführung in die Problemstellung Die sinnliche Erfahrung frischer Lebensmittel aus der Region steht am Anfang der Bearbeitung dieser Unterrichtseinheit. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich über das Fühlen, Riechen, Sehen und Schmecken mit den Lebensmitteln auseinander und erleben die intensiven Sinneseindrücke, die von frischem Obst und Gemüse hervorgerufen werden können (M1). Die Auflösung und Auswertung der Sensoriktests führt u. a. zu der Fragestellung, wann welche Produkte in Deutschland frisch erhältlich sind. Die Bearbeitung des Themenbereiches kann in Form von Erkundungen und Interviews vorgenommen werden. Die Schülerinnen und Schüler erkunden in kleinen Gruppen das Angebot an frischem Obst und Gemüse in verschiedenen Märkten im Schulumfeld (M2). Sie dokumentieren ihre Ergebnisse und ordnen sie in die Fragestellung ein. Gegebenenfalls führen sie kurze Interviews mit den Verkäuferinnen und Verkäufern oder auch den Kunden. Als eine mögliche Form der Dokumentation wird ein Angebotskalender vorgeschlagen, der neben den jahreszeitlichen Angaben (M3) um weitere wichtige Informationen erweitert werden kann (z. B. ernährungsphysiologische Aspekte). Der Vitamingehalt ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal von Lebensmitteln. Er ist bei frischen Lebensmitteln am höchsten. Das bekannteste Vitamin dürfte Vitamin C sein, auch Ascorbinsäure genannt. Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler einen Vitamin-C-Tests durchführen (M4). Zur Reflexion über die jahreszeitliche Abfolge des Angebotes an Nahrungsmitteln eignet sich die Phantasiereise Der Wunschzettelbaum (M5). Die Schülerinnen und Schüler hören gemeinsam die Geschichte und tauschen anschließend ihre Eindrücke aus. Die Reflexion der Phantasiereise (z. B. Gespräch, stummes Schreibgespräch) kann z. B. unter Berücksichtigung der folgenden Fragestellungen erfolgen: Jahreszeiten was blüht, wächst und reift in den Jahreszeiten? Märkte wo können wir was kaufen, und wann? Nahrungsmittel was können wir sammeln und haltbar machen? Womit können wir uns selbst versorgen? Unterrichtseinheit Sek1/4 Seite 3/4

5 Informationen für Lehrkräfte 4. AKTIONSTIPPS Markterkundungen durchführen (Supermarkt, Hofladen, Bauernmarkt...). Saisonkalender erstellen und ansprechend gestalten, evtl. vervielfältigen. Ergänzung durch eine ernährungsphysiologische Bewertung verschiedener Lebensmittel (z. B. Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen; Bedeutung jahreszeitlich orientierter Ernährungsweisen). Monographien für verschiedene Lebensmittel anfertigen. Einkaufsführer für den Stadtteil entwickeln. Auf einer Weltkarte die Länder markieren, aus denen Obst und Gemüse, das auch in Deutschland wächst, hierher exportiert wird; ausrechnen, wie weit die Transportwege sind; Rückschlüsse auf den Energieverbrauch für den Transport der Waren ziehen. 5. WEITERFÜHRENDE ANREGUNGEN Materialien und Medien Informationen des aid (Agrar-Informations-Dienst) > Medienshop Kooperationspartner und außerschulische Lernorte Geschäfte und Märkte im Stadtteil bzw. Umfeld Fachverbindende Fragestellungen Arbeitslehre/Wirtschaft: Vermarktungsformen, Handel, Handelsklassen Bearbeitungsvarianten und Perspektiven Projektideen: Exotische Früchte frisch auf den (deutschen) Tisch? Behandlung und Lagerung von importierten Nahrungsmitteln Anbindungen an andere Unterrichtseinheiten und Projektvorschläge Anbindung an die Unterrichtseinheiten der Sekundarstufe, an die Projektvorschläge der Sekundarstufe I und Anbindung an die Projektvorschläge der Grundschule Unterrichtseinheit Sek1/4 Seite 4/4

6 Impressum = ist initiiert und finanziert durch das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau. Gesamtherstellung: Zeitbild Verlag, Berlin in Zusammenarbeit mit a.i.d. infodienst e. V., Bonn. Bildnachweis: Bildarchiv Bundesprogramm Ökologischer Landbau, Zeitbild Verlag, Reinsberg WA Redaktion: Zeitbild Verlag, Dr. Ute Mühlmann, Fachdidaktik Biologie, Universität Bremen Wissenschaftliche Beratung: FiBL, Forschungsinstitut für biologischen Landbau Unterrichtseinheit Sek1/4

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